Schedlberger Gernot

Vorname
Gernot
Nachname
Schedlberger
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
DirigentIn
AusbildnerIn
Künstlerische/r LeiterIn
Genre
Neue Musik
Klassik
Instrument(e)
Klavier
Violine
Geburtsjahr
1976
Geburtsort
Steyr
Geburtsland
Österreich

Gernot Schedlberger © Gernot Schedlberger

"Gernot Schedlberger erhielt ab seinem vierten Lebensjahr Violin- und Klavierunterricht am Brucknerkonservatorium Linz, studierte dort ab dem Jahr 1991 bei Gunter Waldek Musiktheorie und Komposition und schloss im Jahr 1993 ebenda „mit Auszeichnung“ ab. Im Anschluss begann er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien das Studium Orchesterdirigieren bei Leopold Hager sowie Komposition bei Iván Eröd und Kurt Schwertsik. Im Jahr 1999 schloss er ebenda mit dem „2. Diplom mit Auszeichnung“ ab.

Seit 2000 arbeitet Schedlberger als Korrepetitor für Solisten- und Chorproben bei zahlreichen Veranstaltern in Wien, u. a. bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (kurz: Wiener Musikverein), im Wiener Singverein (unter Johannes Prinz), im Wiener Konzerthaus, in der Wiener Singakademie, im Chor der Wiener Staatsoper, für das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, beim Grafenegg Festival sowie im Wiener Kammerchor. Als Dirigent arbeitete er u. a. mit dem Beethoven Orchester Bonn, dem phace Ensemble Wien und am sirene Operntheater Wien.

Seit Oktober 2003 unterrichtet Schedlberger an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, seit September 2016 leitet er dort die Vorbereitungslehrgänge für die Studienrichtungen Komposition/Musiktheorie und Tonmeister*innen-Ausbildung. Von 2016 bis 2019 leitete er auch zusätzlich den Vorbereitungslehrgang für die Studienrichtung Dirigieren. Im Jahr 2010 gründete Schedlberger gemeinsam mit Lukas Haselböck die Konzertreihe „cercle – Konzertreihe für Neue Musik“, die seither Konzerte mit über 120 Uraufführungen österreichischer Komponisten aus den Bereichen zeitgenössische Instrumentalkomposition, elektroakustische Komposition, Medienkomposition und Performancekunst in Wien veranstaltet hat.

Gernot Schedlberger ist in Wien als ausübender Musiker (Pianist) aktiv und wirkte vielfach u. a. bei Konzerten des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich, des Wiener Kammerorchesters, des „ensemble xx. jahrhundert“ sowie des Synchron Stage Vienna Orchestra mit.

Aufführungen von Schedlbergers Werken gab es im In- und Ausland, u.a. in Finnland, Deutschland, England, Italien, Kroatien und Russland, u. a. beim Festival Wien Modern, bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (kurz: Wiener Musikverein), im Wiener Konzerthaus, im Kings Place London, an der Oper Bonn, an der Tribüne Berlin, am Schauspielhaus Salzburg, bei den Tiroler Festspielen Erl, bei den Haydn Festspielen Eisenstadt, im Arnold Schönberg Center Wien, im Wiener Kunstverein Alte Schmiede, beim Musikfestival Steyr sowie am sirene Operntheater Wien.

Korrepetition von Solistenproben mit namhaften Solisten und Dirigenten, wie (alphabetisch geordnet) David Afkham, Gerd Albrecht, Alain Altinoglu, Daniel Barenboim, Jiri Belohlavek, Bertrand de Billy, Herbert Blomstedt, Michael Boder, Ivor Bolton, Pierre Boulez, Semyon Bychkov, Sylvain Cambreling, Christoph Eschenbach, Daniele Gatti, Mirga Grazinyte-Tyla, Nikolaus Harnoncourt, Manfred Honeck, Mariss Jansons, Philippe Jordan, Sir Neville Marriner, Zubin Mehta, Ingo Metzmacher, Riccardo Muti, Kent Nagano, Andris Nelsons, Andrés Orozco-Estrada, Seiji Ozawa, Kirill Petrenko, Georges Prêtre, Sir Simon Rattle, Helmuth Rilling, Dennis Russell Davies, Yutaka Sado, Wolfgang Sawallisch, Michael Schønwandt, Lorenzo Viotti, Franz Welser-Möst u.v.a.

Dirigierassistenz bei Zubin Mehta (Schönberg: Gurre-Lieder, Musikverein Wien, Wiener Philharmoniker, Wiener Singverein u.a., Wiener Festwochen 2012)."
Gernot Schedlberger (2022), Mail

Stilbeschreibung

"Jedes meiner Stücke ist ein neuer Versuch einer schlüssigen künstlerischen Aussage - ohne vorherige Festlegungen."
Gernot Schedlberger (2022), Mail

Auszeichnungen

1999 Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung: Würdigungspreis
2000 Clifton Parker Award - Dartington International Summer School: Preisträger
2002 Republik Österreich: Förderungspreis für Musik
2002 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Kompositionsförderung
2002 Theodor Körner Fonds: Preisträger
2004 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Kompositionsförderung
2005 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Arbeitsstipendium
2006 Slatkonia-Preis - Erzdiözese Wien: Preisträger
2007 Kompositionsförderung
2009 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Arbeitsstipendium
2009 Stadt Wien: Kompositionsauftrag
2010 Republik Österreich: Staatstipendium für Komposition
2011 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Arbeitsstipendium
2013 Republik Österreich: Staatsstipendium für Komposition
2013 Stadt Wien: Förderungspreis

Ausbildung

1991–1993 Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Musiktheorie und Komposition - Diplom mit Auszeichnung (Gunter Waldek)
1994–1999 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition (Iván Eröd, Kurt Schwertsik), Orchesterdirigieren (Leopold Hager) - Diplom mit Auszeichnung

Tätigkeiten

2000–heute Wiener Singverein: Korrepetitor bei Chorproben
2001–heute Gesellschaft der Musikfreunde in Wien: Korrepetitor bei Solistenproben
2003–heute Institut für Komposition und Elektroakustrik - mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Lehrender für Harmonielehre/Kontrapunkt bzw. Historische Satztechniken, Leiter des Vorbereitungslehrganges für Dirigieren (2016–2019),
Leiter der Vorbereitungslehrgänge für Komposition/Musiktheorie und für Tonmeister*innen-Ausbildung (ab 2016)
2010–heute cercle - konzertreihe für neue musik, Wien: Gründer, Leiter der Konzertreihe (gemeinsam mit Lukas Haselböck)
2012 Dirigierassistenz bei Zubin Mehta (Schönberg: Gurre-Lieder, Musikverein Wien, Wiener Philharmoniker, Wiener Singverein u.a., Wiener Festwochen 2012)

Aufträge (Auswahl)

2000 International Summer School Dartington, England/Ensemble 20.Jahrhundert, Wien: Dartington Express
2003 TU-Orchester Wien: Dark Flow
2003 Moskauer Herbst: Moscow Sonata
2005 Schauspielhaus Salzburg: O Wunder!Schöne neue Welt
2006 Oper Bonn (Deutschland): Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold/Die Walküre
2008 Oper Bonn (Deutschland): Der Ring des Nibelungen II: Siegfried/Götterdämmerung
2008 Tribüne Berlin(Deutschland): Tiergartenstraße 4
2008 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien: Festfanfare
2009 Haydn Festspiele Eisenstadt: Übermalung 1
2009 sirene Operntheater: Der Heinrich aus der Hölle
2009 Tiroler Festspiele Erl: Ode: der Nacht
2011 sirene Operntheater: MarieLuise
2011 Mobilis-Saxophonquartett: Übermalung 2 (Gesualdo di Venosa)
2014 die reihe: Area II
2015 Acies Streichquartett: Übermalung 3 (Johannes Ockeghem)
2017 Vokalakademie Niederösterreich
2017 Chor Ad Libitum: Zwei Segenssprüche, À Chloris
2018 Chor Ad Libitum: Salve Regina, Still wie die Nacht, Da lieg ich unter den Bäumen, A Child is Born in Bethlehem, Bei der Wiege
2019 Chorszene Niederösterreich / Musikfabrik Niederösterreich: God bless you day and night
2019 Chor Ad Libitum: Du bist mein Mond, Kehr´ ein bei mir (Du bist die Ruh´), Ich liebe dich, Weil ich nichts anders kann, Eternal Light, O Queen of Heaven / O Himmelskönigin
2022 Vienna Reed Quintet: Üderü

Aufführungen (Auswahl)

2013 Alexander Kaimbacher (voc), Erich Kojeder (pos), Gernot Schedlberger (pn), Arnold Schönberg Center, Wien: Mauthausen 2008 (UA)
2014 die reihe, Alexander Drcar (dir) - Radiokulturhaus Wien, Wien: Area II (UA)
2014 Gernot Schedlberger (pn), Wiener Rathaus: Zwei Impromptus construits (UA)
2014 Michaela Schausberger, Johann Leutgeb, Wien: Hotel Macondo (UA)
2015 Acies Streichquartett, Wien: Übermalung 3 (Johannes Ockeghem) (UA)
2016 Gottflieb Wallisch (pn), Wien: 3 tonale Piècen (UA)
2018 Chor Ad Libitum, Krems: À Chloris (UA)
2019 Chor Ad Libitum, Krems: Wiegenlied (UA)
2019 Niederösterreichischer Landesjugendchor, Krems: God bless you day and night (UA)
2022 Vienna Reed Quintet - Off-Theater Wien, Wien: Üderü (UA)

Pressestimmen (Auswahl)

2009
Kammeroper "Der Heinrich aus der Hölle"
"Dies alles in der Form einer frisch komponierten Oper. Das Orchester, mit Ausnahme des üppigen Schlagwerks, sparsam instrumentiert, aber dennoch mit feinen Akzenten, sehr emotional und stets die Geschichte unterfütternd, im Dirigat des zweifellos dicht und spannend arbeitenden Komponisten Gernot Schedlberger. Die Sänger/innen durchwegs genau in der Musik und auch szenisch immer wieder witzig anzusehen, zumal Männlein und Weiblein rollenunabhängig bunt durcheinander besetzt wurden. [...] Witz ist dabei, Mystik, schöne Musik und jede Menge Albträume. Ein feiner Abend."
www.kulturwoche.at 

2008
Kammeroper "Der Heinrich aus der Hölle"
"[...] auffälligstes Charakteristikum ist die raffinierte, farbenreiche Instrumentierung [...] mit der Schedlberger die genreimmanenten Schranken vergessen lässt und sich als Meister des fließenden Übergangs in den vier ineinander übergehenden Szenen zeigt; mit überlagernden Klangflächen baut er so [...] gewaltige Spannung auf."
ÖMZ (Österreichische Musikzeitschrift) 10/2009 

2006
"Der Ring des Nibelungen II"
"[...] ein Art [...], in der Donner und Getöse der Musik längst verhallt sind und nur ein paar zarte und live gespielte Klaviertöne übrig geblieben sind."
Kölner Stadt-Anzeiger 

2005
"Der Ring des Nibelungen I"
"Eine vertrackte, hochvirtuose Nervenmusik mit [...] fantasievoller Verschränkung von Nationalhymnen."
Rhein-Zeitung
 

2002
"O Wunder!Schöne neue Welt"
"Und Schedlbergers krass-karikierende Musik tut gute Wirkung zum expressiven Tanztheater."
Wiener Zeitung

2002
"Die Geschichte des Picando"
"Der Komponist und Librettist Gernot Schedlberger kommentiert [...] süffisant und distanziert, die Musik vermeidet es zu heroisieren: Ohne tonales Zentrum fassbar, repetitiv, ist die [...] Partitur klangvoll, unsentimental, unpathetisch."
ÖMZ 8-9/2002

Quellen/Links

Mail: Gernot Schedlberger

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 2. 12. 2022): Biografie Gernot Schedlberger. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/71180 (Abrufdatum: 29. 1. 2023).