Gasser Clementine

Vorname
Clementine
Nachname
Gasser
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
MusikerIn
BandmanagerIn
Genre
Jazz/Improvisierte Musik
Neue Musik
Subgenre
Contemporary
Experimental/Intermedia
Modern/Avantgarde
Instrument(e)
5-String-Cello
Geburtsjahr
1968
Geburtsort
Luzern
Geburtsland
Schweiz

Foto © Peter Gannushkin

"Clementine Gasser, in Luzern in der Schweiz geboren, studierte am Konservatorium ihrer Heimatstadt bei Prof. Peter Leisegang und von 1999-2002 Jazz-Komposition am Konservatorium der Stadt Wien. Kooperationen mit Jeunesse Musicale, dem Österreichischen Rundfunk ORF/Ö1 und dem Wiener Burgtheater. Konzerttätigkeit in den Bereichen zeitgenössische, improvisierte Musik und Jazz in Europa und USA.

Im Rahmen des Wiener Sommerseminars für Neue Musik wurde die Künstlerin 2003 und 2004 jeweils mit dem Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs ausgezeichnet. Im Jahr 2005 erhielt Clementine Gasser den Förderungspreis der Stadt Wien in der Sparte Musik und den Förderungspreis für Musik/Komposition der Republik Österreich (Staatspreis). Für das Jahr 2012 wurde ihr das Staatsstipendium für Komposition der Republik Österreich zuerkannt. Im Jahr 2020 erhielt sie das Arbeitsstipendium der Kulturabeilung der Stadt Wien. Sie lebt und arbeitet in Wien."
Clementine Gasser: Kurzbiografie (2020), abgerufen am 01.06.2020 [http://www.clementine-gasser.com/vita.php]

Stilbeschreibung

"Selbst bezeichnet sie ihren Stil treffend als "subversive Klassik-Avantgarde", was ein Blick auf ihre zahlreichen Projekte auch untermauert. Das Ziel der Cellistin ist es, durch die Improvisation traditionell festgesetzte Genregrenzen zu durchbrechen und neue Möglichkeiten zur Erschaffung von Musik zu finden. So dienen Kompositionen meist als Ausgangspunkt, um in Folge diese von ihrem durchstrukturierten und beengenden Korsett zu befreien."
mica-Musikmagazin: Clementine Gasser/Erwin Schober in Fluc (2009) [https://www.musicaustria.at/clementine-gassererwin-schober-in-fluc/]

"Die in Wien lebende Schweizerin ist bekannt dafür, sich mit Vorliebe musikalischen Herausforderungen zu stellen. Aus der Neuen Musik kommend bewegt sich die Künstlerin heute im Spannungsfeld zwischen improvisierter und komponierter Musik und stellt immer wieder unter Beweis, dass vermeintlich festgeschriebene Grenzen einfach dazu da sind, überschritten zu werden."
mica-Musikmagazin: Clementine Gasser feat. Karl Ritter in der Sargfabrik (2009) [https://www.musicaustria.at/clementine-gasser-feat-karl-ritter-in-der-s…]

"Subversive Klassik Avantgarde: Die musikalische Wahrnehmung bildet mittels Symbiose von Klang und Zeit, Überlagerungen von realen und imaginären Strukturen, Improvisation, kompositorischen Prozessen und Collage-Techniken ein "unermessliches Reservoir an Elektrizität"."
Clementine Gasser (2006)

Auszeichnungen

2003 Wiener Sommer Seminar: Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs
2004 Wiener Sommer Seminar: Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs
2005 Stadt Wien: Förderungspreis für Musik
2005 Republik Österreich: Förderungspreis für Musik/Komposition (Reading Through - Part III)
2006 KomponistInnenforum Mittersill: Composer in Residence
2012 Republik Österreich: Staatsstipendium für Komposition
2020 Magistrat der Stadt Wien – MA 7 Kulturamt: Arbeitsstipendium

Ausbildung

Musik-Hochschule Luzern (Schweiz): Violoncello (Peter Leisegang)
1999–2002 MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: Jazztheorie, Komposition (Thomas Huber)

Tätigkeiten

1998–heute freischaffende Cellistin und Komponistin
1999–2009 Burgtheater Wien: verschiedene Kooperationen wie z. B. mit Christoph Schlingensief, Patti Smith, Karin Beier, Achim Benning, Stephan Müller, Claudia Hamm, Nothing/Special Band, Ester Muschol, Sandra Schüddekopf, Franz Huber und Hans Mrak (Bühnenmusik, Komposition)
2007 Diagonale Filmfestival, Graz: Kooperationen mit den Filmregisseuren Frederick Baker (Media Europa London) und Ludwig Wüst

Label Wilde Kammermusik – WKM, Wien: Gründerin des Labels

Konzerttätigkeit im Bereich zeitgenössische/improvisierte Musik/Jazz in Europa und USA

Ensembletätigkeit mit MusikerInnen wie Mikołaj Trzaska, Michael Zerang, Elisabeth Harnik und Gianni Mimmo (Wild Chamber Trio)

Zusammenarbeit mit bekannten Autoren wie Bodo Hell, Gert Jonke, Robert Menasse

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
1996–heute Duo Wilde Kammermusik, Wien: Gründerin, gemeinsam mit Peter Lössl
Avant-Rag, Wien: Gründerin, gemeinsam mit Klaus Falschlunger

Aufträge (Auswahl)

zahlreiche Aufträge von im Kulturbereich tätigen Organisationen (u.a. Burgtheater Wien, Jeunesse – Musikalische Jugend Österreich, Österreichischer Rundfunk (ORF) – Hörfunk, Stadt Wien, Echoraum, Media Europa London/Frederick Baker, Kunsthalle Nexus, Literaturhaus Krems)

Aufführungen (Auswahl)

zahlreiche Aufführungen bei nationalen/internationalen Festivals (z.B. musik aktuell – Neue Musik in Niederösterreich, Festival Kontraste, Walserherbst, Umbrella Music Festival – European Jazz meets Chicago, Lublin Jazz Festival, Nibelungenfestspiele Worms, Nickelsdorfer Konfrontationen, e_may Festival für neue und elektronische Musik, Ulrichsberger Kaleidophon, Festival Elektronischer Frühling Wien, Musik Kultur St. Johann (MUKU), All Frontiers Music Festival Gradisca d'Isonzo, Festival Stockwerkjazz Graz, Internationales Jazzfestival Saalfelden, Festival Wachau in Echtzeit, Taktlos Festival Zürich, Green Hours Jazz București, brücken10 - 'Brücken in die Gegenwart', artacts '09) und im Kulturbereich tätigen Organisationen (u.a. ORF – Österreichischer Rundfunk, Dublin Art-Center, Bratislava Kulturzentrum, Leopold Museum WienTheaterverein Odeon WienKlangraum Krems, MODERNISTMOZART, Österreichisches Kulturforum New York, Österreichisches Kulturforum Mailand und Rom, Burgtheater WienKünstlerhaus Wien, Sammlung Essl, Alte Schmiede Kunstverein Wien, Jazzgalerie Nickelsdorf, Echoraum Wien, Landesmuseum Niederösterreich, Centre Pompidou Paris, Porgy & Bess) durch bekannte Ensemble/Orchester (bspw. Wiener Jeunesse Orchester)

Pressestimmen

Februar 2012
über: CD "10.000 Leaves"
"Ein Saxophon beginnt, sich als Flöte tarnend, das Klavier verbirgt sich hinter einem körperlichen Wolken-Sound, das Cello unterstützt den Klang, ein energetischer Tumult, aus dem sich die einzelnen Stimmen lösen, zu voller Höhe und Tiefe aufschwingen, ihre Virtuosität erkennen lassen, wieder zu einmütiger Einheit kommen: Klangspielereien, Klangzaubereien. Das war erst Atomic Heart. […] In den 10.000  Blättern finden sich Ideen des Auseinandergehens und des Zusammen-findens aus der gemeinsamen Erfahrung großer musikalisch-kompositorischer Kraft der Einzelnen. Hier verliert sich nichts, auch nicht wir Zuhörenden – dem Hörpublikum wird Bewunderung in Distanz geboten. Hier gewinnt keiner, hier führt keiner, hier herrscht höchste Ausgewogenheit in höchster Komplexität. […]"
Kulturredaktion ORF/Ö1 (Irene Suchy, 2012)

13. Juni 2006
"[...] Clementine Gasser überzeugte aufgrund des starken, eigenständigen Stils, der sich von allen Modernismen befreit, mit dem Spannungsbogen im Werk, mit der inneren Logik des musikalischen Aufbaus, der handwerklichen Präzision und der erstklassigen Präsentation. [...]"
Franz Koglmann (2006); aus der Laudatio anlässlich der Preisverleihung für den Staatspreis für Komposition

2004
über: CD "Pioneer 23"
"Cello solo, keine Overdubs, Improvisationen und Kompositionen. Das Allererste, das einem beim Hören dieser Aufnahmen wahrscheinlich auffällt, ist die ungeheure Kraft und die überragende Spielfreude. Ein wahrhaft sinnliches Vergnügen am Umgang mit diesem besaiteten Stück Holz. Was ein Klang in seiner Essenz bedeuten kann, muss man - zuerst in seinem Innersten finden, und dann eröffnen sich viele Möglichkeiten für musikalische Bearbeitungsformen: Tarnen, herausschleudern, ableiten, am Leben erhalten, bekämpfen, brechen, wieder zusammenfügen, auffächern, zerschmettern, etc... Ich sage das alles nur um darauf hinzuweisen, dass Clementine Gasser diese zwei entscheidenden Elemente in sich vereint: Das unbändige Verlangen zu spielen und ihre eigene Ausdruckskraft des Klanges. Dieses Solo-CD Debut ist ein Erfolg auf allen Linien, erlaubt ihr doch die meisterliche Beherrschung des Instruments weit über das hinauszugehen, was man von einem "Cello Solo" Album erwarten könnte. Ich denke, sie hat sich damit einen Platz zwischen Künstlerkollegen wie Erik Friedlander, Fred Lonberg-Holm, Marie Frances Uitti oder Ernst Reijseger erobert. Eine echte Entdeckung und ein unglaubliches Talent."
skug - Magazin für Musik (Noël Akchoté) 

2004
"Gassers Musik ist vordergründig subversiv, sie ist laut und unbeherrscht, aber eben nur vordergründig. Sie entwickelt Gefühl, sie hat die notwendige Technik, und sie hat eine wahre Pranke für das Cello. Der syntaktische Formablauf und die verfeinerten Verzahnungen differenzierter Abläufe sind eindrucksvoll und eigenwillig gewählt. [...] Anhören!"
Concerto-Magazin (Alfred Krondraf)

2000
""Wilde Kammermusik" nennt die gebürtige Schweizerin ihre eigenwillige Mixtur aus innovativ gesetzten Klanggesten. Experiment und Tradition scheinen ineinander verwoben und bruchlos in den Kompositionsprozess eingebunden. Eine sinnlich marmorierte musikalische Textur, dessen Höroberfläche ungemein griffige Züge aufweist. Clementine Gasser initiiert ihrem Cello eine Lebendigkeit, die als Inspirations-Quelle überraschender Improvisationstechniken dient. Asynchrone Temposchwankungen wechseln mit erspürten Harmonieflächen, die eine selten erlebte, sinnlich gefärbte Magie versprühen."
Wiener Zeitung (Christine Dobretsberger)

Diskografie (Auswahl)

Als Interpretin/Komponistin
2017 The Spring of My Life : Haiku Music inspired by Kobayashi Issa - Andrea Massaria, Clementine Gasser (Amirani Records)
2012 10.000 Leaves - Wild Chamber Trio (NotTwo Records)
2012 What's wrong with Now? - Øgrim-Gasser-Kochan Trio (NotTwo Records)
2012 Demo Tracks - Avant-Rag
2008 Nadir & Mahora - Mikołaj Trzaska, Clementine Gasser, Michael Zerang (Kilogram Records)
2005 Baudelaire: Spleen de Paris - Clementine Gasser, Erwin Schober, Markus Hering, Patrick O. Beck (Live-Aufnahme aus dem Odeon-Theater Wien)
2003 Pioneer 23 - Clementine Gasser (WKM/Wilde Kammermusik)
2000 White - Clementine Gasser, Peter Lössl (WKM/Wilde Kammermusik)
1998 Rufus - Clementine Gasser, Peter Lössl (WKM/Wilde Kammermusik)

Tonträger mit ihren Werken
2016 Werkstücke: 40 Jahre Musikwerkstatt in der Alten Schmiede Wien (Quinton Records)
2006 Kult – KoFoMi#11 (ein_klang records)
2005 Noc (Kilogram Records)

Literatur

mica-Archiv: Clementine Gasser
2006 mica: Die Interpretinnen II. In: mica-Musikmagazin.
2007 Rögl, Heinz: mica-Interview mit Clementine Gasser. In: mica-Musikmagazin.
2009 mica: Clementine Gasser feat. Karl Ritter in der Sargfabrik. In: mica-Musikmagazin.
2009 mica: Clementine Gasser/Erwin Schober in Fluc. In: mica-Musikmagazin.
2011 Ternai, Michael: Elisabeth Harnik trifft auf Clementine Gasser. In: mica-Musikmagazin.
2012 Suchy, Irene: Wild Chamber Trio - 10.000 Leaves. In: mica-Musikmagazin.
2012 Weberberger, Doris: Elisabeth Harnik, Clementine Gasser und Gianni Mimmo im Echoraum. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Website: Clementine Gasser

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 2. 7. 2020): Biografie Clementine Gasser. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/69076 (Abrufdatum: 13. 8. 2020).

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