Horvath Josef Maria

Vorname
Josef Maria
Nachname
Horvath
erfasst als
KomponistIn
AusbildnerIn
DirigentIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1931
Geburtsland
Ungarn
Ausbildung
frühe Klavierstudien und Kompositionsversuche
Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Klavier
Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Komposition, Abschluss mit Auszeichnung
Budapest Musikhochschule Budapest: Diplom mit Auszeichnung Klavier
Budapest Musikhochschule Budapest: Dirigieren
Budapest Musikhochschule Budapest: Komposition

Tätigkeiten
Komponist, Pianist, Organist und Dirigent
Konzertpianist mit zahlreichen Klavierabenden in Europa
Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Professor für Theorie und Praxis der Neuen Musik, Kontrapunkt

Aufträge (Auswahl)
ORF - Österreichischer Rundfunk
SWR - Südwestrundfunk
Kammerorchester Budapest
SDR Stuttgart
Salzburger Festspiele
Ensemble Wiener Collage
Ensemble xx. jahrhundert

Aufführungen (Auswahl)
Musikprotokoll im Steirischen Herbst
Salzburger Festspiele Salzburg
Hitzacker Festspiele
RSO Warschau Warschauer Frühling
Europa, USA, Australien

Auszeichnungen
1959 Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg Lilly-Lehmann-Medaille
1967 Jeunesses Musicales International Erster Preis
1968 Theodor Körner Fonds Förderungspreis
1973 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungspreis

Stilbeschreibung

Horvaths Werke genügen höchsten handwerklichen Ansprüchen und verbinden auf bedingungslos ehrliche Weise kompositorische Strenge und Schlüssigkeit mit großer Klangschönheit. Horvath kümmert sich weniger um tagesaktuelle Modetrends als vielmehr um die Verbundenheit mit der großen Musiktradition des Abendlandes, aus der heraus er einerseits verschiedensten Formen und Gesten vergangener Jahrhunderte neue Gültigkeit verliehen, andererseits den Katalog der Formen und Diktionen um charakteristische Facetten bereichert hat. In seinem kompromißlosen Streben, musikalische Substanz und entsprechende Form zwingend natürlich und nicht als klassizistisches Surrogat erscheinen zu lassen, verkörpert er einen Komponistentypus, der fern von der Geschäftigkeit des Neue-Musik-Marktes unbeirrt seinen Vorstellungen von Qualität und Ernsthaftigkeit nachkommt und der heutzutage vielleicht noch weniger als vordem anzutreffen ist. In einer Zeit, in der vom Kunstwerk erwartet wird, daß es - gleichsam als Werbeträger seiner selbst - mit leicht erkennbaren Markenzeichen möglichst ausschließlich zur verfügbaren Ware wird, hat es Horvaths im besten Sinn des Wortes verbindliche Musik nicht leicht, überhaupt wahrgenommen zu werden. Allein die Titel der Werke Horvaths lassen eine Dreiteilung seines bisherigen Œuvre plausibel erscheinen: "Acht frühe Lieder", "Passacaglia", "Kanteletar" etc. sind stilgeschichtlich in später Zeit entstanden und so naturgemäß in gewisser Weise epigonal. 'Redundanz 1-3", "Origines", "Melencolia I" etc. gehören der mittleren Epoche an. In diesen Stücken setzt sich der Komponist mit den elementaren Bausteinen der Musik auseinander. Sie sind unterschiedlich streng organisiert komponiert, wenn auch immer unter der Maßgabe von Klanglichkeit als festem Kriterium. "Motette", "Requiem" als herausragende Beispiele der letzteren Stücke zeigen Horvaths Beschäftigung mit dem Chor, verbunden mit der Hinwendung zu den Mitteln des Niederländischen Vokalsatzes. Bei diesen Stücken erstaunt Horvaths große Unbefangenheit in der Wahl der Sujets und der Mittel, wobei besonders seine überragenden kontrapunktischen Fähigkeiten hervorzuheben sind.

 

Rupert Huber, 1994

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Josef Maria Horvath. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/69518 (Abrufdatum: 7. 8. 2020).