Aestus erat

Werktitel
Aestus erat
Untertitel
Für Vokalquartett und Blockflötenquartett
KomponistIn
Beteiligte Personen (Text)
Ovid
Entstehungsjahr
2008
Dauer
15m
Genre(s)
Neue Musik
Gattung(en)
Ensemblemusik
Vokalmusik
Besetzung
Vokalquartett
Quartett
Besetzungsdetails
Art der Publikation
Manuskript

Beschreibung
"Und damit war (ist) die Beschäftigung mit Ovid noch nicht zu Ende. Die Paul Hofhaymer-Gesellschaft, die mir einen weiteren Auftrag (nach den Studien von 2006) erteilt hat, wünschte sich ebenfalls einen Text von Ovid als Grundlage, und bat mich einen Text aus der Ars amatoria oder den Amores auszuwählen. Ich entschied mich für die 5. Elegie des 1. Buches der Amores, deren Beginn auch der Titel meines Werkes für Vokalquartett und Blockflötenquartett: Aestus Erat (2008).
Diese Elegie schildert eine erotische Begegnung zwischen dem lyrischen Ich und seiner Geliebten Corinna. Einen erotischen Text zu vertonen ist einerseits dankbar, weil eine große Mehrheit an diesem Thema interessiert ist. Und eben dieses breite Interesse ist auch eine Gefahr: Allzu leicht kann der Versuch, Erotik zu komponieren, in Peinlichkeit und Lächerlichkeit münden. Also entschloss ich mich dazu, auf die der Musik ohnehin innewohnende Sinnlichkeit (= Klanglichkeit) zu vertrauen.
So unterteilte ich den Text in 9 Abschnitte und untersuchte ihn auf klangliche Besonderheiten hin, die die Basis für die Vertonung dieser Abschnitte wurden.
Zwei Beispiele: Im 6. Teil des Stückes (Buchstabe F in der Partitur) bleiben einzelne Laute der vertonten Wortgruppen hängen (zuerst die Nasale n und m, später die Vokale), verselbständigen sich und bilden kurzzeitig eine Art „auskomponierter Klangfermate“ , ehe mit der Vertonung der nächsten Wortgruppe das Spiel von Neuem beginnt.
Im 5. Teil (Buchstabe E) wird der Text auf drei Stimmen verteilt: Der Countertenor singt die Vokale, die Tenor- und die Bassflöte artikulieren die stimmlosen und stimmhaften Konsonanten (z. B. das r durch Flatterzunge).
Diese zwei Beispiele sollen verdeutlichen, dass ich versucht habe, durch starke Fokussierung der klanglichen Seite des Textes auch dessen Sinnlichkeit hervorzuheben.
Die Uraufführung dieses Stückes im Dezember dieses Jahres in Salzburg wird zeigen, ob mein Kalkül aufgegangen ist, oder besser gesagt: ob meine Überlegungen Klang geworden sind."
Michael Amann: Reflexion. Rückschau 2005–2008. Vokalmusik, Ovid

Auftrag: Internationale Paul Hofhaymer Gesellschaft Salzburg

Uraufführung
12. Dezember 2008 - Salzburg, Künstlerhaus Salzburg
Mitwirkende: Ensemble Stimmwerck, Blockflötenquartett QNG

 

 

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 8. 4. 2020): Amann Michael . Aestus erat. In: mica music austria – Musikdatenbank. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/176676 (Abrufdatum: 5. 6. 2020).