Ryan MacGrath
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Foto: Heinz Stanger (Foto Stanger) ©

MacGrath Ryan

Allgemeine Information

Nachdem Ryan MacGrath Ende 2011 nicht nur mit den Folgen einer gescheiterten Beziehung zu kämpfen hatte, sondern sich auch dazu gezwungen sah, Privatkonkurs anzumelden, beschloss er, alles auf eine Karte zu setzen und neu zu beginnen. Er folgte einem Mann, den er seit weniger als sechs Monaten kannte, nach Österreich. „Ich träumt von einem neuen Leben, aber es dauerte keine Woche, bis die Wirklichkeit gnadenlos zuschlug: Ich hatte kein stetes Einkommen, war tausende von Kilometern entfernt von meinen Freunden und meiner Familie und sprach die Sprache nicht – ich fühlte mich einsam.“ The Pink Lark, MacGraths neues Album, spiegelt seine jüngsten Erfahrungen wider: den persönlichen Zusammenbruch, den Verlust, und das Vertrauen in eine neue Liebe, die ihn von den salzigen Gestaden Nova Scotias in das von Bergen gesäumte Innsbruck, von Kanada nach Österreich, führte. Die sechs Lieder umfassende EP ist äußerst reduziert und rückt die leidenschaftliche Stimme MacGraths ins Zentrum, die hier mal stark, mal verletzlich klingen darf, oft aber beides zugleich. Während sich Cooper Hatch Paris, MacGraths preisgekrönte LP aus dem Jahre 2010, durch eine kompromisslose, überbordende Instrumentalisierung auszeichnete und ein sehr extrovertiertes Album war, erlaubt The Pink Lark einen schonungslosen Blick auf den Künstler hinter den Kulissen, wenn alle Vorhänge geschlossen, alle Kostüme abgelegt sind. „Mein letztes Album war ausschweifend und bombastisch, mit allem Drum und Dran und sehr hi-.“ Die veränderten Lebensumstände erforderten allerdings eine reduziertere Herangehensweise an die neue Platte. Entgegen der ihm eigenen Begeisterung für Opulenz sah sich MacGrath gezwungen, auf zusätzliche Melodien und Instrumente zu verzichten, und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: seine Ausdrucksstärke als Singer/Songwriter. „In meiner aktuellen Situation erschien mir eine zurückhaltende, wenig bearbeitete Produktion sinnvoll. Die EP The Pink Lark ist nicht gänzlich lo- und mit Sicherheit nicht hi-; sie ist mid-.“

Gemeinsam mit dem erfahrenen österreichischen Musiker Chris Vano hat MacGrath ein unprätentiöses und nachdenkliches EP eingespielt und auch das Cover eigenhändig entworfen. Die Songs berichten von seiner aktuellen Reise. „The Ticket“, der erste Track der Platte, fängt das behutsame Annähern an eine neue Liebe ein. „Kiss Me Tonight“ erzählt von einem romantischen Rendezvous, das das Blut brodeln und die Gedanken galoppieren lässt. In „The Darkside“ stellt sich MacGrath in der Honung auf Antworten schutzlos seinen Dämonen. „Sahib“, ein schnellerer, vom Blues inspirierter Titel, begleitet Ryan auf der Suche nach einer physischen und metaphysischen Rückzugsstätte, die momentane Erlösung von den Einschränkungen des Selbstzweifels versprechen soll. In „After All“ beklagt der Sänger die mit großer Mühe und Beschwerlichkeit verbundene Anstrengung einer Liebe, die in ihrem Erglühen immer wieder aufs Neue zu Verglühen droht. Der letzte Track auf der CD ist „Speechless“, das in einem Take und mit einem einzigen Mikrofon aufgenommen worden ist. In dem intimsten und zerbrechlichsten Song der Platte erleben wir, wie MacGrath, ganz in sich versunken, über möglichen Misserfolg nachdenkt und sich fragt, was die Zukunft wohl bringen mag.

Ryan MacGrath war für mehrere renommierte Musikpreise nominiert (u.a. für die East Coast Music Awards, Kanada). Er gewann den Preis für das beste Alternative Album bei den kanadischen Nova Scotia Music Awards. Er stammt aus Halifax, Nova Scotia, Kanada. Er komponierte und sang Songs für Kinolme, Dokumentationen und das Fernsehen und ist seit 2008 ein aktives Mitglied der kanadischen Musikszene. Zur Zeit lebt MacGrath in Innsbruck, Österreich. The Pink Lark EP (2013) ist sein drittes Album. 2010 hatte er seine erste Langspielplatte, Cooper Hatch Paris, veröentlicht. Ein Jahr zuvor erschien In My Own Company EP (2009).

Diskografie, Projekte

Diskografie:

  • 2009: My Own Company (EP)
  • 2010: Cooper Hatch Paris (LP)
  • 2013: The Pink Lark (EP)