Fotograf: Helmut Graf ©

Finkel Sigi

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1960
Geburtsdatum:  13. Oktober 1960
Geburtsort:  Günzburg
Geburtsland: 

Neben Unterricht in Saxophon und Klarinette auch in Klavier und Querflöte. 1982 Umzug nach Wien, wo Sigi Finkel seither lebt. Mit kräftigem, von innen heraus leuchtendem Ton formuliert er seine spannende musikalische Botschaft. Dabei bezieht er sich auf keine bestimmte Schule oder Tradition, sondern ausschließlich auf das Stück und dessen Stimmung. Er betont: "Anstatt der 27. Saxophonist zu sein, der 'Grovin' High' spielt, habe ich von Beginn an versucht, meine eigenen Linien und Töne zu finden". Und nicht nur diese, auch seine typischen Bendings und Portamenti sind von originaler Qualität. Im Gegensatz zu vielen anderen Saxophonisten, die zwischen Tenor und Sopran wechseln, behält er so auf beiden Instrumenten dieselbe Färbung, ohne durch den Registerwechsel, den das Changieren zwischen zwei Instrumenten mit sich bringt, an Identität zu verlieren. Als Komponist und Leader akustischer Gruppen steckt Sigi Finkel einerseits den Rahmen für eine frei swingende, organisierte Musik ab - etwa in der Nachfolge des von Herbie Hancock und Tony Williams geprägten Miles-Davis-Konzeptes der mittleren sechziger Jahre -, während er andererseits mit "Powerstation" oder "Doop Troop" auch elektrische, fusion-orientierte Konzepte verfolgte. Seit 1995 intensive Zusammenarbeit mit afrikanischen Musikern ("Sigi Finkel & African Heart"), die auch zu mehreren Afrika-Aufenthalten und Tourneen führte (Senegal, Zimbabwe, South Africa). Seit 2004 erfolgte parallel dazu eine Beschäftigung mit orientalisch geprägter Musik im Rahmen einer Kooperation mit Richard Filz, Raoul Herget und der aus Ägypthen stammenden Bauchtänzerin Dunia in der Formation "Arabian Waltz". Im Rahmen dieser Projekte zahlreiche Auftritte im In-und Ausland sowie bei Festivals und Produktion mehrerer CD's.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt

Privatunterricht (Bobby Stern)

Privatunterricht beim Soloklarinettisten der Ulmer Symphoniker

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1997 - 2008

Kooperationen mit Afrikanischen Musikern in der Band "Sigi Finkel & African Heart" und als Duo mit Mamadou Diabaté

2002 - 2008

Mitglied des Projekts "Arabian Waltz feat. Dunia"

freischaffender Musiker und Komponist

Mitglied des Jarek-Smietana-Quartetts

Mitglied Freihaus 4

Kooperationen mit verschiedenen internationalen Musikern: Jarek Smietana (PL), Milan Swoboda (CZ), Tim Richards (GB), Christoph Spendel (D) und vielen mehr

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt

Festival Rawafid, Casablanca (Marokko)

Jazzfestival Leverkusen

Weltnacht-Festival Gütersloh (Deutschland)

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person

Trio Melisande

Kleines Orchester Wien

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
2000

Musiker des Jahres

Stilbeschreibung

Da ich aus dem Jazz komme, sind für mich Harmonie, Melodie und vor allem auch Rhythmik von essentieller Bedeutung - dies gilt auch für mein kompositorisches Schaffen. Meine Musik hat einen dynamischen, vorwärts drängenden Charakter. Klangflächen sind nur Ruheinseln, kein Selbstzweck. In den letzten Jahren interessiere ich mich vor allem auch für Ethnomusik jeglicher Herkunft, wobei Afrika im Vordergrund steht.

 

Sigi Finkel, 2000

Pressestimmen

2004

Das afrikanische Herz schlägt zwar weiter und was gleich bleibt, sind rasante Grooves, doch basieren sie diesmal auf den exotischen Skalen der arabischen Musikkultur, kombininert mit komplexen Horn-Lines in einer ungewöhnlichen Besetzung (Sax, Tuba, Drums). Hinzu kommt eine mitreißende Performance arabischer Bauchtanzkultur, abwechselnd verpackt in spannend jazzige Sounds, gefühlvolle Balladen und raffinierte Rhythmen. [...] In Finkel's Kompositionen geht es nicht darum, arabische Musik nachzuspielen, sondern vielmehr um eine Reflexion. 

Concerto (Sigi Schneider) 

 

2002

Mit ihrer aktuellen CD "Spirits of Rhythm" übertreffen sich African Heart selbst. Die Musik ist eine Mischung aus traditionellen, groovigen Trommelrhythmen, fetzigen jazzinspirierten Bläsersoli und mystischen afrikanischen Gesängen. Man geht hier wesentlich experimentierfreudiger und offener an die Sache heran als bei den beiden Vorgängeralben. 

Concerto 

 

15. Jänner 2000

Vier afrikanische Trommler und drei westliche Jazzer: Der "Clash of Cultures" in "African Heart" funktionierte auf Anhieb. Behutsame, respektvolle Koppelung, nicht Vermischung der musikalischen Welten, stand und steht im Vordergrund. Beide Seiten wahren ihre Identität und finden dennoch zu gemeinsamer Stimme. Eine Band als Modellfall eines gleichberechtigten interkulturellen Brückenschlags - und, wie die starke Resonanz beweist, ein Projekt mit Vorzeigecharakter [...]

Der Standard