Hans-Joachim Roedelius
Genre:
Instrument: Klavier, Elektronik
Gattung:

Hans Joachim Roedelius © Nadine Blanchard

Roedelius Hans-Joachim

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 Qluster - Lauschen 2013 52m 20s
2 Qluster - Antworten 2012 50m 50'
3 Qluster - Fragen 2011 38m 34s
4 Qluster - Rufen 2011 45m 50s
5 Die Motesiczys - ein Künstlerinnnen-Portrait 2006 1h 10m
6 Utopia of a tired man - Musik zum Tanztheater der Esther Linley Company 1992
7 Des Pudels Kern - Musiktheater 1992
8 Unsere Leidenschaft - Hörspiel nach einem Text von Christian Martin Fuchs 1986
9 "Witness to War: Dr. Charlie Clements" - Musik zum Dokumentarfilm 1985
10 Durch die Wüste
11 Am Rockzipfel
12 Johanneslust
13 Glaubersalz
14 Mr. Livingstone
15 Regenmacher
16 Muy encantado
17 Bons jours - Buenos dias
18 Due, uno, tres
19 Mattgold
20 Der Mann aus Lodz - El hombre de Lodz
21 Albumblatt - Hoja de album
22 Hasta moderato
23 Solo-Monotonie I
24 Solo-Monotonie II
25 Conjunction
26 Lustwandel
27 Legende
28 Ansinnen
29 Betrachtung
30 Draußen vorbei
31 Harlekin
32 Von Ferne her
33 Vom Fliegen
34 Pirouette
35 Willkommen
36 Dein Antlitz
37 Langer Atem
38 Die andere Blume
39 Sinfonia contempora No. 1 - Von Zeit zu Zeit
40 Klopfzeichen
41 Kluster zwei Osterei
42 Kluster und Eruption
43 Cluster
44 Cluster II
45 Zuckerzeit
46 Sowiesoso
47 Cluster + Eno
48 After the Heat
49 Großes Wasser
50 Cluster 71 - Reprise
51 Curiosum
52 Apropos Cluster
53 One hour
54 Musik von Harmonia
55 Harmonia de luxe
56 Jardin au fou
57 Selbstportrait I
58 Selbstportrait II
59 Selbstportrait III
60 Wenn der Südwind weht
61 Offene Türen
62 Flieg Vogel flieg
63 Wasser im Wind
64 Gift of the moment
65 Like the whispering of the wind
66 Weites Land
67 Momenti felici
68 Fortress of love
69 Der Ohrenspiegel
70 Piano piano
71 Frühling
72 Friendly game
73 Cuando adonde
74 Tace!
75 Theatre works
76 To cover the Dark
77 Begegnungen I
78 Begegnungen II
79 Leben - Humming voices
80 Stille - Sounds of silence
81 Angels in the architecture
82 Roedelius, Alesini, Capanni
83 Sonora 4
84 Leicht gemacht
85 Change in delight
86 Comunque
87 Silent moments
88 Planet E - Vol. I
89 Cluster und Farnbauer
90 Roedelius
91 Lichtschriften - Hörspiel
92 Selfportrait VI
93 Selfportrait VII
94 Gras im Asphalt
95 Caleidoscope
96 Vom Nutzen der Stunden - Lieder vom Steinfeld
97 Vom Nutzen der Stunden II - Tänze vom Steinfeld
98 Musik wie Theater
99 Aquarello II
100 Musica dolce
101 Musica intima
102 Borges and I - Work in progress
103 Long Run
104 A Fascinating Man
105 Captured by Letters
106 The Old and the Young
107 Hinweis für Benutzer - Eine ausführliche Werkeübersicht finden Sie auf der Homepage - siehe unter Kontakt (Eintrag auf Wunsch des Komponisten)

Allgemeine Information

Geburtsdatum:  26. Oktober 1934
Geburtsort:  Berlin
Nationalität: 

 

Hans-Joachim Roedelius wurde 1934 in Berlin Steglitz geboren. Seine berufliche Laufbahn begann vorerst in einem gänzlich anderen nichtmusikalischen Umfeld: in Berlin übt er seinen erlernten Beruf Masseur aus und ist als Sterbebegleiter tätig. 1964 erfolgt die bewußte Hinwendung zur Kunst und er beginnt größtenteils als Autodidakt in Sachen Klangmalerei, Tondichtung und Poesie tätig zu werden. Es folgen erste Auftritten in Kaffeehäusern, Fabrikshallen, in der HdK und der Hochschule für Angewandte Kunst Berlin sowie Landschaftsbeschallungen. Die Nutzbarmachung elektrisch generierten Klangmaterials bzw. die Verwendung jeglichen Geräusches zu musikalischen Zwecken stand am Beginn seiner Karriere. Als Schüler von Josef Beuys und Conrad Schnitzler gehört er der Fluxus-Bewegung an.

 

Weitere Stationen seines Schaffens sind: 1969 erste Gruppengründungen "Plus/Minus", "Geräusche", "Per Sonare". Die Gründung des ersten, privat initiierten Kommunikationszentrums freischaffender Künstler in Berlin ("Zodiak") und die Mitgründung der Gruppe "Kluster" (gemeinsam mit dem Bildhauer, Maler und Aktionskünstler Konrad Schnitzler und dem Grafiker, Designer und Musiker Dieter Moebius). 1970 folgen erste Plattenaufnahmen, 1971-1996 unter dem Titel "Cluster". 1972-1976 ist er Mitglied der Gruppe "Harmonia". Ab 1977 Zusammenarbeit mit Brian Eno, Holger Czukay, ab 1981 mit Alexander Czjzek; 1983 Zusammenarbeit mit dem "Teatro e Danza la Fenice" (Venedig) und der amerikanischen Tänzerin und Choreografin Caroline Carlsen; 1989 Gründung des "Pools" von Musikern/Komponisten "Treffpunkt Wien", um nur einige wenige seiner vielen Projekte zu nennen, zu denen auch Filmmusiken sowie Klang- und Rauminstallationen gehören (z.B. gemeinsam mit Gilbert Bretterbauer "Psyche", ein Beitrag zum 'Mobilen Museum' des Public Arts Lab Berlin).

 

Er hat unzählige Konzerte und Lesungen rund um den Globus gegeben und bisher über 1000 Werke geschaffen: Gedichte und Texte, drei Sinfonien und viele Lieder, von denen sich zahlreiche auf den etwa 150 CD/LP Veröffentlichungen wiederfinden, auf denen sein Name aufscheint. Die Biografie "Roedelius - Painting with Sound" von Steven Iliffe ist 2003 bei Meridian Music Guides in London erschienen.

 

Klangforscher, Elektronikpionier und Selbstverweigerer. Hans-Joachim Roedelius hat die Geschichte elektronischer Musik mitgeschrieben und gilt dabei als unbedankter Held, dem es stets um die Klänge und nie um schnöden Starruhm ging. Von der Tatsache des prominenten Fankreises von Brian Eno abwärts unbeeindruckt, lebt der gebürtige Deutsche seit Jahren in Baden bei Wien und richtet auch diesen Sommer wieder sein More Ohr Less Festival aus.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt

Grafik und Werbung

Ausbildung zum Masseur und Staatsexamen für Heilgymnastik

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1961 - 1967

 Masseur und Sterbebegleiter in der Charité Berlin

1964

bewusste Hinwendung zur Kunst; Autodidakt in Sachen Klangmalerei, Tondichtung und Poesie

1969

erste Gruppengründungen "Plus/Minus", "Geräusche", "Per Sonare"

1970

erste Plattenaufnahmen

1972 - 1976

Mitglied der Gruppe "Harmonia"

1977

seitdem Zusammenarbeit mit Brian Eno, Holger Czukay

1981

seitdem Zusammenarbeit mit Alexander Czjzek

1983

Zusammenarbeit mit dem "Teatro e Danza la Fenice" (Venedig) und der amerikanischen Tänzerin und Choreografin Caroline Carlsen

1989

Gründung des "Pools" und des "Treffpunkts Wien" für Netzwerktätigkeiten von Musikern/Komponisten

1996

Kluster-Tournee mit zahlreichen Auftritten in Tokio, Osaka und etlichen Städten der USA

Ehrenpräsident des "Moving Cultures" Festivals

freischaffend tätig als Komponist, Musiker, Produzent, Dichter, Akteur und Tänzer

Initiator und Intendant des Symposions

unzählige Konzerte und Lesungen im In- und Ausland; Solo-Tourneen z.B. Indian-Summer-Tour 1999 USA, Japan-Tour 2000 u.v.a.

zahlreiche Klang- und Rauminstallationen

Mitgründung der Gruppe "Kluster" (gemeinsam mit dem Bildhauer, Maler und Aktionskünstler Konrad Schnitzler und dem Grafiker, Designer und Musiker Dieter Moebius)

Gründung des ersten, privat initiierten Kommunikationszentrums freischaffender Künstler ("Zodiak")

Angehöriger der Fluxus-Bewegung

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt

Eurokaz

Festival Musica Visual Lanzarote

Kampnagelfabrik

Nits de Musica (Miró Foundation Barcelona)

 

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1986

Academy of Motion Picture Arts and Sciences:

1994

Anerkennungspreis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Musik

2002

Badener Kulturpreis

2004

Kaiser Friedrich III Medaille für Verdienste um das kulturelle Ansehen der Stadt Baden

Kulturpreis des Rotary Clubs Baden

Stipendiat der Stiftung

Stilbeschreibung

Ich bin Autodidakt und habe in den etwa dreißig Jahren meiner Tätigkeit als praktizierender Musiker meine eigene musikalische Sprache entwickelt, die man als elektronische Kammermusik bezeichnen könnte. Das Vokabular dieser Sprache setzt sich aus vorwiegend elektrisch erzeugten und manipulierten Tönen und Klängen zusammen. Ich verwende aber auch jeglicherlei anderes Geräusch, das mir passend erscheint, benutze Samples der verschiedensten Art, "recycle" Fragmente aus bereits komponierten Musiken, indem ich neue Zusammenhänge herstelle, und spiele mit dem Tonmaterial aus dem Fundus des klassischen Instrumentariums. Meine besondere Aufmerksamkeit gilt dem Klavier. Ich schreibe (und lese) keine Partituren, sondern zeichne in der für meine Schule eigenen Weise ausschließlich elektronisch auf, indem ich im Mehrspur/Playback-Verfahren aus vielen Einzelpartikeln meine Musikstücke vom Mehrspurbank auf ein Zweispurbank "herunterkomponiere" bzw. bei Aufführungen meist unter Benutzung verschiedenster Tonquellen improvisiere. Ich gehöre als aktiver Mittäter im kulturellen Neuaufbruch der sechziger Jahre und Vertreter einer Vorstellung, die künstlerische Tätigkeit mit religiöser Aufgabe gleichsetzt bzw. Kunst als Zwillingsschwester der Religion versteht, zu den Mitbegründern einer Schule für Klanggestaltung aus den Gegebenheiten des Augenblicks heraus.

 

Hans-Joachim Roedelius 1995/1996

Pressestimmen

2005

Scheuklappentragen sollen andere. Roedelius mixt Stile und Ausdrucksformen, Improvisationen und Kompositionsstrukturen, Instrumente und Stimmungen, dass man gar nicht mitbekommt, auf welch eine Achterbahnfahrt der Herr einen da mitnimmt.
CD-Review 'Roedelius Works 1968-2005' 

http://www.laut.de/ 

 

2001

Er gehört zu den Vätern der zeitgenössischen, populären, elektronischen Instrumentalmusik. Zumindest das hat mal jemand niedergeschrieben. Ich würde es anders formulieren: Roedelius ist vor allem ein Forscher der Musik - nicht nur der elektronischen - der auf unverwechselbare Weise Klangräume schafft, die sich dem Zuhörer oft nur dann erschließen, wenn er sich den Parameter des Komponisten angleicht. Er selber bezeichnet seine Musiken als klingende Literatur, als Philosophie in Tönen, ein Klangkino oder Horchtheater. Auch ein Hinweis darauf, dass er Muße einfordert, mehr noch als Bereitschaft. 

SKUG (Alexander De Goederen)

 

Weitere Pressestimmen unter: http://www.roedelius.com/index.php?menu=4