Zykan Otto M.

Vorname
Otto M.
Nachname
Zykan
erfasst als
KomponistIn
AusbildnerIn
ChorleiterIn
ProduzentIn
VeranstalterIn
AutorIn
InterpretIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Modern/Avantgarde
Tradition/Moderne
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1935
Geburtsort
Wien
Geburtsland
Österreich
Todesjahr
2006
Sterbeort
Sachsendorf

Fotograf: Nikolaus Korab © Mit freundlicher Genehmigung von Doblinger Musikverlag

Ausbildung
1939 erster Unterricht beim Vater Klavier
1940 Unterricht bei der Großmutter väterlicherseits Klavier
1946 - 1960 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Klavier Lauda Marianne
1946 - 1947 Wiener Sängerknaben Wien
1946 - 1960 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Klavier Dichler Josef
1946 - 1960 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Ebenstein Viktor
1946 - 1960 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Klavier Hauser Richard
1946 - 1960 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Klavier Seidlhofer Bruno
1953 - 1963 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Schiske Karl
1958 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt
1960 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Abschluss Klavier
1963 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Abschluss, Komposition
1964 - 1966 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt

Tätigkeiten
1965 Wiener Salonkonzerte: Gründer der Veranstaltungsreihe (gemeinsam mit Kurt Schwertsik und HK Gruber)
1968 Ensemble MOB art & tone ART, Wien: Gründer (gemeinsam mit HK Gruber, Kurt Schwertsik)
1968 Paris, Berlin, Hamburg, Köln, Salzburg, Wien: erste Konzerttournee mit eigenen Werken
1970 Einspielung des gesamten Klavierwerks von Arnold Schönberg
1970 Wiener Festwochen Wien letzter öffentlicher Klavierabend
1971 Firma Humanic: Mitentwicklung der populär gewordenen TV-Werbung
1979 Europäisches Forum Alpbach Seminarleitung, Vortrag "Grenzüberschreitungen in der Kunst"
1986 Creative sound Company: Einrichtung eines eigenen Elektronikstudios
Hörspielmusik, Bühnenmusik, Filmmusik, Werbespots

Aufträge (Auswahl)
Steirischer Herbst
Opernhaus Graz
Oper Stuttgart  
ORF - Österreichischer Rundfunk
RIAS Berlin (Deutschlandradio Kultur)
Sender Freies Berlin - SFB
Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Aufführungen (Auswahl)
1968 Wiener Festwochen Wien
1971 Frankfurt am Main Experimenta Frankfurt
1974 Wiener Festwochen Wien
1977 Wiener Festwochen Wien zugleich IGNM-Weltmusikfest
1979 Berliner Festspiele Berlin Berliner Festwochen (Nachfolger: Berliner Festspiele)
1981 Steirischer Herbst Steiermark
1985 Steirischer Herbst Steiermark
1986 Steirischer Herbst Steiermark
1997 ORF - Österreichischer Rundfunk (österreichischer Beitrag für den Prix Italia)
1997 Warschau Warschauer Herbst
1997 New York div. Aufführungen
1998 Berliner Festspiele Berlin Berliner Festwochen (Nachfolger: Berliner Festspiele)
2004 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wiener Konzerthaus Das mit der Stimme und mit dem Klavier
2007 ORF Radio Symphonieorchester Wien Wiener Konzerthaus - Großer Saal Konzert für Violine und Orchester "Da drunten im Tale"
Centre Pompidou Paris

Auszeichnungen
1956 Österreichische Musikzeitschrift Kompositionspreis
1957 Genfer Klavierwettbewerb: Auszeichnung
1958 Internationaler Darmstädter Klavierwettbewerb für Neue Musik: Erster Preis (Kranichsteiner Musikpreis)
1961 Innsbrucker Jugendkulturwochen: Kompositionspreis
1964 Stadt Wien Förderungspreis
1965 Kuratorium des Wiener Kunstfonds: Förderungspreis
1969 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Kompositionspreis
1979 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungspreis
1984 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Würdigungspreis
1989 Kultursenat Berlin: Einladung
1990 Stadt Wien Kulturpreis
1995 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Würdigungspreis

Stilbeschreibung

 

Es mag eine Konsequenz meiner grenzüberschreitenden "Ausbruchstendenz als Grundhaltung" sein oder die simple (politische) Reaktion auf die Zeit der Wiener Schule um Schönberg, in der man für meine Begriffe zu genau wußte, was "relevant" sei, daß mir heute eine Haltung zeitgemäßer erscheint, die auch die Exekutionsformen von Musik (Konzertbetrieb) in Frage stellt. (Daß man nur mehr das tut, was innerhalb des Betriebes außerhalb ist.) Immer mehr scheint es mir eine Frage moralischer und künstlerischer Lauterkeit zu sein, ob jemand seine Anliegen dem Waren-Kreislauf endloser (endlos nachfolgender) (Regie)Interpretationen - und damit letztlich nichts anderem als der kommerziellen Wiederverwertung - anheimfallen läßt oder nicht.
Und so sah ich mich eigentlich schon mit meiner "Oper" 'Singers Nähmaschine ist die beste' (1966) in die Rolle eines Interpreten seiner selbst gedrängt - persönliches Anliegen schien mir schon damals nur mehr persönlich (also unvermittelt) exekutierbar - und damit außer Stande, Arbeiten zu veröffentlichen. Es erübrigt sich daher, auf einzelne Stücke detaillierter einzugehen. Die meisten sind nicht mehr zur Verfügung. Verloren, verworfen, unleserlich.

 

 

Otto M. Zykan, 1991


Pressestimmen

 

14. Oktober 2007

 

[...] Leise hebt es an, schwingt sich zu immer dramatischeren Entwicklungen auf, bringt plötzlich weite meditative Passagen. Aber nicht nur dieser dramaturgisch geschickt gebaute Wechsel von gewaltiger Klangentladung und lyrischer Entspannung prägt dieses [...] Werk. [...] 

Die Presse (Walter Dobener) 

 

16. Juni 2002

In seiner vielfältigen Tätigkeit im Bereich der Werbung ist Otto M. Zykan, was das Erreichen spezifischer Zielgruppen anlangt, im Lauf der Jahre zum Scharfschützen geworden. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass ihm auch bei einer in Dingen der zeitgenössichen Musik ziemlich sperrigen Klientel wie dem Abonnementpublikum des Wiener Musikvereins mit der Uraufführung seiner Messe! ein veritabler Volltreffer gelungen ist. [...] 

Der Standard (Peter Vujica) 

 

4. Dezember 1997

[...] Die Vier Sätze spielen auf raffinierte Weise alle Varianten des trigonalen Musizierens durch: Vom aggressiven Gegeneinander über die autistische Versenkung bis hin zur harmonischen Eintracht. Niemals aber wird die Formidee eines Satzes von außen aufgesetzt. Denn wenn Zykans ordnende Hand auch deutlich spürbar ist, so begegnet er denoch mit Respekt dem musikalischen Material. [...] 

Der Standard (Peter Blaha) 

 

16. Mai 1994

[...] Doppelsinnige Moralitäten, Minimalismus, Absurditäten und archaische Akkordfloskeln verschränkten sich zu einer virtuos vorgeführten Vergnüglichkeit. Kompliment an den Komponisten und das Können der Sänger. [...]

Berliner Zeitung (Peter Buske)


Links mica-Artikel: Die TV-Produktion „Staatsoperette“ (1977) und andere Kunstverstörungen.

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 3. 7. 2020): Biografie Otto M. Zykan. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/68168 (Abrufdatum: 14. 7. 2020).

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