Edelweiss Alicia

Vorname
Alicia
Nachname
Edelweiss
erfasst als
KomponistIn
MusikerIn
InterpretIn
PerformancekünstlerIn
Genre
Neue Musik
Pop/Rock/Elektronik
Subgenre
Singer/Songwriter
Experimental/Intermedia
Folk
Indie
Alternative Folk
Performance
Acousticfolk
Instrument(e)
Akkordeon
Stimme
Ukulele
Gitarre
Geburtsort
Waidhofen/Ybbs
Geburtsland
Österreich

Alicia Edelweiss © Franz Kreis (They shoot music)

Alicia Edelweiss ist eine österreichisch-britische Musikerin mit Sitz in Wien. Sie begann ihre musikalische Karriere als Straßenmusikerin und machte sich im Alter von 19 Jahren dazu auf, für zwei Jahre durch ganz Europa zu reisen. Auf ihrer Suche nach Freiheit und Reisen ohne Geld entdeckte sie ziemlich bald ihre Leidenschaft und ihr Talent für Musik - damals ausschließlich mit einer Gitarre bewaffnet.

Nachdem sie sich für eine Weile in Portugal niedergelassen hatte, nahm sie ihre erste EP "I should have been overproduced" (2012) auf, drei Wochen nachdem sie überhaupt angefangen hatte, Songs zu schreiben [...]. Die 7-Track-EP war stark von der Anti-Folk-Bewegung in New York beeinflusst, die ihr den Mut gab, mit dem Songwriting zu beginnen. Während ihrer Zeit in Portugal begann sie auch Akkordeon zu spielen, was zu ihrem Markenzeichen werden sollte. Allmählich langweilte sie sich als Hippie-Singer-Songwriterin und beschloss, nach Wien zurückzukehren, um neue Arten der Aufführung und des Erzählens von Geschichten zu erkunden.

Während sie viel solo auftrat, war sie auch Teil der nomadischen Folk-Punk-Band "Old Trees" als Akkordeonistin für ihre Tourneen im Jahr 2015 und trat von 2016 bis 2020 der Band des Austro-Pop-Sängers "Voodoo Jürgens" bei.

2016 veröffentlichte sie ihr selbst aufgenommenes Debütalbum "Mother, how could you – a sick tragic comedy in 10 acts". Sie tourte alleine auf dem Balkan, in Österreich, Deutschland, Polen, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Portugal und arbeitete mit vielen verschiedenen Musikern, Darstellern und Zirkuskünstlern zusammen. Sie hat Performances wie "Komplett im Arsch - eine tragische Anti-Oper" (2016) oder "Ich bin eine Ballerina" (2018) gemacht, in denen sie Live-Musik, Tanz und Zirkuskunst kombiniert. 2018 wurde ein Dokumentarfilm über sie mit dem Titel "The Sound of Alicia Edelweiss" gedreht, der ihre Konzerte und Auftritte 1 1/2 Jahre lang verfolgte.

2018 wurde ihr Auftritt beim renommierten Popfest in Wien, begleitet von ihrer neuen Band für Cello und Violine, als "eine der berührendsten, intimsten und gleichzeitig unterhaltsamsten Aufführungen des gesamten Popfest" beschrieben. 2019 erschien ihr lang erwartetes erstes Studioalbum: "When I'm enlightened, everything will be better". Der Veröffentlichung folgte eine Tour durch Österreich, Deutschland und Slowenien, einschließlich einer Aufführung in der Elbphilharmonie in Hamburg und beim MENT Festival in Ljubljana. Diese Tour hätte sie auch nach Großbritannien, Italien und Peru geführt, wenn Corona nicht in die Quere gekommen wäre.
Verena Platzer (2021, eigene Übersetzung); nach: Alicia Edelweiss: About Alicia Edelweiss, abgerufen am 26.04.2021 [http://aliciaedelweiss.com/about/]

Stilbeschreibung

"Alicia Edelweiss' Musik bewegt sich im Großen und Ganzen im Spannungsfeld zwischen Anti-Folk im Stile von Acts wie MOULDY PEACHES, theatralischen Einflüssen und zunehmend auch traditionelleren Folk- und Songwriting-Stilen."
mica-Musikmagazin: ALICIA EDELWEISS im mica-Porträt (Ulrich Rois, 2019)

Auszeichnungen

2018 Österreichischer Musikfonds, Wien: Albenförderung (CD "When I am enlightened, everything will be better)

Tätigkeiten

2017–2018 Mitwirkung in dem Dokumentarfilm "The Sound of Alicia Edelweiss" (Regie: Wolf Morrison, 2018)
2019 Wiener Festwochen: Akkordeonbegleitung für den Film "Missing People" (Regie: Béla Tarr)

Mitglied in Band/Ensemble/Orchester
2015 Old Trees: Akkordeonistin, Sängerin (DIY Folk Punk)
2016–2020 Ansa Panier, Wien: Akkordeonistin, gemeinsam mit Voodoo Jürgens
2018–heute Alicia Edelweiss: Akkordeonistin, Sängerin, Ukulele; gemeinsam mit Matthias Frey (vl, voc), Lukas Lauermann (vc)

Aufführungen (Auswahl)

2019 Festival O-Töne, MuseumsQuartier Wien: Eröffnungskonzert
2020 Festival "Ganz Wien", Elbphilharmonie Hamburg (Deutschland): Gastspiel

weitere nationale Aufführungen u.a. im Radiokulturhaus Wien, Porgy & Bess Wien, Theater im Nestroyhof Wien, Grazer Orpheum, beim Wiener Volksstimmefest, Popfest Wien, beim Internationalen Jazzfestival Saalfelden, Intertonale in Scheibbs
europaweite Tourneen bspw. nach Deutschland, Polen, Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Portugal, Balkan

Pressestimmen

22. Mai 2020
"[...] Über richtig gute Musik können wir nicht aufhören zu schreiben und so lohnt es erneut, deutlich auf die tollen Töne von Alicia Edelweiss aufmerksam zu machen. Da ist gar nichts Österreichisches mehr drin zu hören; eine lapidare Information, wenn sie nicht Teil der Ansa Panier von Voodoo Jürgens wäre und dort für Unterstützung am Gesang und kräftig das Akkordeon schwingt. Die Dame mit dem ausdrucksstarken Make-Up macht eine herrlich charakteristische Form von Art-Pop und ist (aus meiner Warte heraus) am besten mit dem Werk von Cherilyn MacNeil von Dear Reader zu vergleichen: Starke Stimme, keine Furcht zu Experimentieren, viel Harmonie in den Takten und immer mit dieser notwendigen Spur von Dramatik, um spannend zu bleiben.[...] Im Vordergrund: Ihre Stimme, die sicher hoch und runter geht ohne je zu wackeln - und wenn dann äußerst bewusst -, Akkordeon, Gitarre, Geigen, leise Percussion. So erzeugt sie eine wunderbare Stimmung, die am besten direkt, bewusst und laut zu genießen ist!"
luserlounge: KW 21, 2020 -  Die luserlounge selektiert (2020), abgerufen am 26.04.2021 [https://luserlounge.blogspot.com/2020/05/kw-21-2020-die-luserlounge-selektiert.html]

07. Oktober 2019
"Das Rabenhof Theater ist am Abend des 5. Oktober 2019 zum Bersten gefüllt, als sich der Vorhang lichtet und Alicia Edelweiss mit ihren beiden Begleitern im Rampenlicht steht: Matthias Frey an der Geige und Lukas Lauermann am Cello. Anlass für diesen Auftritt ist die Präsentation ihres neuen Albums »When I'm enlightened, everything will be better«, [...]. Die Reise beginnt mit »Leonie« und einigen weiteren Nummern des Albums im Kerntrio, während Alicia reihum ihre musikalische Werkzeugkiste vorstellt – erst Akkordeon, dann Ukulele, dann Gitarre. Zum englischen Traditional »Fare Thee Well« und dem darauf folgenden »The Cockroaches and Me« gesellen sich dann auch ein Chor und Gastmusiker*innen an Schlagzeug und Kontrabass auf die Bühne, bevor zur Halbzeit das Trio zurückkehrt und zu den Zugaben Alicia »die Band loswird« und ein paar Lieder allein zum Besten gibt. In jeder dieser Konstellationen steht jedoch ihre gefühlvoll-prägnante Stimme im Vordergrund, die in ihrer hellen Klarheit an Joanna Newsom oder die frühe Björk erinnert. Was Alicia vielleicht am besten beschreibt, ist, dass sie sich von Anfang an in ihre Bestandteile auflöst. Eben noch im Backstage ordentlich herausgeputzt – mit Glitzertop, Samtrock, Goldbehang und kunstvoller Hochsteckfrisur – geht die erste Schleife noch im Intro auf und bei den Zugaben hängt das Haarband am Mikrofonständer und die Princess-Leia-Knoten fransen in alle Richtungen. Das mag an den häufigen Instrumentenwechseln liegen oder daran, dass sie mit den Händen tanzt. Parallel dazu löst sich aber auch die anfängliche Anspannung und Alicia bezaubert ihr Publikum mit kleinen Geschichten zu ihren Liedern. Vom Inuit-Märchen, das »Skeleton Woman« zugrunde liegt und in dem es um ein Mädchen geht, dessen Vater sie ins Meer wirft, »weil sie etwas Schlechtes getan hat«. Von der Zeit, als sie selbst noch eine »obdachlose Pennerin« war, die allein im Wald leben wollte, dann aber gemerkt hat, dass sie doch ganz gern im Supermarkt einkauft. Von ihrer besonderen Beziehung zu Schaben oder wie sie in Portugal auf der Suche nach gleichgesinnten »Hippies« nur Tourist*innen traf und sich fühlte wie »The Last Unicorn« – ihr Lieblingsbuch im Übrigen. Dabei schwebt sie federleicht von humorvollen Chansons zu schweren Themen wie Depressionen und Selbstmordgedanken und widmet auch mal einen Song allen schizophren-paranoiden »Fools« da draußen, die noch an den Mond glauben. [...] Und so singt sie davon, wie es ist, barfuß über den Waldboden zu laufen, durch den Schlamm zu waten oder nackt auf einen Baum zu klettern und am Harz zu lecken. Man weiß nicht, ist das noch Naturverbundenheit oder schon Eco-Fetischismus? Man wünscht sich jedenfalls, ihr die Hand zu reichen, mit ihr in der Wiese zu liegen und ihrer wunderschönen Stimme zu lauschen, wie sie einem aus voller Kehle das kleine Glück verkündet. Sich selbst spüren, den Boden unter den Füßen, das Gras zwischen den Fingern, den Wind im Haar. Und ein bisschen Freiheit unter Gleichgesinnten zu teilen."
skug: Das letzte Einhorn (Michaela Mio, Obernosterer, 2019), abgerufen am 26.04.2021 [https://skug.at/das-letzte-einhorn/]

11. September 2019
"Alicia Edelweiss - das ist schon ein so raffinierter, verlockender Name, dass man fürchten könnte, die Musik wird der Originalität nicht standhalten. Falsch gedacht. Nichts Originelleres als ihr Album "When I'm enlightened, everything will be better" lässt sich derzeit in Österreich finden. Die in Wien lebende Künstlerin [...] hat Witz, Charme und Mut. Und sie hat vor allem Talent fürs Songschreiben [...]."
Salzburger Nachrichten: Alicia Edelweiss beim Festival Take the A-Train: Ein Bekenntnis zum seltsam Schönen (Bernhard Flieher, 2019), abgerufen am 26.04.2021 [https://www.sn.at/kultur/musik/alicia-edelweiss-beim-festival-take-the-a-train-ein-bekenntnis-zum-seltsam-schoenen-76071505]

Diskografie (Auswahl)

2019 When I'm enlightened, everything will be better. - Alicia Edelweiss (MedienManufaktur)
2016 Mother, how could you - Alicia Edelweiss (Glowing Records)
2012 I should have been overproduced - Alicia Edelweiss (EP; Selbstverlag)

Als Interpretin
2020 The Trouble with Being Born - Schrecken & Peter Kutin (Ventil Records) // Track 13: The Trouble with Darkness
2019 S' klane Glücksspiel - Ansa Panier (Lotterlabel)

Tonträger mit ihren Werken
2020 Wien Musik 2020 (monkey music) // CD 1, Track 19: Fare The Well
2019 Lobotomy (feat. Alicia Edelweiss) - deathdeathdeath (Numavi Records)

Literatur

mica-Archiv: Alicia Edelweiss

2018 Krispel, Rainer: Routinen und Abenteuer - Musikarbeiter unterwegs … von der Straße(nmusik) zum festen (Musik-)Wohnsitz. In: Augustin Nr. 462 (Juni 2018); abgerufen am 26.04.2021 [https://augustin.or.at/routinen-und-abenteuer/]
2019 Rois, Ulrich: ALICIA EDELWEISS im mica-Porträt. In: mica-Musikmagazin.
2019 Rois, Ulrich: "Ich habe eine sehr theatralische Ader […]" – ALICIA EDELWEISS im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.
2020 mica: Corona Notizen #1: Alicia Edelweiss. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Alicia Edelweiss
austrian music export: Alicia Edelweiss
Wikipedia: Alicia Edelweiss
Facebook: Alicia Edelweiss
Soundcloud: Alicia Edelweiss
YouTube: Alicia Edelweiss
Bandcamp: Alicia Edelweiss
IMDb: Alicia Edelweiss
Kleine Zeitung: Podcast / Alicia Edelweiss ist eine der spannendsten Künstlerinnen Österreichs (2020)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 16. 9. 2021): Biografie Alicia Edelweiss. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/202980 (Abrufdatum: 27. 9. 2021).

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