Mathias Fuchs
Genre:

Fuchs Mathias

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1956
Geburtsdatum:  20. Oktober 1956
Geburtsort:  Erlangen
Geburtsland: 
Nationalität: 

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1982 - 1985

Elektronische Musik

1982 - 1985

Elektronische Musik

1983

Diplom in Informatik (Heinz Zemanek)

1987 - 1988

Komposition (Lars Gunnar Bodin)

1987 - 1988

Komposition

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1985

freier Mitarbeiter in den Bereichen Wissenschaft, Kunstradio, Kulturjournal

1992

Projektleiter Medienstudio

1995

Lehrauftrag

Lehrkanzel für Kommunikationstheorie

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1994

Utopia

Fylkingen

Galerie Theuretzbacher

ISEA

Muu Galleria

Wien Museum Karlsplatz

zahlreiche Aufführungen, u.a. in Turku, Budapest, Norwich, Kairo

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1987

Auslandsstipendium für Stockholm

1988

Stipendium

1993

Stipendium zum Thema "Migration", Klangbewegung in Raum und Zeit

1996

Atelierstipendium für Fujino, Japan

Stilbeschreibung

Mein kompositorisches Hauptinteresse liegt in der Untersuchung des musikalischen Entwicklungspotentials am Schnittpunkt von sorgfältig präpariertem Material mit spontan entstandenen Strukturen. Das Stück "Gangart", das ich 1986 für eine Aufführung in einer Reithalle geschrieben habe, setzte in diesem Sinne rhythmisch-räumlich komponierte Musik vom Tonband gegen die Live-Klänge, die die Performer erzeugten. Es waren dies vier berittene Schlagzeuger und zwei Perkussionisten zu Fuße, die sich nach einer Partitur auf der Reitbahn zu bewegen hatten und dabei freischwebend montierte Klangkörper passierten, die sie mit verlängerten Schlägeln anschlugen. Während Tonband und Bewegungslinien der Reiter einer genauen Partitur folgten, schlich sich durch die unmittelbare Reaktion von Reitern und Pferden auf das klangliche Geschehen eine Erlebnisebene unberechenbarer Art in die Musik. Ein anderer Aspekt musikalischer Kommunikation beschäftigt mich ebenfalls seit Jahren: In einer Reihe von Projekten wurden die Möglichkeiten erprobt, musikalisches Material am Netzwerk zu kommunizieren. Dabei kann es sich um den Austausch oder die gemeinsame Einrichtung klanglichen Grundmaterials handeln, wie auch um die konzertante Aufführung räumlich getrennter Instrumentalisten, die nur vermittels eines Netzes verknüpft sind. Im Projekt "Gaia" (ars electronica '89) und "Geometrie des Schweigens" erarbeitete ich gemeinsam mit Roy Ascott Modi des Klangaustausches zwischen Kommunikationspartnern, die über 1000 km voneinander entfernt waren, im elektronischen Raum aber gemeinsam tele-präsent zusammenwuchsen. Für das Projekt "Entrée/Sortie" tauschten 15 Musiker aus neun Ländern ein musikalisches Grundvokabular aus, bevor sie sich an Teilkompositionen eines Radiostückes machten. Die jüngste Arbeit im Feld der Telemusik stellt die Installation "Hausmusik" dar, die 1993 in Wien und München gezeigt wurde. Börsendaten eines kommerziellen News-Lieferanten wurden vom Modem empfangen, interpretiert und in real-time in Klangereignisse umgesetzt. Die wirtschaftlichen Prozesse des Welthaushaltes sollten somit zu den Prozessen einer Haus-Musik werden, die von Roboterinstrumenten (Geige und MIDI-Piano) exekutiert wurde.

 

Mathias Fuchs 1994