Widawska-Kotulecki Olga

Vorname
Olga
Nachname
Widawska-Kotulecki
erfasst als
KomponistIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Geburtsjahr
1967
Geburtsort
Krakau
Geburtsland
Polen
Ausbildung
1985 Krakau Fryderyk-Chopin-Lyzeum: Matura (Lehrbefugnis für Klavier und Rhythmik)
1985 - 1986 Musikakademie Krakau Krakau Komposition Schaeffer Boguslaw Julien
1985 - 1986 Musikakademie Krakau Krakau Musiktheorie Schaeffer Boguslaw Julien
1986 - 1987 Universal Edition Wien Praktika
1986 - 1987 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Tonsatz Uhl Alfred
1987 - 1990 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition David Thomas Christian
1987 - 1990 private Kompositionsstudien Haubenstock-Ramati Roman
1988 - 1989 Kompositionskurse Nono Luigi
1988 - 1989 Kompositionskurse (Arne Nordheim)
1988 - 1989 Kompositionskurse (Luc Ferrari)
1988 - 1989 Kompositionskurse (Hans Peter Haller)
1990 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Diplom mit Auszeichnung
1993 Mag. art.
Ergänzungsstudium David Thomas Christian
Ergänzungsstudium Goertz Harald

Tätigkeiten
Arbeiten im Bereich computerisierter Notensatz für Musikverlage
Musikschule der Stadtgemeinde Baden Baden Musikpädagogin

Aufträge (Auswahl)
Österreichische Kammersymphoniker
Tabak-Galerie 16
Music On Line - Verein zur Präsentation Neuer Österreichischer Musik

Aufführungen (Auswahl)
ORF/Landesstudio Wien Wien
Warschauer Herbst Warschau
Poznan (Posen)

Auszeichnungen
1986 Stadt Krakau staatliche Studienförderung
1987 Alban Berg Stiftung Stipendium
1988 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Stipendium
1989 IX. Internationaler Wettbewerb für Komponistinnen der GEDOK Mannheim: Auszeichnung für Erwartung - für Streichquartett
1991 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium für Symphonietta

Stilbeschreibung

Es ist mir ein Anliegen, mit meinen Werken einen eigenständigen Beitrag zur Musik unserer Zeit zu liefern. Obwohl überwiegend traditionelle Instrumente zum Einsatz kommen, versuche ich, mit diesen immer wieder neue Klänge, Farben bzw. Harmonien zu erzeugen. Keinesfalls möchte ich mich in ein vorgegebenes Schema pressen lassen, meine Musik ist "Ausdruckskunst", Freiheit in formaler, harmonischer wie notationstechnischer Hinsicht ist für mich sehr wichtig.

Ein renommierter polnischer Kritiker hat nach der Uraufführung meines Streichquartetts 'Erwartung' in Warschau meinen kompositorischen Weg mit dem Witold Lutoslawskis verglichen. Den Wahrheitsgehalt einer solchen Aussage mögen andere überprüfen, in kurzen Worten könnte ich dieses Streichquartett aber folgendermaßen beschreiben: In einer unorthodoxen Zwölftontechnik geschrieben, ist es ein Werk voller Kontraste. So werden den lyrisch-melodischen Solopartien der Einzelinstrumente scharfe und aggressive Teile in der vollen Besetzung gegenübergestellt, alle Interpreten sind jedoch gleichberechtigt. Die frei zu spielenden kurzen Kadenzen in diesem Werk stellen eine Vorstufe für die mir immer wichtiger werdenden und in späteren Werken immer häufiger eingesetzten längeren Abschnitte in graphischer Notation dar. Sehr gerne schreibe ich Musik für Soloinstrumente, mein Werkkatalog enthält daher unter anderem auch ein Oboenkonzert, ein Flötenkonzert sowie ein Konzert für vier Soloinstrumente. In meinen solistisch angelegten Arbeiten gebe ich dem Interpreten die Möglichkeit, sein ganzes Können zu zeigen, keinesfalls steht hier aber die technische Instrumentenbeherrschung im Vordergrund, viel wichtiger ist für mich jene Virtuosität, die aus dem "Inneren" des Künstlers kommen muß. Da ich in meinen Werken eine breite Ausdruckspalette verwende - beispielsweise stehen neben Passagen von lyrischer Transzendenz solche eher humoristischer Art, auf Abschnitte voll aggressiver Arroganz folgen Bereiche von "geflüsterter Hysterie" -, gebe ich dem Solisten immer wieder die Freiheit, sich der Stimmung und dem Ausdruck der Komposition völlig hinzugeben. In derartigen Fällen löse ich rhythmisch-metrische Bindungen auf und lasse die Begleitung nur als Klangteppich im Hintergrund weiterlaufen. Nach solchen Abschnitten helfen mir traditionell notierte Teile, den Solisten wieder mit dem Ensemble zu vereinen. Im Rahmen einer "klassischen" Besetzung versuche ich also durch die volle Ausnützung der Instrumente bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, durch Verwendung von nicht alltäglichem dodekaphonischen Material, durch Glissandoeffekte, spezielle Flageoletts, Multiphonics oder durch das rasche Aufeinanderfolgen verschiedenster rhythmisch-metrischer Strukturen eine moderne, heutige Kompositionstechnik zu realisieren.

Olga Widawska-Kotulecki 1995