Fotoatelier Murauer - Mit freundlicher Genehmigung von G. Andergassen ©
Günther Andergassen wurde am 17. April 1930 in Magreid geboren. 1940 nutzten seine Eltern die Option, nach Innsbruck auszuwandern. Dort absolvierte er das Gymnasium und ein Studium in mehreren Fächern mit Schwerpunkt auf Musikwissenschaft, das er mit der Promotion zum Doktor der Philosophie abschloss. Er wandte sich daraufhin 1956 endgültig der Musik zu und inskribierte am Mozarteum, wo er bei Cesar Bresgen Komposition studierte und zusätzliche Fächer belegte. 1958 übernahm er ebendort eine Stelle als Dozent für Tonsatz, Musikgeschichte und Chorleitung. Kurze Zeit später unterrichtete er parallel dazu auch am Tiroler Landeskonservatorium. Diese Stelle behielt Andergassen bis 1991 mit einer Unterbrechung von 1964 bis 1971, die einer aus seinem Engagement für die Südtiroler Autonomiebewegung resultierenden Gefängnisstrafe geschuldet war. 1982 nahm er das Angebot des Ordinarius Walter Salmen eines Lehrauftrages für Kontrapunkt am Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck an. 1990 wurde er an das Landeskonservatorium Feldkirch berufen, dem er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1995 als Leiter vorstand.
Andergassens erste Kompositionen datieren aus den Jahren 1945/46. Er entwickelte früh eine Vorliebe für Vokalkompositionen und damit ein empfindsames Verhältnis zur textlichen Vorlage. Aber auch sinfonische und kammermusikalische Werke und Kompositionen für Orgel, die internationalen Bekanntheitsgrad errangen, sowie eine Kammeroper und die für den österreichischen Rundfunk komponierte Ballettmusik 'Der Gefangene 2464', die auf autobiographische Erfahrungen zurückgreift, finden sich in seinem Œuvre.
| Zeitraum | Ausbildung | Instrument | AusbildnerIn | Organisation | Ort |
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1955
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Dissertation über Giacomo Puccini (Wilhelm Fischer), Promotion Dr. phil. | ||||
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1956 - 1958
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Komposition | ||||
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1956 - 1958
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Musikerziehung | ||||
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Anglistik, Romanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft (Hauptfach) |
| Zeitraum | Tätigkeit | Organisation | Ort |
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1958 - 1971
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Lehrtätigkeit (Musikgeschichte, Theorie, Kunstgeschichte, Chorerziehung) | ||
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1961 - 1991
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Aufbau der Sparten Musikerziehung und Komposition, Leiter des Seminars für Instrumentalmusikerziehung (später IGP) | ||
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1982 - 1995
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Lehrauftrag am Institut für Musikwissenschaft für Kontrapunkt und Musik des 20. Jahrhunderts | ||
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1990 - 1995
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Direktor |
| Zeitraum | Aufführung | Werk | Organisation | Ort |
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1962
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Aufführung im Petersdom mit den Salzburger Mozarteumsstudenten anläßlich einer Audienz bei Papst Johannes XXIII. | |||
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1975
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Innsbrucker Symphoniekonzerte | |||
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1987
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Internationaler Harfen-Kongress | |||
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1995
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1996
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1996
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Musik und Kirche, Dom zu Brixen | |||
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2005
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Porträtkonzert zum 75. Geburtstag | |||
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2006
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zahlreiche Studiokonzerte |
| Zeitraum | Auftrag | Werk | Auftraggebende Organisation | Auftraggebende Person |
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1985
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1991
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mehrere Auftragswerke, z.B. 1991 anlässlich des Mozartjahrs | ||||
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1996
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Alla breve Chor | |||
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Musik und Kirche/Brixen: mehrere Auftragswerke | ||||
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Musik für die TV-Ballettproduktion "Das Urteil" |
| Time Period | Auszeichnung | Werk | Auszeichnende Organisation |
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1955
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Staatsstipendium für Komposition und achtmonatiges Studium in Rom | ||
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1957
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Ehrengabe für Kunst und Wissenschaft | ||
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1965
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Kunstförderungspreis für Vokalmusik | ||
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1981
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Verleihung des Titels Professor durch den Bundespräsidenten | ||
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1986
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Förderungspreis für einen Liederzyklus | ||
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1989
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Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik | ||
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1991
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Verleihung des Verdienstkreuzes |
Ich habe meinen Ursprung in der Vokalmusik, und daher ist es nicht verfehlt, wenn ein Kritiker (Andreas Pfeifer in den Südtiroler 'Dolomiten' vom 20.3.1990) "kantable Linearität" als mein stilistisches Credo erklärt. Und dort weiter: "Andergassens künstlerische Kreativität scheint der vielbeklagten sozialen Vereinsamung zeitgenössischer Musik erfolgreich entgegenzusteuern. Dem innovativen Wagnis durchaus zugetan, bleibt er dennoch allem sektiererischen Dünkel der Avantgarde abhold. Sein Engagement gilt nicht der kompromißlosen Verabschiedung der Tradition, sondern der Konsequenz ihrer organischen Aktualisierung."
Günther Andergassen, 1990
27. März 1995
Der große Vorzug des Andergassen-Opus [Anm.: "Lob und Leid der Schöpfung" op. 47] ist zweifellos seine transparente und unmißverständlich lautmalerische Tonsprache, welche die in den Texten angesprochenen biblischen Fakten bzw. Visionen in Hirn und Herz teils sehr dramatisch zu imaginieren versteht. Dies bedeutet Programmusik im besten Sinn.
Vorarlberger Nachrichten (Edgar Schmidt)