Gösta Neuwirth
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Neuwirth Gösta

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung Notenshop
1 L'oubli bouilli - Vanish - für Sopran und Ensemble 2008
2 L'oubli bouilli 1996 ~ 20m
3 DESPERAT DISPARAT DISPARU - für Viola und Klavier 1996 16m
4 Déploration de Roman Haubenstock-Ramati - für 2 Chöre 1994
5 Sechs Gesänge nach Texten von Maurice Maeterlinck op. 13 - (Alexander Zemlinsky), bearbeitet für Kammerorchester 1994
6 L'absence 1993 32m
7 Hier et demain, Valse chantée - für Singstimme und 9 Instrumente 1992 4m
8 Faits divers - für Singstimme und 9 Instrumente 1992 19m
9 Sei Murrum Phonies - für Frauenstimmen und vier Orchestergruppen 1990 - 1992 26m
10 Vieux songe - für Flöte (Alt-Flöte) und Oboe (Englischhorn) 1990 - 1992 9m
11 Folie à deux - für zwei Klaviere im Vierteltonabstand 1989 22m
12 Motet à 4 für Dieter Schnebel 1989
13 Hier et demain - seul - für Saxophon 1988 8m
14 Suite fungible 1986 10m
15 Schandbuch der gewarnten Liebe - für Violine solo 1984 - 1989 32m
16 herways - hisways - für Violine, Violoncello, Klavier und Kammerorchester 1982 ~ 13m
17 Eine wahre Geschichte - Tragifarce in 3 Bildern und einem Prolog. Kammeroper 1981 27m
18 Veränderung - über ein Thema von Diabelli 1981
19 Differenzen - für Flöte und Gitarre (Vihuela) 1980 14m
20 La prisonnière/L'intruse - Duo für Violine und Violoncello mit Viola 1980 12m
21 Kammermusik für Viola und Klavier 1979 13m
22 Sextett - für Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon, Viola und Violoncello 1977 9m
23 Sounds - für Orchester und Tonband 1977
24 Notizen zu einem Streichquartett 1977
25 Mutatis 1977
26 Elisens Echo - für Spieluhr und Klavier 1977
27 Streichquartett 1976 15m
28 Pocht es von alters her - Motette für fünfstimmige Chöre a cappella nach Versen von Karl Kraus 1976
29 Fünf Gesänge für eine tiefe Stimme - (Franz Schreker), nach der Klavierfassung 1909 und der Fassung für großes Orchester 1920 bearbeitet für Kammerorchester 1976
30 "Vom ewigen Leben" nach Gedichten von Walt Whitman - (Franz Schreker), nach der Fassung für großes Orchester bearbeitet für Sopran und Kammerorchester 1976
31 Vanish - für Singstimme und Tonband 1975 10m - 20m
32 Wetzawinkler Zehnender - für Streichquartett und 6 Bläser 1975
33 Méandres ténébreux - für Violine, Klavier und Tonband 1974 9m
34 Der Garten der Pfade, die sich verzweigen - für zwei Klaviere und Renaissanceinstrumente 1974 12m
35 Pisspott oder Pot of Pieces - 21 Stücke für Klavier 1973 - 1981 15m - 20m
36 Concerto tenebre - für Orchester 1973
37 Zwei Lieder nach James Joyce 1973
38 Orgelstücke II, 2 und II, 3 1965
39 Zwei Stücke für gemischten Chor a cappella 1965
40 Quadrate, leicht bewegt - Orgelstücke II,1 1963 2m
41 Orgelstücke 1963
42 Fragment für Violine und Klavier 1962
43 Präludium für Orgel 1962
44 Das Schweigen der Sirenen - für Orgel 1962
45 Hommage à Mahler - für Klavier 1961 4m
46 Unser Dasein ist nichtig 1959
47 Die letzte Wache - für gemischten Chor a cappella 1959
48 Fünf Stücke aus "Mikrokosmos" - (Béla Bártok), bearbeitet für Streichorchester 1959
49 Variationen über ein ungarisches Volkslied - (Béla Bártok), bearbeitet für Violine, Viola, Violoncello und Gitarre 1958
50 Passacaglia - für Orgel 1957 2m
51 Testimonium paupertatis - für Bariton, Sprechstimme und vier Instrumente 1957 15m
52 Glockenblume 1957
53 Von Unklaich nach China - für Singstimme und Klavier (vierhändig) 1956 - 1976 20m
54 Requiem - für Sprecher, Sopran, gemischten Chor und großes Orchester 1956
55 Toccombeau für Klavier 1956
56 Sinfonietta - für Streichorchester mit Klavier 1955 18m
57 Sonata brevis - für Violine und Klavier 1955 9m
58 Lyrica - Liederzyklus für Sopran, Streichquartett und Klavier 1955 15m
59 Trio für Violine, Viola und Horn 1955
60 Concerto da camera - für Sprecher, Chor, Kammerorchester und Klavier 1954
61 Stück für Violine und Klavier 1954
62 Streichtrio Nr. 2 1954
63 Präludium - für Klavier 1954
64 Trio für Streicher - Essays zu einer Autobiographie 1953 17m
65 Stück für Gitarre, Violine und Klavier 1953
66 Zweites Streichquartett op. 16 - (Paul Hindemith), bearbeitet für Klavier, Violine und Blockflöte 1952
67 Stück für zwei Violinen 1948
68 Planctus - für Kammerorchester
69 Sieben Stücke für Streichquartett

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1937
Geburtsdatum:  6. Januar 1937
Geburtsort:  Wien
Geburtsland: 
Nationalität: 

1937 in Wien geboren. Aufgewachsen in Ried/OÖ. Besuch des humanistischen Gymnasiums und 1950 im dortigen Amerika Haus der Begegnung erster Kontakt mit der Musik von Schönberg, Varèse und Cage. Studium in Wien: Komposition bei Karl Schiske an der MHS, anschließend Musik- und Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Die Ablehnung des von ihm gewählten Dissertationstheams über Franz Schrecker veranlasst ihn 1963 nach Berlin zu gehen. Er Übernimmt eine Lehrtätigkeit an der Freien Universität berlin und wird später im Archiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig. 1973 kehrt er zurück nach Österreich um an den Universitäten in Graz zu unterrichten. 1983 wird er an die freie Universität Berlin berufen, um die Professur für Musiktheorie zu übernehmen. Seither lebt und arbeitet Gösta Neuwirth in Berlin.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1944

ab diesem Zeit Violinunterricht, später auch Klavierunterricht

1950

Humanistisches Gymnasium: Ausbildung, im dortigen Amerikahaus Begegnung mit Musik von Arnold Schönberg, John Cage und Edgard Varèse

1953

Urania Graz: Kurs "Wiener Schule" (Harald Kaufmann)

1954 - 1962

Formenlehre

1954 - 1962

Komposition

1954 - 1962

Kontakt zu Friedrich Wildgans, Ilona Steingruber und der österreichischen Sektion der IGNM

1954 - 1962

Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Beginn der Arbeit an der Dissertation über Franz Schreker (nach Ablehnung Anton Weberns als Dissertationsthema)

1956

Teilnahme

1958

Teilnahme

1963 - 1968

Freie Universität Berlin: Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft

1968

Freie Universität Berlin: Dissertation über Franz Schreker

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1957

Theater Die Arche: Mitbegründer

bis 1962: Inszenierungen und Bühnenmusiken

1963 - 1967

Freie Universität Berlin: wissenschaftliche Hilfskraft (Adam Adrio)

1968 - 1970

Mendelssohn-Bartholdy-Archiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Mitarbeit

1970 - 1972

Edition der Skizzen zur Oper "Von heute auf morgen" von Arnold Schönberg für die Arnold-Schönberg-Gesamtausgabe

1973 - 1982

Lehraufträge für Musikgeschichte

1973 - 1982

Lehraufträge für Musikgeschichte

1982 - 2000

Professur für Musiktheorie; Forschungsschwerpunkt Musik des 15. und 20. Jahrhunderts

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1981
1993
1994
1995

Schauspielhaus Berlin

2000

Personale

2001
2007

Neufassung

2011

aufgeführt von Solisten des Klangforum Wien

Personale

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person
1955

Medizinische Fakultät

1977
1990
1993
1996

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1967

Freie Universität Berlin: Promotionsstipendium

1975

Förderungspreis

1976

Hugo-Wolf-Preis

1976

Kompositionspreis

1987

Würdigungspreis für Musik

1988

Johann-Joseph-Fux-Preis

1995

Preis der Stadt Wien

2008

Kompositionspreis und Auszeichnung für das Lebenswerk

Stilbeschreibung

Die Tonalität hat mich nie interessiert, aber nach einigen Jahren merkte ich, daß man nicht einfach so drauflos schreiben kann - es fällt einem irgendwas ein und dann hängt man etwas dran, was einem wieder einfällt. In dem Versuch, zu konstruktiven Grundlagen außerhalb der Tonalität zu kommen, verfiel ich damals als Bub auf Zahlenpermutation, und später wurde dieses Interesse dann aufgefangen von der Beschäftigung mit der Reihentechnnik. Aber zunächst begrenzte die Reihentechnik das Umgehen mit zahlenmäßigem Material. Und erst dann, als ich 17-18-jährig in Wien bei Karl Schiske studierte, da fing ich an, die Zeitstrukturen der Stücke jetzt zahlenmäßig festzulegen, weil das etwas war, was durch die Reihentechnik nicht gedeckt war.

 

Gösta Neuwirth, aus: "Meinl Kaffeel (Teil 2)" Gösta Neuwirth im Gespräch mit Werner Grünzweig und Mathis Huber, in: Gösta Neuwirth/im Auftrag der Stiftung Archiv Akademie der Künste hrsg. von Werner Grünzweig. - Hofheim: Wolke Verlag, 1997. - S. 65

 

 

Gösta Neuwirths Kompositionen sind Opusmusik im emphatischen Sinne. Daran ändert die mehrmals verwendete Aleatorik nichts. Sie sind, wie gesagt, geschlossene Welten, widersprüchlich, vielschichtig, oft rätselhaft, genau ausgemessene "Zeiträume", denn - wie der Komponist anmerkte - "die Zeit muß genau gemessen sein, damit sie frei wird". Mit einer Ausnahme: Der zwischen 1973 und 1981 entstandene 'Pisspott oder Pot of Pieces' ist eine Sammlung von 21 Klavierminiaturen, von denen viele nur wenige Sekunden, die längste 89 Sekunden dauert. Als ein "Topf archäologischer Reste", als "Miniaturporträts" hat der Komponist dieses Klavieralbum bezeichnet; dieser Stücklein-Topf sei ein "Welt-Bild wie im Märchen 'Vom Fischer un syner Fru'". An diesem seinem 'Mikrokosmos', seinem 'Játékok' läßt sich - wie bei Bartók und Kurtág - Gösta Neuwirths Musikdenken in nuce ablesen. Bloß ein "Zeitplan" ist dieses "Welt-Bild" nicht. Selbstverständlich sind auch die kürzesten Stücke bis ins letzte vermessen, und auf dieser Spielwiese zählt jeder Ton wie sonst kaum je in abendländischer Musik. Hier ist alles aufs äußerste komprimiert - und genau dadurch entsteht eine eigene Enigmatik. Der 'Pisspot' verlangt nicht bloß nach einem Pianisten, der jeden Ton zu gestalten weiß, der - mit Schönbergs berühmtem Wort über Weberns Opus 9 - versteht, "jeden Seufzer zu einem Roman auszudehnen". Der 'Piss-pot' erwartet auch, daß die Hörer dazu fähig seien.

 

Jürg Stenzl: "Entweder/Oder" Laudatio auf Gösta Neuwirth anläßlich der Verleihung des Johann-Joseph-Fux-Preises am 22. 10. 1989, ebenda S. 47

Pressestimmen

25. Juni 2007

Seit seinen Tagen als Kompositionsstudent in Wien strebt Neuwirth weg vom seriellen Ansatz hin zur Wahrnehmung im Detail, zum Ton als Ereignis, als künstlich geschaffenes Zeichen in einer als unmetaphorisch begriffenen Strukturalität von Musik. [...] Auszüge aus der Sinfonietta für Streicher (in der neuen Fassung: Kammerorchester) und Klavier (Clara Frühstück) erwiesen sich in einer sehr prägnanten Interpretation als elegantes, überaus reifes Meisterwerk des erst 18-jährigen Gösta Neuwirth, "Planctus", elfsätziges Experiment über die subjektive Zeitwahrnehmung, griff die Zeichenhaftigkeit der Musik faszinierend deutlich auf.

Neue Kronen Zeitung

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