Hollinetz Klaus

Vorname
Klaus
Nachname
Hollinetz
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
MusikerIn
AusbildnerIn
MedienkünstlerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Instrument(e)
Elektronik
Geburtsjahr
1959
Ausbildung
1985 - 1987 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Lehrgang für Elektroakustik und Experimentalmusik Kaufmann Dieter

Tätigkeiten
1992 - 1994 Offenes Kulturhaus Linz Linz Aufbau und provisorische Leitung des Experimentalmusikstudios
1993 - 1995 Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz Graz Gastkomponist und -lektor
1996 - 1997 TONGA Kompositionsprojekt Österreich - Zimbabwe, Harare: Zusammenarbeit mit Keith Goddard
1996 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Gastkomponist am Studio SAMT
1996 - 2001 Klangnetze Mitwirkung beim Schulprojekt des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kunst
1996 - 2005 Teilnahme an "Hören ist Sehen / Oir Es Ver / To Hear Is To See" in Österreich, Mexico, Türkei, Ungarn u. v. a.
2001 KomponistInnenforum Mittersill Mittersill Teilnahme
2002 EXPO.02, Biel/Schweiz: Klangregisseur und Gastkomponist am Klangturm
2003 und 2005: Binga ITC Projekt, Binga/Zimbabwe: Workshops
2004 MBIRATIONS Tourkonzerte in Österreich, Deutschland, Tschechien und Zimbabwe.
Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz Graz Lehrbeauftragter für Ästhetik der Elektronischen Musik und Sound-Design
Literarische Tätigkeit, Publikationen national und international
Realisation zahlreicher Klang - und Rauminstallationen
Teilnahme bei Festivals: Synthese (Bourges/Frankreich), Futura (Crest/Frankreich), FEM95 (Bratislava), Absolute Musik (Allensteig), Hifa (Harare) u.v.a.

Auszeichnungen
1991 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Talentförderungspreis für Literatur
1992 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Talentförderungspreis für Musik
1998 UNESCO - United Nations Educational, Scientific an Cultural Organisation International Rostrum of Electro-acoustic Music; recommended work Distant Horns - aus dem Tonga Projekt
2001 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Anton Bruckner Stipendium
2005 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Landeskulturpreis

Stilbeschreibung

Jede Komposition ist das Produkt einer eigenen Forschungsarbeit, das heißt aus einem durchaus experimentellen Prozeß entstanden, ist selbst aber kein Experiment mehr. (Pierre Henry, der große elektroakustische Komponist und Lehrer, sagte einmal, das Dilemma der modernen Musik im allgemeinen und der elektroakustischen Musik im besonderen sei, daß man für jedes neue Musikstück ein neues System zu erfinden habe, ganz im Gegensatz zur Literatur und zu anderen Künsten.) Ich versuche, den natürlichen, zufälligen, mikrostrukturellen Gehalt (oder Verlauf) akustischer Phänomene aufzufangen und zu nachvollziehbaren Wahrnehmungsmustern zu kondensieren. Das geschieht zum Beispiel durch eine einfache Montage; durch rigorose Selektion und Reduktion des musikalischen Materials, das nach geeigneten Regeln und Verfahrensweisen aus dem meist konkreten Ausgangsmaterial gewonnen wird. Dabei spielt die semantische oder die anekdotische Bedeutung (im Sinne der "musique concrète") oft keinerlei oder nur mehr eine geringe Rolle für die musikalische Aussage. Ich verwende die "anekdotische Qualität" meist als kontrastierenden oder kontrapunktierenden Teil des musikalischen Ganzen. Mir geht es um Wahrnehmungskriterien, die, auf Grund ihrer oft in Extremen liegenden Bereiche, im Normalfall von der Oberflächenrealität weitgehend verdrängt werden. Welche Klänge wohnen zwischen den Klängen bzw. in den Klängen selbst? Wo liegt die Relation zu den vielfältigen Wahrnehmungskriterien, die das wirkliche Erkennen unserer Umgebung von uns verlangt? Diese Musikstücke entstehen gleichsam "zufällig", aus der Struktur des Experiments des inneren und äußeren Hörens selbst herausgeboren, und fordern auch in einfach scheinenden, durchsichtigen Momenten höchste Aufmerksamkeit. Weil es keine wiedererkennbaren Formmuster gibt oder Anhaltspunkte in allgemeiner Musiktheorie, wird das Hören nicht erleichtert, sondern (so ist meine Absicht) intensiviert. Immer wird eine Katharsis der Sinne angestrebt, viele musikalisch relevanten Ereignisse sind kurz, nicht analysierbar (in ihrer Genese) und sind im Geist nicht sofort abstrahierbar oder wiederholbar. Alle meine Kompositionen sind elektroakustische Musikstücke, die, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ausschließlich für Lautsprecherensembles geschaffen wurden. Diese Kompositionen liegen auf Tonträgern (analoges oder digitales Tonband, CompactDisc) vor. Für einige dieser Stücke gibt es Aufführungsanleitungen (akustische Mehrkanalprojektionen, Klanginszenierungen etc.), es gibt jedoch - prinzipbedingt - keine Partituren.

 

Klaus Hollinetz 1991


Pressestimmen

1. März 2003

Ganz andere Wege geht der Oberösterreicher Klaus Hollinetz, der in "Elea" mit Instrumentalsamples und Klangmaterialien wie Papierrascheln ein raumakustisches Erlebnis bescherte und mit dem ständigen aufeinander Reagieren der Klänge ein gespanntes Zuhören bewirkte 

Oberösterreichische Nachrichten 

 

27. April 2002

Bei "Fundstücke" formen 17 kurze Passagen für Flöte live und ein Equipment aus einem Dutzend Lautsprechern eine kurzweilige pointierte Einheit. Großflächig und ausschwingend die beiden "Lowlands", deren Klanggebilde den Rahmen jeder Partitur auf Papier sprengt: Mit ihren musikalischen Parametern in ständig fließendem Wechsel auf mehreren Ebenen, was zu teils spannenden, teils meditativen Abschnitten führt.

Oberösterreichische Nachrichten (Franz Zamazal)

 

7. April 2000

Elmar Fulda, der vom zeitgenössischen Musiktheater kommt, vertraut der ästhetischen Kraft der Musik und hat dafür in Klaus Hollinetz einen souveränen Partner. Geräuschfetzen und Klangkörper werden zur Drohkulisse, setzen Kontrapunkte, während uns das Ensemble als antiker Chor seine Kassandrarufe frontal entgegenschleudert.

Heilbronner Stimme (Claudia Ihlefeld)


Links KUG, Mbirations

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Klaus Hollinetz. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/56212 (Abrufdatum: 13. 8. 2020).

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