Franz Richter Herf
Genre:

Richter Herf Franz

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 Igonta - für drei Trompeten und drei Posaunen 1988 3m
2 Agamemnon - Oper nach einem Text von Aischylos (Musikee) 1988
3 Ekmelische Rhapsodie - für sechs Harfen 1986 6m
4 Ekmelie Nr. 4 - für Orchester 1986 8m 30s
5 Vom Leben das Beste - für Singstimme und Gitarre 1986 3m
6 Hypatia - Vision in ekmelischer Musik für Orchester 1985 8m
7 Kallisteia - Sappho-Fragmente für Sopran und fünf Harfen 1985 13m 30s
8 Herr, unsere Erde - Gebet der Vereinten Nationen für gemischten Chor a cappella 1984 3m
9 Ekmelie Nr. 3 - für Orchester 1983 7m
10 Ekmelie Nr. 2 - für Streicher 1981 7m
11 Panta rhei - für vier Posaunen und Schlagzeug 1981 8m
12 Studie Nr. 1 und Nr. 2 - für ekmelische Orgel 1980 5m
13 Galactica - Zweite Symphonie für Orchester 1980 18m
14 Odysseus - Oper in sechs Bildern aus den Gesängen der Odyssee von Homer 1979 abendfüllend
15 Wenn sich lau die Lüfte füllen 1979 4m
16 Parakusis - für Violine, Klarinette, Baßklarinette und Gitarre 1977 5m
17 Indago - für Polychord (zwei Harfen) und ekmelische Orgel 1976 4m 30s
18 Dhrupad - für ekmelische Orgel 1976 ~ 4m
19 Alapa - für ekmelische Orgel 1976 ~ 4m
20 Schweigen - Initiale Nr. 2 für ekmelische Orgel 1976 ~ 4m
21 Wie schwache Fontänen - Initiale Nr. 1 für ekmelische Orgel 1976 ~ 3m
22 Ekmelischer Satz - für Streichquartett 1976 7m
23 Föhn - für Chor a cappella 1975 3m
24 Die Stunde des Pan - für Streichseptett und ekmelische Orgel 1975 8m 39s
25 Ekmelischer Gesang - für Solovioline 1975 3m
26 Ekmelie Nr. 1 - für Orchester 1974 7m
27 Welle der Nacht - für Sopran, 2 Oboen, Streichquintett und Harfe 1973 5m 30s
28 Aus einer Sturmnacht - für Soli, Chor und Orchester 1971 18m
29 Licenza - für Violine und Klavier 1969
30 Im Park 1969
31 Besinnung 1969
32 Salzburger Hochzeitsmusik 1968 7m
33 Der Gewitterabend - Lied 1968
34 Konzert für Klarinette, Horn, Fagott und Orchester 1967 18m
35 Bajuwarischer Tanz für Blasorchester 1967
36 Sonate in einem Satz für Klavier 1966 5m
37 Bagatelle für Blasorchester 1966 3m 15s
38 Fanfare für drei Trompeten, drei Posaunen und drei Pauken 1966
39 Terraluna - Ballett in drei Bildern 1965
40 Bajuwarischer Tanz für Gitarre 1965
41 Fünf Klavierstücke im labilen Tempo 1965 7m 30s
42 Quintett für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott 1965 11m 25s
43 Studie für Klavier 1964 1m 10s
44 Fantasie für Klavier 1964 5m
45 Rondell - Lied 1963 2m
46 Drei pastorale Stücke 1963 6m
47 Vier Chronogramme - für Klavier 1963 6m 20s
48 Marsch der Astronauten - Bearbeitung für Blasorchester 1963 2m 10s
49 Weihnacht 1963
50 Walzer für Cello und Klavier 1963
51 Strohhalm, Kohle und Bohne auf der Reise - für Klavier 1963 2m 45s
52 Equale für vier Posaunen 1962
53 Concerto breve für Cello und Orchester 1962 12m
54 Drei Orchesterstücke 1961 5m 40s
55 Musica brevis für Blasorchester 1961
56 Musik für Streichorchester 1961
57 ... und der Papagei lacht - Opernfarce in einem Akt 1960
58 Konzert für Kontrabass und Orchester 1959 17m
59 Fuchs, du hast die Gans gestohlen 1959 1m 10s
60 Erste Symphonie - für Orchester 1959 16m 10s
61 Ballade für Klavier 1958 6m 30s
62 Ouvertüre im klassischen Stil 1958 3m 45s
63 Kein Mann für Susanne - Operette in zwei Akten 1958
64 Konzertstück für Tenorposaune und Orchester 1958 10m
65 Zirkuspolka - für Klavier 1957
66 Der Rattenfänger - Oper in fünf Bildern 1957 abendfüllend
67 Fanfare für drei Trompeten, drei Hörner, drei Posaunen und Pauken 1957
68 Pierrot - Klavierstück 1955
69 Der Jäger aus Kurpfalz 1954 2m 10s
70 Der Gaul 1954
71 Symphonische Szenen - für Klavier und Orchester 1953 20m
72 Drei Lieder nach Richard Billinger 1952 8m
73 Komödie der Irrungen - Bühnenmusik 1951 7m
74 Drei Lieder nach Ernst Goll 1950 7m
75 Drei Klavierstücke 1949 6m
76 Sonate für Klavier in F 1948 12m

Allgemeine Information

Geburtsdatum:  17. Dezember 1920
Geburtsort:  Wien
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Todestag:  4. Juli 1989
Sterbeort:  Salzburg

 

Franz Richter-Herf (* 17. Dezember 1920 in Wien; † 4. Juli 1989 in Salzburg) war Komponist, Kapellmeister und Rektor der Hochschule Mozarteum.

 

Franz Richter-Herf begann sein Studium an der Musikhochschule Wien, bevor er nach dem Zweiten Weltkrieg ans Mozarteum nach Salzburg übersiedelte. Zu seinen Lehrern zählte hier unter anderem Bernhard Paumgartner, daneben genoss er noch Privatunterricht beim Dirigenten Clemens Krauss. 1948 wurde Richter-Herf Kapellmeister in Salzburg, ein Jahr später zum Dozenten an der Hochschule Mozarteum berufen. Ab 1970 widmete er sich der Erforschung von Mikrotonmusik und entwickelte gemeinsam mit Rolf Maedel die Ekmelische Musik. 1972 gründeten die beiden gemeinsam das Institut für musikalische Grundlagenforschung. 1974 wurde Franz Richter-Herf zum Professor ernannt.
Von 1979 bis 1983 wirkte Richter-Herf als Rektor der Hochschule Mozarteum, danach leitete er die von der Internationalen Gesellschaft für Ekmelische Musik gemeinsam mit der Hochschule veranstalteten Symposien Mikrotöne in den Jahren 1985, 1987 und kurz vor seinem Tod 1989.
Nach seinem Tod wurde das Institut für musikalische Grundlagenforschung in Richter-Herf-Institut umbenannt.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1938

Musiklehrerprüfung in Klavier und Chorleitung

1941

ab 1941 bis er nach dem 2. Weltkrieg ans Salzburger Mozarteum wechselte

Komposition

Komposition

Privatunterricht in Dirigieren

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1948

von diesem Zeitpunkt an Kapellmeister

1949

von diesem Zeitpunkt an Dozent

1950 - 1970

zwischen 1950 und 1970 entstanden etwa 50 Kompositionen im traditionellen Tonsystem - veröffentlicht zum Teil unter dem Pseudonym Franz Herf; darunter zwei Opern, ein Ballett, eine Sinfonie, fünf Konzerte für Soloinstrumente und Orchester, Musik für Streich- und Blasorchester, Chor- und Klaviermusik

1970

von diesem Zeitpunkt an Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Mikrotöne und Entwicklung der Ekmelischen Musik bzw. Kompositionen im eklemischen Tonsystem

1974

Mitbegründer des Instituts für musikalische Grundlagenforschung; Bau der ersten Eklemischen Orgel nach eigenen Plänen

1974 - 1983

ordentliche Hochschulprofessur

1979 - 1983

Rektor

1981 - 1989

Mitbegründer der "Gesellschaft für ekmelische Musik" (zusammen mit Rolf Maedel)

1985 - 1989

Begründung der Internationalen Symposien "Mikrotöne" (in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Ekmelische Musik alle zwei Jahre bis 1991 abgehalten; 1985 und 1987 unter Richter Herfs Leitung)

freier Mitarbeiter (akustische Experimente, Hörproben und Messungen im Studio des ORF)

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1971

Uraufführung seines ersten Werkes im ekmelischen System in einem Konzert der Salzburger Liedertafel

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1972

Johann Michael Haydn-Medaille in Silber

1976

Salzburger Liedertafel: Ehrenchormeister

1985

Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse

1986

Goldenes Ehrenzeichen

1986

Bürgerbrief

1989

Umbenennung des "Instituts für musikalische Grundlagenforschung" in "Richter-Herf-Institut für musikalische Grundlagenforschung"

Stilbeschreibung

Die vor 1970 entstandenen Werke sind im neoklassizistischen, freitonalen Stil komponiert, klar und durchsichtig im formalen Aufbau und in der Harmonik, in der sich bereits die Erweiterung der Tonalität ankündigt. Die musikalischen Themen sind einprägsam, der Rhythmus stark im Vordergrund.
Das Bestreben, das bestehende Tonsystem zu erweitern, führte ab 1970 zur Erforschung und Systemisierung der Mikrotöne; die Ergebnisse werden in ihrer Anwendung "Ekmelische Musik" genannt. Die Grundlage bildet eine sechsfache Unterteilung des Halbtones, dies ergibt 72 temperierte Töne innerhalb der Oktave. Dieses Tonsystem beinhaltet alle hörbaren Tonwerte und bedingt auch eine neue Kompositionstechnik. Durch die Einbeziehung der ekmelischen Töne werden eine große Anzahl neuer, wohlklingender Akkorde, aber auch ungewohnte Dissonanzen sowie neuartige Melodiefolgen gewonnen, die in den ekmelischen Kompositionen verarbeitet wurden, jedoch immer nach bestimmter Auswahl und Anordnung. Die Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit ist ohne Schwierigkeit gegeben, sie erfordert nur ein feineres Hören. Die Instrumente sind durchwegs in der Lage, Mikrotöne zu spielen, die herkömmliche Notenschrift wird durch einfache Zusatzzeichen ergänzt.

 

Maria Richter o.J.

Diskografie, Projekte

Diskographie:

  • 1998: ekmelische musik · STADLER QUARTETT (CD; Balance - Kügler & Wilinski GdbR BAL-9447-1)
  • 1988: Ekmelische Musik · Franz Richter Herf · Johannes Kotschy (LP; Diesis VR-5006)
  • 1983: Franz Richter Herf · Orchesterwerke in ekmelischer Musik (LP; Diesis VR-5005)
  • 1982: Franz Richter Herf · ODYSSEUS · Oper in ekmelischer Musik (LP; Diesis VR-5003-4)
  • 1981: Franz Richter Herf · EKMELISCHE MUSIK (CD; Diesis VR-5002)

 

Publikationen:

  • Franz Herf: Das chromatische Tonsystem. In: Musikerziehung. 1968.
  • Franz Richter Herf: Zur Entdeckung neuer Tonsysteme. In: Musikerziehung. 1970.
  • Rolf Maedel, Franz Herf: Ekmelische Musik. Möglichkeiten der Erweiterung unseres Tonsystems. Sonderdruck des Institutes für Musikalische Grundlagenforschung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst "Mozarteum" in Salzburg. Salzburg Juni 1972.
  • Franz Richter Herf: Die Ekmelische Orgel. Sonderdruck des Institutes für Musikalische Grundlagenforschung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst "Mozarteum" in Salzburg. Salzburg März 1975.
  • Rolf Maedel, Franz Richter Herf: Ekmelische Musik. In: Schriften der Hochschule Mozarteum. Nr. 4, Katzbichler, München/Salzburg 1977, ISBN 3-87397-473-8.
  • Franz Richter Herf: Ekmelische Musik. Aufführungspraxis und Intonationsübungen. Edition Helbling, Innsbruck/Neu-Rum 1979 (Verl.-Nr. 3801).
  • --: Die Gegenwart altgriechischer Musik im heutigen Musikschaffen. In: Uni-aktuell. Zeitschrift der Österreichischen Hochschülerschaft der Universität Salzburg. Nr. 3, 1982, S. 13 f..
  • --: Was gefällt an der neuen Musik nicht? In: Uni-aktuell. Zeitschrift der Österreichischen Hochschülerschaft der Universität Salzburg. 1982.
  • Rolf Maedel, Franz Richter Herf: Ekmelische Musik. Edition Helbling, Innsbruck/Neu-Rum 1983 (Verl.-Nr. 3916).
  • Franz Richter Herf: Wege der Musikförderung. In: Kmfb. Nr. 4, 1984.
  • --: Vom Wesen der Klänge. In: Musikerziehung. 1985.
  • --: Komposition und Aufführungspraxis Ekmelischer Musik. In: Franz Richter Herf (Hrsg.): Mikrotöne I. Bericht über das internationale Symposium, Mikrotonforschung, Musik mit Mikrotönen, Ekmelische Musik, 10. – 12.05.1985 in Salzburg. Edition Helbling, Innsbruck/Neu-Rum 1986, ISBN 3-900590-01-X, S. 227–231.
  • --: Die Intonation Ekmelischer Klangstrukturen. In: Franz Richter Herf (Hrsg.): Mikrotöne II. Bericht über das 2.  internationale Symposium, Mikrotonforschung, Musik mit Mikrotönen, Ekmelische Musik, 22. – 24.05.1987 in Salzburg. Edition Helbling, Innsbruck/Neu-Rum 1988.