Impresa Omonèro

Werktitel
Impresa Omonèro
Untertitel
Gedanken (ver)MISCHEN. Für Diskantzither
KomponistIn
Entstehungsjahr
2009
Dauer
9m
Genre(s)
Neue Musik
Gattung(en)
Sololiteratur
Besetzung
Soloinstrument(e)
Besetzungsdetails

Zither (1, Diskantzither)

Art der Publikation
Manuskript

Abschnitte/Sätze
Austeilen haal | Ziehen hinterfotzig | Paare ablegen hinterrux | Farbe bekennen fregiert

Beschreibung
"Omonéro ist das toskanische Synonym für „Schwarzer Peter“, eines der meist verbreiteten Kartenspiele für Kinder. Die Redewendung „jemandem den Schwarzen Peter zuschieben“ bedeutet, jemand anderen etwas Unangenehmes tun zu lassen, sodass dieser die Verantwortung tragen muss.

Der Name Schwarzer Peter erinnert möglicherweise an einen Zeitgenossen und Kumpan des Schinderhannes, den Räuber Johann Peter Petri, der auch unter dem Namen „der alte Schwarzpeter“ oder „Schwarzer Peter“ bekannt war.

Das älteste bekannte Schwarzer-Peter-Spiel stammt aus dem Biedermeier um 1830. Es besteht meist aus 31 Karten, nämlich dem Schwarzen Peter und 15 Kartenpaaren. Am Spiel können beliebig viele Spieler teilnehmen, zumindest aber zwei. Die Karten werden gemischt und gleichmäßig an die Spieler verteilt. Nun beginnt das Kartenziehen: Der Spieler links vom Geber zieht nun aus dem Blatt seines linken Nachbarn eine Karte und steckt sie zu seinem Blatt. Kann er mit dieser Karte ein Paar bilden, so legt er dieses ab. Dann ist der linke Nachbar an der Reihe und spielt in gleicher Weise. Auf diese Art setzt sich das Spiel solange fort, bis alle Paare abgelegt und einem Spieler als einzige Karte der Schwarze Peter in der Hand bleibt.

Dieser Spieler ist Schwarzer Peter und erhält die vereinbarte Strafe, wie etwa einen schwarzen Punkt auf Stirn, Nase oder Wange.

„Impresa“ (ital.) bedeutet so viel wie „Unterfangen“, „Unternehmung“ und soll auf die Vielschichtigkeit dieses Werkes hinweisen. Manuela Kerer spielt darin mit verschiedenen Zahlen wie 31, 2 oder 15 ebenso wie mit verschiedenen ideellen Verwebungen des Gedankens des „jemand anderen etwas Unangenehmes tun zu lassen, sodass dieser die Verantwortung tragen muss“. Zu diesem Zwecke vereinte sie in den sechs Sätze (die idealerweise attacca gespielt werden) verschiedene Südtiroler Synonyme für „hinterhältig sein“ mit Teilen des Schwarze-Peter Spiels und setzte die so verwebten Gedanken abstrakt in ihre Tonsprache um. Sie befasste sich intensiv mit dem Instrument der Zither, „quälte“ dazu das Instrument ihrer Schwester und versuchte, neue Klangfarben mit altbewährten zu mischen. Immer wieder verstecken sich neue Tonnuancen im Tonmaterial, der „Schwarze Peter“ oder ein „Hinterfotziger“ lassen sich vereinzelt blicken, nehmen teilweise gar Überhand und ziehen sich wieder zurück, bevor sie am Ende ins Nichts verschwinden. Kerer erhebt einen hohen Anspruch: Neue Klänge sollen gesucht aber auch versteckt werden, denn

Im Versteck hustet man nicht."
Manuela Kerer

Auftrag & Widmung: Martin Mallaun

Uraufführung
September 2010 - Schwarz
Veranstaltung: Klangspuren Schwaz
Mitwirkender: Martin Mallaun