Rüegg Mathias

Vorname
Mathias
Nachname
Rüegg
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
MusikerIn
AusbildnerIn
DirigentIn
Künstlerische/r LeiterIn
Genre
Neue Musik
Jazz/Improvisierte Musik
Klassik
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1952
Geburtsort
Zürich
Geburtsland
Schweiz

Mathias Rüegg © Andreas Bitesnich

"mathias rüegg wurde 1952 in Zürich geboren. Er machte seinen Abschluss als Primarschullehrer und unterrichtete zunächst an verschiedenen Sonderschulen. Von 1973 bis 1975 studierte er in Graz klassische Komposition & Jazzklavier und übersiedelte 1976 nach Wien, wo er freiberuflich als Pianist arbeitete. Der Soloarbeit müde geworden, gründete er 1977 das Vienna Art Orchestra (VAO), für das er praktisch alle Programme schrieb. Von 1983 bis 1987 leitete er zusätzlich den Vienna Art Choir. In den Jahren 1984 bis 1986 wurde er vom amerikanischen Fachmagazin Down Beat zum Arrangeur Nummer eins gewählt. Während seiner Arbeit mit dem Vienna Art Orchestra brachte er sich Management und Organisation selbst bei. Er schrieb u.a. Auftragskompositionen für Jazzformationen wie der NDR Big-Band, SDR Big-Band, UMO Big-Band Helsinki, der Swedish Radio Jazz Group & der RTV Big Band Slovenia. Klassische Aufträge u.a. für die Wiener Symphoniker, Basler Sinfonietta, Ensemble Kontrapunkte, Die Reihe, Deutsche Kammerphilharmonie, Orchestre de la Normandie Basse, Opus Novum & L'Orchestra della Svizzera Italiana. Als Leiter internationaler Workshops fungierte er u.a. in Wien, Köln, Hannover, Berlin, Bern & Trento. rüegg komponierte Film- und Theatermusiken im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit George Tabori und dem Wiener Serapionstheater. Spezielle Projekte zwischen Musik und Literatur verbanden ihn 1983 bis 1990 mit dem Wiener Lyriker Ernst Jandl.

rüegg trat auch immer wieder als Leiter von Festivals in Erscheinung: The U & E-Third Dream Festival, Jandl Total, Vienna meets Paris, Vienna meets London - und das Festival Alpentöne in Altdorf (CH). Er konzipierte auch mehrere Multimedia-Projekte, darunter Der achte Tag (Wiener Festwochen 1980), Jonny tritt ab (Donaueschingen 1981), SENS (Wiener Festwochen 1987), Fe & Males (1989) und La belle et la bête (1992). Im Auftrag der BBC produzierte er für das Mozartjahr 1991 den Musikfilm Mozart's Balls. 1992 gründete er den Wiener Jazzclub Porgy & Bess und war dessen Leiter, bevor er den Club 1996 an Christoph Huber übergab. Zusätzlich war er Initiator des Hans Koller Preises (österreichischer Jazzpreis), des European Jazz Prize und des Staatspreises für improvisierte Musik. Er war ebenfalls für die Ausrichtung des Preises bis zu seinem Ende im Jahr 2010 zuständig. Seit 1994 widmet sich rüegg zunehmend der Komposition von Kammermusik. So schrieb er für Corin Curschellas, Michel Portal, Wolfgang Puschnig, Matthieu Michel & Wolfgang Muthspiel Solokonzerte mit Kammerorchester sowie Kompositionen für unterschiedliche klassische Besetzungen. Im Jahr 2003 war er zusammen mit Bill Frisell musikalischer Leiter des Festivals Century of Song im Rahmen der Ruhr Triennale. 2005/2006 schrieb er die Trilogie "3" (American Dreams, European Visionaries, Visionaries & Dreams), die vom VAO anlässlich des 30jährigen Jubiläums des VAO 2007 in 15 Ländern gespielt wird. 2008 wandelte er die Big-Band in ein Kammermusikorchester mit Jazzsolisten um. Die neue Besetzung mit dem Programm Third Dream hatte ihre Premiere im Mai 2009. Im selben Jahr wurde auch sein Klavierkonzert No.1 im Wiener Konzerthaus uraufgeführt. Am 9. Juli 2010 löste er das VAO nach seinem letzten Konzert in Viktring/Klagenfurt, wo sechs von rüegg arrangierte Mahlerlieder präsentiert wurden, wegen finanzieller Schwierigkeiten auf. Danach komponierte er vor allem Kammermusik, die vom Wiener Musikverlag Doblinger herausgegeben wird.  2010 und 2011 unterrichtete er am IPOP (Universität für Musik & darstellende Kunst) in Wien Arrangement und Ensemble.

2011 schrieb rüegg für den New Yorker Big Apple Circus die gesamte Musik zu Dream Big, die er auch vor Ort im Zirkus einstudierte. Daneben wurde rüegg von verschiedenen Big Bands für Workshops eingeladen, u.a. vom Konservatorium Wien (2010), vom Generations in Frauenfeld, bei dem es im Herbst 2012 zu einer Reunion der 80er-Besetzung des Vienna Art Orchestra kam, oder vom HGM Jazzorckestar Zagreb (2013). Seit 2012 arbeitet er intensiv mit der Sängerin LIA PALE zusammen, mit der er am 14. Februar 2013 in Wien im Porgy & Bess bei der Premiere von Gone Too Far (Universal Music) mit elf Liedern von Schuberts Winterreise als Pianist/Arrangeur sein Comeback feierte. 2015 folgte das nächste Album My Poet's Love (ebenfalls Universal Music) mit Vertonungen von Rilke- und Heinetexten. Im selben Jahr arrangiert er für das Orchester von J.C. Cholet und Alban Darche La Rhapsodie Nègre, eine Suite von Francis Poulenc sowie einige kammermusikalische Stücke in Anlehnung an Poulencs Ästhethik. 2016 war rüegg für folgende Preise nominiert: den Schweizer Musikpreis, den kanadischen Prix Opus mit dem Orchestre National de Jazz de Montreal in der Kategorie Concert de l'année/Kategorie Jazz et Musiques du Monde sowie in Österreich mit Lia Pale für den Amadeus. 2017 erscheinen die Alben A Winter's Journey (Schuberts Liedzyklus) und The Schumann Songbook (beide auf Lotus Records), beide mit Lia Pale. rüegg war zusätzlich für die Musik beim Jedermann im Rahmen der Salzburger Festspiele verantwortlich.  2018 entsteht zusammen mit Lia Pale das dritte Kunstlied - Programm The Brahms Songbook. 2019 folgt Sing My Soul, Arias & Songs from G.F. Händel.

Im Frühjahr 2020 schreibt rüegg während des Lockdowns 40 Klavierminiaturen, die von zwölf verschiedenen europäischen Pianisten und Pianistinnen interpretiert, am 1. 12. unter dem Titel Solitude Diaries auf Lotus Rec. erscheinen."
Mathias Rüegg: Biografie, abgerufen am 22.11.2021 [https://www.mathiasrueegg.com/bio]

Stilbeschreibung

"Beim Komponieren denkt Rüegg "zuerst an die jeweilige Besetzung, an die Dauer des jeweiligen Stückes, an das passende Tempo und an den intendierten Charakter eines Stückes." Das eindringlichste Glücksgefühl stellt sich beim 1952 in Zürich Geborenen aber ein, "wenn ich mit einem Stück tatsächlich fertig bin". Zum größten Komponierunglück wird ihm, "nicht in einem Fluss durchschreiben zu können. Das passiert mir allerdings äußerst selten [...]"."
Der Standard: Mathias Rüegg: von übermalter Tradition (Ljubiša Tošić, 2017), abgerufen am 22.11.2021 [https://www.derstandard.at/story/2000069748501/mathias-rueegg-von-ueber…]

"Ich komponiere im Gestus und im Sinne der Jazzmusik. Und das will ich auch so machen, es wäre völlig sinnlos, würde ich komponieren wie ein E-Komponist. Weil der das sowieso besser kann. Beeindruckt und inspiriert haben mich natürlich Mozart, Bartok, Strawinsky, und dann vor allem Steve Reich und John Adams."
Hochschule Luzern: Mathias Rüegg Meets Big Band & Chamber Ensembles der Hochschule Luzern (2008), abgerufen am 22.11.2021 [https://www.jsl.ch/div/ruegg.htm]

"Dem Autor und Kritiker Robert Fischer zufolge ist er "ein Grenzgänger", der "beide Sprachen beherrscht, die klassische wie die des Jazz"; ein "Jongleur der Musikgeschichte", der es geschafft hat, "die Genialität der frühen Jahre zu überleben und dabei eine Meisterschaft zu entwickeln, die ihresgleichen sucht [...]"."
Robert Fischer: Anything goes. In: All that Jazz. Die Geschichte einer Musik (2007). Stuttgart: Reclam-Verlag S. 434–435.

Auszeichnungen

1984–1986 Down Beat Jazz Magazine (USA): Nr. 1-Arrangeur i.d. Kategorie "Rising Star"
1993 Prix Bobby Jaspar - Académie francaise du Jazz, Paris (Frankreich): Bester europäischer Jazz-Künstler
1999 JAZZPAR-Prize (Dänemark): Nominierung
1999 Fondation SUISA, Lausanne (Schweiz): Grosser Preis
2001 Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur: Österreichischer Würdigungspreis für Musik
2009 Stadt Wien: Musikpreis
2016 Schweizer Musikpreis - Bundesamt für Kultur (Schweiz): Nominierung
2016 Prix Opus - Conseil québécois de la musique (Kanada): Nominierung i.d. Kategorie "Concert de l'année/"Jazz et Musiques du Monde"; gemeinsam mit Orchestre National de Jazz de Montreal
2016 Amadeus Austrian Music Awards - IFPI Austria - Verband der Österreichischen Musikwirtschaft: Nominierung i.d. Kategorie "Jazz/World/Blues"; gemeinsam mit Lia Pale

Gewinner mehrerer Schallplattenpreise

Ausbildung

1972 Schweiz: diplomierter Volksschullehrer
1974–1976 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Jazz-Klavier, klassische Komposition

Tätigkeiten

1968–1969 Beschäftigung mit Rockmusik
1976–heute Wien: freischaffender Pianist/Komponist
1980 Wiener Festwochen: Konzeption des multimedialen Projektes "Der 8. Tag"
1981 The U & E-Third Dream Festival, Wien: Initiator, künstlerischer Leiter
1981 Donaueschinger Musiktage (Deutschland): Konzeption des multimedialen Projektes "Jonny tritt ab"
1982 European Trend Festival, Wien: künstlerischer Leiter
1983–1990 Wien: spezielle Projekte zwischen Musik und Literatur-  gemeinsam mit dem Wiener Lyriker Ernst Jandl
1983–1984 Wiener Serapions-Theater: Komponist von Theatermusik (Produktionen: "PATT", "Heilige Hochzeit")
1985 Vienna Art Orchestra: Tournee mit 85 Konzerten in 17 Ländern
1987 Wiener Festwochen: Konzeption des multimedialen Projektes "Sens"
1988–1989 Wien: Zusammenarbeit mit George Tabori (Produktionen: "Two Songs For Another Lovely War", "Verliebte und Verrückte")
1989 Wiener Festwochen: Konzeption des multimedialen Projektes "Fe & Males"
1991 anlässlich des Mozartjahrs - BBC – British Broadcasting Corporation (Großbritannien) : Koproduzent des Films "Mozart's Balls"
1992 Wiener Festwochen: Konzeption des multimedialen Projektes "La Belle et la Bête"
1993 Jazzherbst - Porgy & Bess, Wien: künstlerischer Leiter
1993 Vienna Meets Paris - Porgy & Bess, Wien: künstlerischer Leiter
1993 Vienna Meets London - Porgy & Bess, Wien: künstlerischer Leiter
1993–1996 Porgy & Bess, Wien: Gründer, künstlerischer Leiter; gemeinsam mit Christoph Huber, Renald Deppe, Gabriele Mazic
1994–heute vermehrt Kompositionen für Kammerbesetzung und Solisten, u.a. Corin Curschellas, Michel Portal, Wolfgang Puschnig, Mathieu Michel, Wolfgang Muthspiel
1996 Festival "Imaginary Roots" - European Jazz Network, Porgy & Bess Wien: künstlerischer Leiter
1996–2008 Staatspreis für improvisierte Musik - Republik Österreich, Wien: Initiator, Manager
1996–2010 Hans-Koller-Preis - Austrian Music Office, Wien: Initiator, Manager
1997 Internationales Jazzfestival Saalfelden: Konzeption des multimedialen Projektes "The Sentimental Come Back Of The Chaos"
1999 Alpentöne, Altdorf (Schweiz): Initiator, künstlerischer Leiter
2001 Alpentöne, Altdorf (Schweiz): künstlerischer Leiter
2002–2009 European Jazz Prize - Austrian Music Office, Wien: Initiator, Manager
2003 im Rahmen der RuhrTriennale - Festival "Century of Song", Bochum (Deutschland): musikalischer Leiter; gemeinsam mit Bill Frisell
2009 Fidelio-Wettbewerb (MUK): Jury-Mitglied
2010 Konservatorium Privatuniversität Wien: Workshop-Leiter (Bigband)
2010–heute ipop - mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Dozent (Arrangement, Ensemble)
2011 Show "Dream Big" - Big Apple Circus, New York (USA): Komponist, Arrangeur
2012 Openair Frauenfeld (Schweiz): Workshop-Leiter (Bigband)
2012–heute Wien: Zusammenarbeit mit der Sängerin Lia Pale
2013 HGM Jazzorckestar Zagreb (Kroatien): Workshop-Leiter (Bigband)
2017 Jedermann-Produktion - Salzburger Festspiele: Komponist/Arrangeur der Neuinszenierung

Leiter nationaler/internationaler Workshops u.a. in Österreich (Wien), Deutschland (Köln, Hannover, Berlin), Schweiz (Bern, Trento)
Initiator/künstlerischer Leiter zahlreicher weiterer Festivals, bspw. Jandl Total, Vienna meets Paris, Vienna meets London, Das Europäische Jazzfestival

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
1977–1979 Premier Orchestre D'Art de Vienne: Gründungsmitglied; gemeinsam mit u.a. Wolfgang Puschnig, Harry Sokal, Franz Koglmann, Rudi Berger, Gerhard Hermann, Karl Wilhelm Krbavac, Otto Kobalek
1977–2010 Vienna Art Orchestra: Gründungsmitglied, künstlerischer Leiter, Bandleader/Komponist/Arrangeur; gemeinsam mit u.a. Uli Scherer, Wolfgang Puschnig
1983–1987 Vienna Art Choir: Gründer, Leiter

Aufträge (Auswahl)

zahlreiche Aufträge von im Kulturbereich tätigen Organisationen (u.a. BBC – British Broadcasting Corporation, NDR – Norddeutscher Rundfunk, Serapionstheater Wien) sowie von Ensemblen/Bands/Orchestern (u.a. NDR Big-Band, UMO Big-Band Helsinki, Serapions Ensemble, Wiener Symphoniker, Ensemble Kontrapunkte, Deutsche Kammerphilharmonie, Orchestre de la Normandie Basse, SDR Big-Band, die reihe, Opus Novum, Swedish Radio Jazz Group, Basel Sinfonietta, RTV Big Band Slovenia, L'Orchestra della Svizzera Italiana)

Aufführungen (Auswahl)

zahlreihe (Ur-)Aufführungen durch Ensembles/Bands/Orchester (bspw. Vienna Art Orchestra, Orchestre de la Normandie Basse, NDR Big-Band, UMO Big-Band Helsinki, Serapions Ensemble, Wiener Symphoniker, Ensemble Kontrapunkte, Deutsche Kammerphilharmonie, SDR Big-Band, die reihe, Opus Novum, Swedish Radio Jazz Group, Basel Sinfonietta, RTV Big Band Slovenia, L'Orchestra della Svizzera Italiana) sowie von nationalen/internationalen Festivals (u.a. Hörgänge – Musik in Österreich, Steirischer Herbst, ÖBV - Grabenfest, Kulturspektakel Wien, Wiener Festwochen, Internationales Jazzfestival Saalfelden, Festival "Century of Song" Bochum, Openair Frauenfeld)

Pressestimmen

Februar 2021
über: Sing My Soul, Arias & Songs from G.F. Händel - Lia Pale & Mathias Rüegg (Lotus Records, 2021)
"Ohne orchestrale Barock-Pracht haben "17 Arien und Lieder von G. F. Händel", die Mathias Rüegg für die Vokalistin Lia Pale plus Kammerensemble arrangiert hat, frappierend moderne Façon. Mit Respekt assimiliert sie die Originale durch ihre makellose Tongebung graduell zum Chanson oder Jazzstil, wobei im rhythmischen Spektrum (Gypsy-)Swing, Habanera und Rockdrive verteilt sind. Durch filigrane Stimmführung der Solisten Dominik Fuss (Trompete und Flügelhorn), Tobias Faulhammer (Gitarre) und Gregor Aufmesser (Bass), ergänzt um subtil improvisierte Intermezzi, erweist sich "Sing My Soul" als feine, zeitgemäße Händel-Hommage."
nmz – neue musikzeitung: CD-Tipps 2021/02 (Hans-Dieter Grünefeld, 2021), abgerufen am 22.11.2021 [https://www.nmz.de/artikel/cd-tipps-202102]

19. November 2020
über: Mathias Rüegg: Solitude Diaries (Lotus Records, 2020)
"Mathias Rüegg, seines Zeichens Porgy & Bess-Mitbegründer und langjähriger Leiter des legendären aber mittlerweile leider aufgelösten Vienna Art Orchestras, hat den ersten Lockdown des Jahres zum Anlass genommen, sich einem Selbsttest zu unterziehen. Er wollte wissen, ob er es immer noch draufhat und er noch genauso kreativ arbeiten kann, wie man es von ihm seit je her gewohnt ist. Der aus der Schweiz stammende Pianist und Komponist setzte sich im Frühjahr hin und begann, nach einem selbst auferlegten strikten Zeitplan zu komponieren: von Mitte März bis Mitte Mai, in jeder Woche fünf Tage, von 18 bis 22 Uhr. Hört man sich nun durch das in dieser Zeit entstandene Album, darf man definitiv zum Schluss kommen, dass sich alle Mühe gelohnt hat. Mathias Rüegg hat nichts, aber auch rein gar nichts verlernt und ist in Sachen Kreativität noch lange nicht am Ende angekommen. Ganz im Gegenteil. Was er auf "Solitude Diaries" kompositorisch abliefert, geht als eine echte musikalische Glanzleistung durch [...]."
mica-Musikmagazin: MATHIAS RÜEGG – "Solitude Diaries" (Michael Ternai, 2020)

April 1998
über: Third Dream - Mathias Rüegg & Vienna Art Orchestra (Art Records/Extraplatte, 1998)
""Nachdem sich die Jazzmusik immer mehr dem Status der klassischen Musik nähert, ist es folgerichtig, dass die Jazzmusiker sich der klassischen Wurzeln annehmen, die im Bezug auf Harmonik, Melodik und Struktur die Jazzmusik schon vorweggenommen haben. Denn nur durch die Rhythmik unterscheiden sich diese zwei Musikgattungen fundamental voneinander." Dies sagte 2002 der Erfinder und Leiter des Vienna Art Orchestra, Mathias Rüegg, anlässlich des 25. Jubiläums zu dieser Zeitung. Das neue Programm "Third Dream" macht nun hörbar, was er meinte. Jazzsolisten und ein klassisches Kammerensemble vereinen sich in einer natürlich anmutenden Balance. Die Streicher kadenzieren, die Bläser solieren, und alles fügt sich so selbstverständlich ineinander, als ob Jazz schon seit Jahrhunderten so geklungen hätte. Ein gelungenes Comeback für den Third Stream."
nmz – neue musikzeitung: CD-Tipps 04/2012 (Andreas Kolb, 2012), abgerufen am 22.11.2021 [https://www.nmz.de/artikel/cd-tipps-42010]

22. April 2017
über: A Winter's Journey - Lia Pale & Mathias Rüegg (Lotus Records, 2017)    
"Wer ist Lia Pale? Vor fünf Jahren wusste das noch niemand. Als die junge Sängerin dann aber die Bühne des Porgy & Bess betrat, nahm neben ihr ein weiterer Musiker Platz, und den kannte jeder: es war Mathias Rüegg, Mitbegründer des Lokals, Pianist, Ex-Leiter und -Arrangeur des aufgelösten Vienna Art Orchestra. Der Gag hat sich danach zum Langzeitprojekt entwickelt: Rüegg tut, was er immer gern tat, nämlich Klassik in Kammerjazz umzudrechseln [...]. Rüegg übergießt die 24 Stücke (unter Hinzufügung einiger Solo-Instrumente) mit all seiner ziselierten Arrangeurskunst, Pale singt charmant und schmiegsam auf Englisch. Für sich genommen eine Leistung. Für die "Winterreise" aber ein Bärendienst. Die Intensität des kargen, düsteren Originals fährt hier niemandem in die Knochen. Selten wurde ein Meisterwerk so kultiviert missverstanden."
Wiener Zeitung: Schubert, verziert (Christoph Irrgeher, 2017), abgerufen am 22.11.2021 [https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/pop-rock-jazz/887115-Sc…]

17. April 2017
über: A Winter's Journey - Lia Pale & Mathias Rüegg (Lotus Records, 2017)
"Eines der bedeutendsten Werke der Romantik neu interpretiert – [...] Und das auf unvergleichlich spannende Art. Ein Musikprojekt, das seine gediegene kunstvolle Form erst zu finden hatte. Sängerin Julia Pallanch alias Lia Pale und der ehemalige Mastermind des Vienna Art Orchestra, mathias rüegg, haben sich für die Verwirklichung ihrer gemeinsamen musikalischen Vision Zeit gelassen. Ganze fünf Jahre haben sich die beiden der Auseinandersetzung mit Franz Schuberts weltberühmten Liederzyklus „Winterreise“ nach Texten von Wilhelm Müller intensiv gewidmet, sie haben – mit dem Ziel, die Lieder des österreichischen Komponisten in einem gänzlich neuen Licht erstrahlen zu lassen – eine Menge ausprobiert, einiges wieder verworfen, viel herumexperimentiert, überarbeitet und neu interpretiert. Eine Mühe, die sich – lauscht man sich durch "A Winter's Journey" – definitiv ausgezahlt hat. Lia Pale und mathias rüegg (Piano, Melodica) vollführen gemeinsam mit ihrer Band [...] den Spagat zwischen der Tradition und der Moderne auf eine wirklich beeindruckende Weise. [...] Zu ihrem vollkommenen musikalischen Glanz gebracht werden die insgesamt 24, zum Teil in englischer Sprache vorgetragenen Lieder von Lia Pales samtweicher und zugleich außerordentlich ausdrucksstarker Stimme. Die aus Oberösterreich stammende Vokalistin verpasst dem Dargebotenen genau die Portion Charme und Gefühl, die das ganze Werk letztlich zu einem echten packenden Erlebnis werden lässt [...]."
mica-Musikmagazin: LIA PALE – "A Winter's Journey" (Michael Ternai, 2017)

10. April 2013
über: Gone Too Far - Lia Pale (Universal Records, 2013)
"Dass es sich bei Lia Pale um eine der hoffnungsvollsten jungen Jazzstimmen des Landes handelt, wissen die Kenner der Szene nicht erst seit gestern. Den letzten schlagenden Beweis, dass alle Vorschusslorbeeren auch vollkommen zu Recht verteilt worden sind, lieferte die in Wien lebende Sängerin vor kurzem mit ihrem Erstlingswerk "gone too far" (Universal). Wenn sich Mathias Rüegg vom Können eines/r MusikerIn so sehr überzeugen lässt, dass dieser sich zu einer Zusammenarbeit entschließt, dann muss dieser oder diese schon einiges auf dem Kerbholz haben. Lia Pales stimmliche Qualitäten auf jeden Fall dürften den gebürtigen Schweizer in hohem Maße beeindruckt haben, denn wie schon zu Zeiten seines legendären Orchesters, in dem er jungen Talenten nicht selten die Möglichkeit geboten hat, sich zu profilieren, schlüpft Mathias Rüegg (Piano) auch bei der Wienerin in die Rolle des Förderers. Und hört man sich durch die Songs ihres Erstlingswerks, dann kann man auch verstehen warum. Die sinnlich-süße und zugleich auch sehr ausdrucksstarke und facettenreiche Stimme von Lia Pale ist nämlich genau dieser einen Note, die einfach verzaubert, betört und einer jeden Nummer ihren eigenen und erfrischend zeitlosen Charakter verleiht."
mica-Musikmagazin: Lia Pale – gone too far (Michael Ternai, 2013)

Diskografie (Auswahl)

2021 Sing My Soul, Arias & Songs from G.F. Händel - Lia Pale & Mathias Rüegg (Lotus Records)
2020 Mathias Rüegg: Solitude Diaries (Lotus Records)
2019 The Great European Songbook: Eine Kunstlied Trilogie - Lia Pale & Mathias Rüegg (Lotus Records)
2019 The Brahms Songbook - Lia Pale & Mathias Rüegg (Lotus Records)
2017 The Schumann Song Book - Lia Pale & Mathias Rüegg (Lotus Records)
2017 A Winter's Journey, Gesamtaufnahme - Lia Pale & Mathias Rüegg (Lotus Records)
2017 Le Tombeau De Poulenc - Jean-Christophe Cholet, Alban Darche, Mathias Rüegg (Yolk Records)
2015 My Poet's Love - Lia Pale (Universal Records)
2013 Gone Too Far - Lia Pale (Universal Records)
2011 Mathias Rüegg: chamber music tenminusnine (Paladino Music)
2010 The Big Band Years - Vienna Art Orchestra (EmArcy)
2009 Third Dream - Vienna Art Orchestra (Extraplatte)
2008 All That Strauss Vol. 2 - Vienna Art Orchestra (Art Records)
2007 3 - Vienna Art Orchestra (EmArcy)
2005 Swing & Affairs - Vienna Art Orchestra (EmArcy)
2004 Big Band Poesie - Vienna Art Orchestra (EmArcy)
2003 Duke Ellington's Sound Of Love, Vol. 2 - Vienna Art Orchestra (EmArcy)
2002 Fun & Art Remixed - Vienna Art Orchestra (EmArcy)
2002 Art & Fun - Vienna Art Orchestra (EmArcy)
2001 A Centenary Journey - Vienna Art Orchestra (Quinton Records)
2000 All That Strauss - Vienna Art Orchestra (TBC Records)
2000 Artistry in Rhythm: A European Suite - Vienna Art Orchestra (TBC Records)
1999 Duke Ellington's Sound Of Love - Vienna Art Orchestra (TBC Records)
1998 American Rhapsody * A Tribute To George Gershwin - Vienna Art Orchestra (RCA Victor)
1997 Powerful Ways: Nine Immortal Non-Evergreens For Eric Dolphy - Vienna Art Orchestra (Verve Records)
1997 20th Anniversary: 1977-1997 - Vienna Art Orchestra (Verve Records)
1997 Quiet Ways: Ballads - Vienna Art Orchestra (Amadeo)
1997 Suite Alpestre - Jean-Christophe Cholet, Mathias Rüegg (Pee Wee Records)
1996 3rd Dream - Mathias Rüegg (RCA Victor/BGM Classics/Reverso)
1995 Plays For Jean Cocteau - Vienna Art Orchestra (Amadeo)
1994 The Original Charts (Of Duke Ellington & Charles Mingus) - Vienna Art Orchestra (Verve Records)
1993 European Songbook - Vienna Art Orchestra (GiG Records)
1993 Standing ... what? - Vienna Art Orchestra (Amadeo)
1992 Live In Vienna 1989: Highlights 1977-1990 - Vienna Art Orchestra (Amadeo)
1991 Chapter II - Vienna Art Orchestra (Amadeo)
1990 The Innocence Of Clichés - Vienna Art Orchestra (Amadeo)
1989 Blues For Brahms - Vienna Art Orchestra (Amadeo)
1988 Two Little Animals - Vienna Art Orchestra (Moers Music)
1987 Swiss Swing - Vienna Art Orchestra & Voices (Moers Music)
1986 Nightride Of A Lonely Saxophoneplayer (Moers Music)
1986 Jazzbühne Berlin '85 - Vienna Art Orchestra (AMIGA)
1985 Perpetuum Mobile - Vienna Art Orchestra (Hat Hut Records)
1984 The Minimalism Of Erik Satie - Vienna Art Orchestra (Hat Hut Records)
1984 Serapionsmusic - Vienna Art Orchestra (Moers Music)
1984 Five Old Songs - Mathias Rüegg, Vienna Art Choir ‎(Moers Music)
1983 From No Art To Mo(Z)Art - Mathias Rüegg, Vienna Art Choir ‎(Moers Music)
1983 From No Time to Rag Time - Vienna Art Orchestra (Hat Hut Records)
1982 Suite For The Green Eighties - Vienna Art Orchestra (Hat Hut Records)
1981 Mel-An-Cho - Herbert Joos, Mathias Rüegg (Pläne)
1981 Concerto Piccolo - Vienna Art Orchestra (Hat Hut Records)
1980 Tango From Obango - Wiener Art Ochestra (Art Records/Extraplatte)
1977 Jessas Na! - Vienna Art Orchestra (Art Records)

Tonträger mit seinen Werken
1984 Bist Eulen? (Extraplatte) // Track A1: Tohuwabohu; Track A7: Auf Dem Land; Track A8: Viel (Vieh); Track B1: Chanson; Track B3: Bericht Über Malmö

Literatur

mica-Archiv: Mathias Rüegg

2006 mica: Vienna Art Orchestra Neujahrskonzert. In: mica-Musikmagazin.
2007 Felber, Andreas: Bigband-Jazz als Zeit-Zeichen. In: mica-Musikmagazin.
2007 Rüedi, Peter: 30 Jahre Vienna Art Orchestra. In: mica-Musikmagazin.
2007 mica: Das Vienna Art Orchestra feiert sein 30jähriges Jubiläum. In: mica-Musikmagazin.
2007 mica: 30 Jahre Bigband-Poesie. In: mica-Musikmagazin.
2008 Klammer, Otmar: 30 Jahre Vienna Art Orchestra. In: mica-Musikmagazin.
2008 mica: Mathias Rüegg präsentiert die Solisten des VAO im Porgy. In: mica-Musikmagazin.
2009 mica: Preise der Stadt Wien für 2009 vergeben. In: mica-Musikmagazin.
2009 Ternai, Michael: Mathias Rüegg erhält den Preis der Stadt Wien. In: mica-Musikmagazin.
2010 mica: Aus für Vienna Art Orchestra - Mathias Rüegg bestätigt Medienberichte. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: Jazz im Keller? Jazz im Höhenflug? (Teil 1). In: mica-Musikmagazin.
2013 Ternai, Michael: Lia Pale – gone too far. In: mica-Musikmagazin.
2013 Felber, Andreas: Die Wiederkehr der Jazzelefanten – die österreichische Bigband-Szene. In: mica-Musikmagazin.
2014 Felber, Andreas: Szene im Umbruch: Abschiede und Newcomer prägten in den letzten Jahren die österreichische Jazzlandschaft. In: mica-Musikmagazin.
2015 Ternai, Michael: Jazz in Österreich – Ausdruck einer großen musikalischen Vielfalt. In: mica-Musikmagazin.
2016 mica: LIA PALE und MATHIAS RÜEGG präsentieren "The Schumann Songbook". In: mica-Musikmagazin.
2017 Ternai, Michael: LIA PALE – "A Winter's Journey". In: mica-Musikmagazin.
2018 mica: "Jazz macht glücklich": der "Ö1 Jazztag" am 30. April. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Mathias Rüegg
Wikipedia: Mathias Rüegg
Musikverlag Alexander Mayer: Mathias Rüegg
Webseite: Vienna Art Orchestra
YouTube: Vienna Art Orchestra
IMDb: Mathias Rüegg
SR Mediathek: Tagebuch der Einsamkeit (Judith Rubatscher, 2021)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 7. 4. 2022): Biografie Mathias Rüegg. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/63406 (Abrufdatum: 22. 5. 2022).

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