Blendinger Herbert

Vorname
Herbert
Nachname
Blendinger
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
SolistIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Viola
Violine
Geburtsjahr
1936
Geburtsort
Ansbach
Geburtsland
Deutschland
Ausbildung
1951 - 1957 Hochschule für Musik Nürnberg Nürnberg Unterricht bei Willy Horvath Violine
1951 - 1957 Hochschule für Musik Nürnberg Nürnberg Komposition (Max Gebhard)
1957 - 1961 Hochschule für Musik und Theater München München Komposition (Franz Xaver Lehner)
1957 - 1961 Hochschule für Musik und Theater München München Unterricht bei Georg Schmid Viola
Hochschule für Musik und Theater München München Schulmusik
entscheidende künstlerische Anregung durch Paul Hindemith

Tätigkeiten
1961 - 1963 Köln Solobratscher im Rheinischen Kammerorchester Köln
1963 - 1967 Solobratscher bei den Bamberger Symphonikern
1967 - 1981 München Solobratscher im Bayerischen Staatsorchester München
1974 - 1976 München Richard Strauss Konservatorium München: Lehrer
1979 - 1982 Würzburg Musikhochschule Würzburg: Lehrer
1981 - 1988 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Professur
1988 Emeritierung
rege solistische und kammermusikalische Konzerttätigkeit
zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen im In- und Ausland

Aufträge (Auswahl)
Stadt Essen
Bayerische Staatsoper
Munich Brass Quintet
BR - Bayerischer Rundfunk

Auszeichnungen
1956 ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) Förderungspreis beim Musikwettbewerb
1960 Edinburgh: Saltire Cup
Düsseldorf: Förderungspreis
Freistaat Bayern: Förderungspreis
Stadt München Förderungspreis
Nürnberg: Förderungspreis

Stilbeschreibung

[...] So glaube ich, daß das, was man als Musiker symbolisch unter Tristan-Akkord versteht, auch durch Max Reger und Paul Hindemiths Weiterführung noch nicht ausgeschöpft ist. Die Bemühung um ein ausgewogenes Verhältnis von Harmonik und Melodie, wie es der Natur unseres Ohres entspricht, somit die Loslösung von dem, was wir als Lärm bezeichnen, hätte ein Äquivalent in der zivilisatorischen Bemühung um die Reinheit der uns umgebenden Natur.

 

Herbert Blendinger, in einem in Graz gehaltenen Vortrag, 1983

 

 

[...] In seinem Bemühen, faßliche Musik zu schreiben, lehnt Blendinger die kompositorischen Verfahrensweisen der Dodekaphonie und der seriellen Technik ab. Im Bereich einer erweiterten Tonalität gestaltet er seine musikalischen Ideen mit technischen Mitteln verschiedener historischer Provenienz. Im wesentlichen arbeitet er mit Techniken barocker Polyphonie, klassisch-romantischer Durchführung und impressionistischer Klangflächen. Dem Orchester- und Kammermusiker Blendinger sind diese Gestaltungsmittel aus langjähriger Spielpraxis vertraut, er kennt ihre Möglichkeiten und Grenzen und weiß sie zu einem wirkungsvollen, harmonischen Ganzen zu vereinen. Seine Auseinandersetzung mit traditionell Vorgegebenem entspricht weitgehend den 1920 von Ferruccio Busoni formulierten und unter den Begriff einer "Jungen Klassizität" zusammengefaßten Forderungen einer "Meisterung, Sichtung und Ausbeutung aller Errungenschaften vorausgegangener Experimente, [...] ihr Hineintragen in feste und schöne Formen [...]". Seit Busoni, der diese Forderung zu einer Zeit stellte, wo nach der Auflösung der funktionellen Tonalität neue Ordnungsprinzipien gesucht wurden, hat sich die Zahl der "Errungenschaften", somit der Vorrat an traditionellen Kunstmitteln erhöht, das Prinzip der "Jungen Klassizität" jedoch erweist sich als ein zeitlos gültiges, wenn es darum geht, ein unbedingtes Fortschrittsdenken zugunsten einer individuellen künstlerischen Äußerung mit kommunikativem Anspruch aufzugeben.

 

Karin Marsoner, in: Doblinger Info, o. J.


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