Kollegium Kalksburg
erfasst als: Band
Subgenre: Wienerlied

Kollegium Kalksburg

Allgemeine Information

Stilbeschreibung:
Wienerlied____________________Informationstext:
Die drei im besten Sinne des Wortes dilettierenden Kapellmeister sind Fanatiker des Ausdrucks, große Entdecker im Reiche des Erhabenen, auch des Häßlichen und Gräßlichen, noch größere Entdecker im Effekte, in der Kunst der Schauläden. Allesamt Talente weit über ihr Genie hinaus. Virtuosen durch und durch! Geborne Feinde der Logik und der geraden Linie, begehrlich nach dem Fremden, dem Exotischen, dem Ungeheuren.
Begehrlich nach allen Opiaten der Sinne und des Verstandes. Im Ganzen eine verwegen wagende, prachtvoll gewaltsame, hochfliegende und hoch emporreissende Art Künstler, welche dem neuen Jahrtausend den Begriff Künstler erst zu lehren haben wird ... aber krank!

Unter dem Motto: Was wäre Wien, verpflichten sich anlässlich des Herz.Ton.Wien. Festivals im März 1996 drei Jazzmusiker freiwillig der Wiener Gesangs- & Musicirtradition. In diese schwere Pflicht genommen, singen & musiciren die drei pflichtbewussten Wiener ausschließlich Original Wienerlieder in 1a Prima Qualität. Vom Jazz (Alkohol ist keine Lösung) bleibt nur der Atem. Selbst die mit heissem Bemühn durchaus studierten Instrumente (Kontrabass, Fagott, Schlagwerk) bleiben ungezupft, ungeblasen und ungeschlagen zu Hause. Gezupft wird eine Kontragitarre, geblasen ein Kamm, gezogen eine Harmonika, gestrichen eine Säge und jede ausserwienerische Erfahrung aus dem Gedächtnis. (Wein spielt eine große Rolle!) Es wird gesungen. Es wird Gereimtes und Ungereimtes gewaltsam zum Vortrag gebracht.

Besetzung/Stilbeschreibung

Heinz Ditsch (Akkordeon, Singende Säge, Gesang)
Paul Skrepek (Kontragitarre, Gesang)
Wolfgang Vincenz Wizlsperger (Liedgesang, Kamm, Euphonium)

Pressestimmen

Die Theorie, die nämliche, lautet: Trinke, solange du spielen kannst. Es war nämlich so: das Trio "Kollegium Kalksburg" spielte im endlich eröffneten Unabhängigen Literaturhaus Niederösterreich am 24. März 2000 und sie spielten lange. Bis das letzte (freilich geleerte) Raki-Glas, wie es sich gehört, rückwärts über die Schulter geworfen wurde, bis das (freilich gefüllte) Weinglas nicht mehr zum Mund fand, die Gitarre nur noch als Schlagzeug herhalten konnte, die Posaune, um die Schulter hängend, die Standfestigkeit des Sängers in Schwerkraft verwandelte, das Akkordeon mit unbekannten Tönen experimentierte.

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Kollegium Kalksburg ist so etwas wie das Wienerlied-Ensemble für Leute, die keine Wienerlieder hören. Die werden die Liedauswahl des Kollegiums vielleicht für besonders schräg und entlegen halten.
"Wir sind Berufstrinker", erläutert Kompagnon Heinz Ditsch das Konzept von Kollegium Kalksburg, das auch die strikte Trennung von Bühne und Zuschauerraum, Akteuren und Publikum vorsieht, wie Ditsch ausführt: "Wenn die B´soffenen unten wackeln und wir b'soffn sind, stimmt die Spannung nicht. Wir saufen, das Publikum muss nüchtern sein!

Falter (Klaus Nüchtern)

Als ein Tribut an die gnadenlos in die Vergangenheit abdriftende musikalische Gegenwart sind ihre Auszüge aus ihrem Werk "Aufstieg und der Fall des Hauses Beatle" zu verstehen. Da wird die Nummer "Yesterday" zu einer Hommage an Leben und Tod im Sanatorium unter dem Titel "Blosntee", was die Pilzköpfe leichtfertigt als "Let it be" hinnahmen, hinterfragen die "Kalksburgianer" mit "Warum i?". Das Wienerlied bekommt durch solche Beiträge auf alle Fälle schrägen, wohltuenden Aufwind.

Salzburger Nachrichten

Der schöne Ort Kalksburg mit seinen vielgepriesenen Regenerationsmöglichkeiten ist Namensgeber einer Gruppe, die sich jeder Kategorisierung mutwillig entzieht. Das Kollegium Kalksburg hat sich einer besonders heiklen musikalischen Gattung angenommen: dem "Wiener Lied". Drei eingeborene Söhne interpretieren gebenedeites Liedgut im Geiste Heinz Conrads. In diesem Sinne sind sie um die Wiener Gesangs- und Musicirtradition in all ihrer Weinseligkeit, Wehleidigkeit, Raunzerei und Todessehnsucht ehrlich bemüht. Heinz Ditsch, Paul Skrepek und Vinzent Wizslperger porträtieren ein Lebensgefühl, das von grenzenlosem Fatalismus geprägt ist, ohne den Humor nicht zu verlieren. Die Aufführungen des Kollegium Kalksburg sind witzig, anarchistisch und gar nicht retrospektiv. Seriöses Tingeltangel eben, dem auch der Mut zum Peinlichen nicht fehlt.

Jazzlive (Reinhard Stöger)

[...] und das Kollegium Kalksburg, drei verwegen windschiefe Gestalten, die mit singender Säge, zirpendem Kamm und zart quäkender Posaune, weinselig aber trotzdem hellwach die bösartige Gemütlichkeit der österreichischen Seele besangen.

Der Standard (Silvia Stammen)

Tätigkeitsbereich von (Person)