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Tichy Marie-Luise

First Name
Marie-Luise
Family Name
Tichy
erfasst als
Interpret:in
Komponist:in
Genre
Volksmusik/Volkstümliche Musik
Subgenre
Wienerlied
Instrument(e)
Stimme
Frauenstimme
Geburtsjahr
1906
Geburtsort
Hollabrunn
Geburtsland
Österreich
Todesjahr
1978
Marie-Luise Tichy © Radio Wien Heft 3/17., Jänner 1948, S. 4 (ÖNB - ANNO)

Marie-Luise Tichy © Radio Wien Heft 3/17., Jänner 1948, S. 4 (ÖNB - ANNO)

Die Sängerin, Jodlerin und Komponistin Marie-Luise Tichy wurde am 16. Januar 1906 in Hollabrunn (Niederösterreich) geboren und starb am 14. November 1978. Nach dem Besuch der Handelsschule arbeitete sie Korrespondentin für Deutsch und Französisch. Ihre Karriere als Künstlerin begann 1943 im Ronacher. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat sie in verschiedenen Wiener Varietés auf, u.a. im "Simpl" (Kabarett) in der Revue Quer durch Österreich. Mit Wienerliedern, Chansons und Jodlern unternahm sie Tourneen durch die Schweiz und Österreich.
Nach Alexander Rausch (2006): Tichy, Marie-Luise, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, abgerufen am 04.12.2024 [https://musiklexikon.ac.at/0xc1aa5576_0x0001e497]

Ausbildung

Aubildung zur Stenographin

Tätigkeiten

Wien: Korrespondentin in deutscher/französischer Sprache

1943–1944 Ronacher Wien: Sängerin
1945–19?? Wien: Auftritte in verschiedenen Varietés/Kabaretts (u. a. Auge Gottes, Boccaccio)
1945–1967 Wiener Konzerthaus: Mitwirkende bei verschiedenen volkstümlichen Veranstaltungen
1946–19?? Kabarett Simpl, Wien: Ensemblemitglied (bspw. Revue "Quer durch Österreich" (1946–1948))

Österreichischer Rundfunk – ORF: Auftritte als Jodlerin/Kunstpfeiferin
europaweite Tourneen, u. a. in: Schweiz, Österreich, Deutschland (Wienerlieder, Chansons, Jodler)
Zusammenarbeit mit bekannten Musiker:innen, u. a. mit: Rudolf Carl, Heinz Conrads

Pressestimmen (Auswahl)

10. September 1948
"Marie Luise Tichy jodelt wie eine Fran­zösin, singt Schweizerlieder ebenso gut wie steirische, außerdem hat sie Charme und spielt Gitarre dazu. Pfeifen tut sie auch noch!"
Welt am Abend Jg. 1948/Nr. 212: Prima Friedensware ... diesmal wirklich (Paul K. Popp, 1948), S. 3, online abrufbar unter: ANNO Historische Zeitungen und Zeitschriften: https://anno.onb.ac.at/

17. Jänner 1948
"Marie Luise Tichy zählt heute in­folge der Vielfalt ihrer künstlerischen Begabung zu den großen Nummern der Varietes und Kabaretts und ist auch durch ihre Tätigkeit bei Radio Wien weithin bekannt. Schon in der Schulzeit zog sie durch ihre einschmeichelnde Stimme und ihr Talent die Aufmerksamkeit aller ihrer Lehrer auf sich [...]. Trotz der Auf­forderung aller Lehrer an ihre Eltern, sie zur Sängerin ausbilden zu lassen, kam es leider nicht dazu; so erlernte sie den Beruf einer Stenographin und fand eine Anstellung in der Statt­halterei. Nachdem auch hier ihre be­sondere Begabung als Vortragskünstlerin entdeckt worden war, zogen ihre Vorgesetzten sie bei allen fest­lichen Anlässen zur Mitwirkung her­an. Bei bunten Abenden wurde durch sie manches Büro in der Statthalterei in ein Kabarett umgewandelt, in dem sie dann als Wiener Lieder- und Jod­lersängerin, Kunstpfeiferin, französi­sche Chansonette und Parodistin großer Filmstars glänzte. Eines Tages rief sie kurzentschlossen die Direktion eines Großatadtvarietes an: "Ich bin mit allen Fasern meines Herzens Jod­lersängerin! Bitte, Herr Direktor, darf ich Ihnen etwas Vorsingen?" Der Direktor war von dem Freimut der ihn anrufenden Künstlerin derart eingenommen, daß er sie tatsächlich zu einer Gesangsprobe vorladen und sich von ihr etwas vorsingen ließ. Eine ver­tragliche Verpflichtung zu einem einmonatigen Gastspiel in seinem großen Unternehmen war das Resultat dieser Gesangsprobe. Marie Luise Tichy wurde förmlich über Nacht Liebling der Wiener! Von da an widmete sie sich ganz ihrer künstlerischen Berufung, die aber durch die Stillegung aller Vergnügungsbetriebe infolge der Kriegs­ereignisse ab 1. September 1944 bis zur Befreiung Österreichs im April 1945 eine Unterbrechung erfuhr. Nach Beendigung der Kriegshandlungen begann förmlich eine Hochkon­junktur der Vergnügungsindustrie und damit auch für Marie Luise Tichy ein ungeahnter künstlerischer Auf­stieg. Zu allen Veranstaltungen im Großen Konzerthaussaal wurde sie herangezogen. Ab 1. April 1946 gehört sie dem ständigem Künstlerensemble des Kabaretts "Simpl" an, in wel­chem sie als Tirolienne allabendlich Triumphe feiert. Ebenso ist sie oft in "Radio Wien" als Jodlersängerin und Kunstpfeiferin zu hören."
Radio Wien Heft 3/17. Jänner 1948: Wiener Liedersänger: Marie Luise Tichy (Karl Maria Jäger, 1948), S. 4, online abrufbar unter: ANNO Historische Zeitungen und Zeitschriften: https://anno.onb.ac.at/

13. November 1943
"Geradezu eingeschlagen haben aber zwei neue Künstler: Die Jodlerin Marie-Luise Tichy, gleich bezaubernd, ob sie nun im Reifrock Wiener Dudler sang oder im Dirndl kernige Alpenjodler brachte, waschecht, herzhaft, so naturnahe, daß sich alle Hände zu kräftigem Paschen regten."
Erlafthal-Bote 53. Jg./Nr. 46: Heut ist heut (O. L., 1943), S. 4, online abrufbar unter: ANNO Historische Zeitungen und Zeitschriften: https://anno.onb.ac.at/

Weiterführende Pressestimmen
Österreichische Nationalbibliothek: ANNO (AustriaN Newspaper Online)

Diskografie (Auswahl)

1969 Berühmte Jodler : Jodler Celebri - Marie Luise Tichy Mit Den Beiden Rudis (LP; Joker)
1963 Around The World In Sound (LP; VOX) // C1a: Kuckucksjodler

o.  J. Eine Lady War Einst In Tirol / Sag's Jodlerisch - Marieluise Tichy (10"; Telefunken)
o. J. Kuckuck / Steirische Roas / Zillertal / Geh' I Auf D' Alma - Marie Luise Tichy Mit Den Beiden Rudis (7"; Schallplattengilde Gutenberg)
o. J. Echo Jodler / Gstanzln Da Drob'n / 'S Zeiserle / Mei' Leibjodler - Marie Luise Tichy Mit Den Beiden Rudis (7"; Schallplattengilde Gutenberg)
o. J. Almenrausch Und Edelweiß (LP/Cass; Falcon) // A10: Gejodelte Philosophie; B3: G'stanzln, Ländler
o. J. Grinzing (10"; Philips) // B4: Whistling From ,"Frühlingsluft"; B5: Yodling Song Without Words

Literatur

1986 Lang, Siegfried: TICHY Marie-Luise. In: Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhundert. Wien: Österreichischer Komponistenbund / Arbeitskreis U-Musik, S. 201.

Weiterführende Literatur/Medien
Österreichische Bibliotheken: Suchmaschine des Österreichischen Bibliothekenverbundes

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 12. 3. 2026): Biografie Marie-Luise Tichy. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/212037 (Abrufdatum: 26. 3. 2026).

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