Schedlberger Gernot

Vorname
Gernot
Nachname
Schedlberger
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
Tradition/Moderne
Instrument(e)
Klavier
Violine
Geburtsort
Steyr
Geburtsland
Österreich

Foto: © Heinz Zwazl

 

Nach Violin- und Klavierunterricht ab seinem vierten Lebensjahr am Brucknerkonservatorium Linz studierte er dort von 1991 bis 1993 auch Musiktheorie und Komposition (bei Gunter Waldek), Diplom mit Auszeichnung im Oktober 1993. Studium Orchesterdirigieren bei Leopold Hager und Komposition bei Ivan Eröd und Kurt Schwertsik an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien 1994-1999, 2. Diplom 1999 mit Auszeichnung.

 

Aufführungen seiner Werke im In- und Ausland, u.a. in Finnland, Deutschland, England, Italien, Kroatien und Russland. Darunter hervorzuheben sind die Ur- und Folgeaufführungen von fünf Kammeropern in Wien (1999, 2001, 2002, 2009, 2012/13). Dirigent zahlreicher Uraufführungen, wie z.B. Dartington Express im August 2000 im Rahmen der International Summer School Dartington mit dem Ensemble 20. Jahrhundert Wien, der Bühnenmusik O Wunder!Schöne Neue Welt am Schauspielhaus Salzburg im November 2005, der zwei abendfüllenden Musiken für "Der Ring des Nibelungen" in der Choreografie Johann Kresniks an der Bonner Oper mit dem Beethoven Orchester Bonn, der Kammeroper "Der Heinrich aus der Hölle" für das sireneOperntheater Wien im Juli 2009, der Kammeroper "Marie Luise" für das sireneOperntheater Wien im Dezember 2012/Jänner 2013 u.v.a.
Er ist auch als ausübender Musiker sehr aktiv, u.a. als (Solo-)Korrepetitor (Musikverein Wien, Wiener Singverein u.a.) und Pianist.

 

Korrepetition von Solistenproben mit namhaften Solisten und Dirigenten, wie Sir Simon Rattle, Seiji Ozawa, Zubin Mehta, Pierre Boulez, Nikolaus Harnoncourt, Riccardo Muti, Mariss Jansons, Wolfgang Sawallisch, Sir Neville Marriner, Franz Welser-Möst, Philippe Jordan, Michael Boder, Georges Prêtre, Gerd Albrecht, Sylvain Cambreling, Helmuth Rilling, Dennis Russell Davies u.a. Dirigierassistenz bei Zubin Mehta (Schönberg: Gurre-Lieder, Musikverein Wien, Wiener Philharmoniker, Wiener Singverein u.a., Wiener Festwochen 2012).

 

2009 Gründung von cercle - Konzertreihe für Neue Musik gemeinsam mit Lukas Haselböck in Wien.
Seit 2003 Unterrichtstätigkeit an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien im künstlerischen Hauptfach Harmonielehre/Kontrapunkt bzw. Historische Satztechniken.


Ausbildung
1991 - 1993 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Musiktheorie und Komposition Waldek Gunter
1993 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Diplom mit Auszeichnung
1994 - 1999 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Eröd Iván
1994 - 1999 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Schwertsik Kurt
1994 - 1999 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Orchesterdirigieren Hager Leopold
1999 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien 2. Diplom mit Auszeichnung

Tätigkeiten
Wiener Singverein Wien Korrepetition von Chorproben
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Wien Korrepetition von Solistenproben
2003 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien seither Lehrtätigkeit am Institut für Komposition und Elektroakustrik
2010 cercle - konzertreihe für neue musik Wien Gründung und seitdem Leitung der Konzertreihe zusammen mit Lukas Haselböck
2012 Dirigierassistenz bei Zubin Mehta

Aufträge (Auswahl)
2000 International Summer School Dartington, England/Ensemble 20.Jahrhundert, Wien Dartington Express - für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier
2003 TU-Orchester Wien Dark Flow - für Orchester
2003 Moskauer Herbst Moscow Sonata - für Violine und Klavier
2005 Schauspielhaus Salzburg O Wunder!Schöne neue Welt - Bühnenmusik zu Christoph Klimkes Theaterstück für kleines Ensemble
2006 Oper Bonn Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold/Die Walküre - für Kammerorchester und zwei Klaviere
2008 Oper Bonn Der Ring des Nibelungen II: Siegfried/Götterdämmerung - für Kammerorchester und zwei Klaviere
2008 Tribüne Berlin Tiergartenstraße 4 - Schauspielmusik zu Christoph Klimkes Theaterstück
2008 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Festfanfare - für großes Orchester
2009 Haydn Festspiele Eisenstadt Übermalung 1 - für Klaviertrio
2009 sirene Operntheater Der Heinrich aus der Hölle - Kammeroper nach einer Novelle von Leo Perutz
2009 Tiroler Festspiele Erl Ode: der Nacht - für Sopran und Streichquartett
2011 sirene Operntheater MarieLuise - Kammeroper in 17 Bildern, für 8 Sänger, 1 Schauspieler, 12 Instrumentalisten

Aufführungen (Auswahl)
Aufführungen im In- und Ausland: Finnland, Deutschland, England, Italien, Kroatien, Russland
Aufführungen von Ensembles wie "die reihe", "Ensemble Wiener Collage", "phace"
Ur- und Folgeaufführungen von 5 Kammeropern in Wien (1999, 2001, 2002, 2009, 2012/13)

Auszeichnungen
1999 Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Würdigungspreis
2000 Dartington International Summer School: Clifton Parker Award
2002 Republik Österreich Förderungspreis für Musik
2002 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Kompositionsförderung
2002 Theodor Körner Fonds Preis
2004 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Kompositionsförderung
2005 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium
2006 Erzdiözese Wien Slatkonia-Preis
2007 Kompositionsförderung
2009 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium
2009 Stadt Wien Kompositionsauftrag
2010 Republik Österreich Staatstipendium für Komposition
2011 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium
2013 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
2013 Stadt Wien Förderungspreis

Stilbeschreibung

"Das Komponieren nach einem System ist das Eingeständnis der Impotenz." (Edgar Varèse)
In diesem Sinne ist jedes meiner Stücke ein neuer Versuch einer schlüssigen künstlerischen Aussage - ohne vorherige Festlegungen. Auch kann Stil in meinen Augen niemals ein künstlerisches Qualitätskriterium sein.
Meine Stücke sind ein Versuch, Musik voll von einer Vielzahl von sich überlappenden Strukturen und Klangwelten, zerrissen zwischen Stille und gewalttätigen Eskalationen zu schreiben. Man kann in Beuz guaf Vorbilder sicher von Ligeti, Adams, Rihm, Henze und Ades ausgehen.


Pressestimmen

2009

Kammeroper "Der Heinrich aus der Hölle"
Dies alles in der Form einer frisch komponierten Oper. Das Orchester, mit Ausnahme des üppigen Schlagwerks, sparsam instrumentiert, aber dennoch mit feinen Akzenten, sehr emotional und stets die Geschichte unterfütternd, im Dirigat des zweifellos dicht und spannend arbeitenden Komponisten Gernot Schedlberger. Die Sänger/innen durchwegs genau in der Musik und auch szenisch immer wieder witzig anzusehen, zumal Männlein und Weiblein rollenunabhängig bunt durcheinander besetzt wurden. [...] Witz ist dabei, Mystik, schöne Musik und jede Menge Albträume. Ein feiner Abend. 

www.kulturwoche.at 

 

2008

Kammeroper "Der Heinrich aus der Hölle"
[...] auffälligstes Charakteristikum ist die raffinierte, farbenreiche Instrumentierung [...] mit der Schedlberger die genreimmanenten Schranken vergessen lässt und sich als Meister des fließenden Übergangs in den vier ineinander übergehenden Szenen zeigt; mit überlagernden Klangflächen baut er so [...] gewaltige Spannung auf. 

ÖMZ (Österreichische Musikzeitschrift) 10/2009 

 

2006

"Der Ring des Nibelungen II"
[...] ein Art [...], in der Donner und Getöse der Musik längst verhallt sind und nur ein paar zarte und live gespielte Klaviertöne übrig geblieben sind. 

Kölner Stadt-Anzeiger 

 

2005

"Der Ring des Nibelungen I"
Eine vertrackte, hochvirtuose Nervenmusik mit [...] fantasievoller Verschränkung von Nationalhymnen. 

Rhein-Zeitung 

 

2002

"O Wunder!Schöne neue Welt"
Und Schedlbergers krass-karikierende Musik tut gute Wirkung zum expressiven Tanztheater. 

Wiener Zeitung

 

2002

"Die Geschichte des Picando"
Der Komponist und Librettist Gernot Schedlberger kommentiert [...] süffisant und distanziert, die Musik vermeidet es zu heroisieren: Ohne tonales Zentrum fassbar, repetitiv, ist die [...] Partitur klangvoll, unsentimental, unpathetisch. 

ÖMZ 8-9/2002

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 3. 2020): Biografie Gernot Schedlberger. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/71180 (Abrufdatum: 4. 12. 2020).