Andrzej Dobrowolski
Genre:

Dobrowolski Andrzej

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1921
Geburtsdatum:  9. September 1921
Geburtsland: 
Todestag:  8. August 1990
Sterbeort:  Graz
Nationalität: 

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1945 - 1951

Musiktheorie (Stefania Lobaczewska)

1950

Diplom

1957

Konservatorium Warschau: Unterricht bei Stefan Belina-Skupiewski

Konservatorium Warschau: Unterricht bei Ludwik Kurkiewicz

Konservatorium Warschau: Unterricht bei Bronislaw Rutkowski

Komposition

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1947

pädagogische Tätigkeit

1954

Musikhochschule Warschau: Dozent für Komposition und Musiktheorie

1954 - 1969

Polnischer Komponistenverband: Generalsekretär

1954 - 1969

Mitbegründer des Festivals

1954 - 1969

Mitarbeiter des experimentellen Studios für elektronische Musik

1975

Gastprofessur

1976

ordentlicher Professor

1979

Leiter der Abteilung für Komposition, Musiktheorie und Dirigentenausbildung

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt

Belgrader Rundfunk: Studio für Elektronik

Krakauer Frühling der jungen Musiker

Posener Frühling

Aufführungen in zahlreichen Ländern Europas, in Asien und Amerika

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person

Volkskapelle

Polnischer Komponistenverband

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1971

Polnisches Kulturministerium: Preis für hervorragende künstlerische Errungenschaften

1972

Polnischer Komponistenverband: Preis für das Gesamtbild seiner Tätigkeit

1990

Johann-Joseph-Fux-Preis

Stilbeschreibung

Die "Acht Studien für Oboe, Trompete, Fagott und Kontrabass" (1958/1959) sind der erste und einzige Versuch, die Technik der totalen Serialisation anzuwenden. Das erste Stück ist noch in der klassischen dodekaphonischen Technik geschrieben, in dem zweiten ist die serielle Manier nur intuitiv nachgeahmt, in den nächsten dagegen ist die serielle Technik streng durchgeführt. Der Tonhöhenreihe sind andere Elemente wie Rhythmus, Dynamik, Klangfarbe usw. untergeordnet, jedoch werden niemals alle Elemente gleichzeitig durch die Reihe determiniert.
Die Solostimme der "Musik für Tonband und Oboe solo" (1965) basiert auf einer Zwölftonreihe, deren Konstruktion auf einige Fragmente des Tonbandparts projiziert wird. Die Idee des Werkes war, den originalen Oberklängen deren Transformationen gegenüberzustellen und die Raummöglichkeiten auszunützen, die bei der Aufstellung der Lautsprecher an beiden Seiten der Estrade und des Solisten in der Mitte entstehen.
Nach Kompositionen, in denen die Möglichkeiten der räumlichen Klangwirkung ebenso eingesetzt werden wie die Effekte, die aus einer Verbindung der instrumentalen mit der elektronischen und konkreten Musik entstehen, ist die "Musik für Orchester Nr. 1" (1968) in Anlehnung an eine Zwölftonreihe für eine traditionelle Orchesterbesetzung geschrieben. Bestimmend sind drei Elemente: heterophone Durchgänge umspielter Töne; Motive, aus Gruppen sich wiederholender Töne gestaltet; Clusters von bewegter Innenstruktur, die meistens den Hintergrund für die restlichen Ton- und Akkorddurchgänge bilden.
Ähnlich wie in "A-LA. Musik für Orchester Nr. 4" (1974) und der "Musik für gemischten Chor, zwei Bläsergruppen, Kontrabässe und Schlagzeug" (1975) ist auch in der "Musik für drei Akkordeons, Mundharmonika und Schlagzeug" (1977) die räumliche Gestaltung des Klanges von großer Bedeutung, ja sogar eines der formbildenden Elemente. Das räumliche Geschehen spielt sich zwischen den drei als Scheitel eines gleichschenkeligen Dreiecks plazierten instrumentalen Gruppen ab. Es gibt drei Grundarten der räumlichen Wirkung: 1. Kontinuierliches Durchgehen des Klanges von einer Gruppe zu einer anderen, 2. Ansatz eines Klanges in einer der Gruppen und sein Ausklingen in einer anderen, 3. hoquetusartiges Dialogisieren zwischen verschiedenen Gruppen.
Während in den früheren Werken der Tonbandpart auf "konkretem" Klangmaterial basierte, ist er in der "Musik für Tonband und Baßklarinette solo" (1980) rein elektronisch.
Gegen die Verbindung der Musik mit Sprache habe ich immer eine gewisse Abneigung empfunden. Der einzige Weg, der mir auch für "Flüchten. Musik für Kammerensemble und einen Sprecher" (1986) richtig erschien, war, aus den zwei verschiedenen, unabhängigen Qualitäten Musik und Literatur eine ganz neue dritte, selbständige Qualität zu schaffen. Der gesprochene Text sollte keine subjektiven Gefühle, sondern Ereignisse schildern, die an der Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum, zwischen Realität und Abstraktion liegen. Die Musik müßte als Kontrapunkt zum Text wirken, manchmal aber den Text "homophonisch" unterstützen. Die "Passacaglia für TX 816" (1988/1989) ist das erste Stück, das ausschließlich mit digitaler Technik realisiert wurde. Die mikrotonale Skala basiert auf der Zuordnung eines bestimmten Werts für die Tonhöhenbeugung zu jedem Ton einer temperierten Zwölftonskala.

 

Andrzej Dobrowolski, Zusammenstellung aus Programmtexten