Peter Zwetkoff
Genre:
Instrument: Klavier
Gattung:

Zwetkoff Peter

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 Umschlagplatz - für Klarinette, Tuba, Violine, Kontrabass und Schlagzeug 1993 7m 30s
2 Am Morgen wirst du sehen - Sieben Lieder nach Gedichten von Urs Widmer für Sopran, Klarinette, Trompete, Violine, Kontrabass und Schlagzeug 1993 12m 30s
3 Der Herr der Ringe - Musik zur Hörspielfassung von Peter Steinbach 1991 ~ 12m
4 Wie es war - für Streichquartett und Schlagzeug 1988 10m 22s
5 Cordoba oder Die Kunst des Badens - Musik zur Hörspielfassung von Otto Düben 1984 ~ 1h 5m
6 Die Tote im See - Musik zur Hörspielfassung von Hermann Naber 1983 ~ 1h
7 Violinmusik für zwei bis vier Geigen 1981 15m 50s
8 Stan und Ollie in Deutschland - Musik zum Hörspiel von Urs Widmer 1979 ~ 1h 30m
9 Der Müller von Sanssouci - Musik zur Hörspielfassung von Hermann Naber 1967 58m
10 Ungeduld des Herzens - Musik zur Hörspielfassung von Gert Westphal 1961 ~ 2h 1m
11 Der gute Gott von Manhattan - Musik zur Hörspielfassung von Gert Westphal 1958 ~ 1h 37m
12 Berta Garlan - Musik zur Hörspielfassung von Max Ophüls 1956 ~ 2h 30m
13 Brevier - Stücke für Klavier 1953 11m 50s
14 Kleine Klavierstücke 1952 6m 10s
15 Dialog für zwei Klaviere 1952 8m 41s
16 Duo concertante für Violine und Klavier 1951 12m 30s
17 Die untere Schenke 1951 14m 30s
18 Suite für Klavier 1950 4m 50s
19 Fünf Klavierstücke 1950 7m
20 An eine ferne Geliebte 1950 2m
21 Zur halben Nacht 1950 2m 30s
22 Hotelsolo für eine Männerstimme 1950 2m 30s
23 Fünf Tanzstücke 1949 8m 40s

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1925
Geburtsdatum:  15. April 1925
Geburtsland: 
Todesjahr:  2012
Todestag:  17. Mai 2012
Sterbeort:  Baden-Baden
Nationalität: 

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1951 - 1954

Klavierlehrer und Leiter des Orff-Schulwerkes

1954

Hauskomponist für radiophone und filmische Aufgaben, musikdramaturgische Arbeit mit Schauspielern, Musikern, Regisseuren und Technikern

freischaffender Komponist

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person

Radio Basel (Nachfolger: Radio Energy Basel)

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1955

Karl Sczuka Preis

1961

Karl Sczuka Preis

1964

Bund der Kriegsblinden Deutschlands: Hörspielpreis der Kriegsblinden

1974

Karl Sczuka Preis, gemeinsam mit Urs Widmer

1978

Bund der Kriegsblinden Deutschlands: Hörspielpreis der Kriegsblinden

1980

Bund der Kriegsblinden Deutschlands: Hörspielpreis der Kriegsblinden

1981

Prix Italia: Preisträger

Stilbeschreibung

Kompositorisch knüpft Peter Zwetkoff bei Béla Bartók, Carl Orff, Igor Strawinsky und osteuropäischer Volksmusik an. Sein musikalisches Interesse umfaßt die Vokalkunst Gregorianischen Chorals, die Polyphonie der Niederländer ebenso wie Idiome von Volksmusik und U-Musik, immer mit kritischer Distanz. Seine Musik ist einfach, aber die Strukturen - rhythmisch und harmonisch - sind komplex, wie etwa bei Webern. Es gibt kaum eine Musik, die so sprachbewußt ist wie die Zwetkoffs, und es ist immer eine sinnfällige, sinnliche Musik, die Sentimentalität verweigert, aber was für ein Gefühl hat für den Menschen, wo er wirklich wahr ist, im Leben, Lieben und Absterben. Die Liederzyklen 'Die untere Schenke' des 25jährigen nach Gedichten von Theodor Kramer und der späte Zyklus 'Am Morgen wirst du sehen' (1993) nach Gedichten von Urs Widmer sind Beispiele. Im Gesamtwerk dominieren etwa 260 Hörspielmusiken. Es gibt über 60 Arbeiten zu Fernsehspielen, ebenso viele Musiken zu Sendungen "Kulturelles Wort" und eine stattliche Zahl von Bühnenmusiken. Die größte Arbeit umfaßt an die sechs Stunden Musik zu den dreißig Hörspielfolgen à 25 Minuten zu John Ronald R. Tolkiens "Der Herr der Ringe" 1991/1992, die knappste Arbeit mit der größten Konzentration seiner kompositorischen Absichten erreichte Peter Zwetkoff in der absoluten Musik 'Umschlagplatz' 1993. Das Ziel der Musik: sie will bewußt machen, Sensibilität erzeugen gegen Lauheit und Gleichgültigkeit. Seine Musik dient dem Wort und der Wahrheit, sie schärft die Wahrnehmung. Sie vermeidet alles, was zu laut ist, und spürt Grenzen auf. Die Virtuosität, die er verlangt, ist die äußerste Genauigkeit der Sprache und der Aussage. Kein Wort, kein Ton zu viel, keine blumigen Metaphern, keine Selbstgefälligkeit des Klanges, virtuose Surrogate gibt es nur zur Aufdeckung falschen Bewußtseins. Die Klangvorstellung ist präzis und sensibel, sie provoziert ein ganz elementares Hören, das die Fähigkeit zum Denken fördert. Die Klangerzeugung schließt Geräusche und die ganze Vielfalt möglicher Spielpraktiken ein. Peter Zwetkoff liebt den direkten Zugang zum Instrument. Man spürt den Atem, die Hand des Spielers, die Mechanik des Tonwerkzeugs, wir fühlen den Schlegel und den Gegenstand, der geschlagen wird. Aufnahmetechnisch setzt er alle Möglichkeiten eines modernen Studios ein, er verzichtet aber auf elektronische Effekte. Die Mehrspurtechnik und die Genauigkeit musikdramaturgischer Abmischung sind seine Gestaltungsmittel. Peter Zwetkoff komponiert mit äußerster Konsequenz und sucht präzise Formen. Er verbindet alte Polyphonie mit neuesten Kompositionsmethoden (Minimal music). Genau sind selbst die kleinsten Einheiten. Er findet Melodien, die den musikalisch Gebildeten ebenso wie den Laien ansprechen. Er hat eine klare, durchdachte Sprache, die auch professionelle Instrumentalisten herausfordert, musikalisch, technisch und geistig.

Othmar Costa, 1995