Fürst Paul Walter

Vorname
Paul Walter
Nachname
Fürst
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
SolistIn
ManagerIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Viola
Geburtsjahr
1926
Geburtsort
Wien
Geburtsland
Österreich
Todesjahr
2013
Sterbeort
Wien

Doblinger Archiv © Mit freundlicher Genehmigung von Doblinger Musikverlag

Paul Walter Fürst geboren am 25. April 1926 in Wien, verstorben am 01. März 2013 in Wien.
Solobratschist beim Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester und den Münchner Philharmonikern, danach Bratschist bei den Wiener Philharmonikern. [...] Kompositionsaufträge von den Wr. Festwochen, vom Brucknerhaus Linz, von der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg, vom Österreichischen und Bayrischen Rundfunk, NHK-Radio-Tokyo u.a.m. Alle Instrumentalkonzerte entstanden auf Anregung virtuoser Instrumentalisten; die Reihe der Kammermusikwerke erfasst herkömmliche und experimentuelle Besetzungen. Der Freundschaft zu Ernst Jandl entsprang ein Ballett "Dorian Gray" und die Vertonung von 7 Texten für gem. Chor bzw. für Gesang und Streicher "Bitte keine Musik". Es erschienen LP's und CD's mit Kammermusikwerken [...] In Österreich an vielen Vertragsgestaltungen (Leerkassettenabgabe, Kabel, Sat., ORF etc.) beteiligt und regelmäßige Teilnahme an Meetings nahestehender Gesellschaften im Ausland. Gründer des jährlichen Musiksymposions in Schloß Schlosshof NÖ, dem OMEGA-Projekt für nachwuchsfördernde Maßnahmen im Musikbereich, sowie Starthelfer bei verschiedenen Organisationen der Interpreten und Komponisten.

 

Paul Walter Fürst 1994


Ausbildung
Frankfurt am Main Musisches Gymnasium: Violine, Klavier, Posaune, Tuba
1946 - 1952 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Klavier Schwertmann Hermann
1946 - 1952 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Unterricht bei Willi Boskovsky Violine
1946 - 1952 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Harmonielehre Marx Joseph
1946 - 1952 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Uhl Alfred

Tätigkeiten
1952 - 1954 Niederösterreichisches Tonkünstler-Orchester Solobratschist
1954 - 1961 Münchner Philharmoniker München Solobratschist
1961 - 1990 Orchester der Wiener Staatsoper Wien Bratschist
1962 - 1990 Wiener Philharmoniker Wien Mitglied
1969 - 1982 Wiener Philharmoniker Wien Geschäftsführer
1986 - 1990 Wiener Philharmoniker Wien neuerlich Geschäftsführer
1998 - 2013 AKM - Staatlich genehmigte Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger Wien Präsident
LSG - Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten Wien Geschäftsführer der LSG-Interpreten
OESTIG - Österreichische Interpretengesellschaft Wien Präsident
GdG-KMSfB - Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe Wien Präsident
Internationale Musikergewerkschaft: Vizepräsident

Aufträge (Auswahl)
Jugendkulturwoche Innsbruck
Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Wiener Festwochen
ZeitgeNÖssischer Herbst
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
ORF - Österreichischer Rundfunk
NHK - Japan Broadcasting Corporation (Nippon Hoso Kyokai)
BR - Bayerischer Rundfunk
Wiener Bläserquintett
ESTA/EU-Kongress
Ensemble des Flämischen Rundfunks

Aufführungen (Auswahl)
1989 ÖNB - Österreichische Nationalbibliothek Wien Porträtkonzert im Rahmen einer Ausstellung über Paul Walter Fürst
1996 Wiener KammerOrchester Wien Orchestron I - für Streicher
1997 Wiener Sinfonietta Wien Ten-den-zehn - für Bläserquintett und Streichquintett
2004 Wiener Concert-Verein Wien Chant des Moulins - für Streichorchester und Glockenspiel
2006 ÖKB - Österreichischer Komponistenbund Wien
2006 Internationale Gesellschaft für Neue Musik - IGNM Österreich Salzburg Nacht der Komponisten Tromboncussion - für Posaune und Schlagzeug
2007 St. Petersburg Festival Sound Ways Dorian's Calling - für Flöte solo
Wiener Festwochen Wien
Ensemble Kontrapunkte
Münchner Philharmoniker
Wiener Saxophon-Quartett
Niederösterreichisches Tonkünstler-Orchester
Vienna Brass
Wiener Philharmoniker
Jugendkulturwoche Innsbruck

Auszeichnungen
1970 Stadt Wien Förderungspreis für Komposition
1970 Verleihung des Titels "Professor"
1980 Republik Österreich Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
1982 Stadt Salzburg Goldenes Verdienstzeichen
1985 Stadt Baden Kaiser Friedrichsmedaille
1989 ÖNB - Österreichische Nationalbibliothek Ausstellung und Dokumentation des Schaffens in der Musiksammlung
1990 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Förderungspreis für Komposition
1994 Stadt Wien Preis für Musik
2001 Amt der Wiener Landesregierung Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
2002 Republik Österreich Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
2004 Wiener Concert-Verein composer in residence
2005 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Kulturpreis des Landes
2006 ÖKB - Österreichischer Komponistenbund Verleihung der Ehrenmitgliedschaft

Stilbeschreibung

 

Die kompositorische Tätigkeit begann im Musischen Gymnasium in Frankfurt und entwickelte sich neben dem Hauptberuf des Orchestermusikers zu einer Eigenständigkeit ohne Leitbild. Die Motivation besteht in der Lebendigkeit eines individuellen Vollzugs einer absoluten Aussage und nicht im Schema einer Kompositionstechnik. Eine daraus sich ergebende Problematik in der Zuordnung einer Stilrichtung ist die Stilrichtung selbst, die sich vom Experiment nährt, aber durch Spontaneität und Aktivität den Hörer zum Musikerlebnis führen will.

 

 

Paul Walter Fürst, 1994


Pressestimmen

 

2006

 

Er zählt zu den meistaufgeführten zeitgenössischen Komponisten in Österreich [...] 

ORF/Ö1 - http://oe1.orf.at/highlights/56551.html 

 

2004

Bratscher haben Humor. Wie sonst könnten sie die unzähligen kursierenden Witze über ihre Zunft und deren Vertreter nicht nur aushalten, sondern auch noch mit Vergnügen weitererzählen? Paul Walter Fürst ist da keine Ausnahme. Aber er weiß sich seiner Bratscherhaut auch zu wehren und zahlt es etwaigen hochnäsigen Geigern mit gleicher Münze zurück. Komponistenwitze gibt es dagegen kaum welche - vielleicht, weil Musiker ihr Mütchen lieber untereinander kühlen oder gemeinsam auf den Dirigenten losgehen statt auf den meist längst seligen, sakrosankten Komponisten. Paul Walter Fürst, 1926 in Wien geboren, ist weder selig noch sakrosankt, aber dennoch Komponist. Und zwar einer, dem bei aller künstlerischen Seriosität auch eine Prise Humor immer wichtig war.

Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde (Walter Weidringer)

 

Diskografie:

 

  • 1991: Farb Spiele/Ars Bassi/3.Bläserquintett/Violatüre/Het orgel is een beelt; Ludwig Streicher, Hans Peter Schilly, Peter Pecha, Gerald Fromme, Walter Seitinger, Michael Gailit, Kammermusikvereinigung des ORF, Orf-Symphonieorchester, Wiener Philharmoniker, Dirigenten: David Shallon, Vaclav Neumann (Classic amadeo 435 697-2)
  • Bitte keine Musik, Elisabeth Lang, 1. Frauen-Kammerorchester von Österreich, Michael Dittrich (Dir.) (Gramola 98708)
  • Jäger tot - Almenrausch; Hornensemble der Hochschule "Mozateum"Hansjörg Angerer (Dir.), (Koch Schwann 3-6451-2)


Links mica-Portrait: Keine Zeit für Ruhestand - Zum 85. Geburtstag von Paul Walter Fürst, Doblinger-Musikverlag (pdf), Ö1-News, ORF-Shop

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 28. 4. 2020): Biografie Paul Walter Fürst. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/54132 (Abrufdatum: 21. 9. 2020).

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