Mandel Thomas

Vorname
Thomas
Nachname
Mandel
erfasst als
MusikerIn
InterpretIn
KomponistIn
Genre
Neue Musik
Jazz/Improvisierte Musik
Klassik
Subgenre
Alte Musik
Barock
Jazz
Improvisation
Instrument(e)
Saxophon
Klavier
Blockflöte
Geburtsjahr
1965
Geburtsort
Wels
Geburtsland
Österreich

Foto © Thomas Mandel

"Der im Österreichischen Linz geborene Künstler bezieht klar Stellung in der Landschaft der modernen Komponisten: Für die Hörbarkeit moderner klassischer Musik. "Es herrscht ein paradoxer Zustand, der erstmals in der Musikgeschichte zu finden ist: Komponisten halten ihre eigene Musik nicht für die Spannendste auf der Welt. Es ist mir kein Beispiel bekannt, dass etwa Richard Strauss am liebsten Schubert gehört hätte. Hätte er seine eigenen Kompositionen nicht für die besten gehalten - wofür hätte er sie komponiert? Das ist die Schizophrenie der Moderne." Aus dem Antrieb heraus, dass die moderne zeitgenössische Musik die falsche Richtung eingeschlagen hat, setzt der kreative Künstler seit vielen Jahren eigene Akzente.

Schon früh zeichnete sich seine musikalische Begeisterung ab. Als Achtjähriger erhielt er Unterricht bei dem Blockflötisten Johannes Mastnak, um mit dem Eintritt ins Gymnasium am Anton-Bruckner-Konservatorium in Linz Blockflöte und Klavier zu studieren. Es folgte der Wechsel an das Linzer Musikgymnasium, wo der Musiker erfolgreich die Talentschmiede von Balduin Sulzer besuchte, der unter anderem den weltberühmten Dirigenten Franz Welser-Möst unterrichtete. 1984 erhielt er am Musikgymnasium die Matura mit Auszeichnung.

Thomas Mandel pflegte bereits als Jugendlicher kammermusikalische Freundschaften auf dem Gebiet der Alten Musik, die ihn nachhaltig prägten. Als Mitglied in der Anfangsbesetzung Ensembles Ars Antiqua Austria kam er intensiv mit der historischen Aufführungspraxis in Berührung. Neben Gunnar Letzbor, der heute als Barock-Violinist weltweites Ansehen genießt, und Lorenz Duftschmid, Professor für Viola da Gamba an der Musikhochschule Trossingen, spielte er Blockflöten und Krummhorn. Parallel dazu beschäftigte sich Thomas Mandel mit dem Cembalo und der Traversflöte, um das Repertoire barocker Musik grundlegend ergründen zu können.

Die musikalische Vielschichtigkeit verdankt der Komponist jedoch seiner Offenheit gegenüber vielfältigen musikalischen Strömungen. Das prägnante Saxofonsolo zu Beginn des Hits "Bakerstreet" von Gerry Rafferty verlagerte 1981 Mandels Faszination für Musik in die Moderne. So lernte er mit sechzehn Jahren die Klarinette und begann zwei Jahre später mit dem Saxophonspiel. Das Studium des Saxophons an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien unter dem Ausnahmesaxophonisten Oto Vrhovnik (Klassik) und Wolfgang Puschnig (Jazz) schloss sich an. 1989 erhielt der Musiker als erster österreichischer Saxophonstudent an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst das künstlerische Diplom mit Auszeichnung. Engagements bei den Wiener Symphonikern, dem Radiosymphonieorchester, dem Wiener Saxophonquartett und der Nouvelle Cuisine Electric Bigband folgten.

Thomas Mandel verfasste mit neunzehn Jahren die ersten eigenen Werke. Dabei kristallisierte sich seine musikalische Zielrichtung heraus: "Aus dem Stückeschreiben wurde allmählich eine neue Sehnsucht: das Komponieren." Als Jazzsaxophonist veröffentlichte er mit seinem Ensemble Detomaso 1990 die erste Jazzplatte mit eigenen Kompositionen, der - auch mit den Formationen TOMA und MtW - noch vier weitere folgten. Das Studium der Komposition und Klassischen Theorie an der Anton-Bruckner-Universität in Linz bei Gunter Waldeck beendete Thomas Mandel als "Master of Arts" mit Auszeichnung. Seine eigene kompositorische Handschrift bewegt sich seither im Spannungsfeld von Klassik und Jazz.

Thomas Mandel verfasste Auftragswerke u.a. für das Landestheater Linz, für Linz 2009 -Kulturhauptstadt Europas, das Brucknerfest Linz, die Brucknertage St. Florian und die EnergieAG. Im Jahr 2010 rief er den Konzertzyklus Komponisten machen Szene ins Leben, bei dem sein 1. Streichquartett zur Uraufführung kam. Ebenso hatte seine 2. Symphonie "Die Leondinger" zum 35jährigen Stadtjubiläum der Stadt Leonding im Herbst 2010 Premiere.

Seine musikalische Vielseitigkeit zeigt der Komponist auch in seinem Bemühen, Werke für Kinder zu verfassen. Was zu Zeiten der Klassik und Romantik noch eine Selbstverständlichkeit war, ist bei den modernen Komponisten der Gegenwart zur Seltenheit geworden: Musikvermittlung und Kompositionen für Kinder. Mit dem Kindermusical Stadt der Stimmen – die swingende Talentshow komponierte Thomas Mandel ein Auftragswerk für die Linzer Kinderklangwolke 2010. [...]"
OÖKB: Thomas Mandel, abgerufen am 31.10.2020 [http://ooekomponisten.at/mitglieder/m/mandel-thomas/]

Stilbeschreibung

"Sein Hauptinteresse als Komponist gilt genreübergreifenden orchestralen Werken im Grenzbereich zwischen Jazz/improvisierter Musik und Klassik, Übersetzungen von Symphonien in die zeitgemäße Musiksprache, dem Computer als Erweiterungs- möglichkeit musikalischen Denkens und als Saxofonist naturgemäß dem Wesen der Improvisation."
Kepler Salon - Wissen in Gesellschaft: Thomas Mandel (2013), abgerufen am 31.10.2020 [http://www.kepler-salon.at/de/Personen/Mandel-Thomas.html]

Auszeichnungen

Stadt Leonding: Ehrenabzeichen in Gold

Ausbildung

1973–1975 Privatunterricht Blockflöte (Johannes Mastnak)
1975–1984 Musikgymnasium Linz: Unterricht (Balduin Sulzer) - Matura mit Auszeichnung
1975–1985 Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Klavier (Anton Voigt), Blockflöte (Johannes Mastnak)
1985 Konzertdiplom (Blockflöte) mit Auszeichnung
1985–1989 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Klassik- und Jazz-Saxophon (Oto Vrhovnik, Wolfgang Puschnig) - Diplom mit Auszeichnung
2005–2015 Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Musiktheorie, algorithmische Komposition (Gunter Waldek) - MA mit Auszeichnung

Tätigkeiten

1990–heute freiberuflicher Komponist (Orchesterkomposition, Liedkomposition, Streicherarrangements)
2010–heute Konzertzyklus "Komponisten machen Szene": Kurator
2010–heute OÖKB – Oberösterreichischer Komponistenbund, Linz: Vorstandsmitglied

Musikschule der Stadt Linz: Saxophon-Lehrer (Rock, Pop, Jazz), Jazz-Theorie und Komposition
ÖKB – Österreichischer Komponistenbund, Wien: Mitglied
Internationale Gesellschaft für Neue Musik – IGNM Österreich, Wien: Mitglied
Musik im Raum, Linz: Mitglied

Mitglied in Band/Ensemble/Orchester
1987–1989 Wiener Saxophonquartett: Gründungsmitglied
1989–heute freischaffender Künstler mit Engagements und Kooperationen in zahlreichen Ensembles/Orchestern, u.a. Orchester der Vereinigten Bühnen Wien, Ars Antiqua Austria, Wiener Symphoniker, Nouvelle
Cousine Electric Bigband, Alfred Agis Bigband, TOMA, Orchesterleiter des Blue Chip Orchesters etc.
1990–1995 DETOMASO, Linz: Saxophonist und Komponist, gemeinsam mit Andreas Szelegowitz (perc), Thomas Reinhart (eb)
1992–heute MtW: Jazz-Duo mit Thomas Wall (vc)
1997–heute The Big Easy: Saxophonist
2000–heute Narada Orchestra: Saxophonist
2005–2015 The Temporary Jazzorchestra: Saxophonist

Aufträge (Auswahl)

2020 Musikschule der Stadt Linz: Coda del concierto de Rodrigo

zahlreiche Aufträge von Festivals (z.B. Brucknertage St. Florian, Internationales Brucknerfest Linz, Linzer Kinderklangwolke), im Kulturbereich tätigen Organisationen (u.a. Energie AG Oberösterreich, Landestheater Linz, Linz 2009 – Kulturhauptstadt Europas, Stadt Leonding)

Diskografie (Auswahl)

Als Interpret
2017 Udopeia: The Remixes - Pilots On Dope (Verve Records)
2014
Melhor Esta Noite - Pilots On Dope & Rosalia de Souza (Verve Records) // Track B1: Tenha Fé Pois Amanhã Um Lindo Dia Vai Nascer
2014 Udopeia - Pilots On Dope (Universal Music)
2003
The Nicest Voice Of Trierenberg Holding - Jutta Grum (Not on Label)
1998 (Toma) From Now On ! - TOMA (ATS Records)

1992 Better days will come - DETOMASO (PG Records)

Literatur

2008 Ternai, Michael: Brucknerfest 2008 Eröffnung. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Website: Thomas Mandel
ÖKB: Thomas Mandel
OÖKB: Thomas Mandel
Wikipedia: Thomas Mandel
Soundcloud: Thomas Mandel

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 1. 2. 2021): Biografie Thomas Mandel. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/70206 (Abrufdatum: 27. 9. 2021).

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