Monadologie XVIII "Moving Architecture"
KomponistIn: Lang Bernhard
TextautorIn: Dylan Bob, Ausländer Rose
Entstehungsjahr: 2011 - 2012
Dauer: 55m
Genre:

Monadologie XVIII "Moving Architecture"

Besetzungsdetails

Orchestercode:  St - 1/1/0/0 - 1/1/0/0 - Perc - 1/1/1/1/0 - Synth

Solo: Stimme (1)

Flöte (1), Klarinette (1), Horn (1), Trompete (1), Perkussion (1), Violine (2), Viola (1), Violoncello (1), Synthesizer (1)

Publikation

Art der Publikation:  Manuskript

Weiterführende Informationen

Monadologie XVIII ist als Projekt in NYC entstanden, angeregt durch Andreas Stadler, der anlässlich des zehnjährigen Bestehens des ACF die Uraufführung in das Zentrum des Festivals 2012 gestellt hatte. Im Kontext dieser Arbeit lernte ich auch Silke Grabinger kennen, mit der ich dann in der Folge die Bewegungsnotation für die choreografische Partitur entwickelte.

 

Monadologie XVIII basiert konzeptuell auf der proportionalen Umsetzung der Seitenansichtspläne von Abraham, wobei 22 sich proportional verkürzende Schichten den jeweiligen Stockwerken entsprechen. Die zeitliche Auflösung der Architektur führt den Parameter der Bewegung in das Konzept ein, zunächst gedacht als Bewegung des Klanges. Wie schon in der Differenz/Wiederholungs-Serie verwendete ich hier Loops, mutierende Wiederholungs-Muster, welche immanent  Bewegung sind, Rhythmen erzeugen, Pulsationen vermitteln.

 

Schon die Produktion der Loops durch die MusikerInnen führt zu einer unwillkürlichen, inneren Bewegungslogik, welche durch Grabinger aufgegriffen und zu einer neuen Schicht der Moving Architecture erweitert wurde.
Abrahm erwähnt in seinen Texten zum ACF den Begriff der Maschine als Metapher des Bauwerks, Architektur als abstrakte Maschinerie: dem entspricht in der Umsetzung die Verwendung von Zellulären Automaten und Granulatoren: weite Teile der Partitur sind solchermaßen generiert, wie auch in der gesamten Serie der Monadologien.

 

Die Monadologien referenzieren größtenteils auf vorhandene Musikstücke, so auch in diesem Fall.  Es ist die Poesie der Heimatlosigkeit, der Emigration, welche die Texte der Rose Ausländer verbindet: letztere finden sich in den kleinen Songs, die in verschiedenen Stockwerken erklingen: Ausländer war als Emigrantin dem ACF verbunden, das ja vor allem in der Nachkriegszeit ein Treffpunkt jener  Europäer war, die 1938 die Heimat verlassen mussten.
Emigration steht so als durchgängiges Thema der Komposition der Geschlossenheit des architektonischen Raumes gegenüber, tritt durch den Begriff der Bewegung mit diesem in einen Diskurs ein, versucht ihn nach außen und innen zu öffnen.

 

Bernhard Lang, 11.03.2017

Uraufführung

Ort:  New York
Jahr:  2012