Gerold Amann
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Mit freundlicher Genehmigung der Musikdokumentationsstelle Vorarlberg ©

Amann Gerold

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 Zwei Chorlieder nach Texten von Matthias Claudius 1962
2 Wie Hans das Gruseln lernte 1970
3 Naturstudie - Die Stimmen von Amsel, Kohlmeise, Spatz, Rauhfußkauz und Birkhahn 1971 ~ 10m
4 Goggalori 1973 ~ 1h 10m
5 Waldeslust - Singspiel 1975 ~ 1h 20m
6 Streichquartett Nr. 1 1975 ~ 7m 30s
7 Ton-Folgen - zu Texten von Inge Dapunt 1975 ~ 12m
8 Frei - Lied 1975
9 Autophonie - Lied 1975
10 Spektakel 1976 ~ 1h
11 Die Lebensalter 1976
12 Aus dem Liederbuch eines Mönchs - Zyklus für Sopran oder Tenor, Bläserquartett und Orgel 1977 ~ 10m
13 Genesis - oder "... und Gott sprach". Geistliches Trio für Sopran, Flöte und Cembalo nach "Veni creator Spiritus" 1977 ~ 12m
14 Streichquartett Nr. 2 1978 ~ 8m
15 Fensterflügel und Nachtigall - Orchestertranskription verzögerter Bandwiedergaben 1979 ~ 10m
16 Funksignale - Kurzwellentranskription 1979 ~ 6m 40s
17 Der Clown 1980
18 Mi Hämatle 1981 ~ 7m
19 Veränderung 1981 ~ 2m
20 Das Lederhosenballett 1982
21 Nachricht für den Uhu - Transkription verzögerter Bandwiedergaben (Uhubalz, Maschinenmorsen, Kuckucksuhr) 1983 ~ 9m
22 Quintett für einen gefangenen Singvogel 1983 ~ 9m
23 Marsch von der verschollenen Blaskapelle - zum Hörspiel "March Movie" von Michael Köhlmeier 1983
24 Zwei Luftschlösser 1984 ~ 6m
25 Römermusik 1985 ~ 8m 30s
26 Wärmelehre - Musical 1985 ~ 1h
27 Von der alemannischen Seele 1986 ~ 3m 40s
28 Laurentius-Suite 1691/1986 1986 ~ 10m
29 Notizen für Klavier - Taxifunk, KW-Salat, Wassertropfen, Zaunkönig-Gesang, Wasserhahn, Uhubalz, Elektronik-Stilleben, Zahlenspiel 1986 ~ 7m
30 Dr. med. Orpheus - Tanzspiel mit Gesang 1987 ~ 30m
31 Mostellaria - Jägerlateinische Musik-Komödie, frei nach Plautus 1988 ~ 1h 10m
32 Stilleben 1989 ~ 5m
33 Raggi Risuonanti - für 2 (gestimmte) Räder eines Fahrrades 1989 ~ 7m
34 Drei Balzer - für Orchester 1989 ~ 9m
35 Apokalypse - Musiktheater 1989 ~ 1h
36 Fundevogel - Singspiel 1991 ~ 50m
37 Die Gottesanbeterin - Ein Liebesspiel für Gitarre zu vier Händen 1991 ~ 6m
38 Bewegungen 1992 ~ 9m
39 Querwolf - Kantate für Sopran, Bläser und Schlaginstrumente 1992 ~ 11m
40 Fünf türkische Märsche 1992
41 Waldeslust - Eine alpine Blechoper in vier Szenen. Neufassung 1993 ~ 30m
42 Triungulus - Dokumente von Menschen, Tieren und Maschinen 1994 ~ 1h
43 Planetarium - für Orgel zu vier Händen 1994 ~ 6m
44 Lucy - für Orchester 1996 ~ 10m
45 Balzer - für Streichquartett 1996
46 Hassgeschichte 1998 ~ 1h
47 Eirene - Musikposse mit Comics nach Aristophanes 1998 ~ 30m
48 Concertino 1999 ~ 6m
49 O Holding Kunst 1999 ~ 6m
50 Hydra - Klangskulptur 2000
51 Das Albtraummännlein - sprachunabhängiges Sprechtheater für sieben musikalische Schauspieler und Vokal-Orchester 2001 ~ 1h
52 Internezzo - für Blockflöten und Perkussion 2001 ~ 6m
53 Ö! - zur Lage der Kulturnation, für 3 Bratschen 2001
54 Formicula - Ameisenstaaten, Musiktheater mit Klangmaschinen 2002 ~ 1m 20s
55 Höllenfahrt im Freiballon - Stücke und Improvisationsvorlagen für Chor und Bläser zu einer Textvorgabe von Eckart Liss 2002 ~ 1h 30m
56 Lurenmusik - für Blechbläser, Spielanleitung zu Naturton-Improvisationen über E 2005 6m - 8m
57 5 Gibbongesänge - Transkriptionen ( 1:1, 2:1, 4:1 ) für Streichquartett 2006
58 Kunstdebatte - für Soli, Chor und Orchester 2007 ~ 12m
59 Tanzmaschinen - Freilichtprojekt für 3 Blasorchester und Landmaschinen 2009
60 Schallfossile - für Piccolo, Horn in F, Vibraphon und Streichquintett 2010
61 Small Talk - für Soli, Chor und Orchester 2011 12m
62 7 Zauberformeln - für Harfe solo 2012
63 Alemannische Urviecher - ein prähistorischer Liederzyklus 2012

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1937
Geburtsdatum:  31. Oktober 1937
Geburtsort:  Schnifis
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Nationalität: 

1937, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde ich im Vorarlberger Dorf Schnifis ( Seehöhe 650m ) geboren. Als Kind wurde ich beim Versuch zu juchzen zurechtgewiesen: “Jetzt wird nicht gejuchzt; es ist Krieg!“ Das war also nicht die Zeit der großen Konzerte. Als etwa 10-jähriger Bub hörte ich im Radio eine mir bis dahin unbekannte Musik, - wenn ich mich recht erinnere Bruckners 4. Sinfonie. Ich war fest entschlossen: “So etwas wollte ich auch einmal machen können!“ Auf Bruckners Niveau ist mir das wohl nicht gelungen, aber das Gestalten von Musik hat mein Leben erfüllt und glücklich gemacht.

Als Gymnasiast machte ich erste Erfahrungen als Tanzmusiker in Liechtenstein. Als Student in Graz spielte ich in einer Jazzband. An der Musikakademie wurde mir alles Wissenswerte über klassische Musik und deren Vermittlung ( Lehramt ) beigebracht. Und das zusätzliche Psychologiestudium brachte mir speziell zu Prozessen der Wahrnehmung wertvolle Einsichten. Dennoch: Am meisten lernte ich durch Hinhören auf alles, was mir begegnete: Tiere, Maschinen, mein eigener Körper,... Ich wurde ein Arrangeur von Schallereignissen aller Art. Dabei habe ich häufig „Tonlupe“ ( verzögerte Wiedergabe ) verwendet, um das “Innere“ des Schalls darzustellen.

Den größten Teil meines Lebens verbrachte ich in Vorarlberg, wo ich am Gymnasium in Bludenz und am Vorarlberger Landeskonservatorium unterrichtete. Ein Ausbruchversuch ( Musikprojekt in New Guinea ) schlug fehl. Seit 1997 bin ich Pensionist, also freischaffend.

Mit Preisen nicht verwöhnt, hat meine Musik doch beachtliche Aufführungen erlebt: Musikprotokoll im steirischen herbst Graz, Forum für zeitgenössische Musik Feldkirch, Internationales Musikfest Kiew, Bregenzer Festspiele, Wien, Salzburg, Rostok, Breslau, Krakau, Riga, Helsinki, Malmö, Chios, Chania (Kreta), New York, Indianapolis, Ohio (Erie), Boston, Shanghai, Peking, Kanton; TV-Ausstrahlungen: Goggalori, Spektakel, Waldeslust, Das Lederhosenballett; Zeitton-Porträt ORF u.a.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt

Architektur, Philosophie, Psychologie

Dr. phil. Philosophie und Psychologie

Komposition

Komposition

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt

Gymnasium Bludenz: Schuldienst

Professor für Komposition und Musiktheorie

1997

Pensionierung

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt

Zeitton-Portrait

Internationales Musikfest Kiew

TV-Ausstrahlungen: Goggalori, Spektakel, Waldeslust, Das Lederhosenballett

Wien, Salzburg, Rostock, Breslau, Krakau, Riga, Helsinki, Malmö, Chios, Chania (Kreta), New York, Indianapolis, Ohio (Erie), Boston, Shanghai, Peking, Kanton

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1974

Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst und Wissenschaft

1986

Junge CA: Kompositionspreis

1988

Stadt Dresden: Carl-Maria-von-Weber-Preis für Musical

1993

Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst und Wissenschaft

ÖBV: Kompositionspreis

Kompositionspreis

Stilbeschreibung

Amann entfaltet seine Musik nicht aus musikhistorischen Gegebenheiten, sondern sucht nach alternativen kompositorischen Ausgangsmaterialien. Sein Desinteresse an Entwicklungen innerhalb der sogenannten Neuen Musik macht ihn zum Außenseiter, zumal sein Augenmerk viel mehr auf naturwissenschaftliche, psychologische und philosophische Wissensgebiete, die er sich für seine kompositorische Arbeit zunutze macht, gerichtet ist. Musikalische Quellenmaterialien sind meistens Schallereignisse oder andere Gegebenheiten aus der Natur und Umwelt.

Jahrelang beschäftigte sich Amann mit Tonbandaufzeichnungen von Vogelgesängen und Umweltschall, die er verlangsamte, transkribierte und in Form von Kompositionsstudien musikalisch verarbeitete. Sein Bestreben lag in der Suche nach isomorphen Binnenstrukturen, denn Amann ist überzeugt davon, daß ganz bestimmte Naturgesetzmäßigkeiten die verschiedensten Schallereignisse auszeichnen. Diese ausfindig zu machen und musikalisch zu verarbeiten, war bis Ende der achtziger Jahre sein kompositorisches Hauptinteresse.

Die Rhythmik ist für Amanns Werkkonzeption sehr wichtig, denn das musikalische Geschehen wird hauptsächlich nach ihr ausgerichtet. Damit verbunden sind Zahlenverhältnisse, denen Analogien zwischen rhythmischen Tondauernverhältnissen, Zahlenverhältnissen der Obertonreihe und den gebräuchlichen Intervallen zugrunde liegen. Amann begeistert sich überdies für die Keplerschen Planetenberechnungen, in denen er das beste Beispiel für das "Walten von Proportionen" sieht.

Das Anliegen, gesellschaftlich relevante Aktivitäten zu setzen, wird im kompositorischen Schaffen von Gerold Amann immer bedeutender. Er bekundet dies, wenn er seine Ausgangsüberlegungen formuliert: "Ich versuche Laienspiele zu machen, die nicht einfach nur schlechter gespieltes Profitheater sind. Mit anderen Worten, was Laien gültig machen können, sind Gruppenleistungen, Chöre, Tanzgruppen, aber auch ganz andere Dinge, wie etwa Motorradfahren."

Fritz Jurmann: Zeittonporträt Gerold Amann. Sendung Ö1, 13.3.1994

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Telefon:  ++43 (5524) 8627
Fax:  ++43 (5524) 8627
E-Mail :  gerold [dot] amannatvol [dot] at
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