Haffner-Konzert
Opuszahl: opus 82
KomponistIn: Eder Helmut
Entstehungsjahr: 1983 - 1984
Dauer: 20m
Genre:
Subgenre:

Haffner-Konzert

Besetzungsdetails

Orchestercode:  Fl - 0, Picc/2/3/2 - 3/2/2/1 - Pk, Perc - 13/13/8/7/6

Solo: Flöte (1)

Piccoloflöte (1), Oboe (2), Klarinette (3), Fagott (2), Horn (3), Trompete (2), Posaune (2), Tuba (1), Pauke (1), Perkussion (1), Violine (26), Viola (8), Violoncello (7), Kontrabass (6)

Publikation

Art der Publikation:  Verlag

Anlass-Auftrag-Widmung

Uraufführung

Datum:  31. Januar 1985
Band/Ensemble:  Wiener Philharmoniker

Veranstaltende Organisation: Internationale Mozartwoche Salzburg

Stilbeschreibung

Es handelt sich um ein ausgesprochenes "Virtuosenkonzert" mit vielschichtiger und klanglich farbiger Orchesterbesetzung, wobei, neben 16 Blas- und 47 Streichinstrumenten, Pauken und die verschiedensten Schlaginstrumente zum Einsatz kommen. Der Titel "Haffner-Konzert" leitet sich durch die Einbindung von Motiven und Thementeilen aus dem 2. Teil der Haffner-Symphonie KV 385 von W. A. Mozart ab. Die Komposition ist in ihrer Gesamtstruktur aus obigem Tonmaterial erfunden. Die Mozart-Thematik an sich dringt erst zum Schlußteil hin allmählich durch, die rhythmisch-metrische Komponente gewinnt im "klassischen Sinne" merkbar Gestalt, und der harmonische Duktus führt zur Tonalität, wobei durch Verfremdung eine nachschöpferische Schau aus unserer Zeit gewonnen werden soll. Die Sequenz (bei Nr. 2) mit dem Wechselmotiv, die über zwei Oktaven reicht, ergibt eine harmonische Moll-Skala, und durch die ständige Chromatik kommt auch der Dur-Charakter merkbar auf. Diese Acht-Ton-Skala läßt vier Töne ausgespart, die wiederum einen Moll- bzw. Dur-Quartsextakkord ergeben, und das Werk beginnt mit dieser signalhaft wirkenden Dreiklangsformation. Da bei der absteigenden Melodielinie (4. - 8. Takt bei Nr. 2) die Töne gis und g zusätzlich auftreten, liegen neue Tonreihen vor, melodisches Moll und Ergänzungstöne, aeolisches Moll und Ergänzungstöne. Die so gewonnenen Skalen und die jeweiligen vier Zusatztöne sind die strukturbildenden Elemente, die für alle linearen und harmonischen Konsequenzen verbindlich sind. Daß es sich bei diesem Flöten-Konzert sicher um kein Zwölftonwerk handelt, sei betont, auch wenn - neben der Anwednung des gesamten chromatischen Tonraumes - die Klangwelt unseres Jahrhunderts in ihrer vielschichtigen Aussage zum Tragen kommt. Das Hinwenden zur tonalen Funktion im Verlaufe der Komposition sei als Bewunderung und Verneigung dem Schaffen Mozarts gegenüber zu verstehen.
Helmut Eder

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