Smekal Giselher

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 Auf dem Wege ... - Meditative/musiktherapeutische Stücke für 3 Spieler auf metallenen Perkussionsinstrumenten 1990 - 1993
2 Sechs Stücke für Baßblockflöte und Gitarre 1988 9m
3 Risse 1987 5m
4 Wir kommen vom Fluß - Quartett für 4 Computer 1987
5 Steine 1987 10m
6 di Analogon - Minny And Daisy Discussing the Fate and Rebirth of Animated Characters 1987 9m
7 Mnemosyne 1986
8 Brücken - Performance 1986 10m
9 Sandstrahlentrost - Performance 1986 9m
10 Timetracks/Zeitspuren 1984 32m
11 Faire ses adieux - Streichquartett 1983 27m
12 I Ching - Zyklus von 7 Tonbandkompositionen 1981 3h 14m 30s
13 Depot Punktationen 1981 16m - 19m
14 Cuicuilco 1981 30m
15 Hemicycles 1980 31m
16 Higashiyama 1979 55m - 2h 15m
17 Musik für die Wüste 1979 27m
18 Konzert für zwei Gitarren, Saiteninstrumente und Schlagzeug 1978 18m
19 Tombouctou 1978 24m
20 Teurgia 1978 25m
21 Shinkohenshu no seishitsu - (Artificial Characters) 1978 24m
22 Chanson d'amour 1977 11m
23 Orbit Nr. 11 1972 18m
24 Versuch einer Requiemsmusik für Alfred Feussner 1971 25m
25 The Bird of the Iron Feather 1971 26m
26 Orbit Nr. 3 1970 14m
27 Orbit Nr. 4 1970 14m
28 Matrice inesausta - Mobile für Orgel und Baseball-Spieler 1969 variable Dauer
29 Orbit Nr. 1 1968 12m
30 Klavierstück 1964 12m
31 Orbit Nr. 2 15m
32 Orbit Nr. 7 14m
33 Segmente aus dem Farbenkreis 8m
34 Über das "I Ching" 8m
35 El Dorado 27m
36 Wasserklavier - Steinklavier 10m
37 Atemstriche 4m
38 Yen Goku - (Ein fernes Land) 22m
39 The Song of the Yellow Flower 8m
40 Pannonia 8m
41 Zwischenspiele aus "Hamlet bleibt" - aus einem Free-Jazz-Opern-Projekt nach Peter Henisch 12m

Allgemeine Information

Geburtsdatum:  19. Mai 1945
Geburtsort:  Seefeld
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Nationalität: 

 

Wesentliche Impulse für sein Schaffen bezog Giselher Smekal neben seiner Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und einer Ausbildung zum Tänzer aus Kontakten zu Literaten, bildenen Künstlern, Filmemachern und Aktionisten der Sechziger Jahre. Sein besonderes Interesse gilt medialen Zwischenformen: Konzepte für Audio-Architektur, Raum- und Landschaftsbeschallungen, musikalische Apparate, "Geräusch-Verpflanzungen": 1967 im Rahmen eines siebentägiges Happenings in Stuttgart "Tibet 94 Knock Out".

 

Ab 1970 Beschäftigung mit Improvisation, Auftritte als Keyboarder in verschiedenen Jazzensembles - etwa mit den Masters of Unorthodox Jazz MOUJ. Mit seinem Ensemble "Sankyoku" Aufführung großräumiger Performances unter Verwendung von Live-Elektronik, akustischen und verstärkten Instrumenten sowie Tonbändern zu rituellen Aktionen. Ab Beginn der Achtziger Jahre elektroakustische Kompositionen. Seit 1989 Beschäftigung mit der Darstellung von Schwingungseigenschaften metallischer Hohlkörper (Glocken, Röhren, Klangschalen, Gongs) und der physischen und psychischen Wirkung der Wahrnehmung ihrer Klänge sowie daraus ableitbarer musiktherapeutischer Methoden.

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1969 - 2008

Reform Art Unit: Pianist und Organist im Free-Jazz-Ensemble

1972 - 1974

Duo Meghalayaa: mit Ram Chandra Mistry (Kirchenorgel und Sitar)

1974 - 1978

musikalische Abstinenz

1978

erneute Zusammenarbeit mit "Reform Art Unit"

1978 - 1981

Sankyoku: Gründung des Ensembles und Mitwirkung

1980

Grenzzeichen, Litschau: Organisation des Symposions und Workshops

1980

Time Capsule/Zeitkapsel: Gründung des Ensembles mit Franz Koglmann, Walter "Muhammad" Malli und Günter Sommer

1981

Mu & Th: Gründung des Vereins zur Förderung von Musik- und Musiktheateraufführungen

1982

Grenzzeichen: Organisation des Symposions und Workshops

1983

Autonome Veranstalter und Initiativen Österreichs: Organisation des ersten Treffens mit zahlreichen nachfolgenden regionalen und überregionalen Interessensverbänden von Kulturveranstaltern

1982 - 2010

freier Mitarbeiter: Moderation und Konzeptgestaltung von Hörfunksendungen für Ö1

1983

Erstes Österreichisches Liedfest: Veranstaltungsorganisation und Organisation des Komponistenstammtischs der IGNM gemeinsam mit Thomas Pernes

1984

Grenzzeichen, Breitenbrunn: Organisation des Symposions und Workshops

1986

seitdem Kollaborationen mit Mia Zabelka

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1969

25. Jugendkulturwoche: Kulturwochenpreis

1981

Kompositionsstipendium

1982

Elektronikpreis

1987

Kompositionspreis

1991

Montreal Festival: Prix Electro-Clips

Dr.-Karl-Renner-Preis

Stilbeschreibung

So unterschiedlich die musikalischen Medien und Genres sind, derer ich mich bediene (Kammermusik, Elektroakustik, Improvisationsensembles), zieht sich durch mein Schaffen die Idee, daß die ausführenden Musiker in unterschiedlich hohem Maße die Erscheinungsform eines Werkes in der Aufführung mitbestimmen. Viele meiner Partituren sind als Mobiles angelegt, in anderen haben die Mitwirkenden pro Takt bis zu vier Alternativen, unter denen sie auswählen können. Zahlreichen Stücken liegt eine besondere Spiel-Situation zugrunde. In jedem Falle kommt es darauf an, daß alle Mitwirkenden möglichst spontan - im vorgegebenen Rahmen - auf die entstandene musikalische Situation (in elektroakustischen Stücken auch auf vorgegebene klangliche Strecken, die nicht unbedingt variabel angelegt sind) reagieren: Die Notate stellen dabei ein Reservoir dar, aus dem sich die Musiker bedienen sollen. Die Notation erfolgt dabei in Varianten zwischen herkömmlichen Systemen bis zur Grafik.

 

Für die Kompositionen der ersten Periode bis 1972 habe ich eine Notenschrift entwickelt, in welcher die Noten einer Phrase durch einen Balken verbunden werden, dessen Stärke die relative Dynamik angibt, während die relativen Dauern (nicht als Vielfache eines Grundwertes, sondern wiederum variabel) durch Zusatzbalken dargestellt werden. Die Tonsprache ist unterschiedlich - zwischen freitonal und gleichsam serieller Organisation, wobei auch oft theatralische Elemente einkomponiert sind. Aus der Beschäftigung mit traditioneller Musik aus aller Welt ergaben sich manchmal Einflüsse außereuropäischer Musiksysteme. Das Streichquartett 'Faire ses adieux' ist mikrotonal angelegt. Der achtteilige Zyklus 'Auf dem Wege ...' basiert auf den Erfahrungen der musiktherapeutischen Wirkung von Klängen von Gongs und Röhrenglocken und soll mit den langen Dauern der Stücke eine meditative "Hör-Schulung" bieten.

 

Giselher Smekal, 1997