Les îles des nombres II

Werktitel
Les îles des nombres II
Untertitel
Für Ensemble
KomponistIn
Entstehungsjahr
2018
Dauer
15m
Genre(s)
Neue Musik
Gattung(en)
Ensemblemusik
Besetzung
Kammerorchester/Ensemble
Besetzungsdetails

Flöte (1), Klarinette (2), Horn (2), Harfe (1), Klavier (1), Violine (2), Viola (1), Violoncello (1)

Art der Publikation
Manuskript

PDF-Preview (Partiturausschnitte): Thomas Wally (Homepage)
Hörbeispiel: Thomas Wally (Homepage)

Beschreibung
"Les îles des nombres II, komponiert 2017/2018 anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Ensemble Wiener Collage, zählt eindeutig zu jenen Werken, deren erster kompositorischer Impuls aus harmonischen Überlegungen erwächst. Auf zwei harmonische Grundgedanken, welche das Werk prägen, sei hier eingegangen. Der erste hat seinen Vor-Vorläufer in dem Klaviersolo-Stück Postscriptum (2x11x12): The Melancholy of Perfection(ism), welches als letztes Werk den Klavierzyklus cycle: 25 easy pieces (2014-16) beschließt.

Diese Klavierkomposition besteht – harmonisch betrachtet – aus den elf (11) Intervallen (2) – von der kleinen Sekund bis zur großen Sept –, welche auf jeder chromatischen Tonstufe (12) je einmal erklingen. Postpostscriptum (2x11x12x4): Les îles des nombres (2017/2018), ebenfalls für Klavier Solo, erweitert bzw. multipliziert diese Idee; jedes Intervall erklingt hier viermal. Der für dieses Klavierstück ausgearbeitete harmonische Verlauf dient als Grundlage für das Ensemblestück Les îles des nombres II – welches sich als Epitheton ornans die Konstruktion Postpostpostscriptum verdient hätte. Der harmonische Verlauf kann folgendermaßen beschrieben werden: Die insgesamt 528 (11x12x4) Intervalle werden in 120 „Inseln“ (îles) zu je 3-5 Intervallen zusammengefasst. Zwei Inselgrundtypen sind zu unterscheiden: Inseln, die aus lauter gleichen Intervallen und Inseln, die aus unterschiedlichen Intervallen bestehen. Eine weitere Unterscheidung betrifft die Verklanglichung der Intervalle; entweder erklingen diese konsekutiv, oder sie stellen in amalgamierter Form das harmonische Material einer Insel dar.

Der zweite harmonische Grundgedanke basiert auf dem Prinzip der Intervallteilung. Teile ich zum Beispiel eine große Terz in der Mitte, erhalte ich zwei große Sekunden, beziehungsweise einen Ton, der von den beiden Tönen der Terz eine große Sekund entfernt liegt. Bei jedem zweiten Intervall (kleine Sekund, kleine Terz, reine Quart, etc.) ist dieser Teilungston ein Viertelton. Nun wird dieser Teilungsgedanke nicht nur auf die 528 Grundintervalle, sondern, je nach Insel, auch in unterschiedlich erweiterter Form angewandt. Das Extrem ist die Teilung jedes in einer Intervallinsel vorhandenen Intervalls (=die Teilung jeder vertikalen/horizontalen Beziehung zwischen je 2 Tönen). Bei einer sechstönigen Insel (3 Grundintervalle) ergibt dies 15, bei einer achttönigen Insel (4 Grundintervalle) 28, bei einer zehntönigen Insel (5 Intervalle) 45 Teilungstöne. Die Komposition von Les îles des nombres II wurde gefördert vom SKE-Fonds und vom Bundeskanzleramt Österreich."
Werkeinführung, Thomas Wally, abgerufen am 03.11.2021 [http://www.thomaswally.com/assets/we_les-%c3%aeles-des-nombres-ii.pdf]

Auftrag: gefördert vom SKE-Fonds und vom Bundeskanzleramt Österreich

Widmung: anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Ensemble Wiener Collage

Uraufführung
3. Oktober 2018 - Arnold Schönberg Center, Wien
Veranstalter: Konzertzyklus 30 Jahre Ensemble Wiener Collage
Mitwirkende: Ensemble Wiener Collage, René Staar (Dirigent)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 3. 11. 2021): Wally Thomas . Les îles des nombres II. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/197473 (Abrufdatum: 6. 10. 2022).