Hauptsache, der Komponist ist tot
8 Nachspiele für Ensemble
KomponistIn: Schmidinger Helmut
Entstehungsjahr: 2012
Dauer: 20m
Genre:
Gattung:

Hauptsache, der Komponist ist tot - 8 Nachspiele für Ensemble

Besetzungsdetails

Orchestercode:  1/1/1/1 - 1/0/1/0 - Perc - 1/1/1/1/1

Flöte (1), Oboe (1), Klarinette (1), Fagott (1), Horn (1), Posaune (1), Perkussion (1), Violine (2), Viola (1), Violoncello (1), Kontrabass (1)

Publikation

Art der Publikation:  Verlag

Weiterführende Informationen

Das Stück beginnt mit einem H, wie „Hauptsache, der Komponist ist tot“ – eine Assoziation zum „Todeston“ der Marie in Alban Bergs Wozzeck ist unvermeidlich. Auch die Instrumentierung dieses Tones greift tief in den Fundus der Musikgeschichte: „Wenn vom Tod gesprochen wird, werden die Herren Posaunisten bemüht …“ mokiert sich Hanns Eisler über die illustrative Instrumentation im Rosenkavalier von Richard Strauss.

Ebenso liegt die Wahl der Zahl 8 in ihrem historischen, zahlensymbolischen Kontext begründet: Die 8 als Zahl des glücklichen Neubeginnens (mit dem 8. Tag beginnt eine neue Woche) und als Symbol der Auferstehung. Die liegende 8 schließlich ist das Zeichen für Unendlichkeit.

Und damit kommt über den Untertitel die Hoffnung in das Werk.

Das musikalische Kompositionstechniken, die die Unendlichkeit darzustellen versuchen, wie zum Beispiel der Kanon, konstitutives Element der musikalischen Textur sind, versteht sich von selbst. Auch die zahlreichen Triller und Tremoli sind Techniken, um Klänge gleichsam in die „Unendlichkeit“ zu verlängern.

„Das wird ein Nachspiel haben“ – was Vielen wie eine Drohung klingt, ist Musik in den Ohren der Komponisten: Ihre Musik wird ein Nachspiel haben – im Idealfall über den Tod hinaus. Daher ist dieses Werk hoffnungsvoll als ein Zyklus von 8 Nachspielen angelegt, die bis auf eine Ausnahme attacca ineinander übergehen.

Das Fade-out am Ende des Stückes ist kein Beleg der Unfähigkeit des Komponisten ein Ende zu finden, sondern Ausdruck klanggewordener Hoffnung auf ein  „Postludium ad infinitum“ …

 

(zit. n. Juli 2014)

Uraufführung

Jahr:  2012
Datum:  17. Dezember 2012
InterpretIn:  Keuschnig Peter
Band/Ensemble:  Ensemble Kontrapunkte