Moosbrugger Alexander

Vorname
Alexander
Nachname
Moosbrugger
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
Künstlerische/r LeiterIn
Genre
Klassik
Neue Musik
Subgenre
Alte Musik
Modern/Avantgarde
Moderne
Instrument(e)
Cembalo
Orgel
Geburtsjahr
1972
Geburtsort
Schoppernau
Geburtsland
Österreich

Alexander Moosbrugger © Katja Hiendlmayer

Der freie Komponist Alexander Moosbrugger wurde im Jahr 1972 im Bregenzerwald geboren und lebt seit 2001 in Berlin. Seine Kompositionen werden international aufgeführt, etwa im Konzerthaus Berlin oder im King's College Cambridge, bei Festivals für Musik unserer Zeit und in Ensemblezyklen. Moosbrugger befasst sich mit dem Hören als kompositorischem Austragungsort motivierte Studien am Landeskonservatorium Feldkirch, an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie ein Philosophiestudium an der Universität Wien. Er ist daneben als Kurator, Autor und Interpret tätig.

Stilbeschreibung

Dynamisch stuft Alexander Moosbrugger den gesamten Pianobereich ab. Er schreibt zumeist für Kammerbesetzung, kaum chorisch verdoppelt, bevorzugt im Genre Streichquartett. Im Vorfeld einer Komposition verwebt Moosbrugger auditive und non-auditive Quellen ineinander und bringt Artefakte, Geschichtliches, Gesellschaftsdynamik oder Privates in musikalische Verhältnisse. Er betreibt Symbolanalysen, entwickelt eigene Intonationssysteme anhand "rekonzipierter instrumentaler Praxis". Spieltechniken manifesten hierbei den "Sprachanteil" musikalischer Gebilde und entstehen mit jedem Stück, jeder Werkgruppe frisch.

Ausbildung

1995 Abschluss Konzertfach Orgel mit Auszeichnung Orgel
1998 Universität Wien: Musikwissenschaft und Philosophie mit Auszeichnung
1998 Stuttgart künstlerische Diplomprüfung
Vorarlberger Landeskonservatorium; Feldkirch: Konzertfach Orgel und Cembalo (Günther Fetz )
Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (HDMK) (Deutschland): Orgel (Jon Laukvik)
Humboldt-Universität zu Berlin (Deuschland): Dissertation zum "Hören"
Kompositionsseminare in Wien, Stuttgart, Berlin
Meisterkurse bei Ewald Kooiman, Guy Bovet, Michael Radulescu, Ludger Lohmann, Jean Boyer Orgel

Auszeichnungen

2003 IBK – Internationale Bodensee Konferenz: Kompositionspreis
2006 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Kompositionsstipendium
2008 Republik Österreich: Staatstipendium für Komposition
2008 Artist in Residence in der "Domus Artium" nahe Rom
2008 Amt der Vorarlberger Landesregierung: Kompositionsstipendium
2011 Impulse Privatstiftung: Arbeitsstipendium für Komposition
2012 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Arbeitsstipendium
2013 Künstlerstipendiat im Centro Tedesco di Studi Veneziani
2014 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Arbeitsstipendium
2015 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana - SKE Fonds: Kompositionsförderung
2017 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Arbeitsstipendium
2020 SWR Experimentalstudio: Arbeitsaufenthalt
2020 Amt der Vorarlberger Landesregierung: Arbeitsstipendien für Komposition 2020/2021

Stipendium für das Interpretationsseminar für Iberische Orgelmusik
Preis für die "Beste Musik" beim Internationalen Kurzfilmfestival Hans Bach
Erster Preis beim Bundeswettbewerb (höchste Wertungsgruppe) beim Podium junger Künstler
Amt der Vorarlberger Landesregierung Begabtenstipendium
Universität Wien Leistungsstipendium

Tätigkeiten

2000–2008 reihe 0: Initiator und künstlerischer Leiter (Chronologie des Hörens / Anfänge 1 + 2 / Topologie des Hörens / Horror Vacui / Fuga Vacui)
2007–2013 Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik: Kurator
2008 Orpheus Institut Gent: Forschungsbeauftragter (Gesprähe zum Hören)
2014–2016 Potsdam Konzerte und Radioreihe für den BKV im Pavillon der Freundschaftsinsel Potsdam
2015 Baden Kurator von "Stimmt's?" am Arnulf Rainer Museum
2017 Bregenz Kurator von "Late Breakfast" am Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis Bregenz
2017 Universität Mozarteum Salzburg: Kurator der Konzertreihe "Schlechte Stimmung"
Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Dozententätigkeit
Universität der Künste Berlin: Ringvorlesung zu "Schwebung, Spektrum, Harmonie: Intonationen und Musik am Anfang des 21. Jahrhunderts"
ORF - Österreichischer Rundfunk Aufnahmen, Live-Übertragungen, Organistenportraits und Sendungen mit eigenen Werken
zahlreiche CD-Einspielungen
Orgelabende in vielen Ländern Europas
Repertoire von Alter und ältester Musik zu Kompositionen unserer Zeit

Aufträge (Auswahl)

2013 Ensemble Phoenix Basel (Schweiz): Fonds, Schach, Basar
2015 Biennale di Venezia: 19 oder Die Entdeckung der Decke
2016 Quatuor Diotima: restaurer qc.
2017 oenm . oesterreichisches ensemble für neue musik: Schlechte Stimmung
2017 Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik: Basics 21c, 2e, 7a
2018 Bergenzer Festspiele: Wind
2018 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Klopfen, Artaud

Aufführungen (Auswahl)

2001 Klangforum Wien, Bregenz: F 'U' R (Hangmusik)
2001 Arditti Quartett: Tunnelmusik
2005 Herbert Henck (Klavier), Bregenz: Books
2007 KNM - Kammerensemble Neue Musik Berlin (Deutschland): Hypnos Eros Mache
2013 London Ear Festival (Großbritannien): Fonds, Schach, Basar
2018 Ensemble Proton Bern, Bludenz: Basics 21c, 2e, 7a (UA)
2019 Klaus Steffes-Holländer (Klavier) - Kasseler Musiktage (Deutschland): Telemann Marker (UA)
2019 Ensemble NAMES - Osterfestival Imago Dei – Opfer / Blutspuren, Krems: Klopfen, Artaud (UA)
2021 Bergenzer Festspiele - Opernatelier: Wind (UA)
in Ensemblezyklen und bei Festivals für Musik unserer Zeit: Forum Neue Musik Luzern, UC Santa Barbara, L'arsenale Festival – nuova musica a Treviso, Moderne Muziek Nijmegen, Théâtre d'Orléans, Klangspuren Schwaz, Musik Biennale Venedig
ensemble recherche
Wiener Symphoniker
MKO - Münchener Kammerorchester

Pressestimmen (Auswahl)

19. April 2018
"Wer Alexander Moosbruggers Musik kennt, weiß, dass er ein Meister der leisen Töne ist. Die nuanciert geformten Stimmverläufe verlangen Konzentration und entfalten sich am Besten in eher geringen Distanzen zwischen den Musikern und den Zuhörenden. Eine große Herausforderung für den Komponisten und die Bregenzer Festspiele werden wohl die Antworten auf die Frage sein, in welcher Art eine derart fein verwobene Musik innerhalb der eher großen Form einer Oper zum Ausdruck gebracht werden kann."
mica-Musikmagazin: Alexander Moosbrugger komponiert im Auftrag der Bregenzer Festspiele eine neue Oper (Silvia Thurner)

Literatur

mica-Archiv: Alexander Moosbrugger

2018 Thurner, Silvia: Alexander Moosbrugger komponiert im Auftrag der Bregenzer Festspiele eine neue Oper. In: mica-Musikmagazin.
2021
Thurner, Silvia: Begeistert vom wunderbaren Wahnsinn. In der Oper „Wind“ von Alexander Moosbrugger spielen Orgelpfeifen Hauptrollen. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Alexander Moosbrugger
Musikdokumentation Vorarlberg: Alexander Moosbrugger

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 19. 7. 2021): Biografie Alexander Moosbrugger. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/60408 (Abrufdatum: 18. 9. 2021).