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Traumprotokolle

Werktitel
Traumprotokolle
Untertitel
Nach Theodor W. Adorno, für Tenor, Posaune, Violine und Klavier
Komponist:in
Entstehungsjahr
2013
Beteiligte Personen (Text)
Adorno Theodor W.
Genre(s)
Neue Musik
Gattung(en)
Ensemblemusik
Vokalmusik
Sprache (Text)
Deutsch
Besetzung
Quartett
Solostimme(n)
Trio
Besetzungsdetails

Tenor (1), Posaune (1), Violine (1), Klavier (1)

Art der Publikation
Manuskript

Partitur (Download kostenfrei): Homepage des Komponisten

Abschnitte/Sätze
1. Kreuzigung 1 | 2. Der Hund und ich | 3. Salto mortale | 4. St. Borromäus | 5. Schwanz-Wasch-Maschine | 6. Führer 1 | 7. Führer 2 | 8. Ein Aff' ist's | 9. Kreuzigung 2

Beschreibung
"Auch wortgewaltige Philosophen wie Adorno müssen irgendwann schlafen. Sie drohen dann in eben jene schaurig-schönen Abgründe zu stürzen, die sie bei Tageslicht im Griff zu haben glaubten. Wieder aufgewacht, meinen sie die Autonomie des Ich sei wieder in Stand gesetzt. Doch die Boten des Hypnos schlafen auch bei Tage nicht. Adorno war sich dessen bewusst: »Unsere Träume (...) gehören einer einheitlichen Welt an, so etwa, wie alle Erzählungen von Kafka in ›Demselben‹ spielen. Je enger aber Träume untereinander zusammenhängen oder sich wiederholen, umso größer die Gefahr, daß wir sie von der Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden können«.

Wie wahr: Traum und Wirklichkeit sind unmittelbar ineinander verwoben. Aber: Ist dies eine Gefahr? Mich hat die Option, die Wirklichkeit mit dem Traum verwechseln zu können, immer schon auf seltsame Weise beruhigt. 2012 stieß ich dann auf das schmale, aber unterhaltsame Bändchen Traumprotokolle, das 2005 in der Edition Suhrkamp erschienen war und eine Auswahl jener Träume enthält, die Adorno nach dem Aufwachen seiner Frau Gretel diktiert hatte. Deren absonderliche Logik erregte sogleich meine Neugier als Musiker und ich schrieb eine Abfolge kurzer Sätze, in denen unterschiedlichste Aspekte assoziativ miteinander verknüpft werden: Historische Zitate, skurrile Klangfarben und plötzliche Ausbrüche stehen unmittelbar nebeneinander – ein buntes Kaleidoskop, das zunächst befremdlich erscheinen mag. Letztlich spielt aber all das in ›Demselben‹: Eine stringente Prozessualität im Kleinen zeugt von einer Konsistenz, die selbst unsere dunkelsten Abgründe auf geheimnisvolle Weise durchwirkt."
Lukas Haselböck, Werkbeschreibung, Homepage des Komponisten, abgerufen am 24.09.2026 [https://www.lukashaselboeck.com/komposition#kompositionbermich]

Uraufführung
2. Dezember 2013 - Wien, Arnold Schönberg Center
Mitwirkende: Alexander Kaimbacher (Tenor); Erich Kojeder (Posaune), Johannes Dickbauer (Violine), Gernot Schedlberger (Klavier), Jaime Wolfson (Dirigent)

Aufnahme
Titel: Lukas Haselböck: Traumprotokolle (2013)
Plattform: YouTube
Herausgeber: Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik
Datum: 21.03.2014
Mitwirkende: Alexander Kaimbacher (Tenor); Erich Kojeder (Posaune), Johannes Dickbauer (Violine), Gernot Schedlberger (Klavier), Jaime Wolfson (Dirigent)
Weitere Informationen: Live Mitschnitt der Uraufführung.

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: ): Haselböck Lukas . Traumprotokolle. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/215859 (Abrufdatum: 25. 9. 2026).