Kühr Gerd

Vorname
Gerd
Nachname
Kühr
erfasst als
DirigentIn
KomponistIn
InterpretIn
AutorIn
AusbildnerIn
ChorleiterIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
Tradition/Moderne
Geburtsjahr
1952
Geburtsort
Maria Luggau
Geburtsland
Österreich

Fotograf: Peter Strobl ©

 

Geboren 1952. Kompositionsstudium am "Mozarteum" Salzburg bei Josef Friedrich Doppelbauer und Hans Werner Henze in Köln, Dirigierstudium bei Gerhard Wimberger ("Mozarteum") und Sergiu Celibidache. Opernengagements in Köln und Graz, Dirigate im In- und Ausland. 1992-1994 Gastprofessur für Komposition am "Mozarteum", seit 1995 Professur für Komposition und Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.
Mehrere Preise und Auszeichnungen, u.a. Förderpreis der Ernst von Siemens Stiftung, Österreichischer Förderungspreis für Musik, Rolf-Liebermann-Stipendium für Opernkomponisten, Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien.

 

Zahlreiche Auftragswerke (Orchester, Ensemble, Kammermusik, Chor), aufgeführt bei Wien Modern, Almeida Festival, Huddersfield Festival, steirischer herbst, Musikprotokoll, Musica Viva, World Music Days, Schleswig-Holstein-Musikfestival, Bregenzer Festspiele etc.
Künstlerische Zusammenarbeit z.B. mit Ensemble Modern, Klangforum Wien, Ensemble 20. Jahrhundert, RSO Frankfurt, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, RSO Wien, Arnold Schoenberg Chor, Chor des Bayerischen Rundfunks, mit Ulf Schirmer, Emilio Pomàrico, Friedrich Cerha, Lothar Zagrosek, Oliver Knussen, Arturo Tamayo sowie Paul Meyer, Heinrich Schiff, Stefan Vladar, Patricia Kopatchinskaja, Florian Kitt, Markus Hinterhäuser u.v.m.

 

1985 International Rostrum of Composers der UNESCO, Paris, recommended work: Lamento e Conforto. 1988 Uraufführung der Oper "Stallerhof" (Libretto von Franz Xaver Kroetz) bei der 1. Münchener Biennale (weitere Inszenierungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz), 1999 der Oper "Tod und Teufel" (Libretto von Peter Turrini) am Opernhaus Graz. Bei den Salzburger Festspielen 2000 zwei Porträtkonzerte in der Reihe "Next Generation", 2001/2002 composer in residence beim Wiener Concert-Verein (Kammerorchester der Wiener Symphoniker), 2003 Personale beim Festival Styriarte, 2005 Gerd Kühr Projekt (Eröffnungskonzert musikprotokoll im steirischen herbst), 2006 International Rostrum of Composers der UNESCO, Paris, recommended work: Revue instrumentale et électronique.
Im Jahr 2008 fand die Uraufführung von Introductio – Meditatio – Magnificat – Epilogus in München statt. Darauf folgen zahlreiche Auftragswerke (Münchner Rundfunkorchester, Wien Modern, Gesellschaft der Musikfreunde Wien, brücken/kunsthaus muerz), CD Aufnahmen und Dirigate. November 2011 Uraufführung Música Pura – Auftragswerk der Sammlung Essl für WIEN MODERN 2011.

 

Im Musikverein Wien wurde im Jänner 2013 Gerd Kührs Werk "JETZT WOHIN? SPURENSUCHE für Sprecher, Chor und Orchester auf Texte von Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine und Georg Christoph Lichtenberg" uraufgeführt. Dieses Stück spannt den Bogen hin zur im Juni 2013 in der Münchner Herz Jesu Kirche uraufgeführten Messe (Messe für Soli, Chor und Orchester/Auftragswerk des Bayerischen Rundfunks/Münchner Rundfunkorchester).

 

Gerd Kühr 2012


Ausbildung
1967 - 1972 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Musikerziehung
1971 Klagenfurt Matura
1972 - 1978 Universität Salzburg Salzburg Geschichte
1974 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Dirigieren Wimberger Gerhard
1976 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Komposition Doppelbauer Josef Friedrich
1978 Universität Salzburg Salzburg Magisterium Geschichte
1978 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Diplom mit Auszeichnung
1978 - 1981 München Dirigieren Celibidache Sergiu
1980 - 1983 Hochschule für Musik und Tanz Köln Köln Komposition Henze Hans Werner
Siena Accademia Musicale Siena: Komposition Henze Hans Werner
Johannes Gutenberg Universität Mainz Mainz Musikalische Phänomenologie Celibidache Sergiu
Carinthischer Sommer Villach Dirigieren Swarowsky Hans
Klavier sowie Atem- und Bewegungstechnik Klavier Langer-Rühl Hilde

Tätigkeiten
1979 - 1984 Köln Musikschulen, Lehrauftrag (Chor- und Orchesterleitung)
1979 - 1984 Oper Köln Köln Musikdozent und Repetitor, Einstudierungen und Dirigate mit dem WDR Rundfunkchor Köln
1984 - 1986 Opernhaus Graz Graz Korrepetitor
1985 - 1994 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Lehrauftrag
1987 - 1989 Steirischer Herbst Steiermark Leitung des Jugendmusikfests Deutschlandsberg
1987 - 1991 Steirischer Herbst Steiermark Leitung der Komponistenwerkstatt Deutschlandsberg
1988 - 1990 Karl-Franzens-Universität Graz Graz Institut für Musikwissenschaft: Lehrauftrag (Tonsatz)
1989 Einladung zu den 5. Werkstatt-Tagen des DDR-Musiktheaters
1990 Münchner Biennale München Internationales Festival für neues Musiktheater: Jury-Mitglied
1990 Schaljapin-Opernfestival, Kasan (UdSSR): Gastdirigat (Rigoletto, Otello)
1990 - 1992 Münchner Biennale München Leiter der Komponierwerkstatt
1992 Wien Modern Wien Komponist und Dirigent
1992 - 1994 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Gastprofessur (Komposition)
1993 Unna 4. Fanny-Mendelssohn-Wettbewerb für Komposition: Jury-Mitglied
1994 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Komponist und Dirigent
1994 - 1995 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Gastprofessur (Komposition)
1995 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz seither ordentliche Professur, Leitung einer Kompositionsklasse
als Dirigent zahlreiche Auftritte in Österreich, Italien, Deutschland, Russland und Guatemala (Oper und Konzert)
als Komponist zahlreiche Aufführungen und Rundfunkaufnahmen im In- und Ausland (in Wien, Köln, München, London, Paris, Rom, Moskau, Hongkong u.a.)

Aufträge (Auswahl)
1982 Walter-Buchebner-Gesellschaft Für Sonus - Quintett für 2 Trompeten, Horn, Posaune, Tuba
1983 ORF - Österreichischer Rundfunk Lamento e conforto - Elegie für großes Orchester
1986 Münchner Biennale Stallerhof - Oper
1991 Ensemble xx. jahrhundert Vierzehn mal eins - Soli für Ensemble
1992 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG Festival Wien modern '92 Mundo perdido - für Kammerorchester
1993 Musikprotokoll im Steirischen Herbst Streifton - für Ensemble
1993 Ensemble xx. jahrhundert Zwei mal sieben - Sieben Sätze für Ensemble
1993 Arnold Schönberg Chor L'infinito del sogno - für gemischten Chor auf Gedichte von Giacomo Leopardi und Algernon Charles Swinburne
1994 Jeunesse - Musikalische Jugend Österreich Streichholz und Schlagblech - Fünf Stücke für Jugendorchester
1994 ORF - Österreichischer Rundfunk Idea 1994 - Musikalische Szenen auf Sonette von Shakespeare, Spenser, Swinburne und Drayton und auf Texte von Georg Christoph Lichtenberg
1995 Bayerische Staatsoper Sei omaggi - Septett
1995 Wiener Konzerthaus Con sordino - für zwei Violinen, Viola und Violoncello
1995 ORF - Österreichischer Rundfunk ... à la recherche ... - für Klavier und Orchester
1997 Vereinigte Bühnen Graz Tod und Teufel - Oper
1998 ORF - Österreichischer Rundfunk De Loin - Hommage à Perotinus Magnus für Vokalquartett und Ensemble
1999 Salzburger Festspiele stop and go and black and white (and sometimes blue) - für Instrumentalensemble
2000 Jugendmusikfest Deutschlandsberg Agleia Federweiß - Kleine Oper von Gerd Kühr, Libretto von Petra Ernst
2001 Wiener Concert-Verein Ricordarsi - für Streichorchester und Klavier zu vier Händen
2003 A.DEvantgarde Festival München Kein Herbstgedicht - Lied für Bariton und Klavier
2003 Halle/Saale: Internationale Kinderchorfestivals When I Grow Up - For Childern's Choir and Brass Quintett
2004 Steirischer Herbst Revue instrumentale et électronique - Raumkomposition für Instrumentalensemble und Zuspielungen
2006 Salzburger Festspiele Stop the Piano - für Klavier und Zuspielung
2006 Wiener Mozartjahr Organisationsges.m.b.H. MOVIMENTI - für Violine und Orchester
2006 Steirischer Sängerbund An die Musik - für gemischten (Jugend-)Chor, auf ein Gedicht von Reiner Maria Rilke
2006 Ensemble schnittpunktvokal O Camerado Close - für Vokalquartett, auf ein Gedicht von Walt Whiteman
2007 KomponistInnenforum Mittersill Mittersiller Miniaturen - für Flöte, Klarinette, Schlagzeug, E-Gitarre und Violoncello
2007 ORF - Österreichischer Rundfunk Linie Punkt Fläche Raum - für Orchester
2007 BR - Bayerischer Rundfunk Introductio - Meditatio - Magnificat - Epilogus - für hohen Sopran, Bariton und Orchester
2008 Steirischer Sängerbund Still, Still! - für Oberstimmenchor
2008 die reihe reihenweise - zwölfstücke für Ensemble
2009 Steirischer Sängerbund An die Musik - für gemischten Chor auf ein Gedicht von Detlev von Liliencron
2010 Kunsthaus Mürzzuschlag Gesmbh Laute(r) Röhren - für acht Tuben
2010 Sammlung Essl Música Pura - Fünf Sätze für Ensemble
2011 Wien Modern
2012 Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Jetzt wohin?
2013 BR - Bayerischer Rundfunk Streichquartett a-Moll (op. 132) - von L. v. Beethoven, Bearbeitung für Streichorchester
2013 BR - Bayerischer Rundfunk Ordinarium missae - für Soli, Chor und Orchester

Aufführungen (Auswahl)
1982 Steirischer Herbst Kunsthaus Mürzzuschlag - Mürzwerkstatt Aufführung mehrerer Werke
1985 Steirischer Herbst Deutschlandsberg Jugendmusikfest: Aufführung mehrerer Werke
1988 München Szenen aus einem Alpental - Kurze Suite aus der Oper "Stallerhof"
1990 HR Sinfonieorchester Frankfurt am Main Tätigkeit unter Friedrich Cerha (Dir) Eso es - Orchesterstück
1991 Zürich Zürcher Mozart-Tage Palimpsest - Musik für Mezzosopran, Bariton, Chor und Orchester
1992 Wien Modern Wien Marsch, marsch! - Collage nach Marschmotiven von Franz Schöggl
1992 ISCM/IGNM/SICM - Internationale Gesellschaft für Neue Musik Warschau World Music Days Vierzehn mal eins - Soli für Ensemble
1994 Timisoara Muzicala Timisoara - Rumänien Aufführung mehrerer Werke (Ensemble 20. Jhdt; Dir. Peter Burwik)
1996 Salzburger Festspiele Salzburg Nachtstück - Einer Harfe Reise durch die Nacht - für die harfe und Ensemble
1996 ISCM/IGNM/SICM - Internationale Gesellschaft für Neue Musik Kopenhagen World Music Days Mundo perdido - für Kammerorchester
1997 Dresdner Tage für zeitgenössische Musik Dresden Ensemble 20. Jhtd Sei omaggi - Septett
1998 Berliner Kammeroper Berlin Stallerhof - Oper
1999 Opernhaus Graz Graz anlässlich der 100-Jahrfeier des Opernhauses Tod und Teufel - Oper
2000 Salzburger Festspiele Salzburg Porträtkonzerte in der Reihe "next generation"
2001 Schömerhaus Klosterneuburg Klosterneuburg quintett.wien Für Bläserquintett
2003 Styriarte Graz Personale
2005 Steirischer Herbst Graz Gerd Kühr Projekt - Eröffnungskonzert des "musikprotokoll"
2006 ORF Radio Symphonieorchester Wien Musikverein - Großer Saal im Rahmen des Wiener Mozartjahrs 2006 MOVIMENTI - für Violine und Orchester
2006 Salzburger Festspiele Salzburg Stop the Piano - für Klavier und Zuspielung
2007 KomponistInnenforum Mittersill Mittersill OENM - Österreichisches Ensemble für Neue Musik
2008 Uraufführung Introductio - Meditatio - Magnificat - Epilogus - für hohen Sopran, Bariton und Orchester
2009 Wiener Konzerthaus Wien reihenweise - zwölfstücke für Ensemble
2010 Kunsthaus Mürzzuschlag - Mürzwerkstatt Uraufführung Laute(r) Röhren - für acht Tuben
2011 Schömerhaus Klosterneuburg Uraufführung Música Pura - Fünf Sätze für Ensemble
2012 Österreichisches Kulturforum Berlin - Austrian Cultural Forum Berlin Berlin Gesprächskonzert mit Gerd Kühr
2012 München Münchner Rundfunkorchester: Leitung Ulf Schirmer Streichquartett a-Moll (op. 132) - von L. v. Beethoven, Bearbeitung für Streichorchester
2013 Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Jetzt wohin?
2013 Tiroler Landestheater Premiere Stallerhof - Oper
2013 Tiroler Ensemble für Neue Musik - TENM stop and go and black and white (and sometimes blue) - für Instrumentalensemble
2013 München Münchner Rundfunkorchester: Leitung Ulf Schirmer Ordinarium missae - für Soli, Chor und Orchester
2014 Grazer Philharmoniker Musikverein für Steiermark Linie Punkt Fläche Raum - für Orchester
2014 Musikverein für Steiermark Markus Schirmer (Klavier) Zwei Intermezzi zu Schuberts "Drei Klavierstücke" D 946
2014 Stuttgarter Kammerorchester Stuttgart 1. Passagen Konzert - Stille Con sordino - für zwei Violinen, Viola und Violoncello
2015 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Wien Carte Blanche a  Gerd Kühr Praeludium - Interludien – Postludium
2015 Duo FredDo Wien Debütkonzert Duo FredDo Sept pour deux - Sieben kurze Stücke für Flöte und Klavier
2016 Klagenfurt Musikschule Klagenfurt Ohne Antwort - für sechs Instrumentalisten
2016 Aspekte Salzburg Salzburg Stop the Piano - für Klavier und Zuspielung
2016 Wiener Konzerthaus Wien COME UNA PASTORALE - für Klarinette, Violine und Violoncello
2017 Berlin Konzertreihe "Unerhörte Musik", BKA - Theater Berlin Trialog III - für Klarinette, Bassklarinette und Klavier
2017 Schallfeld Ensemble Rom Schallfeld in Macro - Roma COME UNA PASTORALE - für Klarinette, Violine und Violoncello
2018 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Porträt Konzert; MUMUTH stop and go and black and white (and sometimes blue) - für Instrumentalensemble
2018 Ensemble Zeitfluss Graz Konzerte "NODES | Kesharim" Für Bläserquintett

Auszeichnungen
1978 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Würdigungspreis
1979 Amt der Kärntner Landesregierung Arbeitsstipendium für Musik
1979 Amt der Kärntner Landesregierung Förderungspreis für Musik
1981 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungsstipendium
1984 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
1985 UNESCO - United Nations Educational, Scientific an Cultural Organisation International Rostrum of Composers of UNESCO Paris: recommended work Lamento e conforto - Elegie für großes Orchester
1988 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
1990 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungspreis
1993 Körber-Stiftung Hamburg: Rolf-Liebermann-Stipendium für Opernkomponisten
1993 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
1995 Ernst von Siemens Musikstiftung Förderpreis
1996 Amt der Kärntner Landesregierung Würdigungspreis
2001 Wiener Concert-Verein Composer in residence
2004 Stadt Wien Ernst-Krenek-Preis
2006 UNESCO - United Nations Educational, Scientific an Cultural Organisation International Rostrum of Composers of UNESCO Paris: recommended work Revue instrumentale et électronique - Raumkomposition für Instrumentalensemble und Zuspielungen
2007 KomponistInnenforum Mittersill Composer in Residence: KoFoMi '07
2011 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Österreichischer Kunstpreis 2011
2014 Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis

Pressestimmen

17. Januar 2017

Ein Genuss: Nikolaus von Bülow spielt Cello (Auszug)
"... Konzert des Stuttgarter Kammerorchesters - u.a. Gerd Kührs Con Sordino
...
Zu Beginn interpretierte das Stuttgarter Kammerorchester bravourös Gerd Kührs Meisterstück "Con Sordino", welches die gewohnten Hörgewohnheiten des Publikums auf die Probe stellt. Kührs Vokabular basiert auf Unübersetzbarem und Akkorden, die innermusikalischen Gesetzen gehorchen..."

Schwarzwälder Bote, Angela Baum

 

2014

"Begonnen wurde das Orchesterkonzert der Grazer Philharmoniker mit einer Grazer Erstaufführung: ´Linie Punkt Fläche Raum´ - der Titel des 2007 fertig gestellten Werkes von Gerd Kühr deutet auf Inspiration aus der Bildenden Kunst. Tempo, Töne und Thema des knapp 20-minütigen Stücks sollen an Arbeitsprozesse von Malern, Zeichnern oder Bildhauern erinnern, erklärt der in Graz lebende Komponist und Dirigent Gerd Kühr: ´Das, was mit Holz immer wieder passiert oder Kratzgeräusche auf einer Leinwand, auf einem Papier und das dann eben musikalisch ausformuliert.´"

ORF Steiermark

"Am Montag (und Dienstag) stand der aus Karlsruhe stammende Künstler erstmals am Pult der Grazer Philharmoniker, die er im Stephaniensaal mit klarer Zeichengebung sehr umsichtig durch Gerd Kührs ´Linie Punkt Fläche Raum´ lotste. Ein 2008 in Wien vom ORF-Radio-Symphonieorchester unter Bertrand de Billy uraufgeführtes Auftragswerk, das in der Umsetzung von Aspekten der bildenden Kunst auf die Musik meisterhaft vorführt, wie eine sehr große Orchesterbesetzung nicht klanglicher Wucht, sondern subtil schattierter Farbenvielfalt dient."

Kleine Zeitung (Ernst Naredi-Rainer)

 

2013 

"… Ihr gemeinsames Interesse an der Verbindung von Sprache und Musik beherrschte diesen Abend, den Gerd Kühr am Pult des eignes zusammengestellten, klangsensibel musizierenden "ensemble 19" umsichtig dirigierte …" 

Kleine Zeitung (Ernst Naredi-Rainer)

"… Dirigent Gerd Kühr führte Schoenberg Chor und Mitglieder des Orchesters "recreation" zu farbigem Schillern, durchsichtiger Lyrik und sensibler Klangschönheit …" 

Kronen Zeitung (Martin Gasser) 

"Es ist eindrucksvoll, wie Kühr seine Skepsis musikalisch artikuliert, und Ulf Schirmer zeichnet sie mit dem BR-Chor und den Solisten (Masako Goda, Sopran; Karin Lovelius, Mezzosopran; Robert Breault, Tenor; Ralf Lukas, Bassbariton) plastisch nach …" 

Süddeutsche Zeitung (Barbara Doll)

"Wer traut sich, heute noch eine Messe zu schreiben?" … "Doch dem uralten Regelwerk zum Trotz, findet Kühr einen eigenen, die Hörer spontan bannenden Ton." 

Münchner Merkur (Gabriele Luster) 

"...Gerd Kührs eindringliche Kammeroper "Stallerhof wurde nach der Premiere in den Kammerspielen stürmisch gefeiert… Gerd Kühr hat Franz Xaver Kroetz´ Drama 1988 mit dem ihm eigenen kompositorischen Feinsinn beantwortet ..." 

Tiroler Tageszeitung, Dienstag 23. April 2013, (Ursula Strohal)  

"... Die Oper "Stallerhof" von Gerd Kühr wird vom Publikum begeistert aufgenommen … Die Musik von Gerd Kühr macht auf einer anderen Ebene erfahrbar, wozu die Worte längst nicht mehr ausreichen ..."

Kronen Zeitung (Moni Brüggeller)

"... Eine "Spurensuche für Sprecher, Chor und Orchester" nennt Gerd Kühr sein neues Werk "Jetzt wohin?", das im Auftrag der Gesellschaft der Musikfreunde entstanden ist und von den Wiener Symphonikern unter Fabio Luisi, dem Singverein und Burgstar Ignaz Kirchner aus der Taufe gehoben wurde. Beeindruckend! ..." 

Kronen Zeitung (FK)

"… Ein 25-minütiger Dialog, gleichsam ein Kammerspiel zwischen Burgschauspieler Ignaz Kirchner und dem Wiener Singverein. Dazu fein gearbeitete, teils effektvolle, aber nie plakative Musik …" 

Kurier (Marion Eigl)

"... Kühr hat die Möglichkeiten der Stimme facettenreich umgesetzt; Da sind kantable Chorpassagen, Chor-Sprecher-Dialoge, interessante Verzahnungen von Orchester und Vokalmasse. Die Symphoniker sind tendenziell im ruhigen Bereich angesiedelt; sie brechen aber mit markanten Statements in Pizzicato-und Glissando-Bereiche auf und betten den Chor bisweilen in einen aus hoch agierenden Geigen und Kontrabässen bestehenden Raum ein ..."

Der Standard (Ljubisa Tosic)

"... Nur wenige Werke für den Konzertsaal sind in so emphatischer Weise von der Sprache her gedacht, dass beinahe von einem musikalischen Traktat die Rede sein könnte ... Statt Chor und Sprecher als gegensätzliche Pole gegenüberzustellen, lässt Kühr gesprochene und gesungene Textfragmente in ein vielschichtiges Wechselspiel treten ..." 

Wiener Zeitung (Lena Drazic)

 

2012

Beethoven im Studio 1 des BR - Dankgesang
... Der österreichische Komponist Gerd Kühr wollte diesem Streichquartett, inspiriert von Ulf Schirmer, noch mehr entlocken, etwas von dem, das Ernst Bloch in seiner Musikphilosophie als 'utopisches Potenzial' aller Musik zuerkennt.
Deshalb transkribierte Kühr es für großes Streicherensemble - ohne eine Note zu ändern. Sein Konzept: eine architektonische Struktur der Klangdynamik in drei Ebenen von Tutti mit Kontrabass als fünfter Stimme, einem halbem Orchester und kleinem Quartett. Das Ergebnis: ein symphonisches Erlebnis, das diese Fassung als eigene Werkgestalt legitimiert. Schirmer und die vitale Streicherfraktion des Rundfunkorchesters realisierten sie mit süffigem Brio und eindringlichem Pathos. 

süddeutsche.de (Klaus P.Richter) 

 

24. November 2011

Hochexpressive Miniaturen - Cerha, Kühr und Mitterer bei Wien Modern
... Heute noch hochkonzentrierte "reine" Musik schreiben - auch das geht, wie Gerd Kühr im Schömer-Haus Klosterneuburg mit der Uraufführung seiner Música Pura bewies: Die fünf kurzen Sätze, bei denen der Komponist das Ensemble "die reihe" dirigierte, sind äußerst sparsam, aber dabei keineswegs fragmentarisch, gehen meist von punktuellen Ereignissen aus, finden jedoch immer zu sinnfälligen Zusammenhängen. 

Der Standard (Daniel Ender) 

 

16. November 2010

... Warum stimmt das Orchester seine Instrumente erst dann, wenn der Dirigent bereits ans Pult getreten ist? Weil Gerd Kühr das so komponiert hat, weil er aus dem Zentralstimmton "a" sein 2006 für Patricia Kopatchinskaja geschriebenes Violinkonzert "Movimenti" entwickelt. Der nächste Überraschungsgag: Die Solistin bleibt zunächst unsichtbar. Dann löst sich aus dem Tremolo der Streicher ihr Ton und die Widmungsträgerin schreitet von hinten barfuß an ihren angestammten Platz, wo sie sich so heftig auf ihre erste Solopassage stürzt, dass ihr der Bogen aus der Hand fällt. 

Kleine Zeitung (Ernst Naredi-Rainer) 

 

13. November 2006

Der Kärntner Komponist schuf eine komponierte Reflexion über Klischees des Virtuosentums, über die Rollenverteilung zwischen Solist und Orchester. Dieses fordert bald einmal mit rhythmisch köstlich "verschrägten" ungarischen Rhapsodiekaskaden das große Solo ein, später, mit Dämpfern geknebelt, die innig-romantische Kantilene. Gerd Kühr erweist sich in dieser Auftragskomposition des Wiener Mozartjahres als großer, hintergründiger Humorist. 

Salzburger Nachrichten (Heinz Rögl) 

 

2002

Waren die Werke für den Konzertsaal der frühen neunziger Jahre geprägt von einer strengen Ökonomie des Ausgangsmaterials, einem Sich-Entwickeln der Musik aus kleinsten melodischen Zellen (in allerdings klanglich immer verblüffend ideenreicher und farbiger Ausgestaltung), so rückt in Kührs Instrumentalmusik heute freiere formale Phantasie stärker in den Vordergrund. Auch ist in dieser - nach den langwierigen, viel Zeit und Energie beanspruchenden Opernprojekten - ein Hang zu kurzen Satzbildungen zu beobachten. Und die vorher voneinander getrennten Sphären des Musiktheaters und der Musik für den Konzertbereich nähern sich in Gerd Kührs Denken immer mehr aneinander an. 

Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde (Heinz Rögl) 

 

18. Juni 2000

Gerd Kühr ist es, der leise in seiner Arbeit freilich sehr bestimmte Komponist aus Maria Luggau, dem die Möglichkeit gegeben war, sich [...] und natürlich auch seine Werke ins Festspiellicht zu rücken. [...] In einem Auftragswerk der Festspiele zeigt sich Kühr - ähnlich wie Kürtág kurz zuvor - von einer fabulierenden und auch mutwilligen Seite. Stop and go and black and white (and sometimes blue) sind die bald anheimelnden bald knirschneden und rabaukenden Inventionen passend überschrieben. 

der Standard (Peter Cossé) 

 

20. September 1999

Musik-Segen für einen Teufelstext
"Tod und Teufel", eine Turrini-Vertonung von Gerd Kühr, wurde im Grazer Opernhaus uraufgeführt. Ein interessantes Stück Musiktheater, mit dem sich die Grazer Oper zum 100. Geburtstag beschenkt hat. [...]
Gesang, Sprechgesang, und auch Gesprochenes, untermalt, belebt kommentiert durch die Klänge des Orchesters, geben den einfach gezimmerten Sätzen reichere Konturen, ein mehr an Dimension. Kaum etwas scheint hier absichtslos vertont, alles besitzt Hintersinn, auch wenn dies sich nicht gleich beim ersten Hören offenbart. 

Die Presse (Stefan Musil) 

 

22. Dezember 1998

Die Berliner Kammeroper spielt erfolgreich Gerd Kührs Kroetz-Oper "Stallerhof" [...] An der unangestrengt wirkenden Musik dieses Werkes imponiert vielmehr, wie sehr sie die fast sprachlosen, in ihren verschüütteten Gefühlen durchaus zärtlichen Personen zu vertiefen mag. 

der Standard (Bernhard Doppler)


Link zu Gerd Kührs Diskografie


Links mica-Archiv: Gerd Kühr, mica-Artikel: Gerd Kühr dirigierte "die reihe": Britische Bearbeitungen historischer Werke, Cerhas "Quellen" und eine eigene Uraufführung ("Musica pura") (2011), mica-Artikel: Bundespräsident Fischer und Kulturministerin Schmied verliehen gestern 6 KünstlerInnen den Österr. Kunstpreis 2011 (2012), ZKM Karlsruhe

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 3. 2020): Biografie Gerd Kühr. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/58408 (Abrufdatum: 24. 11. 2020).

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