Doppelbauer Josef Friedrich

Vorname
Josef Friedrich
Nachname
Doppelbauer
erfasst als
KomponistIn
ChorleiterIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Geburtsjahr
1918
Geburtsort
Wels
Geburtsland
Österreich
Sterbeort
Salzburg

Ausbildung
erster musikalischer Unterricht durch den Bruder (Rupert Doppelbauer)
1929 Unterricht Violine
1930 Unterricht Klavier
1938 Matura
1938 - 1940 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Komposition Marx Karl
1938 - 1940 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Unterricht bei Franz Illenberger Orgel
1938 - 1940 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Unterricht bei Wolfgang Grunsky Violoncello
1939 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Diplom in Komposition
1940 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Diplom Orgel
1954 - 1956 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Musikerziehung (Anton Dawidowicz)

Tätigkeiten
1947 - 1957 Wels Stadtpfarrkirche Wels: Chorleiter und Organist
1951 Wels Bachchor Wels: Reorganisation
1957 - 1960 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Theorielehrer
1960 - 1988 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Professor für Orgel und Komposition

Aufträge (Auswahl)
Salzburger Metropolitankapitel
Brixener Initiative Musik
Brixener Kirche
Kirchenmusikkommission-Bozen/Brixen
Grazer Domkapitel
Kirchenmusikschule Münster
Orgelbau Klais

Aufführungen (Auswahl)
Brucknerhaus Linz Linz
Universität Mozarteum Salzburg Salzburg
Salzburger Dom Salzburg  
diverse Aufführungen unter anderem in Graz, Brixen, Münster, Speyer etc.

Auszeichnungen
1955 Magistrat der Stadt Wels Goldmedaille "Pro arte et scientia"
1957 Orgelimprovisationswettbewerb St. Florian: Erster Preis
1958 Internationaler Kompositionswettbewerb Gent: Erster Preis
1960 Internationaler Kompositionswettbewerb zur 900-Jahr-Feier des Domes in Speyer: Erster Preis
1966 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Förderungspreis
1967 Republik Österreich Staatspreis
1972 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Anton-Bruckner-Preis
1978 Komturkreuz zum Sylvester-Orden
1982 Republik Österreich Ehrenkreuz 1. Klasse für Kunst und Wissenschaft
1986 Pontificio Instituto die Musica Sacra Rom: Ehrendoktorat
1987 Stadt Salzburg Große Silberne Medaille
1988 Stadt Wels Goldene Verdienstmedaille
Internationaler Kompositionswettbewerb Haarlem: Erster Preis
Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur zahlreiche Arbeitsstipendien

Stilbeschreibung

 

Für mich ist, wie für Hindemith, die Tonalität in der menschlichen Gehörsdisposition verankert. Bestärkt wurde ich in dieser Annahme durch die Beobachtung der außereuropäischen Folklore. Man behauptet in manchen Kreisen, daß Tonalität nur eine Hörkonvention sei. Diese behavioristische Behauptung wird durch die Erfahrung und Analyse außereuropäischer Folklore weitgehend eingeschränkt. [...]
Die bei vielen Komponisten feststellbare Suche nach einem eigenen System ist nichts als die unbewußte Suche nach einem dritten Weg zwischen den Polen Tradition und Progressismus. [...] Sieht man näher zu und befreit man sich aus der resignierenden Haltung, so erkennt man, daß nicht das Tonmaterial, sondern unsere auf der Fiktion der gleichschwebenden Temperatur beruhende Theorie erschöpft ist. [...] Gibt man die Basis der gleichschwebenden Temperatur auf, so öffnet sich ein weites, noch vielfach unerforschtes Gebiet von Tonbeziehungen, beruhend auf Feinstufen, die aber zum Unterschied von mechanischen Aufteilungen in Vierteltöne vom Ohr ganz genau erfaßt werden können. [...]
Mein eigener Weg zu solchen Gedankengängen führte über die A-cappella-Chormusik, denn in ihr kann man einschlägige Erfahrungen machen. Es gibt in der modernen Chorliteratur Stellen, die sich durch die herkömmlichen Theorien nur unzulänglich erklären lassen. Als Organist wurde ich außerdem dauernd mit dem Problem der temperierten Stimmung der Grundregister und der nichttemperierten der Obertonregister (Aliquote) konfrontiert. Dieser "dritte Weg" ebnet nicht ein, sondern differenziert weiter.

 

 

Josef Friedrich Doppelbauer in: Josef Friedrich Doppelbauer zum 60. Geburtstag. Leben, Werk und Wollen. Der Orgelkomponist. Grundsätze und Ausblicke. Werkverzeichnis. - Wien/Altötting: Doblinger/Coppenrath, 1978

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 28. 4. 2020): Biografie Josef Friedrich Doppelbauer. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/52746 (Abrufdatum: 14. 8. 2020).

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