Pirchner Werner Preisegott

Vorname
Werner Preisegott
Nachname
Pirchner
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
MusikerIn
Genre
Jazz/Improvisierte Musik
Neue Musik
Geburtsort
Hall in Tirol
Geburtsland
Österreich

Fotograf: Ernst A. Grandits © Mit freundlicher Genehmigung von wernerpirchner.com

 

Musik hören.
Erstes Instrument: eine Kindertrompete und die Knopforgel des Vaters. Erste musikalische Bildung durch das Radio sowie einen pensionierten Finanz-Beamten und einen greisen Mönch. Mit 11 Jahren Austritt aus dem Kirchenchor, da es mir nicht gelang, die Früh-Messe auf den Nachmittag zu verlegen. 1954-1958 irrtümlich Schriftsetzer-Lehrling in einem katholischen Bleibergwerk und nebenbei Tanz-Musiker. Ende Juli 1958 Abschieds-Zettel für die Mutter: "Ich bin Musiker". Komposition und Vibraphon autodidaktisch. Mit 19 unfreiwillig 9 Monate Mitglied der österreichischen Streitkräfte als Arrangeur einer Soldaten-Dance-Band. Danach Klavier-Spieler in diversen Etablissements (Dschungel-Bar München, Maxim Wien und andere).

 

Werner Preisegott Pirchner


Tätigkeiten
1962 - 2001 freier Komponist und Jazzmusiker
1963 Vibraphonist im Oscar-Klein-Quartett
1964 - 2001 Kompositionen für Filme und Rundfunk
1964 - 2001 verschiedene eigene Ensembles
1975 - 1985 Mitglied bei Austria 3
1975 - 1985 Mitglied bei Mumelter's Concertodrom
1975 - 1985 Pirchner-Pepl-JazzZwio mit Harry Pepl (Gitarre)
1975 - 1985 Vienna Art Orchestra Mitglied
1981 - 2001 Kompositionen für "klassische" Musiker
1984 Gründung der "Aktion Künstler helfen Kritikern"
1988 letztes Jazz-Konzert beim Deutschen Jazzfestival (mit Robert Riegler, Albert Mangelsdorff)
1992 Edition Werner Pirchner - EU Gründung der Produktionsfirma EU (mit 23.09.1986 urheberrechtlich geschützter Name)
1994 ORF - Österreichischer Rundfunk Ö1 Sounddesign
1995 - 2001 Salzburger Festspiele Salzburg Musik zu Hofmannsthals "Jedermann"
weitere Auftritte und Aufnahmen mit Jack DeJohnette, Adelhard Roidinger, Marc Johnson, Leszek Zadlo, Michael Di Pasqua, Steve Swallow, Vocal Summit mit Bobby McFerrin, Herbert Joos, Daniel Humair, Runo Erickson & Charlie Mariano, Frank Rosolino, Lee Konitz, Eisenbahner-Musik Innsbruck, Family of Percussion, Lauren Newton Quartet, Tommy Flanagan, John Surman u.a.

Aufträge (Auswahl)
1994 ORF - Österreichischer Rundfunk Ö1 Sounddesign
1996 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz
1996 Tiroler Symphonieorchester Innsbruck
1997 Wiener Klaviertrio
1997 Steirischer Herbst
1997 Symphonieorchester Vorarlberg
1999 Radio Österreich International Neue Signations für Radio Österreich International
2000 Wiener Festwochen Neue Fanfare zur Eröffnung der Wiener Festwochen
Ensemble Kontrapunkte
Vienna Brass
Wiener Schubert Trio  
Ensemble Wien
Ensemble Octogon
Eisenbahnermusik Tirol
Vienna Art Orchestra
ORF-Streichquartett
ORF Big Band
Pro Brass  
Magnifica Paris
Jeunesse - Musikalische Jugend Österreich Orchester der
Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper  
Akademietheater Wien
Burgtheater Wien
Volkstheater Ges.m.b.H.
Theater der Jugend  
Ensemble Theater Wien
Theater in der Josefstadt  
Tiroler Volksschauspiele Telfs  
Tanztheater Heidelberg
Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck

Aufführungen (Auswahl)
1976 Steirischer Herbst Open House
1984 Wiener Konzerthausgesellschaft Wiener Konzerthaus Eröffnungskonzert "Die Neue Reihe"
1985 Musikprotokoll im Steirischen Herbst
2000 Wiener Philharmoniker Wien Musik zum Fernseh-Pausenfilm des Neujahrskonzerts
2000 Wiener Festwochen Wien Eröffnung der Wiener Festwochen Neue Fanfare zur Eröffnung der Wiener Festwochen
2001 Tiroler Festspiele Erl Erl Eröffnung der Tiroler Festspiele Erl Birthday-Musik mit gutem Orchester
2007 Osterfestival Tirol Hall in Tirol Salzlager Hall in Tirol Fire-Water-Music - aus "Die drei Jahreszeiten" komponiert während der Scheiße in Tschernobyl
2007 Osterfestival Tirol Hall in Tirol Salzlager Hall in Tirol Abschied? - Drei kleine Choräle zum Begräbnis meiner Mutter Anna
2011 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol Intrada für 4, 5, 6 oder mehr SuPercussionisten
Ensemble Kontrapunkte
Wiener KammerOrchester
Wiener Kammerphilharmonie
Wiener Klaviertrio
Art of Brass Vienna
Juvavum Brass
Berliner Philharmoniker Solisten der
Ensemble Carme
Ensemble Modern Frankfurt am Main
Ensemble Prisma
Paris Magnifica Paris
Motus Quartett  
Wiener Schubert Trio Wien  
Steirischer Herbst Mürztaler Werkstatt

Auszeichnungen
1973 W.P.-Stiftung: Schallplattenpreis
1974 Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. Preis der Deutschen Schallplattenkritik für "ein halbes doppelalbum"
1976 Internationales Kurzfilm-Festival, Linz: Erster Preis
1984 Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. Preis der Deutschen Schallplattenkritik für "Werner Pirchner, Harry Pepl, Jack DeJohnette"
1986 Amt der Tiroler Landesregierung Tiroler Landespreis für Kunst
1987 Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. Preis der Deutschen Schallplattenkritik für "EU"
1988 Republik Österreich Würdigungspreis
1997 Amt der Tiroler Landesregierung Ehrenzeichen
UNESCO - United Nations Educational, Scientific an Cultural Organisation Teilnahme am International Rostrum of Composers Von der gewöhnlichen Traurigkeit. Zum Kotzen.

Stilbeschreibung

 

In meiner Jugend orientierte ich mich an der jeweils neuesten Jazzmusik. Die Beschäftigung mit den Theorien Schönbergs und vor allem mit Bachs "Sonaten für Violine solo" hat mir später andere Wege des Ausdrucks eröffnet. Bis zu meinem 42. Lebensjahr hätte ich aber aus Respekt vor den größten Meistern nicht gewagt, auch nur einen Ton für ein klassisches Konzert zu schreiben. Als Komponist, Jazzmusiker und privilegierter Gelegenheitsarbeiter versuchte ich a) meine Ideen und Gefühle in mir zugänglichen Dimensionen (diverse LPs mit Kompositionen, zwei Filme, ein paar Texte & Zeichnungen u.a.m.) auszudrücken und b) das rot-schwarze Farbenspiel auf meinem Bankkonto zu beeinflussen.
Eines schönen Morgens teilte mir der Geiger Peter Lefor telefonisch mit, daß er für sein nächstes ORF-Konzert ein Stück von mir für Solo-Violine auf's Programm gesetzt hat. So betrat ich mit tastender Zehe ... den Weg, den ich heute noch gehe. Ich versuche Musik zu schreiben, die ausdrückt, was ich im Augenblick denke, fühle ... und bin. Oder das Gegenteil. Den Mut zu komponieren verdanke ich meinen Lehrern Thelonious Monk, Gil Evans, Bach, Mozart, Schönberg, Bartók, Breit, Schubert, John Cage, Kafka, Karl Valentin, Kurt Schwitters und vor allem dem unvergleichlichen Ernst Ullrich Zufall. Zufall: Otto M. Zykan frägt im Flugzeug nach N. Y.: "Wie schätzt Du Dich selber ein?" Der Gefragte antwortet: "Ich bin der Beste in meinem Stil."

 

 

Werner Pirchner, 1982/1997


Pressestimmen

 

1999

 

Pirchner erschien mir wie ein Kübel kaltes Wasser über den Kopf. Er ist sich treu. 

Falter (André Heller) 

 

1997

Werner Pirchner hat sich zu einer Zeit, als die "Szene" noch mit ganz anderen ästhetischen Problemen beschäftigt war, nicht die Frage gestellt, ob das, was er tut, neu ist; er hat Bestehendes aufgegriffen, es auf eine höchst originelle, urig-bizarre Weise verfremdet und damit seinem Land und seiner Region einen Spiegel vorgehalten, in den im Interesse der Selbstkritik zu schauen bis heute guttut. 

Falter (Friedrich Cerha) 

 

1997

Sagen wir es doch so: W. P. ist die lustigere, kreativere Variante von Thomas Bernhard. Unermüdlich um sich schlagend, musikalische und literarische Hiebe austeilend, hat sich der zum Glück immer noch kindliche und im richtigen Moment auch kindische Berufsanarchist und -komponist zu Österreichs originellstem Haus- und Hofkomponisten emporgearbeitet. 

Falter (Mathias Rüegg) 

 

1996

Pur oder Dur? [...] So hält er auch die Musik in einem ambivalenten Schwebezustand: Trauer und Melancholie erscheinen nie eindeutig, selbst in vorgeblicher Fröhlichkeit schwingt noch ein Rest subversiver Wehmut. Selten hat sich ein Musiker, ein Komponist so selbstbewußt zwischen alle Stühle gesetzt, der einzige Ort, an dem der Geist sich noch frei und ungestützt von dogmatischer Verbindlichkeit bewegen kann. 

BR 4 (Harry Lachner) 

 

1986

EU ist ein Entwurf einer "zugänglichen" zeitgenössischen Musik, in der Ernst und Unterhaltung keine unvereinbaren Gegensätze sind. 

Stuttgart Live

 

Diskographie:

 

  • 1995: Dur (Selbstverlag)
  • 1990: A-NAA-NAS BA-NAA-NAS (MSI, mit Vienna Brass)
  • 1986: EU (ECM)
  • 1983: Werner Pirchner, Harry Pepl, Jack DeJohnette (ECM)
  • 1982: Schattseite (ECM, mit Adelhard Roidinger, Heinz Sauer, W. Pirchner, H. Pepl und Michael Di Pasqua)
  • 1981: Live, Montreux '81 (Wea Music, mit Pirchner-Pepl-Jazzzwio)
  • 1979: Gegenwind (Mood Records, mit Pirchner-Pepl-Jazzzwio)
  • 1973/1996: ein halbes doppelalbum (Selbstverlag)


Links mica-Porträt: Werner Pirchner (2010)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 28. 4. 2020): Biografie Werner Preisegott Pirchner. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/61906 (Abrufdatum: 9. 7. 2020).

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