Klangforum Wien

Name der Organisation
Klangforum Wien
erfasst als
Ensemble
Genre
Neue Musik
Bundesland
Wien

Photo: Lukas Beck

Gründungsjahr: 1985

 

24 MusikerInnen aus 10 Ländern verkörpern eine künstlerische Idee und eine persönliche Haltung, die ihrer Kunst zurückgeben, was ihr im Verlauf des 20. Jahrhunderts allmählich und fast unbemerkt verloren gegangen ist: einen Platz in ihrer eigenen Zeit, in der Gegenwart und in der Mitte der Gemeinschaft, für die sie komponiert wird und von der sie gehört werden will.

 

Seit seinem ersten Konzert, welches vom Ensemble noch als "Société de l'Art Acoustique" unter der musikalischen Leitung seines Gründers Beat Furrer im Palais Liechtenstein gespielt wurde, hat das Klangforum Wien unversehens ein Kapitel Musikgeschichte geschrieben: An die fünfhundert Kompositionen von KomponistInnen aus drei Kontinenten hat das Ensemble uraufgeführt und so zum ersten Mal ihre Notenschrift in Klang übersetzt. Auf eine Diskographie von mehr als 70 CDs, auf eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen und auf 2000 Auftritte in den ersten Konzert- und Opernhäusern Europas, Amerikas und Japans, bei den großen Festivals ebenso wie bei jungen engagierten Initiativen könnte das Klangforum Wien zurückblicken, wenn das Zurückblicken denn seine Sache wäre.

 

Über die Jahre sind tiefe Künstlerfreundschaften mit herausragenden KomponistInnen, DirigentInnen, SolistInnen, RegisseurInnen und engagierten ProgrammacherInnen gewachsen. Am Profil des Klangforum Wien haben sie ebenso Anteil, wie dieses seinerseits ihr Werk mitgetragen und -geformt hat. In den letzten Jahren haben sich einzelne Mitglieder wie auch das Ensemble als ganzes zunehmend um die Weitergabe von Ausdrucksformen und Spieltechniken an eine neue Generation von InstrumentalistInnen und KomponistInnen bemüht. Seit dem Jahr 2009 könnte sich das Klangforum Wien auf Grund eines Lehrauftrags der Kunstuniversität Graz auch in corpore "Professor" nennen.

 

Das alles würde äußerlich bleiben, wäre es nicht das Ergebnis des in den monatlichen Versammlungen aller MusikerInnen des Ensembles permanent neu definierten Willens eines Künstlerkollektivs, dem Musik letztlich nur ein Ausdruck von Ethos und Wissen um die eigene Verantwortung für Gegenwart und Zukunft ist.
Und so wie die Kunst selbst ist auch das Klangforum Wien nichts anderes als eine durch ihr Metier nur sehr behelfsmäßig getarnte Veranstaltung zur Verbesserung der Welt. Wenn sie das Podium betreten, wissen die MusikerInnen des Ensembles, daß es nur um eines geht: um alles. Eros und Unbedingtheit dieses Wissens machen das Besondere der Konzerte des Klangforum Wien.

 

Die Mitglieder des Klangforum Wien stammen aus Australien, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Schweden und der Schweiz.
Sylvain Cambreling, Friedrich Cerha und Beat Furrer sind die drei herausragenden Musiker, denen das Klangforum Wien durch jeweils einstimmigen Beschluss aller MusikerInnen die Ehrenmitgliedschaft des Ensembles verliehen hat. Seit 1997 ist Sylvain Cambreling erster Gastdirigent des Klangforum Wien.


Band/Ensemble Mitglied
Bik Annette (Violine)
Deuter Markus (Oboe)
Dowling Lorelei (Fagott)
Eberle Andreas (Posaune)
Fischer Vera (Flöte)
Furrer Eva (Flöte)
Fussenegger Uli (Kontrabass)
Jäch-Micko Gunde (Violine)
Leitner Benedikt (Violoncello)
Lindenbaum Andreas (Violoncello)
Müller Florian (Klavier)
Nyqvist Anders (Trompete)
Polisoidis Dimitrios (Viola)
Preinfalk Gerald (Saxophon)
Schafleitner Sophie (Violine)
Schiske Lukas (Perkussion)
Sterev Krassimir (Akkordeon)
Tarrête Virginie (Harfe)
Vivarès Olivier (Klarinette)
Walder Christoph (Horn)
Wilker Björn (Perkussion)
Zachhuber Bernhard (Klarinette)

weitere Mitglieder:

  • Ahonen Joonas - Klavier

Diskografie:

Komplette Diskografie


Links mica-Archiv: Klangforum Wien, mica-Interview: mit Peter Böhm (Klangregisseur beim Klangforum Wien, Komponist) (2009), mica-Porträt: Beat Furrer (2013)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Klangforum Wien. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/37496 (Abrufdatum: 9. 7. 2020).