Florey Wolfgang

Vorname
Wolfgang
Nachname
Florey
erfasst als
KomponistIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Violoncello
Geburtsjahr
1945
Geburtsort
Salzburg
Geburtsland
Österreich

Wolfgang Florey © Ute Florey

Ausbildung
1958 - 1963 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Violoncello Weigl Georg
1963 - 1965 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Violoncello Böttcher Wilfried
1964 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Komposition Krenek Ernst
1965 - 1971 Hochschule für Musik und Theater Hamburg Hamburg Violoncello Böttcher Wilfried
1971 Hochschule für Musik und Theater Hamburg Hamburg Diplom

Tätigkeiten
1961 - 1965 Salzburg "Geistliche Konzerte": Gründung mit seinem Mitstudenten Dietmar Forster in der Christuskirche
1968 - 1970 Hamburg Hinz & Kunst: Mitbegründer des Ensembles, das sich eine veränderte Aufführungspraxis Neuer Musik zum Ziel gesetzt hat
1969 - 1972 Mitwirkung in verschiedenen Kammermusikensembles u.a. dem "Kammerorchester Tibor Varga" und dem "Pagin-Trio" (Klaviertrio mit Claus Bantzer und Diego Pagin)
1971 - 1988 Hochschule für Musik und Theater Hamburg Hamburg Dozent für Violoncello und Methodik und Praktikum des Instrumentalunterrichts
1972 - 1976 Mitglied des Bundesvorstandes des Demokratischen Kulturbundes der BRD
1973 - 1982 Hinz & Kunst: Mitwirkung im wieder gegründeten Ensemble und schließlich geschäftsführender Leiter
1976 - 1980 Cantiere internazionale d'arte Montepulciano: Teilnahme
1980 - 2002 Theater Gruppe 80 Wien Leiter der Bühnenmusik des Theaters
1981 Hinz & Kunst: Südamerikatournee
1982 München Zeitsignale: Mitbegründung des Münchener Ensembles für Zeitgenössische Musik
1983 - 1991 Ensemble der Ruhrfestspiele Recklinghausen: musikalischer Leiter
1983 - 1992 musikalischer Leiter des Ensembles der Ruhrfestspiele Recklinghausen (künstlerischer Leiter: Wolfgang Lichtenstein)
1992 seit damals: freischaffender Komponist
Theater Gruppe 80 Wien Kompositionen für Bühnenwerke von Johann Nestroy, Ferdinand Raimund, Franz Grillparzer, Ödön von Horváth, Carlo Goldoni, Maxim Gorki, Jean-Baptiste Molière
Mitarbeit an Theatern und Rundfunkanstalten im gesamten deutschen Sprachgebiet

Aufträge (Auswahl)
Theater in der Tonne Reutlingen Winterreise heimatlos - Kammermusik für Gitarre, Horn und Schlagzeug
Susan Salm Im Augenspiegelblick - ein Capriccio nach Hoffmann in 8 Szenen
Volkstheater Rostock Prärie - Oper von Bertolt Brecht nach Knut Hamsun
Theater Der Keller Köln In Feuer getaucht - szenische Kantate über Hölderlins "Mnemosyne" unter Verwendung von Texten Hesiod's, Vergil's, dem Carmen Erithraeum, Wandinschriften aus dem Kölner EL-DE-Haus, sowie Zeugnissen schizophrener Patienten
Südwestrundfunk/Eclat-Festival wahr.haft.ich - Ein musiktheatralischer Essay über Albrecht Dürers "Melencolia I" unter Verwendung von Texten von Dürer, Hesiod, Hölderlin u.a., sowie Selbstzeugnisse von Euthanasieopfern
Ute Döring At the edge of the world - Orchesterlied über eine Dichtung von Jeremy Adler
Stephan Breith Sieben kurze Lieder - Lieder nach Gedichten von Ulla Hahn
Wolfgang Borchert Theater Münster Im Verzerrspiegelraum - Ricercar in acht Szenen für Tenorbaßposaune
Schlagzeugklasse Prof. Edith Salmen, Rostock Sieben Vigilien - Sieben Szenen für drei Schlagwerker
Susan Salm: "Sonate"
Ensemble variabile, Basel andererseits - ein kammermusikalischer Aufbruch ins Ungewisse

Aufführungen (Auswahl)
1980 Theater Gruppe 80 Wien - 2001Bühnenmusiken
1983 - 1991 Bühnenmusiken beim Ruhrfestival Recklinghausen
1993 Rostock Volkstheater Rostock Prärie - Oper von Bertolt Brecht nach Knut Hamsun
1996 Augsburg Prärie - Oper von Bertolt Brecht nach Knut Hamsun
1996 Bregenzer Festspiele Bregenz Bühnenmusiken
2002 Orchesterverein Hilgen, Altenberg At the edge of the world - Orchesterlied über eine Dichtung von Jeremy Adler
2002 Köln Maria Lyskirchen In Feuer getaucht - szenische Kantate über Hölderlins "Mnemosyne" unter Verwendung von Texten Hesiod's, Vergil's, dem Carmen Erithraeum, Wandinschriften aus dem Kölner EL-DE-Haus, sowie Zeugnissen schizophrener Patienten
2006 Eclat Festival Stuttgart wahr.haft.ich - Ein musiktheatralischer Essay über Albrecht Dürers "Melencolia I" unter Verwendung von Texten von Dürer, Hesiod, Hölderlin u.a., sowie Selbstzeugnisse von Euthanasieopfern
2014 Venedig Teatro La Fenice Canti Veneziani - Otto frammenti e un requiem per Lukas di Riccardo Held
2017 Ensemble Kontrapunkte Musikverein Wien Intermezzo für 15 Instrumente

Auszeichnungen
1977 Internationales Komponistenseminar: Preis der Jury
Deutsche Phono-Akademie Auszeichnung für Hinz & Kunst "Künstler des Jahres"

Stilbeschreibung

Die künstlerische Persönlichkeit des Komponisten entwickelte sich, wie bei manchem seiner Generation, im Spannungsfeld von Musik und Politik. Deshalb fühlt er sich in seiner musikalischen Arbeit in besonderer Weise dem Wort und der darstellenden Kunst verpflichtet. Seine musikästhetischen Überlegungen sind dabei nicht zuletzt geprägt von seinen Erfahrungen als Instrumentalist und der Einsicht, daß sich das musikalische Kunstwerk nicht schon in seiner Textur, sondern erst in seiner performativen Klanggestalt erfüllt.
Wie viele andere, glaubt auch er an Musik als eine dem Menschen eigene Lebensäußerung, in der sich nicht nur individuelle Empfindungen ausdrücken, sondern die auch darauf gerichtet sein müsse, Gefühle zu wecken, die das vernünftige ebenso wie auch das traumhafte Denken beflügeln. In diesem Sinne sieht sich der Komponist auch in einer besonderen moralischen Verantwortung gegenüber allen denjenigen Menschen, für die zu arbeiten es ihm erlaubt ist.

 

Wolfgang Florey 2001

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Wolfgang Florey. In: mica music austria – Musikdatenbank. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/53772 (Abrufdatum: 6. 6. 2020).