Androsch Peter

Vorname
Peter
Nachname
Androsch
erfasst als
AutorIn
KomponistIn
InterpretIn
DirigentIn
Künstlerische/r LeiterIn
JournalistIn
ArrangeurIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Geburtsjahr
1963
Geburtsort
Wels
Geburtsland
Österreich

Fotograf: Johannes Wegerbauer ©

 

1963 in Wels geboren, lebt Peter Androsch seit 1969 in Linz. Nach der Matura beginnt er an der Kepler Universität Linz und am Brucknerkonservatorium zu studieren, bricht jedoch beide Studien ab um sich dem "praktischen Musikschaffen" zuzuwenden. Kooperationen mit verschiedenen Musikern und Ensembles (Ensemble Camorra, Soundso, Monochrome Bleue, Diana Jirkuff, Horst Paster, Robert Spour) sowie Auftritte und Tourneen (Österreich, Deutschland, USA, Italien, Spanien u.a.) folgen. Auch als Kulturjournalist ist Androsch Ende der Achtziger Jahre tätig. Ab Mitte der Neunziger Jahre führen ihn Studien- und Arbeitsreisen nach Zimbabwe, in die USA und nach Südafrika. Peter Androsch kann mit zahlreiche CD-Veröffentlichungen und Publikationen aufwarten.

 

Das Komponieren bildet seit den 80er-Jahren das Zentrum der kreativen Arbeit von Peter Androsch. Besonders im Musiktheater zeigt sich seine gestalterische Kraft, die das Theatralische, Klang und Raum verbindet: Sein kompositorisches Schaffen widmet sich den Bereichen Oper/Musiktheater, Orchester-, Kammer-, Bühnen-, Ballett-, Chor- und Filmmusik sowie Elektroakustische Arbeiten.


Ausbildung
1984 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Austro Mechana Kompositionskurs Rüegg Mathias
2002 Privatunterricht bei Goddard Keith in Analyse und Komposition
Johannes Kepler Universität Linz Linz Sozial- und Volkswirtschaftslehre, Ausbildung abgebrochen
Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Instrumental- und Jazzseminar - Gitarre, Ausbildung abgebrochen Pirchner Werner Preisegott

Tätigkeiten
1982 - 1991 Ensemble Camorra Leitung des Ensembles
1983 - 1987 Mitbegründer des Ensembles Soundso und maßgebliche Mitarbeit (Komposition, Arrangements, Gitarre)
1987 - 1991 Falter, Wochenpresse und AZ/OÖ. Tagblatt: kulturjournalistische Tätigkeit
1994 - 1997 GdG-KMSfB - Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe Vorstandsmitglied der Fachgruppe "Komponisten"
2000 - 2001 Brucknerhaus Linz Linz Gestalter der Konzertreihe "Spiele"
2003 KomponistInnenforum Mittersill Mittersill Teilnahme
2003 Kunstuniversität Linz Linz seitdem Lehrbeauftragter
2006 Linz Pädagogische Akademie des Bundes: viertägiger Workshop "Wo sind die Töne?"
2006 - 2010 Stadt Linz Linz Künstlerische Leitung der Sparte Musik - Europäische Kulturhauptstadt Linz 2009
2008 Admont Stift Admont/Museum für Gegenwartskunst: Querschnitt phonographischer Arbeiten im Rahmen der Sonderausstellung "Die Bibliothek. Geistreiche Fülle in kostbarer Hülle!"
Monochrome Bleu maßgebliche Mitarbeit (Komposition, Arrangement, Gitarre)

Aufträge (Auswahl)
Ars Electronica
Brucknerhaus Linz
Donaufestival Krems
Festival der Regionen
Festwochen Gmunden
Internationale Gesellschaft für Neue Musik - IGNM Österreich
Internationales Brucknerfest Linz
Landestheater Linz
NetZZeit
Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Oberösterreichische Stiftskonzerte
ORF - Österreichischer Rundfunk
Phonotaktik
Pro Brass  
Stadt Linz
Stadttheater Klagenfurt
Steirischer Herbst
Stift Schlägl - Schlägl Musik  
ZDF - Zweites Deutsches Fernsehen  
Wiener Konzerthaus
Wiener Festwochen
Theater Phönix Theater Phönix Linz
Tanz Tangente Berlin
Valencia Festival/Spanien
Vogtlandtheater Plauen
Wega-Film Wien
Weltsaxophonkongress Pesaro
ZutaFilm Luxemburg
Concentus Hungaricus/Budapest
Festival des politischen Liedes Berlin
Holzbläserquintett des Ungarischen Rundfunks

Auszeichnungen
1994 Filmfestspiele San Sebastian: Preis der Jury für "Hasenjagd" (Regie: A. Gruber, Filmmusik: Peter Androsch) "Hasenjagd" - Musik zum Film
1995 Stadt Linz Kunstförderungsstipendium
1996 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Talentförderungsprämie für Musik
1999 Austro Mechana - Gesellschaft zur Verwaltung und Auswertung mechanisch musikalischer Urheberrechte GesmbH Publicity-Preis
2000 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Landeskulturpreis
2002 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
2002 Thomas Bernhard Archiv Stipendium
2004 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Anton-Bruckner-Stipendium
2004 ORF - Österreichischer Rundfunk Ö1 Pasticciopreis für die CD "Neue Saiten Das Koehne Quartett interpretiert Raffaseder, Amann, Androsch und Strobl" (ein_klang records, 2003)
2012 Nominierung für den Deutschen Bühnenkunstpreis 2012 Freunde! - Musiktheater für alle ab 5 Jahren

Stilbeschreibung

WIDER DEN ZEITGEIST
Peter Androsch. Für Tiefgang statt Einheitsgedudel

Der Linzer Komponist Peter Androsch (nein er ist nicht der Sohn des Salzbarons) gehört zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Musikern Österreichs. Sein Werk umfasst neben Opern, auch Kammer- und Orchestermusikalische Werke. Außerdem komponiert er für Theater, Film, Radio und Ballettproduktionen.

CITY: Wien und Salzburg gehören zu den Zentren der so genannten E-Musik (Ernsten Musik). Linz war Jahrzehnte lang eher als Stahlstadt, denn als Kulturstadt bekannt. Würden Sie anders komponieren, wenn Sie in Wien, oder Salzburg aufgewachsen wären?
Androsch: Die meisten Wiener Komponisten sind Provinzkomponisten, weil sie nicht in Wien geboren wurden. Und die in Wien geborenen Wiener Komponisten leben ohnehin im Burgenland und im Waldviertel. Aber natürlich hat die Umgebung großen Einfluss darauf, was man tut. Ich will mit meiner Musik Kunst machen und das ist ein Anspruch, der überall gleich ist, egal, wo man lebt und arbeitet.
CITY: Viele tote Komponisten genießen, postum, große Anerkennung. Zu Lebzeiten wurden sie kaum aufgeführt. Warum ist das so?
Androsch: Das hat vor allem damit zu tun, welche Mittel der Komponist wie einsetzt. Wenn jemand schon sehr lange tot ist, kann man relativ sicher sein, dass er in seiner Musik Mittel verwendet hat, die mittlerweile jeder versteht. Wenn jemand erst vor kurzem gestorben ist, oder noch lebt kann man da nicht so sicher sein. Es gibt eben, wie überall, auch in der Musik, einen hohen Grad an Spezialisierung und das verstehen eben heute viele nicht mehr. Niemand fragt einen technischen Physiker, warum, das was er macht, niemand mehr versteht. Das ist bei der Ton-Kunst genau so.
CITY: Kunst vs. Alltagskultur, wo verläuft die Grenze?
Androsch: Der Unterschied ist der Anspruch. Die Kunstmusik versucht neue Welten zu erschließen und für neue Welten braucht man eine Schulung. Kein Astronaut fliegt ohne Vorbereitung in den Weltraum. Er ist eben ein Entdecker und nicht jeder hat das Zeug dazu. Im Gegensatz dazu kann man relativ leicht Tapezierer werden. Wenn also elektronische Musiker Musik machen, dann ist das eine schöne Klangtapete, aber solche Tapeten fallen halt nach einigen Jahren wieder von der Wand.
CITY: Wobei die elektronischen "Tapezierer" oft sehr viel Geld für ihre Klangtapeten bekommen. Welche Rolle spielt der Markt?
Androsch: Jede Kunst, die verkauft werden soll, muss Regeln befolgen. Bei der Musik ist es die Länge. Für Pop Musik bedeutet das 3 bis 5 Minuten. Dann muss man auch an Formen anknüpfen die der Mensch schon kennt. Das sind eben Kriterien die eingehalten werden müssen. Der Kunstmusik ist das egal.
CITY: Man produziert also bewusst am Markt vorbei?
Androsch: Interessant ist, dass das akustische bei der globalen Gehirnwäsche eine zentrale Rolle spielt. Wenn wir ständig begossen werden würden, dann gäbe das einen riesigen Aufstand. Aber wenn man ständig beschallt wird, ist das offensichtlich den meisten egal. Das Akustische nehmen die meisten von uns nur unbewusst war und damit werden wir kräftig an der Nase herum geführt. Das passiert durch die Musik, die ganz einfach gebaut ist. Sie signalisiert dir, dass du, auch wenn du bankrott bist, noch immer Geld ausgeben kannst. Die Hintergrundmusik suggeriert dir, "Burschi es is eh wurscht, du bist hier im Mutterleib". Das ist ja das wichtige an der Beschallung. Und deshalb machst du Dinge, die du sonst nicht machen würdest. Also Geld für "Scheiß" ausgeben. Und genau deshalb ist der Ton eines der wichtigsten Werkzeuge des Kapitalismus.
CITY: Eine Verschwörung gegen die Ernste Musik?
Androsch: Nicht bewusst. Aber alles, was nicht kapitalisierbar ist, bleibt einfach draußen. Ein Beispiel: Die Werke der größten Rebellen der bildenden Kunst waren immer sofort auch Handelsgut. In de


Pressestimmen

1995

Die Musik von Peter Androsch gehört zum Besten, was in den letzten Monaten in einem Film zu hören war.
(über die Musik zu "Hasenjagd" von Andreas Gruber)

Kärntner Tageszeitung (Bertram Karl Steiner)

 

1999

Ein Abend wie ein Thriller: Androschs atemlose Musik legt die geheimsten Seelenregungen offen, überträgt Franz Kaisers Libretto unbarmherzig in das Nervensystem der Zuschauer. Und dieses lag eineinhalb Stunden lang blank. (über die Oper "Schreber")

 

2001

Expressiv und subtil zugleich: Peter Androschs Oper "Zeichner im Schnee" erlebte am Linzer Landestheater eine fulminante Uraufführung und ist eines der besten Werke der letzten Zeit ... Was da in eineinhalb Stunden expressiv, subtil, klanglich ausdifferenziert, genau ausgearbeitet und vor allem hervorragend instrumentiert in die Partitur verpackt [...] wurde, gehört zum Besten, was in letzter Zeit auf dem Sektor Musiktheater komponiert wurde."

Der Standard (Reinhard Kannonier)

 

2002

Ihre schlichte Konsequenz vereint zwingend die Einprägsamkeit und die Kompromisslosigkeit der Minimal Music.

Der Standard (Claus Philipp)

 

2005

Klangskulpturen, die zuweilen flirrend-zart, dann wieder eruptiv, minimalistisch oder im Stile Weills vorüberziehen, immer aber kantabel und rhythmisch akzentuiert gehalten sind. Beeindruckend, wie er die klangliche Balance subtil auszutarieren, wie er die von Silke Dörner vorgegebenen Wortkonzentrate atmosphärisch zu unterstreichen und zu konterkarieren versteht.

Oberösterreichische Nachrichten (Irene Judmayer)

 

2006

Dies alles fixierte Androsch in einer Art von Jekyll-und-Hyde-Partitur: gestochen präzise Kalligraphie, genaueste Notation - und dann die Aufforderung zur Ad-lib-Wiederholung. Letzteres verleiht dem Ganzen gelegentlich den Gestus von Minimal Music, ohne wie diese bloß ornamental zu wirken. Die Musik bleibt stets durchaus eingängig, ist deskriptiv, doch nicht illustrativ.

Opernwelt - Das internationale Opernmagazin (Gerhard Persché)


Links mica-Archiv: Peter Androsch

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Peter Androsch. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/50218 (Abrufdatum: 23. 9. 2020).

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