Caprice (VII) ultrajaune

Werktitel
Caprice (VII) ultrajaune
Untertitel
Für Streichensemble
KomponistIn
Entstehungsjahr
2014–2017
Dauer
10m
Genre(s)
Neue Musik
Gattung(en)
Ensemblemusik
Besetzung
Sextett
Besetzungsdetails

Violine (2), Viola (2), Violoncello (1), Kontrabass (1)

Art der Publikation
Manuskript

PDF-Preview (Partiturausschnitte): Thomas Wally (Homepage)

Beschreibung
"Das Stück Caprice (VII) ultrajaune (2014-17) hat durch die vierteltönige Skordatur eine spezielle Ausgangssituation. Die 25 Saiten des Streichsextetts (2 Violinen, 2 Violen, Violoncello, 5-saitiger Kontrabass) sind derart gestimmt, dass alle möglichen 24 „ultrachromatischen“ Vierteltöne als leere Saiten verfügbar sind. Aus zwei Hauptgründe habe ich mich für diese Form der Skordatur entschieden. Einerseits habe ich so keinerlei Tonhöhen-Beschränkung bei der Verwendung von leeren Saiten und natürlichen Flageoletts, welche bei herkömmlicher Stimmung hauptsächlich zu pentatonischen Harmoniken führt. Anderseits wird den Musikern das Spiel von Vierteltönen dadurch erleichtert, dass auf einer vierteltönig verstimmten Saite bei „normaler“ Griffhaltung der linken Hand automatisch Vierteltöne entstehen.

Der Titel des Stücks ist folgendermaßen zu verstehen: Der Titel Caprice findet in meinem Schaffen immer dann Verwendung, wenn es sich um Stücke handelt, die weitgehend ohne Pläne komponiert werden. Im Konkreten heißt das: Keine Skizzen, sondern von der ersten Minute an „komponieren in medias res“, mit der Grund-Idee des Werkes als Wegweiser. Anstatt den sich durch die Skordatur anbietenden Titel Caprice (VII) ultrachromatique zu wählen – der Begriff ultrachromatisch stammt meines Wissens vom russischen Komponisten Wyschnegradsky und bezeichnet die Unterteilung der Oktave in 24 Schritte – entschied ich mich für den Zusatz ultrajaune, und zwar aus folgenden Gründen: Einige meiner bisherigen Kompositionen, die mit Skordatur arbeiten, haben eine Farbe im Titel – aufgrund der besonderen Farbigkeit, die – in meinen Ohren – bei der Verwendung von skordierten leeren Saiten und natürlichen Flageoletts entsteht (z. B. la pureté de l‘envie blanche für Streichquartett, 2010; la malinconia della porpora ardente für Posaune und 15 Solo-Streicher, 2011; ...jusqu‘à l‘aurore...: Caprice (IV) bleu für Klavierquartett, 2012). Die Wahl der Farbe „jaune“ für dieses Stück ist mir insofern nicht schwer gefallen, als ich – bei meinen eigenen Analysen – den Streichinstrumenten gerne die Farbe gelb zuweise. Ultrajaune verbindet nun die Idee einer ultrachromatischen Caprice mit der Idee einer besonders „gelben“ Caprice, da eben von sechs Streichinstrumenten gespielt.

Caprice (VII) ultrajaune, ein etwa 10-minütiges Werk, wurde mit dem Theodor-Körner-Preis 2016 ausgezeichnet."

Werkeinführung, Thomas Wally, abgerufen am 03.11.2021 [http://www.thomaswally.com/assets/caprice-(vii)-ultrajaune.pdf]

Auszeichnung: Theodor-Körner-Preis 2016

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 3. 11. 2021): Wally Thomas . Caprice (VII) ultrajaune. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/197481 (Abrufdatum: 16. 8. 2022).