Caprice (VI) mosaïque

Werktitel
Caprice (VI) mosaïque
Untertitel
Für Violine, Violoncello und Klavier
KomponistIn
Entstehungsjahr
2013
Dauer
12m
Genre(s)
Neue Musik
Gattung(en)
Ensemblemusik
Besetzung
Trio
Besetzungsdetails

Violine (1), Violoncello (1), Klavier (1)

Art der Publikation
Manuskript

PDF-Preview (Partiturausschnitte): Thomas Wally (Homepage)
Hörbeispiel: Thomas Wally (Homepage)

Beschreibung
"Die Caprice (VI) mosaïque für Klaviertrio entstand im Frühjahr 2013. Das mittlerweile 6. Stück meiner Caprice-Reihe hat seinen Ur-Ursprung, sowie seine Vorgänger-Stücke, in einer Passage aus dem Buch Der andere Strindberg, wo Strindberg seine improvisierende Maltechnik beschreibt. Diese Passage wurde für mich zum Auslöser einer äußerst „freien“ Schreibweise: praktisch keine Skizzen, sondern von der ersten Minute an Komponieren „in medias res“.

Bei fast jeder der vorangehenden Capricen gibt es einen oder mehrere „Nebengedanken“, die das Stück in eine bestimmte Richtung lenken. (In Hommash. Caprice (V) anglois – assez vicieux etwa sind zB. knapp 200 Zitate aus knapp 100 Pet Shop Boys-Songs verarbeitet, der Titel ...jusqu‘à l‘aurore... ist vom Film From Dusk Till Dawn inspiriert, wo es einen Moment gibt, wo das Geschehen plötzlich in eine völlig andere Richtung geht.)

Die Caprice (VI) mosaïque entstand unter dem Eindruck des Schaffens Messiaens, dem ich einige meiner Seminarstunden im Rahmen meiner Lehrtätigkeit am Kompositionsinstitut der Wiener Musikuniversität widmete. Der Titelzusatz „mosaïque“ hat zwei Bedeutungen – einerseits bezieht er sich auf jenen Klangeindruck, den viele Passagen meiner Capricen – und auch dieser Caprice – erzeugen, nämlich als wäre ein kleiner Baustein an den anderen gereiht; andererseits bezieht er sich konkret auf jene Passagen des Klaviertrios, wo man den Geist Messiaens vorübergehen spürt; auf einmal erinnert die Musik an Messiaen, und eben jene kurze Passagen leuchten wie farbige Mosaiksteine hervor; Mosaiksteine, die entweder nur mit leichter Berührung neben anderen Mosaiksteinen liegen, oder – weitaus öfter – magische Verschmelzungsqualitäten mit den sie umgebenden Steinen aufweisen.

Das Stück ist nicht als Hommage an Messiaen zu verstehen (ich bin kein uneingeschränkter Verehrer von ihm), viel mehr spiegelt es meinen geistigen Zustand dieser Zeit wieder: nach der Lektüre von Technique de mon Langage Musical, tagelangem Partiturstudium und Musikhören hatte sich Messiaen quasi einen Fixplatz in meiner Gedankenwelt erobert; wie von selbst liefen in meinem Kopf immer wieder messiaensche Musikpassagen ab. Und anstatt zu versuchen, mich davon zu befreien, ließ ich mich sowohl vom Klangeindruck als auch von der technischen Darlegung seiner musikalischen Sprache (von nicht-umkehrbaren Rhythmen über Vogelgesang bis hin zu speziellen Akkordverbindungen und den so genannten Modi mit begrenzter Transpositionsmöglichkeit) zu diesem Stück inspirieren.

Caprice (VI) mosaïque ist dem Trio Frühstück gewidmet, welches die Komposition im Frühjahr 2014 im Gläsernen Saal im Wiener Musikverein uraufführte. Eine Aufnahme durch das Trio Frühstück ist bei Gramola erschienen."
Werkeinführung, Thomas Wally, abgerufen am 04.11.2021 [http://www.thomaswally.com/assets/we_caprice_(vi)_mosa%c3%afque.pdf]

Widmung: Trio Frühstück

Uraufführung
26. März 2014 - Musikverein Wien, Gläserner Saal
Mitwirkende: Trio Frühstück

Aufnahme
Titel:
Trio Frühstück: Mosaïque
Label: Gramola (CD, 99049)
Jahr: 2014

Titel: Trio Frühstück - Mosaïque
Plattform: YouTube
Herausgeber: Gramola KlassikhausWien
Datum: 06.10.2014
Mitwirkende: Trio Frühstück
Weitere Informationen: Gramola

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 11. 11. 2021): Wally Thomas . Caprice (VI) mosaïque. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/197506 (Abrufdatum: 20. 1. 2022).