Mit freundlicher Genehmigung von A. Aigmüller (Privatfoto ©)
Andreas Aigmüller wurde 1952 als Sohn einer Musikerfamilie im damals zur Deutschen Demokratischen Republik gehörenden Magdeburg geboren. Er erhielt in Berlin eine fundierte Ausbildung als Paukist, Schlagzeuger und Komponist. Während des Studiums beschäftigte er sich intensiv mit Jazz und arbeitete mit namhaften Jazzmusikern zusammen. In den Siebziger und Achtziger Jahren bekleidete er die Stellung des Solopaukers beim Philharmonischen Orchester Rostock, anschließend bei der Staatskapelle Berlin und es erfolgten die ersten Aufführungen seiner Werke. Konzertreisen in seiner Funktion als Musiker und auch als Komponist führten ihn in viele Musikzentren im In- und Ausland. Als Meisterschüler von Siegfried Matthus arbeitete er zwei Jahre an der Akademie der Künste der ehemaligen DDR. 1985 erfolgte der Umzug nach Salzburg, wo er beim Mozarteum-Orchester bis heute die Stelle des Solo-Paukisten bekleidet. Andreas Aigmüller erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen für seine Werke unter denen sich Kompositionen für Film, Schauspiel, Ballet und Tanz befinden, sowie Kammermusik, sinfonische Werke und eine Oper. Namhafte Ensembles - die Berliner Philharmoniker, die Staatskapelle Berlin Philharmonica Hungaria, das Mozarteum-Orchester, die Staatskapelle Weimar u.a. haben seine Werke aufgeführt.
| Zeitraum | Ausbildung | Instrument | AusbildnerIn | Organisation | Ort |
|---|---|---|---|---|---|
|
1969 - 1974
|
Pauke, Schlagzeug | ||||
|
1973 - 1976
|
Komposition | ||||
|
1983 - 1985
|
Meisterschüler für Komposition (Siegfried Matthus) | ||||
|
1989 - 1991
|
Dirigierstudium |
| Zeitraum | Tätigkeit | Organisation | Ort |
|---|---|---|---|
|
1974 - 1978
|
Philharmonisches Orchester Rostock: Solo-Pauker | ||
|
1976
|
Gründung eines Schlagzeug-Klavier-Duos | ||
|
1977
|
Gründung eines Orgel-Percussion-Duos | ||
|
1978 - 1985
|
Solo-Pauker | ||
|
Solo-Pauker |
| Zeitraum | Aufführung | Werk | Organisation | Ort |
|---|---|---|---|---|
|
1999
|
Hubert Soudant (Dirigent), Rainer Luft (Solist) | |||
|
2003
|
Dirigent George A.Albrecht: Aufführung anlässlich eines Festaktes zur Einweihung des Jahrhundertprojekts Goldisthal im Beisein der Thüringer Landesregierung und des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder | |||
|
2006
|
| Zeitraum | Auftrag | Werk | Auftraggebende Organisation | Auftraggebende Person |
|---|---|---|---|---|
|
1983
| ||||
|
1987
|
Salzburger Bläseroktett | |||
|
1993
| ||||
|
1993
|
Kleist-Festspiele Frankfurt an der Oder | |||
|
DEFA - Deutsche Film AG: mehrere Filmmusiken u.a. | ||||
|
1997
| ||||
|
gemeinsam mit der IG Komponisten Salzburg |
| Time Period | Auszeichnung | Werk | Auszeichnende Organisation |
|---|---|---|---|
|
1981
|
Preisträger beim Internationalen Gaudeamus-Interpreten-Wettbewerb zeitgenössischer Musik in Rotterdam | ||
|
1982
|
IDK - Interessenverband Deutscher Komponisten: Publikumspreis | ||
|
1982
|
Stadt Reinbek: Theodor-Berger-Preis | ||
|
1988
|
Staatsstipendium für Komposition | ||
|
Stadt Dresden: Carl-Maria von Weber-Preis |
Normalerweise fällt es den meisten (Kritikern) schwer, meine Musik in bestimmte Kategorien wie U- und E-Musik einzuteilen. Dies kommt zum Teil daher, daß ich zum einen tief in der traditionellen abendländischen Musik verwurzelt bin, zum anderen mich aber auch durch meine aktiven Erfahrungen zur Jazz-Musik hingezogen fühle. Bedingt durch meine Ausbildung als Percussionist kommt die Liebe zum Rhythmus in meiner Musik noch hinzu. So entsteht ein Stil, der sowohl bei den Interpreten wie auch beim Publikum Anerkennung findet.
Andreas Aigmüller, 1996
27. Februar 1984
Aigmüller, der brilliante Solopauker der Berliner Staatskapelle, läßt in seiner neuen Orchestermusik, deren Titel (Giuramento) soviel wie Schwur, Eid bedeutet, der musikantischen Freude am reichen Orchesterklang die Zügel schießen. Das wirkt frisch und sympathisch, hat unmittelbar berührenden, vitalen Elan. Möglich, daß die Üppigkeit des Klangaufgebots, das Einbeziehen vertrauter melodisch-tänzerischener Floskeln bei allem Bemühen um Klarheit der musikalisch-dramaturgischen Anlage noch ein wenig überschwenglich geschah. Der musikantische Impetus des Ganzen aber zeugt von imposanter gestalterischer Potenz.
Neues Deutschland
9. September 1997
Den Start in die neue Spielzeit begann das Frankfurter Staatsorchester mit einem Paukenschlag. Oder besser gesagt: mit einem Pauken-, Trommel- und Beckenwirbel, der in dieser Opulenz und swingenden Eleganz selbst von diesem für musikalische Kabinettstückchen stets aufgeschlossenen Klangkörper nicht alle Tage zu hören ist. Sirrende Violinen, ein paar dumpfe Schläge auf die große Trommel, dann ein von Tuba und Celli vorgetragenes dunkles Motiv - so beginnt jenes viersätzige Werk "Il Tempo di Cambiamento", das der Schlagzeuger Andreas Aigmüller zum 25jährigen Jubiläum des Frankfurter Orchesters komponierte und nun von diesem mit beherztem Zugriff und sensiblem Gespür für die instrumentellen Farbwechsel uraufgeführt wurde. Aigmüller ist kein verbiesterter Klangtüftler, eher schon ein unbekümmerter Conferencier, der mit melodischen Floskeln und rhythmischen Versatzstücken jongliert. Sein Idiom bewegt sich irgendwo zwischen Mahler und Strawinsky, zwischen Bernstein, Jazz und Bolero.
Märkische Allgemeine
4. Dezember 2001
Als einstiger Meisterschüler von Siegfried Matthus, dotiert mit deutschen und österreichischen Kompositionspreisen, ist ihm der Sinn griffige Thematik und Formgestaltung erhalten geblieben, so dass von seinen Werken eine starke musikantische Wirkung, meist vor dem Hintergrund von Jazz, ausgeht. Das Experimentieren im irrationalen Raum scheint ihm fremd, die Beschäftigung mit den Melodieinstrumenten unter den Schlagzeugen, ihre Kopplungen untereinander oder mit anderen Soloinstrumenten sein vorrangiges Interesse zu sein.
Thüringische Landeszeitung (H-J. Thiers)
28. Oktober 2002
Er ist ein Meister der Instrumentation.
Salzburger Nachrichten (R. Kriechbaum)
21. November 2005
Zuletzt sorgte Andreas Aigmüller [...] für ein ekstatisch aufbäumendes, jazziges Finale.
Salzburger Nachrichten