Smekal Giselher

Vorname
Giselher
Nachname
Smekal
erfasst als
InterpretIn
JournalistIn
KomponistIn
MusikerIn
VeranstalterIn
Genre
Jazz/Improvisierte Musik
Neue Musik
Subgenre
Jazz
Instrument(e)
Orgel
Perkussion
Geburtsort
Seefeld
Geburtsland
Österreich

 

Wesentliche Impulse für sein Schaffen bezog Giselher Smekal neben seiner Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und einer Ausbildung zum Tänzer aus Kontakten zu Literaten, bildenen Künstlern, Filmemachern und Aktionisten der Sechziger Jahre. Sein besonderes Interesse gilt medialen Zwischenformen: Konzepte für Audio-Architektur, Raum- und Landschaftsbeschallungen, musikalische Apparate, "Geräusch-Verpflanzungen": 1967 im Rahmen eines siebentägiges Happenings in Stuttgart "Tibet 94 Knock Out".

 

Ab 1970 Beschäftigung mit Improvisation, Auftritte als Keyboarder in verschiedenen Jazzensembles - etwa mit den Masters of Unorthodox Jazz MOUJ. Mit seinem Ensemble "Sankyoku" Aufführung großräumiger Performances unter Verwendung von Live-Elektronik, akustischen und verstärkten Instrumenten sowie Tonbändern zu rituellen Aktionen. Ab Beginn der Achtziger Jahre elektroakustische Kompositionen. Seit 1989 Beschäftigung mit der Darstellung von Schwingungseigenschaften metallischer Hohlkörper (Glocken, Röhren, Klangschalen, Gongs) und der physischen und psychischen Wirkung der Wahrnehmung ihrer Klänge sowie daraus ableitbarer musiktherapeutischer Methoden.


Ausbildung
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Orgel
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Perkussion
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Dirigieren

Tätigkeiten
1969 - 2008 Reform Art Unit: Pianist und Organist im Free-Jazz-Ensemble
1972 - 1974 Duo Meghalayaa: mit Ram Chandra Mistry (Kirchenorgel und Sitar)
1974 - 1978 musikalische Abstinenz
1978 erneute Zusammenarbeit mit "Reform Art Unit"
1978 - 1981 Sankyoku: Gründung des Ensembles und Mitwirkung
1980 Grenzzeichen, Litschau: Organisation des Symposions und Workshops
1980 Time Capsule/Zeitkapsel: Gründung des Ensembles mit Franz Koglmann, Walter "Muhammad" Malli und Günter Sommer
1981 Mu & Th: Gründung des Vereins zur Förderung von Musik- und Musiktheateraufführungen
1982 Freistadt Grenzzeichen: Organisation des Symposions und Workshops
1983 Neuberg an der Mürz Autonome Veranstalter und Initiativen Österreichs: Organisation des ersten Treffens mit zahlreichen nachfolgenden regionalen und überregionalen Interessensverbänden von Kulturveranstaltern
1982 - 2010 ORF - Österreichischer Rundfunk - Hörfunk freier Mitarbeiter: Moderation und Konzeptgestaltung von Hörfunksendungen für Ö1
1983 Hohenems Erstes Österreichisches Liedfest: Veranstaltungsorganisation und Organisation des Komponistenstammtischs der IGNM gemeinsam mit Thomas Pernes
1984 Grenzzeichen, Breitenbrunn: Organisation des Symposions und Workshops
1986 seitdem Kollaborationen mit Mia Zabelka

Auszeichnungen
1969 Jugendkulturwoche Innsbruck 25. Jugendkulturwoche: Kulturwochenpreis
1981 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Kompositionsstipendium
1982 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Elektronikpreis
1987 Stadt Wien Kompositionspreis
1991 Montreal Festival: Prix Electro-Clips
Stadt Wien Dr.-Karl-Renner-Preis

Stilbeschreibung

So unterschiedlich die musikalischen Medien und Genres sind, derer ich mich bediene (Kammermusik, Elektroakustik, Improvisationsensembles), zieht sich durch mein Schaffen die Idee, daß die ausführenden Musiker in unterschiedlich hohem Maße die Erscheinungsform eines Werkes in der Aufführung mitbestimmen. Viele meiner Partituren sind als Mobiles angelegt, in anderen haben die Mitwirkenden pro Takt bis zu vier Alternativen, unter denen sie auswählen können. Zahlreichen Stücken liegt eine besondere Spiel-Situation zugrunde. In jedem Falle kommt es darauf an, daß alle Mitwirkenden möglichst spontan - im vorgegebenen Rahmen - auf die entstandene musikalische Situation (in elektroakustischen Stücken auch auf vorgegebene klangliche Strecken, die nicht unbedingt variabel angelegt sind) reagieren: Die Notate stellen dabei ein Reservoir dar, aus dem sich die Musiker bedienen sollen. Die Notation erfolgt dabei in Varianten zwischen herkömmlichen Systemen bis zur Grafik.

 

Für die Kompositionen der ersten Periode bis 1972 habe ich eine Notenschrift entwickelt, in welcher die Noten einer Phrase durch einen Balken verbunden werden, dessen Stärke die relative Dynamik angibt, während die relativen Dauern (nicht als Vielfache eines Grundwertes, sondern wiederum variabel) durch Zusatzbalken dargestellt werden. Die Tonsprache ist unterschiedlich - zwischen freitonal und gleichsam serieller Organisation, wobei auch oft theatralische Elemente einkomponiert sind. Aus der Beschäftigung mit traditioneller Musik aus aller Welt ergaben sich manchmal Einflüsse außereuropäischer Musiksysteme. Das Streichquartett 'Faire ses adieux' ist mikrotonal angelegt. Der achtteilige Zyklus 'Auf dem Wege ...' basiert auf den Erfahrungen der musiktherapeutischen Wirkung von Klängen von Gongs und Röhrenglocken und soll mit den langen Dauern der Stücke eine meditative "Hör-Schulung" bieten.

 

Giselher Smekal, 1997

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Giselher Smekal. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/64936 (Abrufdatum: 9. 8. 2020).