Josef Friedrich Doppelbauer
Genre:

Doppelbauer Josef Friedrich

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1918
Geburtsdatum:  5. August 1918
Geburtsort:  Wels
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Todestag:  16. Januar 1989
Sterbeort:  Salzburg
Nationalität: 

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt

erster musikalischer Unterricht durch den Bruder (Rupert Doppelbauer)

1929

Unterricht

1930

Unterricht

1938

Matura

1938 - 1940

Komposition

1938 - 1940

Unterricht bei Franz Illenberger

1938 - 1940

Unterricht bei Wolfgang Grunsky

1939

Diplom in Komposition

1940

Diplom

1954 - 1956

Musikerziehung (Anton Dawidowicz)

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1947 - 1957

Stadtpfarrkirche Wels: Chorleiter und Organist

1951

Bachchor Wels: Reorganisation

1957 - 1960

Theorielehrer

1960 - 1988

Professor für Orgel und Komposition

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt

 

diverse Aufführungen unter anderem in Graz, Brixen, Münster, Speyer etc.

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person

Salzburger Metropolitankapitel

Brixener Initiative Musik

Brixener Kirche

Grazer Domkapitel

Kirchenmusikschule Münster

Orgelbau Klais

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1955

Goldmedaille "Pro arte et scientia"

1957

Orgelimprovisationswettbewerb St. Florian: Erster Preis

1958

Internationaler Kompositionswettbewerb Gent: Erster Preis

1960

Internationaler Kompositionswettbewerb zur 900-Jahr-Feier des Domes in Speyer: Erster Preis

1966

Förderungspreis

1967

Staatspreis

1972

Anton-Bruckner-Preis

1978

Komturkreuz zum Sylvester-Orden

1982

Ehrenkreuz 1. Klasse für Kunst und Wissenschaft

1986

Pontificio Instituto die Musica Sacra Rom: Ehrendoktorat

1987

Große Silberne Medaille

1988

Goldene Verdienstmedaille

Internationaler Kompositionswettbewerb Haarlem: Erster Preis

zahlreiche Arbeitsstipendien

Stilbeschreibung

Für mich ist, wie für Hindemith, die Tonalität in der menschlichen Gehörsdisposition verankert. Bestärkt wurde ich in dieser Annahme durch die Beobachtung der außereuropäischen Folklore. Man behauptet in manchen Kreisen, daß Tonalität nur eine Hörkonvention sei. Diese behavioristische Behauptung wird durch die Erfahrung und Analyse außereuropäischer Folklore weitgehend eingeschränkt. [...]
Die bei vielen Komponisten feststellbare Suche nach einem eigenen System ist nichts als die unbewußte Suche nach einem dritten Weg zwischen den Polen Tradition und Progressismus. [...] Sieht man näher zu und befreit man sich aus der resignierenden Haltung, so erkennt man, daß nicht das Tonmaterial, sondern unsere auf der Fiktion der gleichschwebenden Temperatur beruhende Theorie erschöpft ist. [...] Gibt man die Basis der gleichschwebenden Temperatur auf, so öffnet sich ein weites, noch vielfach unerforschtes Gebiet von Tonbeziehungen, beruhend auf Feinstufen, die aber zum Unterschied von mechanischen Aufteilungen in Vierteltöne vom Ohr ganz genau erfaßt werden können. [...]
Mein eigener Weg zu solchen Gedankengängen führte über die A-cappella-Chormusik, denn in ihr kann man einschlägige Erfahrungen machen. Es gibt in der modernen Chorliteratur Stellen, die sich durch die herkömmlichen Theorien nur unzulänglich erklären lassen. Als Organist wurde ich außerdem dauernd mit dem Problem der temperierten Stimmung der Grundregister und der nichttemperierten der Obertonregister (Aliquote) konfrontiert. Dieser "dritte Weg" ebnet nicht ein, sondern differenziert weiter.

 

Josef Friedrich Doppelbauer in: Josef Friedrich Doppelbauer zum 60. Geburtstag. Leben, Werk und Wollen. Der Orgelkomponist. Grundsätze und Ausblicke. Werkverzeichnis. - Wien/Altötting: Doblinger/Coppenrath, 1978