Karl Schiske
Genre:

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Schiske Karl

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung Notenshop
1 Dialog - für Violoncello und Klavier 1967 6m
2 Fünfte Symphonie "auf B" 1965 15m
3 Divertimento für zehn Instrumente oder Kammerorchester - Transformationen im goldenen Schnitt für 2 plus 3 plus 5 Instrumente 1963 15m
4 Synthese für vier mal vier Instrumente 1958 variable Dauer
5 Missa - Kleine Orgelmesse 1958
6 Choral-Partita - für Orgel 1957 6m
7 Das Orgelwerk - Choralpartita 1957
8 Candáda 1956 12m
9 Vierte Symphonie 1955 20m
10 Triosonate - für Orgel oder 3 Melodieinstrumente 1954 7m
11 Missa Cunctipotens Genitor Deus - für gemischten Chor mit Orgel ad lib. 1954 18m
12 Das Orgelwerk - Trio-Sonate 1954
13 Sonatine für Klavier 1953 6m
14 Der Mai - Chorsatz für dreistimmigen Oberchor a cappella 1952 1m
15 Kleine Fuge für Klavier 1952
16 Das Orgelwerk - Toccata 1952
17 Drei Stücke für Gloria - für Violine solo 1951 7m
18 Violinkonzert 1951 20m
19 Sonatine für Violine, Violoncello und Klavier (Klaviertrio) 1951 12m
20 Drei Stücke nach Volksweisen - für Klavier 1951 5m
21 Etüdensuite - für Klavier 1951 5m
22 Vokalisen für mittlere Stimme und Klavier 1951
23 Toccata - für Orgel 1951 6m
24 Dritte Symphonie - (über den Pacher-Altar zu St. Wolfgang) 1950 30m
25 Kammerkonzert 1949 23m
26 Sonate für Klavier zu vier Händen 1949 17m
27 Psalm 99 - (Jubilate Deo) für sechsstimmigen gemischten Chor a cappella 1949 6m
28 Zweite Symphonie 1947 30m
29 Musik für Klarinette, Trompete und Bratsche 1947 40m
30 Zwei Stücke für Altblockflöte und Klavier 1947
31 Vom Tode - Oratorium für Sopran, Alt, Tenor, Baß, gemischten Chor, Orchester und Orgel 1946 1h 30m - 1h 45m
32 Sieben Lieder aus dem Oratorium Vom Tode - für hohe und tiefe Singstimme und Klavier 1946 18m
33 Drei Sätze für Chor a cappella aus dem Oratorium Vom Tode 1946 8m
34 Drei Lieder für hohe Singstimme und Klavier 1945 5m
35 Rhapsodie - für Klavier 1945 8m
36 Zweites Streichquartett 1945 24m
37 Zweites Konzert für Streichorchester 1945 25m
38 Vier Chöre für dreistimmigen Chor a cappella 1945 10m
39 Tanzsuite 1945 15m
40 Bläserquintett - für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott 1945 25m
41 Sonate für Violine und Klavier 1943 17m
42 Tanzrondo 1942 8m
43 Zwei Lieder - für mittlere (hohe) Singstimme und Klavier 1941 7m
44 Drei kleine Suiten - für zwei Blockflöten oder andere Melodieinstrumente 1941 10m
45 Erste Symphonie - für großes Orchester 1941 30m
46 Erstes Konzert für Streichorchester 1940 26m
47 Trompetermusik 1939 7m
48 Variationen über ein eigenes Thema - für Orgel 1938 6m
49 Reitjagd - Kantate für Baritonsolo, gemischten Chor und Orchester 1938 15m
50 Der Schrei - für sechsstimmigen gemischten Chor a cappella 1938 8m
51 Drei Lieder für hohe Singstimme und Klavier 1938 9m
52 Konzert für Klavier und Orchester 1938 19m
53 Das Orgelwerk - Variationen über ein eigenes Thema 1938
54 Vorspiel für großes Orchester 1937 8m
55 Sextett für Klarinette, Streichquartett und Klavier 1937 17m
56 Erstes Streichquartett 1936 16m
57 Sonate für Klavier 1936 18m
58 Thema, acht Variationen und Doppelfuge - für Klavier 1935 12m
59 Kleine Suite - für Klavier 1935 6m

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1916
Geburtsdatum:  12. Februar 1916
Geburtsort:  Györ, Hungary
Geburtsland: 
Todesjahr:  1969
Todestag:  16. Juni 1969
Sterbeort:  Wien
Nationalität:  ,

Karl Schiske, im damals noch zur Donaumonarchie gehörigen Raab/Györ 1916 geboren, legt bereits als Kind eine Probe seines musikalischen Talents ab. Aus den wenigen erhaltenen Privatdokumenten geht hervor: "Mit drei Jahren schon spielte ich am Schmetterer Klavier unserer Familie zur großen Verwunderung vieler Zuhörer die von Papa gelehrte 'Schnitzel-Polka" (aus "Karl Schiske", Karl Heinz Roschitz, Verlag Elisabeth Lafite, Wien, 1970; S 7)
Im Jahr 1922, als Karl Schiske sechs Jahre alt ist, übersiedeln seine Eltern - sein Vater ist Erfinder und Maschinenbauingenieur - nach Orth an der Donau. Dessen Technikbegeisterung färbt auch auf den Sohn ab, sodass er in späteren Jahren neben seiner musikalischen Ausbildung an der Musikakademie in Wien - Klavier und Komposition - auch Physik studierte. Noch während seiner Studienzeit , ab 1939, führen das Stadtorchester der Wiener Symphoniker und das Steinbauer Quartett seine frühen Werke im Wiener Musikverein und im Konzerthaus auf. 1943 - er hat kurz davor mit einer Dissertation über die Dissonanzenverwendung in Bruckners Symphonien, promoviert - wird er zur deutschen Wehrmacht eingezogen, komponiert aber auch während seiner Militärzeit. Sein Bruder Hubert, dem er seine vielleicht bedeutendste Komposition, das Oratorium "Vom Tode", widmet, fällt 1944 bei Riga.
Nach 1945 beginnt Schiskes vielleicht fruchtbarste Schaffensphase. Er lebt als freischaffender Komponist in der Steiermark, unterbrochen von Aufenthalten in Wien und Orth und gibt privat Musikunterricht bis er 1952 als Kompositionslehrer an die Wiener Musikhochschule berufen wird. Im August 1954 heiratet er Berta Baumhackl, der Ehe entstammen vier Kinder. 1962 wird er zum ausserordentlichen Hochschulprofessor ernannt.
Seine Werke werden mit Preisen, unter anderem dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Er vermittelt als Lehrer heute namhaften Komponisten wie Erich Urbanner, Ivan Eröd, Gösta Neuwirth, Kurt Schwertsik, Otto Zykan, Charles Boone, Luca Lombardi u.v.a. das kompositorische Rüstzeug. Am 16.06.1969 stirbt Karl Schiske im Alter von nur 53 Jahren an den Folgen einer Gehirnblutung in Wien.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1932 - 1938

Privatunterricht: Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt

1932 - 1938

bei Bass Roderich im  "Neues Wiener Konservatorium"

1932 - 1938

bei Varga Julius im "Neues Wiener Konservatorium"

1939

Reifeprüfung Komposition (als Externist)

1940

Diplom

1942

Promotion

Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie, Physik, Akustik

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1952 - 1969

Professur für Komposition, Einrichtung einer zusätzlichen Lehrveranstaltung "Praktikum für zeitgenössische Musik"

1955 - 1969

rege Kontakte und Einsatz für Stipendienaufenthalte zahlreicher Studierender

1956 - 1966

Mitgestaltung des Musikprogrammes

1957

Mitgründung eines Studios für elektronische Musik

1966 - 1967

University of California Riverside: Gastprofessur

Juror bei internationalen Kompositionswettbewerben

Mitarbeit als Delegierter und Vorstandsmitglied

Vorstandsmitglied

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1986

Wiener Musik-Sommer

1991

Festival de Paris, Musee d'Art Moderne: Ensemble 20. Jahrhundert/Peter Burwik

1996

Aufführung des gesamten Orgelwerks anläßlich des 80. Geburtstags, unter anderem

1998
2007

im Rahmen des IGNM-Musikfestes

(vormals Radio-Verkehrs-Aktiengesellschaft -RAVAG) Aufführungen und Sendeaufnahmen

regelmäßig Aufführungen bei den Musikfesten

zahlreiche Aufführungen außerhalb Österreichs

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person

Wiener Kulturfonds der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1950

Musikpreis

1952

Österreichischer Staatspreis

1954

Verleihung des Titels Professor

1960

Förderungspreis

1960

Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft

1967

Großer Österreichischer Staatspreis

1968

Goldenes Ehrenkreuz für Verdienste um die Republik Österreich

1970

posthum Kulturpreis

Stilbeschreibung

Schiske hat als Komponist eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, wobei sich seine Eigenständigkeit über jedes Epigonenhafte hinwegsetzte. Von der spätexpressionistischen Phase der Werke der dreißiger Jahre, darunter das Sextett op. 5 - ein deutliches Lebenszeichen eines starken komposiorischen Talents, in einer Zeit der allgemeinen stilistischen Ratlosigkeit - kam in den Werken der Nachkriegszeit zunächst die Orientierung an Hindemith und Strawinsky zum Tragen, schließlich wandte sich Schiske aber der Zwölftonmusik und sogar der seriellen Technik zu. Im Kammerkonzert op. 28 aus den Jahren 1948/49 sind seine stilistischen und formalen Tendenzen besonders deutlich repräsentiert, und diese lauteten nach seinen eigenen Worten "Lineare Polyphonie, die alle Dimensionen aus dem Geist der Zeit neu erfüllt und in engste Relationen zu einander setzt. Dazu werden nötigenfalls auch Reihen und andere Ordnungen herangezogen. Allen neuen Möglichkeiten gegenüber vorurteilslos offen, ohne sich einer Technik kritiklos ganz zu verschreiben. Forderung nach unbedingter Klarheit und übersichtlicher Ordnung ... Der Anteil des Zufälligen (soll) möglichst weitgehend ausgeschaltet werden." In allen Werken ist Schiske um eine Einheit der Konzeption bemüht.

 

Ernst Hilmar, ÖMZ, Jg. 41, Februar 1986

Pressestimmen

2006

Es war jedenfalls faszinierend, künstlerische Entwicklungen der Komponisten anhand der praktischen Anwendung an einem Instrument zu verfolgen - im Fall Schiskes ausgehend von den frühen Variationen über ein eigenes Thema op. 10 bis zur streng konstruierten Choralpartita op. 46 aus der letzten Schaffensperiode.

ÖMZ 7/2006 (Christian Heindl)