Pierrot Lunaire Ensemble Wien
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© Pierrot Lunaire Ensemble Wien

Pierrot Lunaire Ensemble Wien

Allgemeine Information

Gründungsjahr:  1996

 

Das Pierrot Lunaire Ensemble Wien wurde von der Flötistin Silvia Gelos und dem Pianisten Gustavo Balanesco gegründet, um der Diskrepanz zwischen der Realität des Musiklebens und den Utopien der Musiker entgegenzuwirken. Erklärtes Ziel des Ensembles ist es, dem Publikum ein deutlich andersartiges Programm und eine breite Konzertsicht anzubieten: in verschiedenen Besetzungen spielt das Ensemble Musik aller Epochen, mit einem Schwerpunkt auf den Klassikern der Moderne und auf Aufführungen aktueller Kompositionen vielfältiger Stilrichtungen. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Pierrot Lunaire Ensemble Wien vom Geheimtip zu einem international gefragten Ensembles für moderne Musik der jungen Generation.

 

Ein unverzichtbarer Teil der künstlerischen Arbeit des Ensembles ist die Förderung und aktive Einbeziehung des musikalischen Werkes österreichischer KomponistInnen des 20. und 21. Jahrhunderts in das in- und ausländische Konzertleben. Das Ensemble arbeitet intensiv mit bedeutenden KomponistInnen zusammen und verfügt infolge der variablen Besetzungsmöglichkeiten über ein breites Repertoire von Solo- bis zu Ensemblewerken.

 

Über 500 Werke von über 250 KomponistInnen wurden vom Ensemble in verschiedenen Projekten in Österreich und international bei Festivals und Symposien seit 1996 aufgeführt. Unter der künstlerischen und organisatorischen Leitung von Silvia Gelos und Gustavo Balanesco werden sowohl junge, meist noch ungehörte KomponistInnen und Kompositionen als auch bedeutende Österreicher präsentiert, die aus ganz unterschiedlichen Gründen zu wenig im Konzertleben zu hören sind. Vielfältige Projekte in Verbindung mit anderen Kunstformen wie Theater, Tanz und Malerei kommen hinzu.

Besetzung/Stilbeschreibung

Band/Ensemble MitgliedInstrument
Klavier
Flöte

Pressestimmen

2001

Musik von Klaus Lang (eher sehr leise), Wolfgang Mitterer (eher sehr laut) und Erich Urbanner (eher streng) in einem Konzert zu vereinen, ist nicht nur ziemlich ungewöhnlich, sondern zeigt auch den Mut des Pierrot Lunaire Ensembles, sich über bestehende Szenegrenzen hinwegzusetzen. Leider ebenfalls nicht alltäglich ist es, wenn diese Werke erstmals im mica gespielt und von den Komponisten erläutert werden, um dann ein paar Tage später im Musikverein noch einmal aufgeführt zu werden. Ein spannendes und vor allem sinnvolles Konzept.

Falter

 

2000

Pierrot Lunaire Ensemble: Ein gelungener Saisonabschluß im Musikverein. Als eine der felxibelsten Formationen für nicht nur Neue Musik darf das 1996 gegründete Pierrot Lunaire Ensemble Wien gelten. Von Solo- bis zu Kammerorchesterwerken reicht sein Repertoire, das bewußt die Unterrepräsentierten ins Zentrum rückt - von einst Verfemten bis zu jungen österreichischen Talenten. "Europa im Spiegel der Musik" beleuchtete der heurige Konzertzyklus des Ensembles, der am Sonntag im Wiener Musikverein zu Ende ging. Gerald Barrys 1. Streichquartett spielte nicht übel mit dem Zusammenhang des Heterogenen, Walter Körtes gediegenes "Lied der Sinne" für Mezzosopran gin in seiner unmittelbaren Expressivität fast zu glatt auf. Aber es ist keine Schande, mit noch nicht Dreißig neben Viktor Ullmann etwas abzufallen: Die Intensität von dessen "Weise von Liebe und Tod des Cornets Chistoph Rilke", die zu erleben war, schien den intimen Einem-Saal fast zu sprengen. Neben Gustavo Balanesco (Klavier) war dies dem Bariton zu verdanken, der den Sprecherpart mit ebenso seriös-sensibler Autorität auszustatten wußte, wie er zuvor in Renald Deppes "TrioRio II" verschmitzt den Satz "Ohren haften für ihre Köpfe" zerpflückte.

Die Presse

 

[...] fulminant begabte in Österreich lebende Musiker, spielten einen Kammermusikabend der Superlative... Das Werk, das seinen Interpreten äußerste Beherrschung der Instrumente und kaum vorstellbare Konzentration im Zusammenspiel abverlangt, fand die idealen Interpreten: solche nämlich, die sich auf dieses Werk rückhaltlos, quasi "ohne Netz" einließen, seine Expressivität und seine Schönheit nachzuempfinden vermochten und ihm so einen deutlichen Erfolg erspielten.

Wiener Zeitung (Edwin Baumgartner)

 

Am Abgrund der Abstraktion / Schönberg Center: Pierrot Lunaire Ensemble. Am Abgrund zu stehen kann aufregend sein, wie das Spiel mit Feuer. Abstraktion im Zusammenspiel von Farben oder Klängen oft weit sinnlicher wirken als Konkretes. Musik ist zwar schon im tonalen Bereich abstrakt, kann aber mit Atonalität (im Gegensatz zur Malerei) die Abstraktion noch steigern. Im Schönberg Center bewegte man sich an der Bruchstelle beider musikalischer Extreme, in höchst variabler Form und auf höchst sinnliche Weise. Leicht zugägnglich: Theodorakis - Stimmungsbilder aus der Feder Helmut Eders (Aulodie) gegenüber gestellt. Musik, die den meist jungen Instrumentalisten des Ensembles Pierrot Lunaire bestens zu liegen schien, ebenso wie Hausherr Schönberg und Bernd Alois Zimmermann. Am idealsten mit den im Konzertsaal präsentierten Bildern der Kandinsky-Ausstellung schien sich zuletzt das ins Surreale gehende Ballett "Presence" zu paaren. Aufwühlend kraftvolle Musik.

Kurier

 

Das junge, von Silvia Gelos und Gustavo Balanesco gegründete Pierrot Lunaire Ensemble Wien versteht es, alternative Programme in unterschiedlichen Besetzungen zu präsentieren. Die perfekte Konzeption des Programmes vom 14.11. im Arnold Schönberg Center verband Werke der klassischen Moderne mit Uraufführungen. Günter Kahowez' Drei Fantasiestücke für Flöte, Violoncello und Klavier op. 29 zeichneten subtile Charakterbilder, deren Intensität vor allem zwischen den Tönen hervortrat. Helmut Eders Annäherung für Flöte solo op. 113 entwickelte sich zu einem Meisterstück der "Verarbeitung", spannend, umspielend und herantastend betrachtet der Komponist ein bekanntes Mozartzitat. Faszinierend auch die dramatischen und lebendigen Gesten der "a tre"-Variationen für Klarinette, Violine und Klavier von Gerhard Schedl, der sich "zur Lust am expressiven Klang, aber auch zur durchdachten Konstruktion" bekennt."

Österreichische Musikzeitschrift (Christoph Hinterberger)

Aufführende Organisation von (Person)

Aufführende Organisation von (Werk)