Mautner Michael

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 Songe novelle - Klavierquintett, nach Motiven der "Traumnovelle" von Arthur Schnitzler 2009
2 Intelletto d'amore - für Mezzosopran, Viola und Klavier 2007 ~ 36m
3 Mozart Reloaded - für Streichorchester und Sopranstimme 2005 12m
4 Der Frauenminister - konzertante Fassung der gleichnamigen Operette in 2 Akten 2004
5 Harmonie, ein Familienidylll mit Chorgesang in drei Akten 2004 ~ 23m
6 Machiavellis Masseuse - Musik zum Stück von Georg J. Rekel 2004 ~ 12m
7 Über den Dingen - Klanginstallation und Bühnenmusik zur Komödie von Martin Suter 2004 ~ 45m
8 Lemurenheim - konzertante Installation für 3 Tenöre, 11 Blechbläser und Live-Elektronik 2003
9 Levitazione - für Solo-Trompete, Tonband und Live-Elektronik 2003
10 We'll not carry coals - für Solo-Trompete, Tonband, Live-Elektronik und Ducati 916 2003 ~ 21m
11 Die Todesbrücke - Bearbeitung der Oper von Alexander Müllenbach 2003
12 Narcissus - konzertante Installation für 4 Singstimmen und Tonband 2002 10m - 45m
13 Musique d' ameublement Westien - konzertante Installation für Streichtrio, Sprechstimme und Tonband 2002 ~ 15m
14 Austrian Psycho - Musik zur Bühnenfassung des Trash Romans von Franzobel 2002 ~ 18m
15 Bevor die Wasser wiederum sich schließen - Dantes Paradiso - multimediales Musiktheater für Sänger, Performer, Schauspieler, Kammerorchester, Video und Elektronik 2001 ~ 1h 20m
16 Wests und Zobernigs Zweifel - ein Singspiel für 2 Sprechstimmen, Sängerin und Kammerensemble 2001 ~ 48m
17 Genuß und Schmerz zugleich - Dantes Purgatorio - multimediales Musiktheater für Sänger, Tänzer, Schauspieler, Video, Elektronik und Kammerorchester 1999 ~ 1h 12m
18 Operette - Musik zum Theaterstück von W. Gombrowicz 1999 ~ 30m
19 Tres Evocaciones (Joaquin Rodrigo) - Bearbeitung für Orchester 1999 12m
20 Sub umbra alarum tuarum (Psalm 57) - konzertante Kammersymphonie für solistisches Orchester und Fernmusik 1998 12m 30s
21 Fanfare "Sub umbra" - für 3 Trompeten, 1 Horn, 1 Posaune, 1 Tuba (oder Fagott) und Pauken 1998 ~ 1m 10s
22 Finis Africae - Rappresentatione - Geistliches Konzert für 8 Musiker 1998 16m
23 Rasend im Stillstand - Dantes Inferno - mulitmediales Musiktheater für Sänger, Tänzer, Schauspieler, Video und Kammerorchester 1997 ~ 1h 30m
24 Between the Lines - für Violoncello, Schlagzeug und Tänzer 1997 ~ 11m
25 Dantes Fest - Eine konzertante Installation der "Divina Commedia"von Dante Alighieri für 33 Lesende, 11 Instrumentalisten, 5 Sänger und Elektronik 1996 55m
26 Commedia Madrigale I - Inferno - für Sprecher, 5 Sänger, Instrumentalensemble und Videozuspielungen 1996 ~ 1h 10m
27 Quintett in Z. Untragic Memories - für Baßklarinette und Streichquartett 1995 ~ 25m
28 Quasi una sonata profunda 1995 ~ 20m
29 Kammersymphonie in den Farben des Regenbogens - für solistisches Orchester 1995 14m
30 Wie aus dem Nichts - für großes Orchester 1995 15m
31 Buffet, Thema und Variationen - Eine szenisch-musikalisch-kulinarische Performance 1994 16m
32 Gegenstimme - 18 Metamorphosen für Violine und Klavier 1994
33 Die kleine Sphinx - Eine Geschichte in Worten und Musik für Sprecher und Klavier 1994 20m
34 In eine Landschaft für Fortgeschrittene - Symphoniefragment für Bläser und Schlagwerk unter Verwendung ekmelischer Klänge 1994 11m
35 "Die Nacht der Nächte" - Musik zu einem Spielfilm 1994
36 Symphonie Nr. 8 - (Ludwig van Beethoven), Bearbeitung für Nonett 1994 25m
37 Symphonie Nr. 8 (Ludwig van Beethoven) - Bearbeitung für Nonett 1994 25m
38 La Preuve Feminin - für großes Orchester 1993
39 Kadenzen des Windes und der Stille - für Klavier, Harfe und Orchester 1993 34m
40 Intrada pour orgue - für große Orgel 1993 4m
41 United Colours - Konzert für Altsaxophon und Orchester 1992 26m
42 Tunnelkind-Suite - für großes Orchester nach Motiven aus dem gleichnamigen Ballett 1992 13m
43 Les Sirénes I & II - für zwei Soprane (voci bianchi) und Gitarre 1992 10m 30s
44 Sinfonietta für Oktett 1992 23m
45 Quartett - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Heiner Müller 1992 18m
46 Das Grau des Himmels - Musik zum Spielfilm von Ralph Werner 1992 23m
47 Tunnelkind - ein Märchen von der Grenze - Ballett in zwei Akten nach einem Film von Erhard Riedlsperger 1991 1h 20m
48 Pas de trois - Ballettreflexionen für Flöte, Violine und Viola 1991 18m
49 Les Voix d'Orphée I-III - für Klaviertrio 1990 19m
50 "Tunnelkind" - Musik zum Spielfilm 1990 21m
51 Invitation à la valse - (Norbert Glanzberg), Bearbeitung für zwei Klaviere 1990 6m
52 Invitation à la valse (Norbert Glanzberg) - Bearbeitung für 2 Klaviere 1990 6m
53 Cartazan - A musical fantasy 1989 1h 50m
54 Fassungen - für mittlere Stimme und Kammerorchester 1989 14m
55 Trois Pièces Populaires - für Violine solo 1989 12m
56 Deux Pièces Populaires - für Flöte, Violine, Viola und Violoncello 1989 8m
57 Brown Shoes - (Frank Zappa), Bearbeitung für Klaviertrio 1989 8m
58 Oh No - (Frank Zappa), Bearbeitung für Klaviertrio 1989 2m 15s
59 Whole Lotta Love - (Led Zeppelin), Bearbeitung für Klaviertrio 1989 3m
60 Black Dog - (Led Zeppelin), Bearbeitung für Klaviertrio 1989 2m 45s
61 Les Voix d'Orphée - Balkanische Reflexionen für Klaviertrio 1989 8m
62 Pantha rhei - Zweite Symphonie - für großes Orchester unter Verwendung von ekmelischen Klängen 1989
63 Brown Shoes (Frank Zappa) - Bearbeitung für Klaviertrio 1989 8m
64 Whole Lotta Love (Led Zeppelin) - Bearbeitung für Klaviertrio 1989 ~ 3m
65 Black Dog (Led Zeppelin) - Bearbeitung für Klaviertrio 1989 2m 45s
66 Oh No (Frank Zappa) - Bearbeitung für Klaviertrio 1989 2m 15s
67 Cadence pour un concert imaginaire - für Violine solo 1988 6m
68 Turandot - Bühnen-Live-Musik zu Carlo Gozzis chinesischem Märchen 1988 18m
69 Symphonie Nr. 5 - (Gustav Mahler), Bearbeitung für zwei Klaviere zu je vier Händen 1988
70 Symphonie Nr. 5 (Gustav Mahler) - Bearbeitung für 4 Klaviere zu je 4 Händen 1988
71 Streichquartettsatz über ein Motiv von Gerhard Wimberger und ein Thema von Wolfgang Amadeus Mozart 1987 10m
72 Die Zwiebel - Kurzoper nach Kurt Schwitters 1986 11m
73 Cantos I-IV - Zyklus von Gedichtvertonungen für Stimmen und Instrumente 1986 21m
74 Leon Labadie - Filmmusik zur court-metrage von Anne Chakraverty 1986 8m
75 39,4. - Musikalischer Fiebertraum für Violine und Klavier 1986 15m
76 Konzert für Klavier, zwei Pianisten und (reduziertes) Orchester 1985 18m
77 Euphorion - Quintett für Oboe, Horn, Baßklarinette, Cembalo und Marimba aus der Bühnenmusik zu "Faust II" 1985 6m
78 Versuch über Gloria - Erste Symphonie für sehr großes Orchester 1984 24m
79 Die heilige Johanna der Schlachthöfe - Bühnen-Live-Musik zum gleichnamigen Stück von Bertolt Brecht 1984
80 Pre-Paradise-Sorry-Now - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Rainer Werner Fassbinder 1984 12m
81 Faust I & II - Musik zur Tragödie in zwei Theilen von Johann Wolfgang von Goethe 1984 35m
82 Ich bin ein Felsen - Indianerlied für Mezzo, Flöte, Violine, Violoncello und Percussion 1983 11m
83 Introduktion & Aria - für Klavier solo 1983
84 Traumspiel - für Flöte, Oboe, Baßklarinette und Licht 1983 9m 30s
85 Hamletmaschine - Bühnenmusik zum gleichnamigen Stück von Heiner Müller 1983 14m
86 Körners Vormittag - Musikalischer Einakter nach Friedrich Schiller 1982 30m
87 Notturno II - für Klarinette solo 1982 4m 30s
88 Hamlet - Bühnenmusik zu William Shakespeares gleichnamigem Stück 1982 22m
89 Notturno I - für Oboe, drei Violoncelli, Kontrabass und Harfe 1981 9m
90 Peer Gynt - Bühnenmusik zum gleichnamigenSchauspiel von Henrik Ibsen 1981 18m
91 Fanfarria de la Liberdad - für Blechbläser und Schlagzeug 6m 30s
92 Die Nase - Kinderoper für Schauspieler und Sänger ~ 1h 25m

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1959
Geburtsdatum:  22. Dezember 1959
Geburtsort:  Salzburg
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Nationalität: 

lebt und arbeitet in Wien, verheiratet, 2 Kinder

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1978

Matura am Musischen Gymnasium Salzburg

1978 - 1984

Kunstgeschichte

1978 - 1984

Musikwissenschaft

1978 - 1984

Philosophie

1979 - 1985

Dirigieren (Bernhard Conz)

1979 - 1985

Dirigieren (Mladen Basic)

1979 - 1985

Komposition

Sommerkurse, Meisterklassen und Workshops (Hans Werner Henze, Witold Lutoslawski, Henri Dutilleux, Bugoslaw Schaeffer)

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1980 - 1985

musikalischer Betreuer

1981 - 1984

wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gluck-Gesamtausgabe

1986 - 1993

Gastdirigent bei future musique Saint Denis

1986 - 1993

freischaffend als Komponist und Dirigent

1994 - 2005

Lehrauftrag für Angewandte Komposition

1998 - 2001

Musikredakteur für die Bearbeitung des Musikarchivs Gostelerradiofonds Moskau bei Tele M TV Programm

Gastdozent für Komposition und Musikdramaturgie an der LABfactory

wissenschaftlicher Herausgeber für die Editionsreihe "Kritische Neuausgabe Bühnenwerke"

Musikdramaturg und musikalischer Leiter vom "Radikalen Stadttheater"

Gastdirigent

Franz West: Mitarbeit bei zahlreichen TransArt Projekten

Konzerte und Aufführungen bei verschiedenen internationalen Festivals und Veranstaltungsreihen in Österreich, Frankreich, Spanien, Deutschland, USA

Werke aller Gattungen (Oper, Operette, symphonische Musik, Kammermusik) mit besonderer Affinität zum Musiktheater, daneben zahlreiche Arbeiten für Bühne und Film

Komponist und Initiator des Multimediaprojekts COM.MEDIA nach Dante Alighieri

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1982

Prix du Centre Acanthes

1985

Staatsstipendium für Komposition

1990

Silberner Bär in der Kategorie Jugendfilm

1991

Erster Preis beim Mozart-Kompositionswettbewerb

1994

Förderungspreis

Jahresstipendium

Stilbeschreibung

Ob eine Musik "schön" oder "häßlich" ist, sagt noch nichts über ihre Qualität oder ihre Gültigkeit aus, das verwendete Material alleine ist noch keine Garantie für Gelingen oder Mißlingen. Daher behalte ich mir eine strikte stilistische Ambivalenz vor. Ich vermeide weder tonalen Wohlklang, noch scheue ich dissonante Schärfe.
Generell versuche ich, unnötige Schwierigkeiten für die Interpreten wie für die Hörer zu vermeiden, ohne aber auf den Anspruch, neue Räume und Inhalte zu erforschen, zu verzichten. Ich bemühe mich daher eine Tonsprache zu finden, die keiner umständlichen Erläuterungen bedarf und die bei aller Komplexität und Kompromisslosigkeit unmittelbar zugänglich bleibt. Neben meiner Begeisterung für multimediales Musiktheater, vor allem im Rahmen des Projekts COM.MEDIA, beschäftige ich mich mit ekmelischen Klängen (Mikrotonalität bei 72-stufiger Oktavteilung, z. Bsp. bei "Les Sirénes", "Quintett in Z" oder "Intelleto d'Amore"), ohne allerdings die vorher erwähnten Postulate zu negieren.

 

Michael Mautner 1994 

 

 

Anmerkungen zum Thema "Komponieren heute"

Die beiden wichtigsten Herauforderungen an einen Komponisten heute sind:

  1. Werke von Nachhaltigkeit zu schaffen, die Bild und Spiegel unserer Zeit sein können.
  2. Den Stellenwert von zeitgenössischer Musik im öffentlichen Bewusstsein zu verändern, die Kluft zwischen den Ansprüchen des Publikums und den Intentionen der Künstler zu verringern, zu überbrücken.

Ad 1) Es gilt sich mit aktuellen Themen und Fragen auseinanderzusetzen, sie ins künstlerische Bewusstsein zu integrieren. Kunst die nur selbstreflexiv ihre eigene Bedeutung transportiert, gleitet leicht ab in die Beliebigkeit. Der Elfenbeinturm ist eine bequeme Wohnung, aber schwer zugänglich.

Ad 2) Einerseits: die Kommunikation nach außen intensivieren. Komplexe Arbeiten werden bei einmaligem Hören meist nur unzureichend aufgenommen. Daher sollten Werke vor einer UA im Internet als freie Downloads vorab zugänglich gemacht werden (Probenmitschnitte, Demoversionen, Notenbeispiele etc.). In den Vorankündigungen (Plakate, Annoncen, elektronische Verteiler) muss auf diese Möglichkeit hingewiesen werden. Die Auseinandersetzung vorweg erleichtert den Zugang im Augenblick der Darbietung. Information schafft Interesse.

Andererseits: das Publikum nicht vergessen. Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit im Arbeitsprozess berücksichtigen, Verführen statt Verunsichern. Dabei aber nicht das Rad zurückdrehen und selige Traditionen nachfeiern, sondern Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten unserer Zeit so anzuwenden, dass eine Intensivierung des Dargebotenen erzeugt wird. Tonalität und Atonalität sind Mittel zum Zweck, nicht Inhalt.

In meiner aktuellen Arbeit, der Operette "Der Frauenminister" trage ich diesen Erwägungen Rechnung. Absurditäten aus Politik und Medien, wie sie alltäglich auftreten, werden mit dem Mitteln des Musiktheaters nachvollziehbar transportiert. Die Musik ist vielgestaltig und trotzdem aus einem Guss: Melodien und Reihentechniken, rhythmischer Drive und Aleatorik koexistieren. Kontraste unterstützen den Zusammenhang, Einschübe mit Populärtendenz erzeugen Irritation und Ironie. In neuer Gestalt und mit aktuellen Inhalten versehen, kann die Operette, die Satire, ein wichtiges Bindeglied im zeitgenössischen Spektrum sein.

 

Michael Mautner, Februar 2009

Kontakt, Links

Sprache:  Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch