Spiegel-Maske-Gesicht
KomponistIn: Stankovski Alexander
Entstehungsjahr: 1997
Überarbeitungsjahr: 1999
Dauer: ~ 17m
Genre:
Subgenre:
Gattung:
Besetzung:
Schwierigkeitsgrad: 4, 5

Spiegel-Maske-Gesicht

Besetzungsdetails

Flöte (1, auch Altflöte), Klarinette (1, auch Bass Klarinette), Schlagzeug (1), Klavier (1), Violine (1), Violoncello (1)

Publikation

Art der Publikation:  Manuskript

Uraufführung

Jahr:  2011
Band/Ensemble:  Ensemble Wiener Collage

rev. Version

Stilbeschreibung

Mein Sextett Spiegel-Maske-Gesicht, komponiert 1997-99 und 2011 teilweise revidiert, besteht aus drei Sätzen, die als musikalisch inkommensurable Ereignisse nebeneinandergestellt werden.
Der erste Satz ist ein strenger achtstimmiger Spiegelkanon. Die der Konstruktion immanente Selbstbezüglichkeit des musikalischen Materials sowie das völlige Fehlen von Überraschungsmomenten schaffen eine trügerische Sicherheit, die als „harmonisch“ empfunden werden könnte, trüge sie nicht klaustrophobe Züge.
Im zweiten Satz wird Material aus einem älteren eigenen Stück zum Ausgangspunkt erneuter kompositorischer Auseinandersetzung. Er besteht aus einer Reihe meist schroff voneinander abgesetzter Fragmente, die mehrmals wiederkehren und dabei zeitlich und klanglich zunehmend verfremdet werden.
Der dritte Satz verarbeitet einige Fragmente aus Claude Debussys 1904 entstandenem Klavierstück Masques, von denen intervallische und rhythmische Sequenzen abstrahiert und neu miteinander kombiniert werden. Dabei ergeben sich auch stumme „Mutanten“, also Sequenzen, die nicht gespielt, sondern durch tonlose Spielaktionen nur angedeutet werden. Der Schluss dieses Satzes besteht ausschließlich aus solchen stummen Aktionen und desavouiert so den smarten Scherzo-Charakter des Anfangs.
Die drei Sätze unterscheiden sich sehr deutlich in bezug auf Material, Ausdruck, Kompositionstechnik und Zeitgestaltung, sodass man sich die Frage stellen kann, was sie eigentlich zusammenhält. Statt einer Antwort möchte ich Henri Michaux zitieren: „Es gibt kein Ich. Es gibt nicht zehn Ichs. Es gibt kein Ich. ICH ist nur eine Position des Gleichgewichts (eine unter tausend anderen unentwegt möglichen und jederzeit abrufbereiten).“ Alexander Stankovski

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