Djahan Tuserkani
Genre:
Instrument: Klavier

Tuserkani Djahan

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 "Slowenen, Partisanen, Hochverräter." - Musik zum Dokumentarfilm 2006 16m
2 Stein der Weisen - Oper 2003 ~ 1h
3 Yankee(istan) - Kulturlose Zerstörung 2003
4 Der Untergeher 2002 variable Dauer
5 Trilogie "Kritische Ästhetik" 2001 ~ 17m
6 Lieder der Revolte VI - Composition in progress - Musikalische Kommentare der politischen Ereignisse in ständiger Fortsetzung 2000 variable Dauer
7 F-Phonie - Musiktheater 1999 ~ 18m
8 Aegritudo II für Markus O. - Musiktheater Neubearbeitung 1999 19m 43s
9 Klanggesetz - Musiktheater 1999 - 2000 9m 36s
10 Orientalisch-feministische Kammersymphonie - Musiktheater 1998 ~ 12m
11 Solutio - Musiktheater 1996 variable Dauer
12 Ihr Lumpen 1996 ~ 6m
13 Fasciophonie II 1995 - 2000 ~ 16m
14 Hure Welt - Taschenoper 1995 - 1997 variable Dauer
15 Pornophonie II 1995 ad libitum
16 Meine Generation 1995 ~ 12m
17 Hommage für "RHR" 1995 - 1996 ad libitum
18 Tragiphonie - Fragen nach Tschernobyl - Musiktheater 1993 19m 36s
19 Trilogie Fasciophonie I 1993 - 1994 ~ 20m
20 Im Namen der Liebe 1993 ~ 6m
21 Lieder der Revolte V - Composition in progress - Musikalische Kommentare der politischen Ereignisse in ständiger Fortsetzung 1990 - 2000 variable Dauer
22 Exercitatio - Mitternachtsspiel - Elegie für Strassenkinder 1989 ~ 5m
23 Resistance 1988 ~ 14m
24 Gott I - Musiktheater 1986 ad libitum
25 Homo Instrumentalis II 1985 ~ 8m
26 Bolivianisches Tagebuch 1982 49m
27 Lux et Calligo 1981 ~ 45m
28 Lieder der Revolte IV - Composition in progress - Musikalische Kommentare der politischen Ereignisse in ständiger Fortsetzung 1980 - 1990 variable Dauer
29 La guerre 1980 ~ 6m
30 Homo Instrumentalis I - Musiktheater, Sekundennotation 1979 - 1980 ~ 12m
31 Nostalgie der Gefangenen II 1979 16m
32 Musik für Nicht-Musiker 1978 variable Dauer
33 Nostalgie des Gefangenen I 1977 11m
34 Spiel und Bewegung 1975 1h 5m
35 Vocis Imago für ein paar leere Schuhe 1973 ~ 6m
36 Anklage 1967 - 1968 ~ 7m
37 Exercitatio - Nachmittagsspiel 1965 ~ 10m
38 Drei Miniaturen - Musiktheater 1964 3m
39 Aegritudo 1961 ~ 48m
40 Lieder der Revolte II - Composition in progress - Musikalische Kommentare der politischen Ereignisse in ständiger Fortsetzung 1960 - 1970 variable Dauer
41 Nomade 1958 variable Dauer
42 Lieder der Revolte I - Composition in progress - Musikalischer Kommentar der politischen Weltereignisse in ständiger Fortsetzung 1956 - 1960 variable Dauer
43 Apokalyptischer Choral

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1936
Geburtsdatum:  10. Juli 1936
Geburtsort:  Teheran
Geburtsland: 

1936 in Teheran geboren, 1958 Diplom in Klavier, Begleitung und Harmonielehre, 1959 Freier Mitarbeiter bei Radio und Television, 1960 aus politischen Gründen entlassen, inhaftiert, gefoltert, 1964 Emigration nach Österreich, 1965-1975 Studium an der Hochschule für Musik Wien bei Alfred Uhl, Roman Haubenstock-Ramati (Komposition), Paul Kont (Medienkomposition) und Dieter Kaufmann (elektroakustische Musik), seit 1975 freischaffender Komponist, ab 1980 Instrumentalunterrricht an einem Wiener Gymnasium

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt

erster Klavierunterricht mit neun Jahren

Studien Harmonielehre während der Gymnasialzeit am Konservatorium

Studien Korrepetition während der Gymnasialzeit am Konservatorium

Studien während der Gymnasialzeit am Konservatorium

1965 - 1975

Elektroakustik

1965 - 1975

Komposition

1965 - 1975

Komposition

1965 - 1975

Medienkomposition

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1959 - 1961

freiberuflicher Gestalter von musikalischen Jugendprogrammen bei Rundfunk und Fernsehen

1961

Inhaftierung aus politischen Gründen, nach der Freilassung Berufsverbot

freischaffender Komponist

Instrumentalunterricht an einem Gymnasium

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt

in Asien, Europa, Afrika und Südamerika

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1981

1. Preis

1997

Nominierung für die Weltmusiktage in Seoul

1998

Prof. Ivan Spassov Foundation Bulgarien: 2. Preis

1999

Auswahl der österreichischen Jury für die Weltmusiktage in Rumänien

2000

in Zusammenarbeit mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, 1. Preis

2003

Nominierung für die Weltmusiktage in Laibach

Stilbeschreibung

Musik war historisch eine von vielen Waffen im Dienst der Interessen der Mächtigen/Herrschaft. In der Moderne dient sie somit konsequenterweise den Interessen des sogenannten freien Marktes. In Anwendung der "Kritischen Ästhetik" gilt es, Musik so zu komponieren, dass sie auch als Mittel gegen Herrschaftsinteressen verstanden werden soll. Im Aufeinandertreffen von Terzen, die jeweils durch differenziertes Metrum getrennt sind, entsteht Reibung und Widerspruch. Diesen Klangkomplex definiere ich in Anlehnung an diverse Arten von "Ismen" - wie z.B. Barbarismus, Imperialismus, Impressionalismus, Bruitismus - als "Terzismus".

Djahan Tuserkani, 2004

Pressestimmen

18. März 2002

Auch Djahan Tuserkanis Chor-Klavier-Werk 'Fasciophonie II', gehaucht vom um die Anwesenden postierten Webernkammerchor, hätte mehr Ohren verdient. Es baute um die Hörer eine vokale Kathedrale aus Flächen, Glissandi und sequenzartig aufsteigenden Blöcken. Unmittelbar. Auratisch. Ohne jedoch Klangzuckerwatte zu werden.

Der Standard

3. März 2001

Sieger des Wettbewerbs ist der in Teheran geborene, aus politischen Gründen nach Europa emigrierte Komponist Djahan Tuserkani. Seine Vertonung des Minderheiten-Artikels unter dem Titel 'Das Klanggesetz' löst in vielschichtiger, die Moderne weitertragender Instrumentierung die Patina von einem Papier, das vor beinahe einem halben Jahrhundert zum Selbstverständnis einer offenen, Minderheiten berücksichtigenden Gesellschaft beitragen hätte sollen. Texte über Minderheitenrechte in der Monarchie sowie Verordnungen der Nazizeit verleihen dem Papier historische, in unsere eigene Gegenwart reichende Tiefendimension.

Salzburger Nachrichten (Mario Jandrokovic)

13. März 1997

Tuserkani widmet sein kompositorisches Schaffen dem Widerstand gegen Unrecht und Verfolgung, gegen Herrschaft und Unterdrückung. Tuserkani ist einer der engagiertesten Komponisten in Österreich. Verständlich ist, dass sein politisches Engagement ihn drängte, auch musikalisch neue Räume aufzusuchen, womit er sich nicht immer nur Freunde machte.

Radio Österreich 1 (Christoph Becher)

25. Oktober 1981

Effektvolle Klangergebnisse und optische Komponenten liessen das Stück 'Homo Instrumentalis' freilich zu einem Publikumserfolg werden.

Wiener Zeitung (Reinhard Krischbaum)

20. Oktober 1981

Denn: 'Jede Musik hat ihren Charakter, bedingt durch die Zeit und die Situation, in der sie entsteht. Ich kann heute keine 'Kantate der Liebe' schreiben, nur damit es schön klingt'. Daher dient die Musik Tuserkanis auch als Ausdrucksmittel der Pein, des geschundenen Menschen. Und das gibt ihr eine Dimension, weit über das rein Klangästhetische hinaus.

Kleine Zeitung Graz (Bernd Schmidt)