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Lichtfuss Martin

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 3 Stücke - für Tenorsaxophon und Klavier 2013 14m
2 ReCycle für Holzbläserquintett 2011 ~11m
3 In Nuce für Orchester 2008 ~1m
4 K*tzbühel - eine Patriotische Huldigung 2008 ~15m
5 Trilogie für Violoncello und Klavier 2006 ~16m
6 Adieu für kleines Orchester 2004 ~ 14m
7 3 Stücke für Orgel 2003 ~6m 30s
8 Mobile für 5 Flöten 2002 ~ 10m
9 Auf dem Kratzbaum (pfiffige Geigenstücke für Junge Leute) 2002 - 2003
10 Rhapsodie I für Alt, Violine und Akkordeon 2002 ~6m
11 Rhapsodien I & II für Sopran und Viola d'amore 2002 - 2003 ~15m
12 4 Stücke für Violoncello und Akkordeon 2001 ~ 12m
13 Entartung 2000, 3 Ab-Reaktionen für Flöte und Gitarre 2000 ~ 13m
14 Earobics für Orchester 2000 ~ 12m
15 Messe nach Psalmentexten 1999 ~ 30m
16 Toccata für Orgel aus der Psalmenmesse 1999 ~3m
17 Straightforward II für Klavier 1999 5m 20s
18 Monumentum für H. für Klavierquintett 1998 ~8m
19 Hände. Drei Meditationen für Orgel nach Skulpturen von Auguste Rodin 1996 ~ 18m
20 5 Chansons nach H.C.Artmanns "Aus meiner Botanisiertrommel" 1994 ~ 9m
21 Straightforward für Streichorchester 1994 ~ 13m
22 2 Porträts für Flöte und Harfe 1992 ~ 7m 30s
23 Rotationen für Blechbläserquintett 1992 8m 30s
24 Konzert für Orchester 1992 ~ 28m
25 Interferenzen für Soloklarinette und 15 Spieler 1987 ~ 32m
26 Schauspielmusik zu Ibsens Peer Gynt 1985 ~ 20m
27 Schauspielmusik zu Schillers Kabale und Liebe 1985 ~ 17m
28 An Eurydike für Streichorchester 1984 ~ 19m
29 11 Minuten für Klavier 1983 ~ 11m
30 Kafka - Fragmente für Sprecher, Bariton, Chor, Orchester und Synthesizer 1983 ~ 28m
31 Tête-à-tête für zwei Flöten 1982 13m
32 Sonate für Violine und Klavier 1982 ~ 17m
33 Suite für Orgel 1982 ~ 12m 30s
34 Epilog für Flöte und Klavier 1982 ~ 7m 30s
35 An Eurydike für Streichquartett 1981 19m
36 Drei Aspekte für Blechbläserquintett 1981 10m
37 Vier Stücke für Klarinette, Trompete, Klavier und Schlagzeug 1980 ~ 18m
38 Fantasie für Orgel 1979 ~ 10m

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1959
Geburtsdatum:  3. Mai 1959
Geburtsort:  Innsbruck
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Nationalität: 

Nach umfangreichen Studien am Tiroler Landeskonservatorium und an der Wiener Musikuniversität (Komposition, Dirigieren) sowie an den Universitäten Innsbruck und Wien (Germanistik) erwarb sich Martin Lichtfuss im Laufe von 10 Jahren als Dirigent an mehreren Theatern in Deutschland und Österreich umfassende praktische Erfahrungen. 1995-2005 leitete er am Tiroler Landeskonservatorium die Abteilung I für Musiktheorie/Musikleitung sowie eine Klasse für Komposition. 2005 wurde er als Professor für Tonsatz/Komposition an die Wiener Musikuniversität berufen.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1965
1977 - 1980

Dirigieren

1980

Reifeprüfung (mit Auszeichnung)

1980 - 1987

 Germanistik und Anglistik

1980 - 1987

Germanistik, Anglistik

1980 - 1987

Chorleitung

1980 - 1987

Dirigieren

1980 - 1987

Komposition

1984

Diplomprüfung Dirigieren (mit Auszeichnung)

1985

Diplomprüfung Chorleitung und Komposition (mit Auszeichnung)

1987

Promotion Dr.phil. (Wendelin Schmidt-Dengler)

2003 - 2004

Management-Center Innsbruck: Allegro-Fortbildungsprogramm für Musiker im Managementbereich

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1985 - 1989

Kapellmeister, Chordirektor, Stellvertreter des Musikdirektors

1989 - 1993

1. Kapellmeister

1993

Herausgabe der kritischen Urtextedition von Karl Millöckers "Bettelstudent"

1993 - 1995

Staatstheater Braunschweig: Erster koordinierter Kapellmeister

1995

Professur und Leitung der Abteilung I

1995 - 2006

Unterrichtstätigkeit Komposition und Musiktheorie (Tonsatz, Formlehre/ Musikanalyse, Musikgeschichte des 20. Jhdt.)

1996 - 2001

Lehrauftrag

2005

seither Professur für Tonsatz/Komposition am Institut für Komposition und Elektroakustik

2008 - 2010

Leiter des Institut 1 für Komposition und Elektroakustik

2008 - 2013

Obmann

2014

Vorstandsmitglied

2016

Vorstandsmitglied des ECSA (European Composers' and Songwriters' Alliance)

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1983

Arbeitsstipendium für Komposition

1984

Würdigungspreis

1984

Stipendium

1985

Förderungspreis für Komposition

1986

Kulturabteilung: Erster Preis für Komposition für

1988

Staatsstipendium für Komposition

1989

Johann Wolfgang von Goethe-Stiftung, Basel: Theodor Guschlbauer-Stipendium

Stilbeschreibung

Mit meiner Musik fühle ich mich nicht einer bestimmten Ideologie verpflichtet; vielmehr ist die Fülle an musikalischen Sprachen, an Ausdrucksformen, an aktuellen Kompositionstechniken die wichtigste Grundlage meiner musikalischen Phantasie.
Ich versuche, mir durch Einbeziehung verschiedenster musikalischer Tendenzen unserer Zeit ein breit gefächertes Ausdrucksspektrum zu erschließen und so meiner Musik ein möglichst abwechslungsreiches Profil zu geben. Dabei geht mir stets darum, eine einheitliche musikalische Sprache zu verwirklichen. Diese ist häufig von tänzerischer Rhythmik erfüllt, der immer wieder ametrische Klangfelder gegenüberstehen; und wenn die Harmonik meist tonal ist, so kippt sie doch immer wieder ins Atonale.
Mein primäres Ziel ist es nicht, noch nie da gewesenes "Neues" hervorzubringen; stattdessen bemühe ich mich, das Spannungsfeld klanglicher Möglichkeiten zwischen einfachen Dreiklängen und scharfen Dissonanzen oder Clustern, zwischen einstimmiger Melodik und komplexer Polyrhythmik, zwischen traditioneller Tonerzeugung und experimentellen Spielweisen bekannter Instrumente bis hin zum Einsatz elektronischer Klänge zu erforschen. In der unerschöpflichen Vielfalt möglicher Synthesen unterschiedlicher Elemente und Strömungen liegt für mich das Neue, Spannende aktueller Kunst.
Wenn man danach strebt, das unendliche Spektrum an Möglichkeiten Neuer Musik in seiner ganzen Vielfalt abseits ideologisch festgefahrener Positionen einzufangen, und wenn man bemüht ist, zwischen gegensätzlichen, einander ausschließenden musikalischen Standpunkten zu vermitteln, so gerät man unweigerlich in Gefahr, eingeschworene Zielgruppen zu verfehlen und "zwischen allen Stühlen" zu sitzen.
Genau dieser Platz ist es, der mich interessiert. 

 

Martin Lichtfuss, 2011

Pressestimmen

22. November 2004

Adieu für kleines Orchester: Martin Lichtfuss wollte sein 15-minütiges "Adieu für kleines Orchester" als Versuch verstanden wissen, sich von seelisch belastenden Erfahrungen freizuschreiben. Dieser Versuch des introvertierten Lichtfuss hätte nachhaltiger nicht ausfallen können. Das Freischreiben gelang mit aller massiven Klanglichkeit und intimen Zärtlichkeit ebenso wie mit sinnlicher Leidenschaft und impulsiven Gestus. Lavierend zwischen tonal und atonal, im Wechsel von Klangentladungen und kleinen Inseln der Entspannung, lässt er, wie im wirklichen Leben, Stimmungen unvorhersehbar kippen und deutet luzid seelische Lichtblicke an, die zu erreichen man sich nie sicher sein kann. 

Tiroler Tageszeitung (Markus Hauser) 

 

15. April 2000

Musik zu zweit: Seinen Aktuellen politischen Unmut äußert Martin Lichtfuss in "Entartung 2000 - Drei Abreaktionen für Flöte und Gitarre". Die drei Töne F, E und H unterwirft Lichtfuss einer Fülle von spannenden, rhythmischen, dynamischen und artikulatorischen Gestaltungsprozessen. Das Ergebnis - wilde Gegensätze, intensive Lebendigkeit, aber aber auch berührende Zärtlichkeit - hinterließ nachhaltigen Eindruck. 

Tiroler Tageszeitung 

 

24. September 1993

Martin Lichtfuss komponierte nun speziell zum 100. Geburtstag des Innsbrucker Klangkörpers ein "Konzert für Orchester", das bei seiner Uraufführung vorerst einmal am regionalen Musikhimmel als Kometenschweif aufleuchtete. [...] Lichtfuss legte [...] eine technisch extrem aufwendige und rhythmisch vertrackte Partitur vor. Der Umsetzung [...] widmeten sich das Orchester und sein Chefdirigent Kasper de Roo aber mit höchster Konzentration und brillianten instrumentalen Leistungen. [...] Der Klangfarbenreichtum des Werkes - die Auswirkung einer exzellenten Instrumentation - schließt auch aufrauhende bis verspielte elektronische Effekte ein. Lichtfuss gibt den Musikern ausreichend Gelegenheit zum "Konzertieren", zu Dialogen, aber auch zu Gegenreden. 

Tiroler Tageszeitung (Rainer Lepuschitz) 

 

1990

Kafka-Fragmente: Eine Komposition, die beeindruckt, denn Lichtfuss weiß das frei- und atonale Klangmaterial geschickt mit dem Inhalt der Fragmente zu verbinden, setzt den Fragmentcharakter der Texte in Komposition um, ohne dadurch unnötige Brüche zu erzeugen oder zu versuchen, die chiffrierten Worte in eine adäquat-apakryphe Tonsprache umzusetzen. [...] Lichtfuss verleugnet auch seine persönliche Sicht nicht [...] und versteht es, überzeugend (und verantwortungsvoll) mit dieser Subjektivität zu operieren. Lichtfuss' "Kafka-Fragmente" [...] sind ein seltener Glücksfall der modernen Musik. 

Österreichische Musikzeitschrift (Christian Baier) 

 

17. Mai 1990

Kafka-Fragmente: Schon im instrumentalen Prolog zeigt sich Lichtfuss als außergewöhnlich musikalischer und technisch versierter Komponist. [...] eine bemerkenswerte Uraufführung. 

Tiroler Tageszeitung (Albert Seitlinger) 

 

15. Februar 1990

An Eurydike: Am Beginn als gewichtigstes Werk des Abends "An Eurydike" von Martin Lichtfuss, eine Art Streichersymphonie in drei Sätzen von starker Ausdruckskraft, eine bohrende Musik, hinter der sich graue Angst zu verbergen scheint. Das Publikum hat das Stück verstanden und zollte dem als überlegenen Dirigenten des Abends agierenden Komponisten herzlichen Beifall. 

Kronenzeitung (Balduin Sulzer)

Kontakt, Links

Sprache:  Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
E-Mail :  martinatlichtfuss [dot] at
Website:  www.lichtfuss.at
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