Werner Preisegott Pirchner
Gattung:

Fotograf: Ernst A. Grandits © Mit freundlicher Genehmigung von wernerpirchner.com

Pirchner Werner Preisegott

Werke

# TitelSortiericon Entstehungsjahr Dauer Besetzung Gattung Notenshop
1 100 praktische Kompositionen für gutes Orchester 1996
2 100 praktische Kompositionen für gutes Orchester - "Aus meinem Komponierhäuschen" 1990 - 2000
3 24 Deka Jazz-Lieder - für Henry Maternas "Face of Europe". Musik zu 6 Filmen 1966
4 24 Deka Ö-1-Radio-Signations - Ein CD-Hörspiel
5 3 Klare für Klarinette 2000
6 A Taste of Life
7 Abschied? - Drei kleine Choräle zum Begräbnis meiner Mutter Anna 1995
8 Adrette Duette und Kloanhäusler-Tänze - für Piano und 1 Solo-Instrument bzw. Piano solo
9 Almweiß - Edelrausch - und andere Master-Zwios 1992 13m
10 Anstatt eines Denkmals für den Bruder meines Lehrers, der im Krieg, weil er sich weigerte, Geiseln zu erschießen, ermordet wurde - für Flöte solo 11m
11 Aus dem Konzert für zwei Solo-Violinen - ohne Orchester 1988 20m
12 Austria - A Whole World - Musik zum gleichnamigen Film von Kurt Mayer
13 Birthday-Musik mit gutem Orchester 1996 ~ 20m
14 Birthday-Serenade - für Pianoforte 1988 8m
15 Birthdays 1975 ~ 3m
16 Born for horn - Hornquartett 1989 ~ 15m
17 Brechreiz für großes Orchester - und ca. 10 andere Filmmusiken 1967 - 1970
18 Das rauhe Leben - Musik zum gleichnamigen Film von Heide Pils über den Dichter Alfons Petzold 1987
19 Das wunderbare Schicksal - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Felix Mitterer 1992
20 Der Dunst des Fusels - für Violine solo und gestimmte Bier- und Weinflaschen 5m
21 Der Strich des Radierers oder Posaunen-Konzert für Brassquintett 1996 15m
22 Der Sturm - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von William Shakespeare
23 Der Untergang des Alpenlandes - Part One und Die Geschichte vom Zuckerl, von der Prinzessin und von der absahnenden Creme - Zwei Kurzfilme 1974 ~ 42m
24 Der Weibsteufel - Ballettmusik zum gleichnamigen Stück von Karl Schönherr 1991
25 Die anachronistische Revolution und ca. Zwei Kilo 12-Ton- und Reihenexperimente 1969
26 Die Bewässerung von Mitteleuropa - für Brassquintett 16m 30s
27 Die Langsamkeit des Reisens - Musik zum gleichnamigen Film für indisches Instrumentarium
28 Die letzten Tage der Menschheit - Musik zum gleichnamigen Stück von Karl Kraus 1995
29 Die wilde Frau - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Felix Mitterer für Strom-Orchester und fünf Motorsägen 1991
30 Do You Know Emperor Joe? - für Blechbläserquintett 1982 ~ 23m
31 Durch die wilden Alpen - Filmmusik 2000
32 Ein halbes Doppelalbum - - Was wir über das Leben nach dem Tod wissen & fast 22 andere Lieder 1966 - 1973 1h 11m
33 Ein Jedermann - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Felix Mitterer 1991
34 Ein Trompeten-Künstler spielt eine freundliche Weise, wird von einem Spitzel denunziert und erhält eine Verwarnung nebst Androhung eines Disziplinarverfahrens im Wiederholungsfalle - für Bläseroktett 1990 16m
35 Einfach - Zwiefach - für Kontrabass solo 1993 8m
36 Emigranten-Symphonie 1987 23m
37 Eröffnungsfanfare nach Franz Xaver Schreihals, dem Jüngeren - für Schulchor incl. humorvoller Lehrperson 2000
38 Feld-, Wald- & Wiesen-Soli für Horn in F 1991 9m 40s
39 Festliche Trio-Fanfare ... &: ... Wo ist die Kohle? 1998 5m
40 Feuernacht und Komplott - Musik zu den gleichnamigen Filmen 1994
41 Fire-Water-Music - aus "Die drei Jahreszeiten" komponiert während der Scheiße in Tschernobyl 1986 21m
42 Fünf abgelehnte Arien zu Texten von Peter Turrini 1996 ~ 10m
43 Fünftes, fast fertiges Blech-Quintett 1994
44 Fünfuhrtee für Normal-Jazzorchester ~ 20m
45 Geschichten aus dem Wienerwald - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Ödön von Horvath
46 Gespenstersonate - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von August Strindberg 1988
47 Glück und Glas - Sieben Sätze für Blasorchester 1995 15m
48 Good News from the Ziller Valley - für Violine solo 1981 8m 30s
49 Heimat? 1988 15m 30s
50 Heute ... war Gestern Morgen. Heute ... ist Morgen Gestern - Trio für Violine, Violoncello und Pianoforte
51 Hochzeits-Walzer - für Streichquartett und diverse andere C-Instrumente 1997
52 Hundert praktische Kompositionen für gutes Orchester - 1. Versuchsballon für Kammerorchester 24m
53 Intrada für 4, 5, 6 oder mehr SuPercussionisten 1999
54 Jedermann - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Hugo von Hofmannsthal
55 Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Fritz von Herzmanovsky-Orlando
56 Kein schöner Land - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Felix Mitterer
57 Kindertheater-Musik
58 Klänge für Normal-Symphonie-Orchester - Hörspielmusik 1977 ~ 20m
59 Kleine Messe um C - für den lieben Gott - für Kirchen- oder Ziach-Orgel 1982 ~ 12m
60 Knoblauch meets Garlic
61 Kommunikations - Choral - für Brass-Quintett 2000
62 König Hirsch Duette
63 L'homme au marteau dans la poche et autres travaux appliqués - (Der Mann mit dem Hammer in der Tasche und andere Fleißaufgaben) 1991 17m
64 Les oiseaux extraordinaires dansent sur les tours 1992 5m
65 LGP ----> Liebe, Glück ... und Politik - Zweieinhalb Handvoll Kurzopern für Solisten, Chor, Ballett und Orchester, freundliches Personal und Publikum ~ 2h 24m
66 Mirakel - Musik zum gleichnamigen Film von Leopold Huber 1991
67 Mit FaGottes Hilfe - für Fagott solo 11m
68 Mozart und Schubert
69 Neue Fanfare zur Eröffnung der Wiener Festwochen 2000 45m
70 Neue Signations für Radio Österreich International 1999 - 2000
71 Noten für die Pfoten - für Pianoforte
72 Ödipus - Ballettmusik
73 Palmsonntag im Künstlerzimmer - für Violine und Horn 1994
74 Paradiso - Musik für Strom-Orchester 1992
75 Präludium und Fiasko für Blasorchester, Vibraphon und Gitarre 1977 ~ 20m
76 Radio Tirol - und andere Signations
77 Reden ist Schweigen, besser ist geigen
78 Schneeweißchen und Rosenrot - und 5 andere Theatermusiken 1968 - 1970
79 Shalom? 1988
80 Single-Note-Exercises - für verschiedene Instrumente
81 Soiree tyrolienne - Kammersymphonie 1980 14m
82 Solo Sonata for Bass-Vibes 14m 30s
83 Sonate vom rauhen Leben - für Akkordeon (Kirchenorgel) 11m
84 Sound Design für das Kulturradio Österreich 1 - (ca. 250 Signations und Jingles) 1993
85 Streichquartett für Bläserquintett - Variations on a Tyrolean Slave Song 1974 11m
86 Streit im Hause Gott - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Felix Mitterer
87 Telekom Signations
88 Tirol?
89 Two War- & Peace-Choirs - aus der Oper "Liebe, Glück ... und Politik!" 3m 30s
90 Versuch über das Fliegen mit oder ohne Hilfsmittel 1997
91 Viertes, fast fertiges Blech-Quintett 1992 10m
92 Von der gewöhnlichen Traurigkeit. Zum Kotzen. 1978 ~ 23m
93 Wem gehört der Mensch ...? 1988 23m 20s
94 Winzige Werke - für verschiedene Besetzungen
95 Wirf an, Hosn't Raga, Wohl oder übel und ca. 20 Deka andere Jazz-Lieder 1979
96 Zehn Weinberg-Stücke 1966 - 1968
97 Zwentendorf - Wackersdorf. Ein Spaziergang! ... Nach Tschernobyl! - Konzert für Flöte, großes Orchester und kritischen Polizeichor 1988 10m
98 ["Fällt mir im Moment nicht ein ..."]

Allgemeine Information

Geburtsdatum:  13. Februar 1940
Geburtsort:  Hall in Tirol
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Todestag:  10. August 2001

 

Musik hören.
Erstes Instrument: eine Kindertrompete und die Knopforgel des Vaters. Erste musikalische Bildung durch das Radio sowie einen pensionierten Finanz-Beamten und einen greisen Mönch. Mit 11 Jahren Austritt aus dem Kirchenchor, da es mir nicht gelang, die Früh-Messe auf den Nachmittag zu verlegen. 1954-1958 irrtümlich Schriftsetzer-Lehrling in einem katholischen Bleibergwerk und nebenbei Tanz-Musiker. Ende Juli 1958 Abschieds-Zettel für die Mutter: "Ich bin Musiker". Komposition und Vibraphon autodidaktisch. Mit 19 unfreiwillig 9 Monate Mitglied der österreichischen Streitkräfte als Arrangeur einer Soldaten-Dance-Band. Danach Klavier-Spieler in diversen Etablissements (Dschungel-Bar München, Maxim Wien und andere).

 

Werner Preisegott Pirchner

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1962 - 2001

freier Komponist und Jazzmusiker

1963

Vibraphonist im Oscar-Klein-Quartett

1964 - 2001

Kompositionen für Filme und Rundfunk

1964 - 2001

verschiedene eigene Ensembles

1975 - 1985

Mitglied bei Austria 3

1975 - 1985

Mitglied bei Mumelter's Concertodrom

1975 - 1985

Pirchner-Pepl-JazzZwio mit Harry Pepl (Gitarre)

1975 - 1985

Mitglied

1981 - 2001

Kompositionen für "klassische" Musiker

1984

Gründung der "Aktion Künstler helfen Kritikern"

1988

letztes Jazz-Konzert beim Deutschen Jazzfestival (mit Robert Riegler, Albert Mangelsdorff)

1992

Gründung der Produktionsfirma EU (mit 23.09.1986 urheberrechtlich geschützter Name)

1994

Sounddesign

1995 - 2001

Musik zu Hofmannsthals "Jedermann"

weitere Auftritte und Aufnahmen mit Jack DeJohnette, Adelhard Roidinger, Marc Johnson, Leszek Zadlo, Michael Di Pasqua, Steve Swallow, Vocal Summit mit Bobby McFerrin, Herbert Joos, Daniel Humair, Runo Erickson & Charlie Mariano, Frank Rosolino, Lee Konitz, Eisenbahner-Musik Innsbruck, Family of Percussion, Lauren Newton Quartet, Tommy Flanagan, John Surman u.a.

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1973

W.P.-Stiftung: Schallplattenpreis

1974

Preis der Deutschen Schallplattenkritik für "ein halbes doppelalbum"

1976

Internationales Kurzfilm-Festival, Linz: Erster Preis

1984

Preis der Deutschen Schallplattenkritik für "Werner Pirchner, Harry Pepl, Jack DeJohnette"

1986

Tiroler Landespreis für Kunst

1987

Preis der Deutschen Schallplattenkritik für "EU"

1988

Würdigungspreis

1997

Ehrenzeichen

Teilnahme am International Rostrum of Composers

Stilbeschreibung

In meiner Jugend orientierte ich mich an der jeweils neuesten Jazzmusik. Die Beschäftigung mit den Theorien Schönbergs und vor allem mit Bachs "Sonaten für Violine solo" hat mir später andere Wege des Ausdrucks eröffnet. Bis zu meinem 42. Lebensjahr hätte ich aber aus Respekt vor den größten Meistern nicht gewagt, auch nur einen Ton für ein klassisches Konzert zu schreiben. Als Komponist, Jazzmusiker und privilegierter Gelegenheitsarbeiter versuchte ich a) meine Ideen und Gefühle in mir zugänglichen Dimensionen (diverse LPs mit Kompositionen, zwei Filme, ein paar Texte & Zeichnungen u.a.m.) auszudrücken und b) das rot-schwarze Farbenspiel auf meinem Bankkonto zu beeinflussen.
Eines schönen Morgens teilte mir der Geiger Peter Lefor telefonisch mit, daß er für sein nächstes ORF-Konzert ein Stück von mir für Solo-Violine auf's Programm gesetzt hat. So betrat ich mit tastender Zehe ... den Weg, den ich heute noch gehe. Ich versuche Musik zu schreiben, die ausdrückt, was ich im Augenblick denke, fühle ... und bin. Oder das Gegenteil. Den Mut zu komponieren verdanke ich meinen Lehrern Thelonious Monk, Gil Evans, Bach, Mozart, Schönberg, Bartók, Breit, Schubert, John Cage, Kafka, Karl Valentin, Kurt Schwitters und vor allem dem unvergleichlichen Ernst Ullrich Zufall. Zufall: Otto M. Zykan frägt im Flugzeug nach N. Y.: "Wie schätzt Du Dich selber ein?" Der Gefragte antwortet: "Ich bin der Beste in meinem Stil."

 

Werner Pirchner, 1982/1997

Pressestimmen

1999

Pirchner erschien mir wie ein Kübel kaltes Wasser über den Kopf. Er ist sich treu. 

Falter (André Heller) 

 

1997

Werner Pirchner hat sich zu einer Zeit, als die "Szene" noch mit ganz anderen ästhetischen Problemen beschäftigt war, nicht die Frage gestellt, ob das, was er tut, neu ist; er hat Bestehendes aufgegriffen, es auf eine höchst originelle, urig-bizarre Weise verfremdet und damit seinem Land und seiner Region einen Spiegel vorgehalten, in den im Interesse der Selbstkritik zu schauen bis heute guttut. 

Falter (Friedrich Cerha) 

 

1997

Sagen wir es doch so: W. P. ist die lustigere, kreativere Variante von Thomas Bernhard. Unermüdlich um sich schlagend, musikalische und literarische Hiebe austeilend, hat sich der zum Glück immer noch kindliche und im richtigen Moment auch kindische Berufsanarchist und -komponist zu Österreichs originellstem Haus- und Hofkomponisten emporgearbeitet. 

Falter (Mathias Rüegg) 

 

1996

Pur oder Dur? [...] So hält er auch die Musik in einem ambivalenten Schwebezustand: Trauer und Melancholie erscheinen nie eindeutig, selbst in vorgeblicher Fröhlichkeit schwingt noch ein Rest subversiver Wehmut. Selten hat sich ein Musiker, ein Komponist so selbstbewußt zwischen alle Stühle gesetzt, der einzige Ort, an dem der Geist sich noch frei und ungestützt von dogmatischer Verbindlichkeit bewegen kann. 

BR 4 (Harry Lachner) 

 

1986

EU ist ein Entwurf einer "zugänglichen" zeitgenössischen Musik, in der Ernst und Unterhaltung keine unvereinbaren Gegensätze sind. 

Stuttgart Live

Diskografie, Projekte

Diskographie:

  • 1995: Dur (Selbstverlag)
  • 1990: A-NAA-NAS BA-NAA-NAS (MSI, mit Vienna Brass)
  • 1986: EU (ECM)
  • 1983: Werner Pirchner, Harry Pepl, Jack DeJohnette (ECM)
  • 1982: Schattseite (ECM, mit Adelhard Roidinger, Heinz Sauer, W. Pirchner, H. Pepl und Michael Di Pasqua)
  • 1981: Live, Montreux '81 (Wea Music, mit Pirchner-Pepl-Jazzzwio)
  • 1979: Gegenwind (Mood Records, mit Pirchner-Pepl-Jazzzwio)
  • 1973/1996: ein halbes doppelalbum (Selbstverlag)

AusbildnerIn von (Person)

WidmungsträgerIn von (Werk)